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36 - 40 von 1483 Rezensionen auf der Seite.

05.

Sep 2018

Cover Kaiserschmarrndrama

Enthält Spoiler zu den ersten Teilen der Franz-Eberhofer-Serie.

Auf dem Eberhofer-Hof ist die Hölle los. Bauarbeiter gehen ein und aus, es wird gehämmert, gebohrt und gesägt. Im Augenblick kann Franz gar nicht schnell genug ins Büro fahren.
Lange muss er nicht warten, bis er wieder einen Fall auf dem Tisch hat, der ihn etwas mehr fordert als die üblichen Falschparker oder Geschwindigkeitsjunkies in Niederkaltenkirchen.

Im Wald, in dem Franz so oft mit dem Ludwig unterwegs ist, wird eine Frauenleiche gefunden - nur mit einem Slip bekleidet. Dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist, steht außer Frage. Jemand hatte der hübschen Frau mit einem harten Gegenstand den Schädel eingeschlagen.
Schnell ist klar, dass es sich bei der Toten um die neue Untermieterin bei den Simmerls handelt. Simone Kitzeder hatte sich vor einigen Wochen in die Räume vom Sohnemann Max eingemietet, denn es wiederum in die weite Welt gezogen hat.
Die ersten Ermittlungsergebnisse sind dürftig. Bei der Toten handelt es sich um die Schwester des Gemeindepfarrers einen Ort weiter. Simone war bei ihren Nichten beliebt, ihr Bruder hat sie vergöttert, nur ihre Schwägerin trug eine sauertöpfische Miene zur Schau. Offenbar fühlte sich die Gattin von der Nebenbuhlerin bedroht. Nun, das hatte ja jetzt ein Ende. Ob sie gar ihre Konkurrenz selbst ermordet hat?

Im Dort kennt die Tote eigentlich keiner so richtig. Die Simmerl nur als Untermieterin und sonst war sie eher unter sich. Als Franz sich mit dem beruflichen Umfeld Simones beschäftigt wird es allerdings interessant. Quasi im Home Office, hat sie ihr Geld verdient und sich dabei nicht mit viel Kleidung aufgehalten.
Da der Rudi gerade eh nicht so viel zu tun hat und Franz neben dem Mordfall ja auch noch die Sippe daheim an der Backe hat, spannt er seinen alten Kollegen und Kumpel Birkenberger ein. Der ist - wie immer - beleidigt, weil sich Franz nicht so rührend um ihn kümmert, wie er es sich wünscht. Aber bevor er sich in der Reha zu sehr langweilt, stellt er Recherchen an und knackt nebenbei noch den Rechner der Toten.
Nun kennen sie ihre Kundendatei und da wird Franz so einiges offenbart, was er so lieber nicht gewusst hätte.

Und während Franz knietief in den Ermittlungen steckt, bahnt sich daheim ein ganz anderes Drama an, das ihn gewaltig aus der Bahn wirft.

Der nun schon neunte Teil der Franz-Eberhofer-Serie bietet wieder viel geballtes Niederkaltenkirchen. Privat ändert sich für Franz Eberhofer einiges in diesem Buch und auch dienstlich gibt es eine Neuerung - ein neuer Wagen. Das Model kannte ich bislang nicht, ich habe es also erst einmal gegooglet. Ja, es passt zum Franz ^^
Es dauerte auch in diesem Buch wieder etwas, bis der Mordfall ins Rollen kam und die Ermittlungen nicht nur nebenbei liefen. Die richtige Mischung hat Rita Falk leider noch nicht wiedergefunden. Da ich das Buch allerdings wieder als Hörbuch gehört habe, hat es mich nicht so sehr gestört. Franz bekommt zudem zweierlei Unterstützung - die vom Rudi und die von einer Sonderkommission aus München.
Christian Tramitz kommt in diesem Buch so richtig in Fahrt was die stimmliche Abwechslung angeht und ich fand es grandios.

Die Geschichte an sich war okay und beim Mitermitteln hatte ich auch die eine oder andere Theorie. Dieses Mal ging mir Rudi ehrlich gesagt ziemlich auf die Nerven. Er ist ja generell ein Jammerlappen, wenn es um die Gesundheit und die Aufmerksamkeit geht. Das dürfte sich auch gern mal ändern. Vielleicht braucht er ja dann doch mal eine Frau? Oder wenigstens ein Haustier.
Humorvoll war das Buch auch dieses Mal wieder, jedoch auch ganz schön traurig. Nein, ich verrate nicht warum, aber ich musste schon echt schniefen.

Gelesen hätte ich die Reihe bis zu diesem Teil vermutlich nicht, aber wenn künftige Bände wieder von Christian Tramitz eingelesen werden, bin ich weiterhin ein Zuhörer.

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02.

Sep 2018

~nef
Rezensionsexemplar

Das Hospital

Tags: Thriller
Cover Das Hospital

Könnte Spoiler zum ersten Teil der Reihe Federspiel enthalten.

Christine Lenève ist Journalistin und immer auf der Suche nach einer guten Story. Die aktuellste wird ihr quasi per Wasserweg zugestellt - eine Frauenleiche ohne Lippen treibt in der Spree und wird ausgerechnet von Freunden der Toten gefunden.
Die Ermordete war eine Hackerin, die sich viele Feinde gemacht hat. Gerade in einigen großen Konzernen ist sie den Mächtigen gewaltig auf die Füße getreten. Aber warum dann die fehlenden Lippen?

Berlin brennt - es ist der heißeste Sommer seit Jahren und Christine und Albert müssen einen kühlen Kopf bewahren. Die Tote ist auch Albert nicht unbekannt und so erfährt Christine nach und nach mehr über Alberts Leben vor ihrer Beziehung.
Alberts Vergangenheit hilft nicht unbedingt dabei dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Allerdings ist bald klar, dass es sich hier um einen Serienkiller handelt. Es gibt bereits eine weitere Frauenleiche - ihr wurden die Augen entfernt.
Christine läuft die Zeit davon, sie will diese Story und die kriegt sie erst, wenn sie den Mörder gefunden haben. Dom, seines Zeichens Kommissar, ist ebenfalls auf der Suche und nimmt Christines Hilfe gern an. Gemeinsam mit Albert und Benno, einem gemeinsamen Freund der toten Hackerin, stöbern sie schnell einige Verdächtige auf.

Die Ermittlungen belasten nicht nur Albert, sondern auch seine Beziehung zu Christine, die sich fragt, ob sie sich in Albert getäuscht hat und ihr Vertrauen wieder vorschnell gewährt hat. Gemeinsam versuchen sie nicht nur die Frauen Berlins sondern auch ihre Beziehung zu retten.

Nachdem ich Federspiel ein wenig anstrengend fand, konnte ich Das Hospital gar nicht schnell genug lesen. Oliver Ménard wirft auch hier mit Klischees wieder nur so um sich, aber dieses Mal hat es mich persönlich nicht so gestört. Das würden Hacker vielleicht anders sehen.
Da es gerade in so richtig heiß war, als ich das Buch gelesen habe, konnte ich mich super in die Szenerie hineinversetzen. Auch war der Kriminalfall sehr spannend.
Man hat hier wieder wechselnde Perspektiven - einmal Christine, dann natürlich den Mörder und als drittes wechselnde Sichten von Albern und Benno.

Ich muss allerdings sagen, dass viele Spuren doch etwas weit hergeholt sind und man an manche Informationen wohl eher nicht auf legalem Wege kommt - auch nicht wenn man für die Polizei arbeitet.
Was mich persönlich etwas stört - aber nicht nur am diesem Buch, auch an anderen dieser Art - ist, dass der Ermittler sehr häufig persönlich involviert wird. Das war eine Zeitlang neu und spannend, inzwischen finde ich es total überflüssig, weil das auf Dauer niemand durchhält ohne in die Psychiatrie eingewiesen zu werden.

Spannend blieb das Buch bis zum Schluss und ich überlege, ob ich mich auch dem dritten Band widmen soll. Der erscheint nämlich noch dieses Jahr. Aber das werde ich dann spontan entscheiden.

Man kann definitiv sagen, dass Oliver Ménard mitreißend schreibt und man ohne Probleme nach 1 Seite mitten im Geschehen ist. Ich laufe nicht oft mit Buch vor der Nase den Weg zur Arbeit, hier schon.

Einen lieben Dank an den Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar. Beeinflusst hat es meine Meinung natürlich nicht.

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30.

Aug 2018

Cover Die Buchhandlung

Florence Green hat beschlossen noch einmal von vorn anzufangen. Sie ist verwitwet und einsam im kleinen englischen Küstendorf Hardborough. Da kommt ihr eine Aufgabe gerade richtig.
Sie beschließt das Old House zu kaufen, halbwegs in Schuss zu bringen und eine Buchhandlung zu eröffnen. Schließlich braucht jeder eine Buchhandlung.
Mit ihrem Vorhaben rennt sie jedoch nicht nur offene Türen ein. Die Dame des Ortes, Mrs. Gamart, hatte mit dem Old House ihre ganz eigenen Pläne und lässt Florence das auch wissen. Allen Überredungskünsten zu trotz zieht sie in das alte, feuchte Gemäuer und eröffnet ihre Buchhandlung.

Einige Bewohner des Ortes freuen sich über die Buchhandlung und helfen, wenn sie können. Und so beginnt Florence damit ihren kleinen Laden zu sortieren und auf Kundschaft zu hoffen.
Schnell wird der Ruf nach einer Leihbibliothek laut, da die vorherige schließen musste. Eigentlich will sie ja Bücher verkaufen und nicht verleihen, aber die Idee an sich findet sie gut.
Das System hat so seine Tücken und die Menschen im Ort haben ihre eigenen Vorstellungen, wie der Laden zu laufen hat.

Als Florence merkt, dass sie das alles nicht allein stemmen kann, bekommt sie eine Aushilfe, die so gar nichts mit Büchern anfangen kann. Ob das gut geht?
Zu allem Übel wohnt Florence nicht allein in dem Haus, ein Klopfer treibt sein Unwesen und jagt so manchem Kunden und auch Angestellten einen Schauer über den Rücken.

Ich habe eigentlich eher zufällig zu diesem Buch gegriffen. Ich wusste, dass es einen Film dazu gibt und habe mir dann überlegt, ich könnte ja erst einmal das Buch lesen.
Es ist ein älteres Werk, welches 1979 das erste Mal erschien und nun mit einem Nachwort von David Nicholls neu aufgelegt wurde.

Ja, ich musste David Nicholls erst einmal suchen, da ich mit dem Namen nichts anfangen konnte. Nachdem ich nun weiß wer es ist, frage ich mich, warum er ein Nachwort dazu geschrieben hat. Ich habe es gelesen und war irgendwie ... genervt. Er hat die Figuren einzeln bewertet und in diesem Buch wahnsinnig viel Komik gefunden. Ich weiß nicht genau wo er die gefunden hat, aber nun ja.

Die einzelnen Figuren, die Penelope Fitzgerald hier miteinander agieren lässt bleiben erstaunlich grau. Bis auf ein paar wenige optische Merkmale gibt es keinerlei Beschreibungen, was irgendwie auch mal ganz schön ist. So hat man keinen speziellen Typ im Kopf und kann sich durch die Handlungen leiten lassen.
So richtig sympathisch ist einem am Ende allerdings auch kaum eine Figur. Jede ist irgendwie verschroben, eigenwillig und hat abweisende Züge an sich. Am ehesten bleibt da Florence haften. Klar, sie ist der Charakter der im Fokus steht, aber auch der selten vorkommende Mr. Brundish klingt nach. Beide haben eine Leidenschaft zum Buch und in dieser Beziehung schlagen ihre Herzen im Gleichklang.

Bei The Bookshop / Die Buchhandlung handelt es sich nicht um einen der üblichen Romane die es derzeitig auf dem Buchmarkt gibt, in dem eine einsame Frau ein verkorkstes Leben hat, einen Laden / ein Haus erbt und dann ein Geschäft leitet von dem sie eigentlich keine Ahnung hat (die ich übrigens auch gerne lese ^^).
Und doch ist es dann genau so eine Geschichte. Ich kann es schwer in Worte fassen, aber wer sich mit diesem Buch befasst, braucht etwas mehr Zeit und macht sich vielleicht ein paar Gedanken um die kleine Existenz der Buchhandlung.

Ein, wie ich finde, mal was anderes Buch und vielleicht gerade deshalb mitreißend.

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27.

Aug 2018

Cover Naked at Lunch

Naked At Lunch: The Adventures of a Reluctant Nudist / Naked at Lunch: Ein Nacktforscher in der Welt der Nudisten ist eine intensive Sicht auf den Nudismus. Während viele Journalisten einen Bericht oder auch eine Wertung von außen abgeben, hat sich Mark Haskell Smith dazugesellt.

Wenn du wissen willst wie ein Nudist tickt, dann musst du einer werden - so seine Devise.

Der Mensch wird nackig geboren und schon nach den ersten paar Sekunden in freier Wildbahn in die ersten Stoffe gehüllt. Fortan ist es nur kleinen Kindern erlaubt im Sommer unbekleidet in der Brandung zu planschen oder wie Gott sie schuf durch den heimischen Garten zu hüpfen.
Warum ist das so? Wieso wird man in vielen Ländern verklagt, wenn man nur seine Natur ausleben will - die des verhüllungsfreien Lebens? Ist nackt gleich sexwillig?
Genau diesen Dingen geht der Autor auf die Spur. Er berichtet über die Anfänge des Nudismus im 18. Jahrhundert und die seither bestehende Wandlung. Wer hätte gedacht, dass es sogar Gläubige gab, die eine Sünde darin sahen sich zu verhüllen?

Um zu wissen wie es sich anfühlt, Nudist zu sein, hat Mark Haskell Smith sich informiert und ist mit flauem Magen in eines der nicht wenigen Nudistenresorts gefahren. Dort urlaubt es sich entspannt, ohne Bräunungsstreifen und völlig frei der Frage: Was zieh ich heute an?
Sehr anschaulich, mit Wortwitz und persönlichen Anekdoten gespickt berichtet er von dem ersten Mal als Nackter unter vielen, einer kleidungsfreien Wanderung durch die Alpen und der Frage: Wie schmerzhaft ist wohl ein Sonnenbrand auf dem besten Stück?

Als Hörbuch gelesen von Jürgen von der Lippe bekommt das Buch noch einen ganz eigenen Charme und ist somit eine kurzweilige Lektüre für graue Stunden bei der Hausarbeit oder dem überfüllten Gang zur Arbeit.
Und ja, am Ende fängt man doch an zu grübeln wie es sich wohl so hüllenlos lebt.

Ich bin in der Bibliothek über das Hörbuch gestolpert und dachte mir, das klingt lustig, das probierst du mal aus. Und das habe ich nun auch. Ich habe mich sehr amüsiert und fand es immer wieder erstaunlich was es doch alles auf der Welt gibt. Und worüber man sich so Gedanken machen muss.
Der Nachteil beim Hörbuch ist natürlich, dass man die Quellenverweise schlecht nachschlagen kann. Aber ich denke da wird eine große Suchmaschine auch helfen.

Abschließend sei gesagt, dass es bei diesem Buch auch darum geht, sich selbst so zu lieben wie man ist. Denn als Nudist kannst du keine Falten verdecken, kein Röllchen kaschieren oder die Oberweite pushen.
Man kann auch gut nacktsein ohne gleich zum schweißtreibenden Part über zu gehen - probiert es mal aus. Gerade im Sommer ist zwischen Nacktsein und bekleidet nur ein Hauchdünner Unterschied.

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24.

Aug 2018

Cover Noch nicht da und schon am Ende

Jeder kennt sie, jeder fürchtet sie und fast jeder hat sie - Angst. Egal vor was, irgendwas ist immer dabei. Sei es die weit verbreitete Flugangst, die Platzangst oder auch die Spinnenphobie.
Mit Noch nicht da und schon am Ende: Reisehandbuch für Neurotiker zeigt Françoise Hauser auf humorvolle Art auf, wie es dazu kommt, was man dagegen machen kann und wie es noch schlimmer geht. Denn ja, es geht immer noch schlimmer.

Flugangst in einer riesigen Maschine der American Airlines? Peanuts, wenn man als Gegenstück auch in einer kleinen, überfüllte Maschine fliegen kann, deren Piloten barfuß fliegen und das allseits beliebte Panzertape den Vogel zusammenhält.
Mit Angst vor Kriechtieren sollte man nicht in die tropischen Länder reisen, bei denen eine Kakerlake auch als Hund durchgehen könnte und wer seine Platzangst so richtig ausleben will, sollte mal einen Abstecher nach China machen und zur Rush Hour eine Stadtrundfahrt planen.

Natürlich ist dieses Buch mitnichten dafür geeignet Ängste und Phobien zu kurieren, aber mit einem zwinkernden Auge betrachtet, lässt sich die nächste Reise viel entspannter planen.
Als Leser lernt man hier nicht nur viele Ängste kennen, man kann auch allerhand unnützes Wissen sammeln oder Dinge kennenlernen, die man lieber nie erfahren hätte.

Ich habe das Buch in einer Kramkiste gefunden und fand den Titel so lustig, dass ich es adoptiert habe. Es hat mich wirklich wunderbar unterhalten und ein paar Dinge habe ich auch gelernt mit denen ich schon ein paar Kolleginnen schockieren konnte ;o)
Wer also mal was anderes als Romane lesen möchte, kann hier ruhigen Gewissens zuschlagen.

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