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30.

Jul 2017

Cover Über Topflappen freut sich ja jeder

Renate Bergmann, rüstige Mitachzigerin, sieht sich kurz vor dem Weihnachtsfest mit einem neuen Problem konfrontiert. Ihre Tocher Kirsten hat sich in den Kopf gesetzt, das Fest der Familie mit ihrer Mutter zu verbingen. Dafür soll diese sich nur fix in den Flieger setzen und von Berlin nach Köln fliegen. An sich ja kein Problem, schließlich ist Renate noch ganz beisammen und recht fit und somit auch durchaus in der Lage ihre Tochter zu besuchen.

So richtig Lust dazu hat sie allerdings nicht. Ihre Tochter ist nämlich Vegetarierin und somit muss sich Renate selbst um die Gans zu Weihnachten kümmern.
Viel lieber würde sie mit ihren Freunden feiern, bei denen es neben gutem Essen auch immer ein angemessenes Schlückchen Verdauungsschnaps gibt.
Aber es nützt alles nichts. Kirsten hat das Flugticket gekauft und so macht sich Renate am frühen Morgen des 24. Dezember auf zum Flughafen. Damit sie auch wirklich richtig landet und nicht etwa Probleme im Flieger bekommt, wird sie sogar in einen Rollstuhl verfrachtet, der ihr dann ein priorisiertes Einsteigen ermöglicht. Nun gut. Sie braucht es eigentlich nicht, aber so ganz geheuer ist ihr der große Stahlvogel dann auch nicht.
Als es an der Zeit ist, setzt sie sich in besagten Rollstuhl und wird auch fix zu einem Flieger gebracht. Der Flug dauert länger als gedacht und irgendwie reden auch alle so komisch.

Der Flieger setzt zur Landung an, aber was sie da aus dem Fenster sieht ist definitiv nicht Köln. Renate ist im falschen Flieger gelandet und befindet sich nun in London Heathrow. Ihr Koffer allerdings nicht und ihr Smartphone hat zudem auch keinen Strom mehr. Was macht sie jetzt? Gott sei Dank hatte sie sich schon im Flieger mit einer Stewardess bekannt gemacht, die sich nun um sie kümmerte. Das Problem war nur - es ging kein Flieger zurück. Sie müsste jetzt wenigstens eine Nacht in London bleiben. Ja aber wo denn?
Um das Chaos perfekt zu machen, gibt es in näherer Umgebung auch kein Hotelzimmer. Das hatte sie nun von der tollen Idee ihrer Tochter. Da stand sie, einsam und verlassen in London am Flughafen und weit und breit kein Mensch den sie kannte. Oder?

Ebenfalls aus der Bibliothek habe ich mir mal Über Topflappen freut sich ja jeder mitgenommen. Der Text klang ganz nett und da ich ein großer Englandfreund bin, hoffte ich auf einen lustigen Roman. Wie sehr wurde ich doch enttäuscht. Die Vorleserin, Marie Gruber, macht ihre Sache wirklich klasse. Man nimmt ihr die rüstige Dame ab und sie legt sich richtig ins Zeug. Leider macht es den Text nicht besser.
Ständig werden Wörter verdreht, damit sie lustig klingen, immer wieder wird darauf hingewiesen, wie super sie doch klar kommt und dass man dies 'mit einer Renate Bergmann nicht machen kann'. Oh man! Wie mir das auf die Nerven ging!
Auch glaube ich nicht, dass es tatsächlich irgendjemanden gibt, der immer mit mehreren Sätzen Topflapen durch die Gegend reist. Also wirklich.

Als sie dann in London landet, fangen auch die vielen Fehler an. Wer selbst schon einmal dort war, wird sich die Haare raufen! Sie wirft mit einem Klischee nach dem nächsten um sich und landet dabei sehr selten einen wirklichen Treffer. Seit wann bitte schön, gibt es traditionell zu 'Fish & Chips' Bratkartoffeln? Natürlich wird in der Tube nicht kontrolliert, man kommt ja ohne Fahrkarte gar nicht rein!
Da es bereits eine Weile her ist, seit ich das Hörbuch beendet habe, kann ich mich - Gott sei Dank - nicht an viel mehr erinnern. Vielleicht habe ich es auch einfach nur gut verdrängt. Das ist ja auch möglich.

Ich weiß eins, das war das erste und letzte Buch von und über Renate Bergmann. Die Figur ist mir nur sehr selten sympathisch geworden und wenn man keine Ahnung von einem Ort hat, sollte man einfach nicht darüber schreiben.
Die zwei Sterne vergebe ich für die Leserin, die ihre Sache wirklich gut gemacht hat und die paar Sachen, die zwischendurch dann doch mal lustig waren.

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29.

Jul 2017

Cover Ich habe mich gewarnt

In Ich habe mich gewarnt erzählt Hugo Egon Balder von seinem Leben als Schauspieler. Es beginnt kurz damit wie es in der Familie früher zuging, wie seine Eltern waren und wie er seine Laufbahn begonnen hat.

Ich habe mir das Hörbuch aus der Bibliothek mitgenommen, weil ich Hugo Egon Balder eigentlich ziemlich gerne mag. So habe ich eine unterhaltsame Biografie erwartet und wurde auch nicht enttäuscht. Mit gewohntem Wortwitz liest der Schauspieler und Moderator seine Geschichte selbst und kann die Stimmung entsprechend rüber bringen. Natürlich gibt es auch ernstere Töne, aber ganz ohne wäre es wohl auch unglaubhaft.
Interessant sind vor allem seine Anekdoten mit anderen bekannten Größen wie beispielsweise Harald Juhnke.

Er berichtet, einmal im Job angekommen, recht wenig von seinem Privatleben. Nur nebenbei fallen Sätze zu seinen gescheiterten Ehen und dem späten Nachwuchs.
Alles in allem ist Ich habe mich gewarnt eine kurze Abhandlung über die vielen Lebensjahre des Hugo Egon Balder.

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24.

Jul 2017

Cover Ein unmöglicher Mord

Es handelt sich hierbei um den dritten Band der Reihe.

John Stableford und seine Frau Harriet verbringen ein paar Tage im beschaulichen Upper Biggins um den Geburtstag ihres Vaters gemeinsam zu feiern. Es hätte so geruhsam und auch so entspannend sein können, wäre da nicht ein Fremder im Garten des Vikars, der laut fluchend seinen Golfball suchen würde. Sarah, die jüngere Schwester Harriets berichtet aufgeregt von ihrer Beobachtung und stößt auf Unglauben. Wo soll denn der Mann hergekommen sein? Und wieso sucht er einen Golfball in ihrem Garten? Hier in der Nähe wird kein Golf gespielt - soweit Harriet weiß.
Um den Vikar nicht weiter zu stören, begeben sich Sarah, Harriet und John auf die Suche nach diesem mysteriösen Fremden.
Zwar finden sie keinen Mann in den Rosenbeeten des Anwesens, dafür aber wohl den gesuchten Golfball. Der einzige Haken an der Sache - und das im wahrsten Sinne des Wortes - ist das Hakenkreuz auf dem Golfball. Das beunruhigt nicht nur Harriet.

Noch am selben Abend erhält John einen Anruf von seinem Freund Dr Holmes, der sich nicht weit von ihm entfernt im Herrenhaus 'Annandale Grange' befindet und ihn nun doch früher zu seiner neuen Tätigkeit rufen muss. Leider hatte John bisher versäumt seiner Frau von seinem neuen Posten im Dienst für die Krone zu erzählen. Für eine behutsame Heranbringung ist es jetzt zu spät.
Dr Holmes benötigt John und auch Harriet zur Unterstützung im Herrenhaus. Sie sollen sich am nächsten Abend unter die Leute bei einer Gala mischen um die Gäste im Auge zu behalten. Das versprach interessant zu werden, da selbst Dr Holmes den genauen Grund für das Bankett nicht wusste.

Fein herausgeputzt sind die beiden am nächsten Tag auf dem Weg nach Annandale Grange und sind beide mehr als gespannt was der Abend so bringen wird. Für Harriet ist es wie eine Rückführung in ihre Kindheit. Früher war sie häufig hier, selbst als das Anwesen vom Militär genutzt wurde, hat sie hier die Tochter des Hauses, Bella, besucht. Heute wird sie das erste Mal wieder auf Bella stoßen - wie sie wohl reagiert?
John ist viel gespannter auf die Gäste, die an diesem Abend beim Bankett anwesend sein werden und den Herren des Hauses, Sir Edmund. Man merkt schnell, dass es unter den Hausbewohnern Spannungen gibt. So scheint der Sohn von Nita Nye, Nero, wenig beliebt zu sein. Auch bei Sir Edmund selbst nicht. Während der Abend voranschreitet wird enthüllt worum es in den nächsten Tagen gehen soll - ein Golfturnier. Zwei Jahre zuvor gab es ein großes Turnier bei dem die Deutschen knapp gegen England verloren und brennt auf eine neue Chance warten. Diese wird ihnen nun gegeben. Statt der vier ursprünglichen Teilnehmer - Frankreich, Italien, England und Deutschland - waren es nun nur noch zwei: England und Deutschland. Das Turnier sollte am folgenden Tag starten, doch als Sir Edmund beim Bankett nach einem Becher Maraschino zusammenbricht, steht das Turnier auf der Kippe.
Schnell steht fest, er ist vergiftet worden. Die Frage ist nur - womit? Und warum überhaupt? Während Sir Edmund ums Überleben kämpft entschließt man sich das Turnier stattfinden zu lassen. Doch schon am Nachmittag kommt es zu einem erneuten Vorfall. Nero wird erschossen, mitten auf dem Grün und in unmittelbarer Nähe von John Stableford. Das Gelände ist weithin einsehbar, niemand sieht jemanden flüchten. Wer also soll ihn erschossen haben?
Für John Stableford und Dr Holmes beginnen die Ermittlungen - die zu allem Überfluss auch noch geheim bleiben müssen.

Der dritte Band der Detektiv John Stableford-Reihe ist ein wenig golflastig, was natürlich am Setting liegt. Obwohl ich mit Golf wenig bis gar nichts am Hut habe, hat sich das Thema nicht in den Vordergrund gedrängt. Eigentlich war es in diesem Fall nur Mittel zum Zweck.
In diesem Buch sucht man nach zwei Motiven und zwei Tätern - vielleicht? Zuerst will man herausfinden wer Sir Edmund vergiftet hat und warum. Als dann der Mord dazu kommt, überlegt man natürlich ob es einen Zusammenhang gibt und dann wird es erst richtig spannend. Anders als sonst mangelt es nicht an Motiven, allerdings an Verdächtigen. Das macht es John nicht gerade leicht.

Ich habe es sehr genossen mit dem kleinen Ermittlerteam mit zu fiebern und schlussendlich die Lösung des Falles zu finden. Die Geschichte hat eine Prise Humor, die ich sehr gerne mochte und so hätte das Buch gern auch doppelt so lang sein dürfen. Das Ende gibt einen kleinen Ausblick auf den nächsten Band und ich werde wohl endlich mal noch den ersten Fall lesen, damit sich die Lücken schließen.
Wer Krimis im klassischen Stil mag, ist mit Ein unmöglicher Mord gut bedient und kann sich auf ein paar Stunden Lesegenuss freuen.

Ich danke an dieser Stelle herzlich dem Dryas-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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11.

Jul 2017

Cover Meeresblau & Mandelblüten

Leonie Maler ist eine erfolgreiche und selbständige Unternehmensberaterin. Dass sie sich in ihrem Job nicht nur Freunde macht, merkt sie auch nach diesem Auftrag wieder.
Nach einem erfolgreichen Abschluss macht sie sich auf den Weg in ihre Wohnung und wird vor der Tür des Gebäudes mit Eiern und Schimpfwörtern beworfen. Das ist die Kehrseite der Medaille.
Wieder zu Hause angekommen ist ihre bisherig gute Laune merklich getrübt. Da hilft nur noch ein Glas Rotwein und ein entspannendes Bad. Aber nicht einmal das wird ihr gegönnt. Kaum versucht sie die Gedanken schweifen zu lassen, klingelt ihr Handy. Eine gewisse Rike Fallada aus Mallorca teilte ihr mit, dass ihre Großtante Elisabeth gestorben sei. Auch wenn sich Leonie nicht an Rike erinnern kann, an ihr Großtante kann sie sich erinnern. Dennoch bleibt ihr Gefühlsleben relativ kühl. Wie lange war es wohl her, dass sie Lisbeth gesehen hatte? 20 Jahre? Bestimmt. Und nun war sie tot.
Rike wollte ihr die Möglichkeit geben an der Beerdigung teil zu nehmen und obwohl Leonie wenig Lust hatte extra nach Mallorca zu fliegen, sagte sie zu. Im Moment hatte sie ein abgeschlossenes Projekt und noch keinem neuen Auftraggeber zugesagt. Da könnte sie genauso gut ein paar Tage freimachen und ihrer Großtante die letzte Ehre erweisen. Bis auf ihre Eltern hatte Lisbeth ja niemanden gehabt und diese werden sich wohl kaum auf der Beerdigung blicken lassen. Soweit sie sich erinnern konnte, gab es einen Streit und seither wurde Lisbeth totgeschwiegen.

Als Leonie in Mallorca ankommt wird sie, wie verabredet, von einem Bekannten von Rike und Elisabeth abgeholt. Die Fahrt verläuft recht schweigsam, das ist Leonie ganz recht. Sie will die Beerdigung und auch die Testamentseröffnung hinter sich bringen und sich dann auf dem nächsten Job stürzen.
Im Haus ihrer Großtante angekommen stellt Leonie mit Erschrecken fest, dass es von innen ähnlich rustikal ist wie von außen. Es gibt weder eine anständige Heizung, noch eine Warmwasserleitung oder gar einen W-LAN-Empfang. Zu allem Überfluss schienen die Bewohner des Hauses - Lisbeths Freunde Rike, Hannes, Greta und Friedrich. Schon auf den ersten Blick war klar, sie trennten Welten. Die Frage war nur, wer von ihnen stand besser da?

Leonie muss schnell lernen, dass es sie nur weiterbringt, wenn sie sich in die Gruppe integriert. Aber nicht alle sind ihr wohlgesonnen. Greta begegnet ihr generell mit Ablehnung und auch Hannes ist ihr gegenüber eher reserviert.
Nach einer merkwürdig erscheinenden Seebestattung wird das Testament eröffnet. Leonie rechnet nicht damit, dass ihre Tante großartig viel zu vererben hätte und ist erstaunt, als sie ihr das Hotel vermacht. Allerdings unter einer Bedingung und die bringt Leonie ziemlich aus dem Konzept. Sie soll das Hotel nach ihrem Gutdünken verkaufen dürfen - sofern sie 1 Jahr dort lebt. Im Anschluss haben ihre vier Freunde ein Vorkaufsrecht, das Leonie nicht außer Acht lassen darf.
Das sitzt. Ihre Mutter rümpft natürlich die Nase und rät ihr ab. Aber irgendwie ist Leonies Ehrgeiz gepackt und ehe sie Zweifel aufbauen kann, gibt sie sich 1 Jahr frei um das Hotel zu führen und die Umbauten zu überwachen. Dass ihre Zeit auf Mallorca eigentlich einen ganz anderen Hintergrund hat ahnt sie nicht.

Endlich gibt es wieder einen neuen Roman von Elke Becker und ich konnte es kaum erwarten ihn zu lesen =o) Wie auch ihre vielen anderen tollen Romane, startet dieser in einer deutschen Stadt und endet erst einmal auf Mallorca.
Leonie hat nicht viel Spaß im Leben und offenbar scheint sie sich die Freude selbst zu verbieten. Traurig. Dass sie da mit dem lustigen Rentnerclub auf Mallorca aneinander gerät ist quasi vorprogrammiert. Diese machen es Leonie aber auch alles andere als leicht. Was vermutlich gerecht ist, da sie diese erst einmal von oben herab behandelt.

Mit der Zeit erkennt Leonie was ihre Großtante alles auf Mallorca aufgebaut hat und wie schön es doch ist, auch mal ein wenig abzuschalten. Ab da wird sich menschlicher. Dazu trägt natürlich auch ein Mann bei - Niklas. Er spielt eine ganz eigene Rolle in dieser Geschichte, die mir zu Beginn nicht ganz klar war. Aber sobald er mit der Sprache heraus rückt, sieht man das ganze in einem anderen Licht und wartet quasi darauf, dass etwas passiert.

Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen und der Verlauf war sehr schlüssig. Ich habe mich gern mit Leonie auf Entdeckungsreise begeben und auf die Blüte der Mandelbäume gewartet. Dieser Anblick muss wunderschön sein.

Einen ganz lieben Dank an Elke Becker und be für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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06.

Jul 2017

Cover Das eherne Buch

Der Eiserne Rabe lagert mit seiner Armee vor der Stadt Khabrach. Eigentlich sollte man die Schwerter singen und die Pfeile surren hören; die Stiefel voller Blut und der Boden mit Leichen übersät sein. Doch es gibt keine Schlacht. Seine Männer vertreiben sich die Zeit mit Spielen und Alkohol, während er darauf warten muss, dass der Fürst von Navrodt ihm das Zepter der Stadt überreichte. Erst dann würden sie die Stadt übernehmen und ein weiteres Mal das Banner des Hauses von Stahl über den Zinnen einer Stadt entrollen.
Als ein Spion im Lager gefangen genommen wird, lässt Hirrach nach Thorden Baut schicken. Nur er, als treuer Berater seines Vaters, kann ihm sagen was es mit diesem Burschen und seiner Nachricht auf sich hat.
Als Thorden dann auch endlich auftaucht bringt er ihm nicht die gewünschte Hilfe. Im Gegenteil, Thorden bringt ihm den Tod.

Jaarn kennt in seinem Leben nichts anderes als den Turm von Ghidt-Lhorr und darin beheimateten Bücher. In der großen Bibliothek lebt er, solange er denken kann und wenn er weiter fleißig lernt, wird er vielleicht einmal ein Gelehrter. An sich fühlt er sich hier wohl und liebt seine Aufgaben, aber schon so manches Mal verspürte er den unwiderstehlichen Drang nach Draußen zu gehen.
Als er durch ein Geräusch geweckt wird, steht der Bücherbruder Khronhs vor ihm. Er soll sich beeilen, nach ihm wurde geschickt. Mit einem Schlag wach, machen sich Jaarn und Khronhs auf den Weg. Während Khronhs ihn wild durch die Gänge führt, verliert Jaarn nach kurzer Zeit die Orientierung. Er hatte so gehofft endlich einmal vor die Tür zu dürfen, stattdessen landen sie in einem kleinen Raum im Keller. Was er hier nun erfahren muss bringt sein gesamtes bisheriges Weltbild ins Wanken.

Jaarn, ein einfacher Schüler im Turm von Ghidt-Lhorr, der Sohn Eonhs von Stahl, dem Fürsten über die Dritte von Fünf. Das kann unmöglich wahr sein! Und doch, genau dies hatte er so eben erfahren. Und als wenn das für ein ganzes Leben nicht reichen würde, erhielt er zudem eine wichtige Aufgabe.
Die beiden Söhne des Fürsten sind im Krieg oder durch Heimtücke zu Tode gekommen. Nun liegt es an Jaarn das Eherne Buch an sich zu nehmen und eine gefährliche Reise zu wagen. Das Schwert soll er dem Kriegbringer zu Füßen legen, auf dass der ewig währende Krieg endlich ein Ende hätte und das Reich wieder Frieden finden würde. Jaarn traut weder seinen Ohren noch seinen Augen. Ein reich verziertes Schwert soll fortan seine Bürde sein, dabei kann er es kaum halten. Wie soll er es da schaffen, das Schwert durchs halbe Reich zu tragen um es dem Kriegbringer zu überreichen?
Aber er muss diese Aufgabe nicht alleine meistern. Schon bald soll ihm sein Reisebegleiter vorgestellt werden - Thorden Baut.

Nachdem ich in der letzten Zeit hauptsächlich Liebesromane gelesen hatte, wurde es mal wieder Zeit für einen richtig guten Fantasy-Roman. Natürlich weiß man vorher nie, ob das Buch auch wirklich gut ist, aber schon nach dem Prolog war ich mir sicher, dieses Buch würde mich nicht enttäuschen.
Gut, es hat mich ein klitzekleines bisschen enttäuscht. Was mich eigentlich bei vielen Fantasy-Büchern enttäuscht: die fehlende Karte und das fehlende Personenregister. Na klar kann ich mir in einem Liebesroman den Ort vorstellen in dem das Ganze spielt. Da brauche ich keine Karte. Aber wenn sich ein Autor eine ganze Welt ausdenkt, dann wäre es schon arg hilfreich zu wissen, wie er sich diese vorstellt. Und ganz ehrlich? Namen sind für mich Schall und Rauch. Wenn ich da nicht mal nachlesen kann, bin ich hoffnungslos verloren.

Bitte, bitte liebe Fantasy-Autoren - erweitert eure Bücher um ein paar Seiten und lasst uns Leser an euren kreativen Charakteren und der Landschaft teilhaben!

Nun aber dazu, warum das Buch für mich grandios ist. Es hat alles, was eine gute Geschichte braucht. Einen Helden, der keinen Plan hat, ein paar Bösewichte die auf Rache aus sind, ein paar Helfer die sich alle Mühe geben, damit das Küken nicht untergeht und auch ein kleines bissl Romantik. Aber nur einen Hauch.
Und während die Geschichte erst in eine Richtung geht, fängt sie dann auch noch an sich zu wenden und mich am Ende sehr zu überraschen.
Ich weiß gar nicht ob ich davon begeistert sein soll oder enttäuscht. Aber die Aussage, die ich aus dem Ende interpretiert habe, fand ich super!

Die Charaktere sind gut gezeichnet und es lässt sich so richtig prima mit fiebern. Natürlich ist der Schreibstil von Christian von Aster grandios und ich hätte so manches Mal meine Bushaltestelle verpasst, wenn ich nicht durch Zufall gerade aus dem Fenster geschaut hätte ;o)

Von mir gibt es eine glasklare Lesempfehlung und einen ganz lieben Dank an den Klett-Cotta-Verlag für dieses gelungene Rezensionsexemplar.

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