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04.

Apr 2019

~nef
Rezensionsexemplar

Das Honigmädchen

Tags: Leben, Romantik
Cover Das Honigmädchen

Camilla Monhof ist mit ihrem Leben überfordert. Im Feinkostgeschäft ihres Vaters mausert sie sich zu einer respektablen Nachfolgerin, einige Dinge stoßen ihr jedoch sauer auf. So hält ihr Vater seit Jahren an einem Honiglieferanten aus der Provence fest, der unpünktlich oder auch gar nicht seine Verträge einhält.
Ihre Tochter Marie ist mit ihren 15 Jahren gerade mitten in der Pubertät. Die Trennung der Eltern hat sie sehr mitgenommen und sie lässt Camilla deutlich spüren, wer ihrer Ansicht nach Schuld an der Trennung ist. Und als wenn das nicht ausreichen würde, hat sie seit einer Weile einen neuen Nachbarn, der ihr nachts den Schlaf raubt mit lauter Musik, Partygeräuschen oder Damenbesuch.

Als Maries Schuldirektorin um ein Gespräch bittet ist Camille erstaunt. Ihre Tochter schwänzt die Schule und das schon ziemlich lange. Nach einem unerfreulichen Gespräch, versucht sie mit Marie zu reden, doch das Mädchen macht dicht. Was ist nur aus ihnen geworden? Sie haben sich doch mal so gut verstanden?
Nur einen Tag später tauchen zwei Polizisten mit Marie im Schlepptau in der Firma auf. Camille ist am Ende ihrer Kräfte als ihr Vater eine Idee hat. Seine Tochter soll sich mal erholen, weit ab von ihrem stressigen Leben und legt ihr Frankreich ans Herz. Da sie ihn sowieso wegen dem Honiglieferanten Lambert ständig in den Ohren liegt, kann sie sich gleich einmal selbst dort umschauen.
Natürlich ist Marie sauer, hatte sie sich ihren Ferien doch anders vorgestellt. Nach einer turbulenten Anreise landen sie schließlich im malerischen Bergdorf Loursacq - und das nicht alleine.

Das Henri Lambert ein Eigenbrötler ist stellen sie schnell fest und auch, dass es um seine Bienen nicht gut bestellt ist. Marie scheint eine neue Aufgabe gefunden zu haben, der Zugang zu ihrer Tochter bleibt Camilla jedoch weiterhin versperrt und so macht sie sich auf die Suche nach der Vergangenheit, denn irgendetwas gibt es, dass diesen Ort und ihre Familie verbindet. Nur was? Erinnerungsfetzen schleichen sich in ihr Gedächtnis und dann wäre da noch der geheimnisvolle Brief ihres Vaters an Henri. Was verheimlichen sie ihr?
Camillia ist nach Frankreich gekommen um Antworten zu finden und doch findet sie hier viel mehr.

Mit Das Honigmädchen entführt uns Claudia Winter in ein kleines Örtchen in der Provence und es dauert nicht lange, bis man die Wiesen und Felder mit dem blühenden Lavendel vor sich sieht und den Geschmack von süßem Honig auf der Zunge spürt. Das Setting der Geschichte hat mir sehr gefallen und durch die Art, wie Claudia Winter alles beschreibt, kann man es sich auch sehr gut vorstellen.
Es hat mich etwas Zeit gekostet in die Geschichte zu finden, was hauptsächlich an den Charakteren lag. Ich bin mit Marie und Camilla nicht warm geworden und auch der 'nervige' Nachbar konnte keine Seite zum Klingen bringen. Als sie dann in Frankreich waren, ging es allerdings recht zügig. Ich mag Henri. Er ist ein schwieriger Charakter, verschroben und generell allen Menschen gegenüber misstrauisch. Aber natürlich gibt es noch viel mehr Charaktere zum Kennenlernen.

Eine Sache, die einfach im Stil von Claudia Winter liegt, sind viele französische Sätze im Text. Diese werden auch immer übersetzt und stören mich persönlich ziemlich im Lesefluss. Da ich aber weiß, dass sie das immer benutzen wird, muss ich entweder aufhören ihre Bücher zu lesen oder aber diese Sätze ignorieren. Ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden ;o)
Um die Bücher nicht mehr zu lesen, müsste ich auf die vielen Geschichten verzichten die da noch kommen mögen - und wer weiß was ich da alles verpasse.
Die Geschichte in Das Honigmädchen hat mich so richtig gefangen, als Camilla in Frankreich angekommen ist und ich konnte es kaum noch aus der Hand legen. Das hat mich mit dem schwierigen Start versöhnt.

Nun habe ich noch ein Buch von Claudia Winter liegen und ich denke, das könnte wieder ein Highlight werden.

Ich danke an dieser Stelle ganz herzlich dem Goldmann-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Der Erhalt hat meine Meinung nicht im Geringsten beeinflusst.

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21.

Mär 2019

~nef
EmpfehlungEmpfehlung
Rezensionsexemplar

Lethal Bayou Beauty / Mordsmäßig schön

Tags: Krimi
Cover Miss Fortune 2

Enthält Spoiler zum ersten Teil der Miss Fortune-Reihe Louisiana Longshot / Weg vom Schuss.

Fortune hatte eigentlich gehofft nun endlich ein wenig Ruhe zu haben und sich endlich mal um die Hinterlassenschaft ihrer 'Mutter' kümmern zu können. Nach deren Ableben soll das Haus und deren Inhalt verkauft werden, da Marge Morrow keinen Sinn für Nippes hatte, hält sich das Hab und Gut in Grenzen. Von der beachtlichen Waffensammlung einmal abgesehen, die Fortune hinter einer verborgenen Abdeckung im Schrank gefunden hatte.
Ob ihr Chef davon wusste? Vermutlich nicht, sonst hätte er ausgerechnet sie wohl als letzte in dieses Kaff geschickt

Für das nächste Wochenende ist das Sommerfest geplant. Zum Verdruss von Ida Belle hat sich der Bürgermeister gegen den Schießstand entschieden und für den Kinder-Schönheitswettbewerb. Was zum einen auch daran liegt, dass Pansy Arceneaux zurück in Sinful ist. Die Schönheitskönigin hat in LA ihr Glück gesucht. Offenbar war sie nicht so ganz erfolgreich, sonst würde sie nun nicht in den Schoß der Gesellschaft zurückkehren, die sie verachtet. Vor allem den Frauen des Ortes ist sie gewaltig zu nahe getreten, gibt es doch kaum einen Mann, den sie nicht in ihren Bann gezogen hat.
Mit Fortune zusammen, so unter ehemaligen Schönheitsköniginnen, soll sie den Contest leiten und das Sommerfest zu einem Erfolg machen. Dumm nur, dass Fortune von Beauty überhaupt keine Ahnung hat. Ein Crashkurs bei Genesis Thibodeaux, einer ehemaligen Sinfulbewohnerin und jetzige Kosmetikstudiobesitzerin weiß all das, was Fortune lernen muss.

Beim ersten Zusammentreffen der zwei Frauen fliegen die Fetzen. Während Fortune ihre Unwissenheit mit Tacker und Kleber zu überspielen versucht, lässt Pansy kein gutes Haar an ihr. Der Streit eskaliert und das ausgerechnet vor den versammelten Kindern und Eltern der Stadt.
Als Pansy am nächsten Morgen tot in der Küche ihrer Mutter aufgefunden wird ist die Mörderin klar - Fortune. Niemand weiß wie genau Pansy ums Leben gekommen ist und Deputy LeBlanc hält sich bedeckt. Er weiß zu gut, dass er sich sonst wieder mit den Möchtegernermittlerinnen Ida Belle, Gerti und Fortune rumschlagen muss.
Bald ist ihm allerdings klar, dass er sich beeilen muss um den Mörder - oder die Mörderin - zu finden. Pansys Mutter Celia und die anderen Frauen der 'God's Wives'-Gesellschaft fordern Fortunes Verhaftung und werden auch gern mal handgreiflich.

Auch wenn Fortune es nicht gern zugibt, sie braucht die Hilfe von Ida Belle und Gerti um den wahren Schuldigen zu finden - und das ein bisschen plötzlich.

Gleich nach dem ersten Teil der Miss Fortune-Reihe, habe ich den zweiten Teil zum Lesen erhalten und war wieder sehr begeistert. Fortune und die zwei Sinful Ladies sind einfach göttlich in ihrer Art und zusammen einfach unschlagbar. Schön finde ich, dass die Zeit zwischen den Büchern nicht so lang ist, sie gehen quasi ineinander über. Eine Pause ist aber trotzdem okay - vor allem wenn man etwas länger auf das Buch warten muss - da vorn eine kleine Zusammenfassung zu finden ist und man sich so auf den neuesten Stand bringen kann.

In diesem Buch haben es mir ja besonders die Namen angetan *hüstel* Ich bin sehr froh, dass ich die Geschichte nicht vorlesen muss und frage mich, woher Jana DeLeon die Namen wohl hat. Und wer weiß, was in den folgenden Bänden noch alles dazu kommen?
Bones hat in diesem Buch einen kleinen Auftritt, was ich goldig finde =o) Ich habe mir wirklich einen Narren an ihm gefressen. Und auch die anderen Charaktere sind alle toll. In diesen Büchern kann man wunderbar versinken, mit raten und hoffen, dass man nie in solch ein Nest zieht ;o) Zumindest dann nicht, wenn es Sinful oder Midsumer heißt.

Für die LeserInnen unter euch, die auf eine Romanze warten - in Lethal Bayou Beauty / Mordsmäßig schön gibt es die ersten zarten Bande und ich bin gespannt wie es weiter geht.

Einen besonders lieben Dank an Jeannette Bauroth für das Leseexemplar. Ich habe es geliebt und lauer - natürlich - auf alle weiteren Teile. Mal sehen was es noch für Rezepte zu entdecken gibt =o)

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05.

Mär 2019

Cover Heißkalte Sehnsucht

Es handelt sich hierbei um den vierten Teil der Wild Ukrainians / Die Stanislaskis-Reihe.

Alex Stanislaski hatte an diesem Tag mit vielem gerechnet - aber nicht mit ihr. Als er und sein Kollege Judd auf der Straße unterwegs sind um sich mit den Prostituierten über die zwei ermordeten Mädchen zu unterhalten, stolpert ihm eine sehr neugierige junge Dame vor die Füße.
Die lebenslustige Beth McNee weiß genau was sie will und geht dafür gern ungewöhnliche Wege. Als Autorin für eine bekannte Fernsehserie recherchiert sie an diesem Tag auf dem Strich und unterhält sich gerade mit der imposanten Rosalie, als sie von zwei Männern angesprochen werden. Polizisten, wie sich herausstellt und weil Beth noch nie verhaftet wurde, ist sie euphorischer als es sich an dieser Stelle geziemt.

Alex kann kaum glauben, dass jemand nur für eine Serie sich dermaßen in Gefahr begibt. Um ihr eine Lektion zu erteilen, steckt er sie kurzerhand in eine Zelle. Als sie wenig später allerdings von ihrer Co-Autorin Lori abgeholt wird, hat sie sich bereits mit allen Frauen angefreundet und wild die verschiedenen Beziehungen der Serie diskutiert.
Auch in den folgenden Tagen will ihm Beth nicht aus dem Kopf gehen und als sie ihn darum bittet einen Blick in seinen Berufsalltag zu werfen, kann er sich nicht entscheiden ob das eine gute oder eine verdammt schlechte Idee ist. Sein Chef hat eine ganz eigene Meinung von Beth und es sieht so aus, als wenn die beiden nun häufiger miteinander zu tun hätten.

Beth hat sich geschworen sich nicht mehr einfach so zu verlieben. Ihre bisherigen Beziehungen sind zwar in Freundschaft auseinander gegangen, aber ihre Karriere steht gerade an erster Stelle. Der smarte Detektive bringt ihr Blut allerdings ziemlich in Wallung und das nicht nur auf erotischer Ebene.
Jede Begegnung der beiden endet entweder ziemlich knisternd oder wütend. Sie weiß nicht was genau Alex in ihr sieht, aber sie ist gewillt es herauszufinden.

Der inzwischen vierte Teil der Wild Ukrainians / Die Stanislaskis-Reihe hat also den sehr impulsiven Alexej als Hauptfigur der Familie. Natürlich erfährt man auch hier nebenbei, wie es mit den bisherigen Pärchen weiter geht und das obligatorische Sonntagsessen ist ebenfalls nicht eingestellt worden.

Ich bin in diesem Buch mit beiden Charakteren nicht klar gekommen. Beth war mir zu quirlig, zu anstrengend und einfach zu naiv. Auf der anderen Seite hätte ich Alexej ständig an die Wand klatschen können. Er benimmt sie wie ein eifersüchtiger, liebeskranker Mann bei seiner ersten Freundin. Das Beth ihn nicht sofort abgeschossen hat, nachdem er sich das erste Mal im Ton vergriffen hat, hat mich schon arg zweifeln lassen.
Es lief auch sehr lange zu glatt im Buch, es fehlten die Spannung und der Drang weiterlesen zu wollen. Da hat Nora Roberts sich viel Zeit gelassen und am Ende noch mal etwas ausgeholt. Leider ein wenig zu spät und auch etwas zu zaghaft.

Die Nebencharaktere in diesem Buch haben mir wieder gut gefallen und der Rest des Buches an sich auch, nur die zwei Turteltauben im Vordergrund hätte man eigentlich weglassen können ;o) Ich hoffe nun, dass es im nächsten Teil wieder spannender, unterhaltsamer und einfach mitreißender wird.

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25.

Feb 2019

Cover Vanitas

Auf dem Wiener Zentralfriedhof arbeitet eine Frau, die nicht ist, was sie vorgibt zu sein.

Carolin Bauer fällt nie auf und ist mit dem nächsten Wimpernschlag vergessen. Und das ist gut so. Denn die junge Frau will vor allem eins - in der Masse untergehen.
Als sie an diesem Tag die Blumenbestellungen durchsieht, stockt ihr der Atem. Ein ganz spezieller Strauß sticht ihr ins Auge und sie weiß, er wird sich bei ihr melden. Panik macht sich in ihr breit. Ob etwas passiert war? Sie konnten sie unmöglich hier gefunden haben oder hatte sie etwa einen Fehler gemacht und sich nicht an die Regeln gehalten?
Bald würde sie erfahren, ob der Grabstein an ihrem bislang leeren Grab bald über ihrem Körper thronen wird oder ihre Tarnung weiterhin gelingt.

Carolin Springer zieht mit allem Nötigen in ein großes Apartmenthaus in München, mit dem Auftrag in der Tasche ihre neue Nachbarin Tamara Lambert als Freundin zu gewinnen. In letzter Zeit gab es auf verschiedenen Großbaustellen Unfälle - zum Teil mit Todesfolge - und die Polizei tappt im Dunkeln wer dahinter stecken könnte. Da sich hier die verschiedenen Bauriesen um ein Projekt nahezu schlagen, liegt die Vermutung nahe, dass hier Sabotage im Spiel ist. Aber dazu braucht die Polizei ausgerechnet Carolin.
Doll anstrengen muss sich Carolin allerdings nicht um die Aufmerksamkeit der Bauunternehmerstocher zu gewinnen, denn Tamara platzt beinahe augenblicklich in ihr Leben und ist geradezu zwanghaft anhänglich. Bei einer Gala lernt Carolin die gesamte Familie Lambert kennen und merkt schnell, dass hier mehr als nur normale familiäre Spannungen herrschen.
Das Verhältnis der Unternehmer auf diesem Event schwebt zwischen kameradschaftliche Freundlichkeit und höffliche Ignoranz und für Carolin ist es schwer vorstellbar, dass einer von den Anwesenden den Tod der Opfer leichtfertig hingenommen hat.

Carolins Leben ist in Gefahr und das weiß sie selbst am Besten. Aber sie kann jetzt nicht aufhören, irgendwo versteckt sich der Schlüssel und sie ist entschlossen diesen zu finden. Dann passieren einige Dinge die sie gewaltig aus der Bahn werfen. Ist jetzt alles vorbei? Ist sie zu weit gegangen?
Von der Polizei kann sie keinen Schutz erwarten - sie ist auf sich allein gestellt.

Vanitas - Schwarz wie Erde ist der Auftakt zu einer Reihe und ich als ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, war ich ganz gespannt auf das Buch. Leider konnte es mich nicht überzeugen. Ich bin mit Carolin nicht warm geworden. Sie ist sehr schwer zu greifen, was zum großen Teil daran liegt, dass man als Leser kaum etwas über sie weiß. Ihre Vergangenheit liegt im Dunkeln und nur ab und an bekommt man einen kurzen Rückblick oder ein Ereignis hingeworfen und soll sich damit zufrieden geben.
Das funktioniert bei mir leider nicht. Einen gewissen Hintergrund muss ich kennen, um die Person und ihre Handlungen zu verstehen. Und so wie Carolin sich verhält, könnte man meinen, ihre Angst ist nur gespielt. Viele ihrer Aktionen konnte ich nicht verstehen, wenn sie doch solch eine Angst hat vor Entdeckung.

Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist nach wie vor super und lässt sich flüssig lesen. Die Seiten vergehen, aber leider fehlt es dem Buch auch an Spannung. Als Vorlage für eine Soap würde das super funktionieren, aber als Reihenauftakt bleibt es leider zu farblos. Am Ende war es mir egal wer stirbt, wer überlebt und wer jetzt eigentlich gemeuchelt hat.
Sehr, sehr schade. Diese Reihe werde ich nicht weiter verfolgen, aber ich werde die Jungendthriller weiter lesen. Da konnte sie mich bislang immer kriegen mit.

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04.

Feb 2019

Cover Gegen jede Vernunft

Es handelt sich hierbei um den dritten Teil der Wild Ukrainians / Die Stanislaskis-Reihe.

Rachel Stanislaski hat es oft mit den ganz bösen Jungs zu tun, das gefällt nicht nur ihrem Bruder Alexej nicht, der als Polizist selbst immer wieder sein Leben riskiert.
Rachel jedoch hat beschlossen die Menschen zu vertreten, die Alexej ins Gefängnis stecken will - sie ist Strafverteidigerin und das ist nicht immer leicht. Aber gerade diese Herausforderung gefällt ihr an ihrem Beruf.
Ihr nächster Fall ist jedoch etwas weniger gefährlich, glaubt sie jedenfalls.

Der junge Nick wurde bei einem Einbruch erwischt und hat die Chance entweder ins Gefängnis zu wandern oder aber seine Bande, die Cobras, zu verraten. Beides gefällt ihm nicht sonderlich. Seine attraktive Anwältin schafft es auch nicht, ihm die Namen zu entlocken und so hat er nur eine Chance - er zieht bei seinem Bruder Zackary ein, hält sich an die Spielregeln und könnte somit mit einer Bewährungsstrafe davon kommen.
Auch wenn er die Aussicht, seinen Bruder als Kindermädchen zu kriegen, nicht gerade verlockend ist, so ist es doch ein Lichtblick, dass Rachel als zweite Bezugsperson nun häufiger in seinem Umfeld auftaucht.

Rachel glaubt sich zu verhören, als die Richterin auf die grandiose Idee kommt, sie als zweiten Fixpunkt in Nicks Leben zu setzen und die nächsten Wochen mit Nicks Bruder Zackary zusammenarbeiten zu müssen.
Sie ist alles andere als ein Kindermädchen und auch wenn Nick ein netter Kerl zu sein scheint, bringt sie die Nähe von Zack durcheinander. In ihrem Job ist es nicht leicht einen netten Mann zu finden, der sie versteht und so ist sie durchaus etwas bedürftig und kann die knisternde Spannung zwischen sich und Zack förmlich riechen.
Unter anderen Umständen wäre er genau ihr Typ, aber die Aufgabe lässt sich nicht gerade leicht meistern, wenn einem nebenbei ständig die Hormone durchgehen.

Zwischen den Brüdern knistert es ebenfalls, allerdings hier aus ganz anderen Gründen. Zack ist zur See gegangen, als sein Bruder ihn am nötigsten gebraucht hätte. Während in Nick Enttäuschung, Wut und Verlustangst toben ist Zack völlig überfordert. Nur eines haben die zwei Muldoons gemeinsam - sie können ihren Blick nicht von Rachel lassen.

In diesem Band spielt also Rachel die Hauptrolle und ich fand sie von Anfang an sympathisch. Wer solch einen Beruf als Berufung ausführt - Chapeau! Sie ist als jüngste Tochter der Familie Stanislaski mit vielen raubeinigen Kerlen aufgewachsen und kann sich durchaus behaupten, aber auch sie kommt an ihre Grenzen.
Als Aufpasserin für Nick macht sie sich nicht schlecht, aber ein bisschen naiv ist sie hier schon. Das sollte ihr in ihrem Beruf nicht passieren, allerdings ist sie auch erst 26 Jahre alt und kann nach Abzug von Schule und Studium nur ein Grünschnabel in diesem Beruf sein.

Zackary stelle ich mir wie den typischen Seebären vor - nur mit weit mehr Temperament. Seeleute sollten ja eher besonnen sein und alles im Griff haben, bei Zack kocht die Emotion schnell hoch, was ihn gerade bei seinem kleinen Bruder nicht weiterbringt.
Aber er lernt mit der Situation umzugehen und meistert es teilweise gar nicht so schlecht.

Der Stress in dieser Dreier-Konstellation ist vorprogrammiert, aber Nora Roberts lässt uns hier ganz schön zappeln bis es soweit ist. Das Buch liest sich weg wie nichts und macht wirklich Spaß.
Natürlich habe ich auch hier einen Lieblingsnebencharakter - Rio. Der sanfte Hüne ist total putzig und vermutlich der Einzige, der Nick und Zack im Griff hat. Da kann Rachel noch viel lernen.

Ja, ich liebe die Bücher von Nora Roberts. Sie sind nicht wirklich anspruchsvoll - jedenfalls die reinen Romance-Sachen nicht - und lassen einen am Ende mit einem kuschligen Gefühl in der Brust zurück. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe in dem es um Alexej geht. Mal sehen wen er an die Seite gestellt bekommt.

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