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30.

Okt 2016

Cover Der Zufallsbräutigam deutsch

Megan Vandemeer ist auf dem Weg nach Kansas City - zu ihrer Hochzeit. Dumm nur, dass sie sich vom eigentlichen Bräutigam 6 Wochen zuvor getrennt hat, nachdem sie ihn mit einer anderen Frau erwischt hat. Ihre Familie weiß davon nichts und erwartet das 'verliebte' Pärchen zur Hochzeit des Jahres.
Nicole Vandemeer, Megans Mutter, ist die Art von Frau, der man nicht widerspricht. Sie plant diese Hochzeit schon ewig und Megan hatte bisher nicht den Schneid ihr zu sagen, dass es keine Hochzeit geben wird. Nun sitzt sie samt Flugangst im Flieger und muss sich gleich mehreren Ängsten stellen. Immerhin sitzt sie in der ersten Klasse, da kann sie sich gleich ein wenig Mut antrinken auf Kosten der Fluggesellschaft.
Kurz bevor es losgehen soll, ist nur noch der Platz neben ihr leer. Jay, ihr nun Ex-Verlobter, wird wohl kaum das Ticket nicht storniert haben. Oder doch?

Joshua McMillian ist mit den Gedanken bei seiner Firma. Seit er das Geschäft von seinem Vater übernommen hat spürt er, dass es immer sein Ziel war Ingenieur zu werden. Doch in den letzten Wochen geht alles schief. Das Patent, womit sie die Investoren beeindrucken wollten wurde abgelehnt. Es wurde bereits ein Patent dafür vergeben - und zwar an die Firma von Bart Vandemeer. Josh ist alles andere als ein spontaner Mensch und doch befindet er sich nun in diesem Flieger und macht sich auf den Weg zur Hochzeit von Bart Vandemeers Hochzeit. Er muss den Beweis dafür finden, dass dessen Firma ihnen ihre Erfindung geklaut hat.
Wie immer ist sein Bruder mit seiner unnachahmlichen Art nicht wenig beteiligt an der Situation und wenn Josh keine Lösung findet, kann er in wenigen Tagen seine Firma dicht machen.

Im Flugzeug wird er neben eine hinreißende Frau platziert die ihn als aller erstes fragt ob er ein Terrorist sei. Na der Tag fängt ja gut an. Sie selbst scheint alles andere als glücklich zu sein und obwohl Josh eigentlich genug eigene Probleme hat, hört er sich auch noch ihre an. Als sie ihm erzählt, dass sie so nervös ist, dass sie vor dem Flug Tabletten gegen Übelkeit genommen hat wird ihm ganz anders. Denn offenbar weiß sie nicht, dass die Tabletten in Verbindung mit Alkohol keine gute Idee sind, sie hat gerade den zweiten Drink runtergestürzt.
Am Zielflughafen ist Megan so breit von dem unglücklichen Medikamenten-Alkohol-Gemisch, dass sie nicht in der Lage ist das Flugzeug zu verlassen. Bevor aber die Security ihr zu nahe kommen kann, schleppt er sie aus dem Flieger. Um nicht als Entführer da zu stehen, erzählt er allen er sei ihr Verlobter. Als ihre Eltern sie am Flughafen entdecken ist es zu spät - das Verwechslungsspiel nimmt seinen Lauf.
Josh sieht sich Bart Vandemeer gegenüber, denn offenbar trägt er dessen Tochter über die Schulter geworfen. Sollte das sein Schicksal sein? Er weiß, dass es nicht richtig ist und doch lässt er die Familie in dem Glauben, dass er Jay Connors ist, Megans eigentlich Ex-Verlobter. Megan bekommt davon nichts mit, ihre Ohnmacht hilft ihm erst einmal den Fuß in die Tür zu kriegen.

Als Megan später in ihrem Zimmer im Haus ihrer Eltern erwacht ist sie erst verwirrt und dann panisch. Wie kommt sie hier her? Was wissen ihre Eltern bereits? Mit klammen Fingern und rennendem Herzen schleicht sie sich in die Küche und entdeckt den Fremden aus dem Flugzeug. Wie kommt er hier her und warum sitzt er in der Küche ihrer Eltern und unterhält sich prächtig mit ihnen?
Josh sieht ihr die Verwirrung an und nimmt seine 'Verlobte' liebevoll in den Arm. Flüsternd klärt er sie auf und Megan ist noch verwirrter. Wieso macht er das? Er kennt sie doch gar nicht?
Aber sie merkt auch, dass von Josh eine ungemeine Anziehungskraft auf sie einwirkt. Und schon bald nimmt das ganze Chaos seinen Lauf. Ihre beiden besten Freundinnen Libby und Blair sind die einzigen die Bescheid wissen und während Libby ganz vernarrt in Josh ist, hat Blair vor ihm das Leben zur Hölle zu machen.
Niemand darf herausfinden warum Josh eigentlich in Kansas ist, aber wieso nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Als fieser Verlobter Jay - alias Josh soll er möglichst eindrucksvoll das Arschloch spielen, damit Megan sich von ihm trennen kann und nicht als Schuldige vor ihrer Mutter steht, wenn die Hochzeit platzt.
In der Zwischenzeit will er so viel wie möglich über Bard Vandemeers Firma und die Beteiligung am Diebstahl der Pläne für das Patent herausfinden. Davon darf Megan aber nichts wissen.

Es sind nur 4 Tage bis zur Hochzeit, Josh hat wenig Zeit. Zu allem Überfluss fühlt er sich unwiderstehlich zu Megan hingezogen und je mehr Zeit er mit ihr verbringt, desto weniger will er sich von ihr trennen. Nur wie kann er sie für sich gewinnen ohne ihr am Ende das Herz zu brechen?

The Substitute / Der Zufallsbräutigam ist der erste von drei Teilen der The Wedding Pact / Der Heiratspakt-Reihe. Ich bin auf spannendem Weg an dieses Buch gekommen - die Übersetzerin hat mich angeschrieben und gefragt ob ich es vielleicht lesen wollen würde. Nachdem ich mir den Plot angeschaut hatte, konnte ich auch nicht widerstehen.

Der Heiratspakt besteht zwischen Megan, Libby und Blair. Als sie 9 Jahre alt waren, haben sie sich geschworen vor ihrem 30 Lebensjahr verheiratet zu sein und jeweils auf der Hochzeit der anderen zu tanzen. Nun, Jahre später sind sie immer noch beste Freundinnen und halten zu einander. Natürlich fehlen also die beiden nicht in dem ganzen Chaos um die Hochzeit zwischen Megan und Jay - oder eben nicht.
Eine Wahrsagerin hat den drei Mädels einmal prophezeit, dass sie nicht den Mann heiraten werden, den sie glauben. Bei Megan scheint sich das als erstes zu bewahrheiten - schließlich hat sie nicht vor zu heiraten und Jay ist für sie Geschichte.
Während Blair an diesen Unsinn nicht glaubt und ihrer baldigen Hochzeit mit ihrem Partner entgegen blickt ist Libby zwar liiert, aber schon neugierig was passieren wird.

Josh hat in erster Linie die Firma im Kopf und die Angestellten, die ihren Job verlieren, wenn er es nicht schafft zu beweisen, dass ihnen das Design gestohlen wurde. Je mehr Zeit er mit Megan jedoch verbringt, desto zerrissener wird er. Sollte ihr Vater mit in die Sache verstrickt sein, wird er ihr gleich zwei Mal das Herz brechen und das will er nicht. Aber er sieht auch kaum eine Chance es ihr zu sagen ohne, dass sie ihn zum Teufel jagd. Zudem haben sowohl Blair als auch Megans Bruder Kevin ihn im Blick. Kevin, weil er glaubt er wäre Jay und diesen für ein Arschloch hält und Blair, weil sie von Hause aus Skeptisch ist und nicht glauben will, dass Josh diese ganze Show nur für Megan abzieht. Wie Recht sie doch hat.

Ich bin während des Lesens mit allen Hauptcharakteren gut klargekommen, allerdings frage ich mich schon, wie man die Tochter von Nicole Vandemeer sein kann und dann so eingeschüchtert sein kann. Schließlich sollte jeder es schaffen können seiner Mutter zu sagen, dass die Verlobung gelöst wurde ohne Angst haben zu müssen aus der Familie verstoßen zu werden.
Ihren Vater bekommt man nicht recht zu fassen, er bleibt recht blass. Blair ging mir ziemlich bald mit ihrer Art auf die Nerven und an Megans Stelle wäre ich sehr schnell explodiert. Verliebt habe ich mich spontan in Libby und Gram. Libby ist das, was man eine wahre Freundin nennt. Sie unterstütze Megan wo immer es geht und macht ihr nicht noch zusätzlich Stress.
Gram ist einfach eine Marke für sich. Wer solch eine Großmutter hat kann allen Familienfesten gelassen entgegen blicken. Es gibt immer etwas zu lachen. Und clever ist die alte Dame auch noch.

Die Entwicklung der Geschichte ist gut, man merkt wie sich beide immer näher kommen und auch die Zerrissenheit bei beiden. Megan will aus der Nummer ohne größeren Schaden herauskommen, fühlt sich aber wohler als sie sollte in Joshs Gegenwart. Und bei ihm scheint es von Anfang an auch darum zu gehen, Megan etwas kennen zu lernen.
Der Schreibstil hat mich schnell in die Geschichte gezogen und ich fühlte mich sehr wohl darin.

Ich wäre wohl nie auf die Reihe gestoßen, wenn man mich nicht angeschrieben hätte und dafür bin ich Jeannette Bauroth sehr dankbar. Derzeitig lese ich sehr viele romantische Bücher und dieses hat mich mit seinem Witz und den beiden Hauptcharakteren sehr schnell in seinen Bann gezogen. In den nächsten beiden Teilen wird es also um Libby und Blair gehen und ich bin schon wahnsinnig auf Blairs Geschichte gespannt. Bei ihr kann ich mir einfach nichts romantisches vorstellen während Libby die geborene Romantikerin ist.

Einen ganz lieben Dank an Jeannette Bauroth für das Rezensionsexemplar.

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29.

Okt 2016

Cover Keine Zeit für Arschlöcher

Horst Lichter. Wer kennt ihn nicht? Der lustige TV-Koch hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen, ein Stückchen Butter in der Pfanne und ein Lächeln im Gesicht.

Aber Horst Lichter hat kein einfaches Leben gehabt. Seine Kindheit war von einsamen Momenten geprägt, seine Jugend von viel Arbeit und die ersten Jahre als junger Mann von Rückschlägen durchzogen. Aber Horst lässt sich nicht unterkriegen, kämpft und zeigt der Welt stets ein Lächeln. Durch seine unnachahmliche Art ist er berühmt geworden. Der kleine Koch mit dem lustigem Bart hat sich in die Herzen der Zuschauer gekocht und wird plötzlich berühmt.

Seine Mutter ist stolz auf ihn, als er bekannt wird und ständig im TV zu sehen ist. Als Horst endlich mal ein wenig Pause machen will, Urlaub vom TV-Trubel sucht bekommt seine Mutter die Diagnose Krebs. Auch wenn die beiden sich nie so nahestanden, wie er es sich gewünscht hätte, weicht er ihr nicht von der Seite. Seine Frau Nada ist immer mit dabei und hilft wo sie kann.
Kurz bevor Horst Mutter stirbt sagt sie etwas, das ihn in seinen Grundfesten erschüttert - 'Hör endlich auf, der Clown zu sein. Der Spaß ist vorbei, Junge'.
Und er kommt ins Grübeln. Warum ist er immer der Clown? Solange er denken kann füllt er diese Rolle aus. Aber wieso?

Der Tod seiner Mutter und der vorherige Leidensweg hat aus Horst das gemacht, was er am meisten hasst - ein Arschloch. Nicht wenig Menschen gegenüber hat er sich so benommen wie er nie tun wollte. Das bringt ihm dazu über sein Leben nach zu denken und er stellt sich Entscheidungen die ihm gut tun.

Ich habe bereits 'Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott' und 'Wer hier klaut, stirbt: Horst Lichters Geschichten von tausendundeinem Leben' gelesen, in denen Horst Lichter von seiner geliebten Oldithek und von seinem zweiten Geburtstag berichtet. Keine Zeit für Arschlöcher! ... hör auf dein Herz beleuchtet nun das weitere Leben des Lieblingskochs des deutschen TV.
Viele Dinge in diesem Buch bringen mich als Leser zum Nachdenken. Sowohl über das Blendwerk TV als auch über die Entscheidungen die man im Leben so trifft.

Mir hat das Buch gefallen, es zeigt einmal mehr, dass Horst Lichter mehr Gesichter hat als man kennt und einem gezeigt werden. Viele werden sagen, es ist einfach nur ein weiteres Buch um ihm Geld in den Geldbeutel zu spülen - ja, sicherlich auch. Aber er wird dadurch ein Stück weit greifbarer, menschlicher.
Einzig die Rechtschreibfehler ab der Hälfte haben mich gestört und das vieles dann doch doppelt erzählt wird.
Wer Horst Lichter mag, wird auch dieses Buch mögen.

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27.

Okt 2016

Cover Helena und die Ratten in den Schatten

Helena zieht mit ihrer Familie in ein Haus in einer neuen Stadt. Überall gibt es wunderschöne Häuser, kleine weiße Gartenzäune und viele nette Menschen. Aber etwas irritiert Helena.
Kaum geht sie den ersten Tag in die Schule, bekommt sie den Rat sich bloß von den Schatten fern zu halten. In den Schatten leben nämlich Ratten und vor denen muss man sich in Acht nehmen. Erst denkt Helena, dass es nur Geschichten sind um andere zu erschrecken, da die Kinder im gleichen Atemzug von Geistern sprachen. Aber bald erzählt jeder von den grausigen Ratten und für Helena wird es zur Selbstverständlichkeit, die Schatten zu meiden.

Als Helena auf dem Speicher des neuen Hauses in alten Kisten einen verstaubten Teddy findet, ist sie sofort hin und weg. Ihr neuer Freund Ricco begleitet sie fortan überall hin. Sein Lieblingsplatz auf dem Fensterbrett wird ihm zum Verhängnis - eine kräftige Windböe befördert in in den Garten. In den dunklen Garten und direkt in die dunklen Schatten.
Was soll Helena nur tun? Sie darf doch nicht in die Schatten gehen, aber sie kann Ricco auch nicht im Stich lassen. Wird sie Ricco wieder sehen?

Als das Buch erschienen ist 2010 habe ich es mir auf den Wunschzettel geworfen. Die Geschichte klingt so unglaublich süß - und ich liebe Ratten. Sie sind viel zu niedlich, als dass man vor ihnen Angst haben sollte. Aber Helena ist ein kleines Mädchen und wenn alle Angst haben, dann hat sie auch welche.

Durch Zufall ist mir das Buch nun gebraucht in die Hände gefallen und ich habe es sofort gelesen. Die gerade einmal 80 Seiten sind schnell gelesen und sicherlich perfekt für eine Gute-Nacht-Geschichte für die eigenen Kinder.
Helena ist ein mutiges kleines Mädchen, die sich ihrer Umgebung anpasst. Sie hört die gruseligsten Geschichten über die Ratten in den Schatten und entwickelt eine natürliche Angst vor den Schatten.
Das Buch ist mit wirklich wunderschönen Bildern versehen und teilweise muss man das Buch drehen um alles sehen zu können.

Ja ich weiß, für ein Kinderbuch sollte ich eigentlich zu alt sein, aber die Geschichte ist einfach süß. Und weil Christoph Marzi mit dieser Geschichte eine Botschaft übermittelt, ist es ein Buch das in keinem Haushalt fehlen sollte.
Ihr wollt wissen wie die Botschaft lautet? Dann solltet ihr zusehen, dass ihr das Buch noch irgendwo auftreiben könnt. Ihr werdet es bestimmt nicht bereuen, wenn ihr offen für süße Geschichten seid.

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25.

Okt 2016

Cover Outside the Lines

Es ist wirklich alles andere als einfach ein alleinerziehender Vater zu sein. Seit dem Tod seiner Frau vor fast zwei Jahren kümmert sich Mitch nun schon alleine um seine beiden Kinder Jack und Sadie und langsam wächst ihm die ganze Sache über den Kopf. Schule, Freizeit, Kochen, Haushalt und gleichzeitig noch sein Job als Professor, stellen sich als echte Herausforderung heraus. Dazu kommt, dass seine momentane Nanny Jenny sich als absolute Niete entpuppt. Mitch braucht dringend einen Ersatz für sie, doch nie und nimmer hätte er damit gerechnet, dass er die beste Nanny, die er sich jemals wünschen könnte, in der Drag Queen findet, die er eines Abends in einem Club trifft.

Chi Chi hat einen großen Traum: Er möchte an den Broadway. Er weiß ganz genau, dass er das Talent dazu hat, doch um in New York Fuß fassen zu können braucht er erst mal Geld. Dafür ist es ihm auch Wert sich mit seinen vier Jobs wund zu schuften. Doch als ihm sein neuer Nachbar, der ihm bereits bei seinem Gig als Drag Queen aufgefallen ist, darum bittet für ihn als Nanny zu arbeiten, könnte sich das für Chi Chi als Glücksgriff entpuppen. Der Lohn ist fantastisch, er hätte mehr Zeit und wenn er ehrlich ist hat er die Kinder jetzt schon gern. Es schadet auch nicht, dass ihn Mitch mit seinen Grübchen und seiner zerstreuten Art ebenfalls bereits ans Herz gewachsen ist.
Doch Chi Chi weiß, dass er im Leben von Mitch und den Kindern nur temporär einen Platz hat. Ein kleiner Latino mit einer kriminellen Familie und einem mehr als auffälligen Kleidungsstil passt auf Dauer nicht in Mitchs Familienidyll, egal wie gerne beide das auch hätten...

Outside the Lines von A.R. Barley gehört zu den Geschichten, die mir einfach gefallen haben, obwohl es wirklich eine Menge Baustellen gibt, die nicht unbedingt so gut gelungen sind. Dass es mir trotzdem so zugesagt hat, liegt hauptsächlich an den Figuren, die wirklich durch die Bank wunderbar sympathisch und komplex sind. Im Fokus stehen natürlich Chi Chi, Mitch und seine Kinder. Diese vier sind das Zentrum der Geschichte und ich mochte jeden einzelnen von ihnen. Mitch ist ein richtig guter Kerl, der weiß wer er ist und obowohl er nun ein Jahrzehnt mit einer Frau verheiratet war, immer wusste, dass er bisexuell ist. Seine Frau hat er aber von ganzem Herzen geliebt. Doch auch von Chi Chi fühlt er sich sofort angezogen und Mitch schert sich nicht darum, dass Chi Chi auf andere vielleicht erst mal etwas merkwürdig wirken könnte. Denn Chi Chi macht absolut keinen hehl daraus, dass er schwul ist und auch, dass er sich an den meisten Tagen in Frauenkleidung wohler fühlt ist etwas, was er nicht verheimlicht. Ich fand es wunderbar, wie sehr sich Chi Chi und Mitch gegenseitig akzeptieren und wie sehr sie sich für Dinge mögen, die andere eventuell als Schwächen bezeichnen würden.
Trotzdem denkt Chi Chi, dass jemand wie er für einen renommierten Professor eigentlich der falsche Partner ist. Ich fand die Dynamik und Problematik zwischen den beiden sehr spannend und es war sehr angenehm, wie Drama-frei A.R. Barley die Dinge in der Regel angeht, ohne dabei an Spannung einzubüßen.

Wie gesagt gibt es aber doch einige Details, die ich nicht so gelungen fand. Z.B. gibt es manchmal den ein oder anderen kleinen Zeitsprung, der nicht weiter geklärt wurde und in dem sich auch die Beziehungen der Charaktere etwas weiterentwickelt oder intensiviert haben und das hat mich manchmal etwas ins Stutzen gebracht.
Außerdem war mir Chi Chi hin und wieder ein klein wenig zu unterkühlt. Er hatte ein hartes Leben und trotz seinem Faible für schöne Frauenkleider ist er doch ein echt harter Knochen, mit dem man sich nicht anlegen will. Deshalb gibt es aber eben die ein oder andere Situation in der er etwas kalt daher kommt. Er macht das zwar immer wieder wett, denn eigentlich ist er ein sehr leidenschaftlicher Kerl, aber aufgefallen ist es dennoch.
Auch ein paar Dinge in der Handlung gibt es, die man besser hätte aufarbeiten können. Z.B. ist die Sache mit Mitchs Schwiegereltern ein wenig zu langweilig und schlichtweg einfach gelöst worden. Es war so ein wichtiger Punkt in der Geschichte, dass ich mir hier tatsächlich ein wenig mehr Drama gewünscht hätte.
Und Last But Not Least fehlt schlichtweg ein Epilog, denn die Geschichte hat einfach zu abrupt aufgehört für meinen Geschmack und ich hätte wirklich gerne noch einen kleinen Ausblick in die Zukunft dieser Charaktere gehabt.

Trotzdem ist Outside the Lines von A.R. Barley eine wirklich nette Geschichte mit wundervollen Figuren, die ich gerne gelesen habe. Übrigens kann man das Buch unabhängig der anderen Bücher aus der Boundaries Reihe lesen. Die anderen Charaktere spielen zwar kleine Nebenrollen, sind aber sehr dezent eingebaut.

Outside the Lines erscheint am 31. Oktober 2016.

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18.

Okt 2016

Cover Landing the Air Marshal

Für Abby läuft es gerade ziemlich gut – zumindest beruflich. Sie liebt ihren Job als Set Scout, für den sie überall auf der Welt die tollsten Orte besuchen darf, um den nächsten Filmschauplatz zu finden. Außerdem winkt ihr gerade die Beförderung ihres Lebens und dafür kann sie sich auch damit abfinden, dass ihr Privatleben momentan alles andere als erfüllt ist.
Einen Nachteil hat Abbys Beruf aber: Sie muss regelmäßig ein Flugzeug besteigen. Auch nach Jahren des Reisens hat ihre Flugangst noch nicht nachgelassen und jedes Mal ist eine neue Tortur für sie. Normalerweise steht sie das immer alleine durch. Doch als sie diesen Winter nach New York fliegt und auf dem Weg dorthin einen besonders ruckeligen Flug erleiden muss, stellt sich ihr Sitznachbar als absoluter Glückgriff heraus, denn Gage, wie er sich vorstellt, gelingt es irgendwie, sie von ihrer Angst abzulenken. Schon nach kürzester Zeit fühlt sich Abby mit Gage so wohl, wie kaum mit einem anderen Menschen zuvor...und sie kommen sich schnell näher.
Und wie es der Zufall so will, sind sie in New York sogar im gleichen Hotel untergebracht. Eines ist beiden klar: Das werden ein paar turbulente Tage in New York...

Landing the Air Marshal ist nach The Rule Book das zweite Buch, dass ich von Jennifer Blackwood gelesen habe, doch leider hat dieses hier nicht wirklich meinen Geschmack getroffen. Denn obwohl mir auch hier der Schreibstil der Autorin, der sehr flüssig, sympathisch und humorvoll ist, auch in diesem Buch wieder sehr gut gefallen hat, hat es an der Handlung leider sehr gehapert.
Denn leider passiert so ziemlich gar nichts in Landing the Air Marshal - außer Sex. Die gesamte Handlung erstreckt sich über nur ein paar Tage und allein die ersten knapp 30% spielen sich nur im Flugzeug ab. In dem sie Sex haben. Danach geht's ab ins Hotelzimmer. In dem sie Sex haben. Nach einem kurzen Spaziergang geht es ins Treppenhaus des Hotels. In dem sie Sex haben. Ihr seht worauf das hinausläuft. Im Prinzip wurden nur hier und da ein paar Fetzen "Handlung" eingebaut, um den Charakteren zwischen den Sex Szenen etwas zu tun zu geben. Wenn man aber bedenkt, dass sich zwischen Abby und Gage sehr bald schon Gefühle entwickeln hatte mir das alles einfach zu wenig Hand und Fuß. Ich habe ihnen nicht abgenommen, dass sich da ernsthaft etwas zwischen ihnen entwickelt und auch am Ende der Geschichte hatte ich nicht wirklich das Gefühl, als ob die beiden eine realistische Zukunft haben könnten (auch wenn Jennifer Blackwood sich alle Mühe gegeben hat, ihnen ein Happy End zu geben). Leider konnte ich aber einfach keine Verbindung zwischen den beiden erkennen und sie haben in meinen Augen nicht sonderlich gut zusammen gepasst. Ihre einzige Gemeinsamkeit, abgesehen von ihrem Filmgeschmack, ist dass sie beide wegen ihres Jobs ständig unterwegs sind und keine Zeit für eine Beziehung haben...das sind ja nicht unbedingt die besten Voraussetzungen...
Außerdem hat sich die Geschichte wirklich sehr lang hingezogen. Zum einen lag das daran, dass die bereits erwähnten Sex-Szenen irgendwann ziemlich langweilig wurden. Zum anderen hat sich auch zu viel in den Köpfen der Figuren abgespielt, selbst wenn sie gerade ein Gespräch geführt haben. Vor allem bei Abby fiel das sehr auf, denn nach jedem einzelnen Satz, der aus Gages Mund kam, musste erst einmal zwei Seiten lang schwadroniert werden, wie heiß und sexy und toll Gage doch ist (mal ganz zu schweigen davon, dass ihr Höschen permanent feucht ist...), bis sie ihm eine Antwort geben kann. Ihre Gedankengänge sollten zwar lustig sein und den Leser in die richtige Stimmung versetzen, ich fand es aber eher frustrierend, weil es jeglichen Lesefluss kaputt gemacht hat und jedes Gespräch, von denen es ohnehin zu wenige gab, sehr schleppend vorangetrieben hat.
Mit Abby habe ich also schon mal nicht so richtig geklickt, auch wenn ich sie grundsätzlich schon ganz gern mochte. Mit Gage konnte ich leider noch weniger. Solange wir uns nur in seinem Kopf aufgehalten haben, war er eigentlich ganz okay. Er ist ein Familienmensch und wenn er ehrlich mit sich ist gar nicht mehr wirklich glücklich mit seinem Job als Air Marshal (Flugsicherheitsbegleiter). Es steckt also schon ein bisschen mehr in ihm, als nur ein hübsches Gesicht, doch leider dreht sich fast jede Unterhaltung zwischen ihm und Abby um Sex und das meiste, was aus seinem Mund kommt fand ich eher lahm und abgedroschen anstatt sexy, was aber eindeutig nicht die Absicht der Autorin war.

Fazit: Ich habe Landing the Air Marshal zwar nicht gehasst und man konnte durchaus hier und da das Schreibtalent von Jennifer Blackwood durchblitzen sehen, doch leider gab es mir einfach zu wenig Handlung. Jegliches Potenzial, dass die Geschichte hergegeben hat, wurde leider unter Oberflächlichkeit und mittelmäßigen Sexszenen begraben.

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