Buchjunkies


Rezensionen Empfehlungen Autoren Reihen Tags Rezensionsarchiv


03.

Nov 2012

Cover Griessnockerlaffäre deutsch

Kann Spoiler zu den ersten Teilen der Franz-Eberhofer-Serie enthalten.

Während in Niederkaltenkirchen der lange Arm des Gesetzes Mittagschlaf hält, ist in Landshut Land unter. In einer Tour fallen die Leute aus, werden krank oder kriegen gar Nachwuchs. Da verwundert es auch nicht, dass der Herr Eberhofer angefordert wird zur Unterstützung.
Das passt dem Franz aber überhaupt nicht. Nicht, weil er mit den Kollegen aus Landshut nicht arbeiten möchte, eher weil er mit dem dortigen Vorgesetzten auf gar keinen grünen Zweig kommt. Der schikaniert seine Untergebenen wann immer es ihm in den Sinn kommt und lässt den Harten raushängen. Auch Franz hat das schon zur Genüge abbekommen, doch der weiß sich zu wehren - wenn auch nicht immer mit den besten Methoden.

Als der Kollege Stopfer ihm am Telefon von seiner bevorstehenden Heirat berichtet und ihn einlädt, weil es ohne den Franz ja gar keine Heirat geben tät, ist Franz schon erst geschmeichelt. Muss dann aber erfahren, dass die anderen Kollegen auch alle eingeladen sind - inklusive dem Vorgesetzten Barschl. Nun lässt sich Franz doch überreden und so kommt es wie es kommen muss. Ein Treffen auf dem Herren-WC geht für Franz nicht ganz unblutig aus, das kriegen auch einige Kollegen mit.
Je später der Abend, desto besoffener die Gäste. Und weil der Barschl einfach ein Arsch ist, führt er bei den Kollegen einen Alkoholtest durch, als diese Richtung Heimat fahren wollen. Da kommt es zum Eklat und bei Franz brennt die Sicherung durch. Er stürzt sich auf den Feind und rächt sich für die kleine Unterredung in den stillen Örtlichkeiten am früheren Abend. Als der Barschl dann blutend und ziemlich geschunden am Boden liegt und die Kollegen alle weg sind, macht sich auch Franz auf den Heimweg. Muss aber seine Wut noch ersäufen und kehrt beim Wolfi ein. Der hört sich geduldig alles an, bis es auch ihm zu spät wird. Franz schafft es immerhin noch bis nach Hause und ins Bett.

Am nächsten Tag wird er ziemlich unsanft geweckt. Auf dem Hof stehen die Kollegen mit Blaulicht und wollen Franz abführen. Doch da haben sie die Rechnung ohne die Oma gemacht. Die zeigt den Männern was sie von ihnen hält und nicht wenige können sich nur noch humpelnd vom Acker machen.
Franz fährt trotzdem mit nach Landshut und wird darüber informiert, dass der Barschl ermordet wurde und er, also der Franz, der Letzte war, der ihn lebend gesehen hat. Zu allem Überfluss ist der unliebsame Vorgesetzte mit dem Franz seinem Messer aus dem Leben radiert worden. Dieses machte am Tag zuvor die Runde als der Hochzeitsbraten stärker war als die normalen Messer. Und da war der Franz schon stolz, dass er als einziger Gast eine Lederhose anhatte, natürlich inklusive Hirschfänger. Und eben dieses ist im Laufe des Abends verschwunden und wohl neben der Leiche wieder aufgetaucht. Nun hockt er ganz schön in den Nesseln.
Gott sei Dank hat Franz aber auch Fürsprecher und so kann er schon nach kurzer Zeit wieder Richtung Heimat gebracht werden. Der Moratschek, seines Zeichens Richter und Freund von Franz' Vater, hält seine schützende Hand über eben diesen.

Zwar freut es den Franz schon irgendwie, dass der Barschl nun endlich das bekommen hat, was er verdient, doch es geht ihm gewaltig gegen den Strich, dass er dafür verdächtigt wird. Und so fängt er an zu ermitteln und sieht sich zu allererst mit der sehr attraktiven Witwe des Dahingeschiedenen konfrontiert. Die bringt im Franz aber ganz andere Sinne zum Klingen, als rein den Spürsinn.
Und während Franz seine Unschuld beweisen muss, geht die Stimmung daheim auf dem Hof in den Keller. Denn plötzlich steht ein alter Bekannter von der Oma vor der Tür und bringt die Familienidylle gehörig durcheinander.

Der vierte Fall für Franz Eberhofer ist wieder genauso unterhaltsam wie die vorangegangenen. Die Oma ist wie immer eine Wucht, auch wenn die Autorin es geschafft hat mich auf den ersten zwei bis drei Seiten ganz schön aus dem Konzept zu bringen. Wie immer steht auch hier eher das Privatleben im Vordergrund. Während man im ersten Buch der Franz-Eberhofer-Serie noch von einem richtigen Krimi sprechen konnte, wird es nun mehr und mehr ein Roman mit kriminalistischem Einschub. Deshalb muss ich dem Ganzen auch einen Stern abziehen. Freude am Lesen hatte ich natürlich dennoch und kann das Buch wieder wärmstens empfehlen. Aber man darf nicht auf der Suche nach einem nervenzerfetzenden Krimi sein.

Schön fand ich, dass man nun auch ein wenig mehr aus dem Leben von der Oma erfährt. Schließlich ist sie nicht immer schon die Oma vom Franz gewesen und der Besuch aus der Vergangenheit ist wirklich sehr liebevoll eingebracht worden.
Ein wenig genervt war ich von den Liebeseskapaden der männlichen Charaktere dann aber auch noch. Ich glaub die meisten Frauen würden sich das nicht gefallen lassen, was der Flötzinger so treibt und auch dem Franz hätte ich gern ab und an einen Satz warme Ohren verpasst. Vielleicht sollte die Autorin hier ein wenig darauf achten, dass die Frauen nicht zu sehr in die Sparte männerabhängiger Wesen geschoben werden. Bei der Oma klappt es schließlich auch.

Natürlich schreibt Rita Falk weiter am nächsten Fall, wann der erscheint ist aber noch nicht bekannt.

Jetzt bei Amazon.de via Partnerlink kaufen: Deutsche Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter