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13.

Sep 2012

Enthält leichte Spoiler für die ersten 5 Bücher in der Women of the Otherworld-Reihe.

Elena langweilt sich. Im Rudel gibt es nicht allzu viel zu tun und sie sehnt sich nach etwas Abwechslung. Da kommt ihr sogar der Anruf des zwielichtigen Halb-Dämons Xavier, der damals für ihre Entführung, aber dann auch für ihre Rettung verantwortlich war, gerade recht, denn er hat einen Auftrag für sie. Sie soll in Toronto für einen Sammler einen Brief stehlen, der niemand anderes geschrieben haben soll, als Jack the Ripper selbst. Den so genannten From Hell Brief.
Der Diebstahl läuft, mit ein wenig Hilfe von Clays und Jeremy, reibungsloser ab, als erwartet. Doch der Brief ist nicht einfach nur ein Sammlerstück, wie das Rudel unfreiwillig feststellen muss: Es öffnet ein Portal in eine andere Dimension und das hat Elena ausversehen geöffnet. Schnell wird klar, dass eine Dimension, die mit Jack the Ripper zusammenhängt, nichts Gutes bedeuten kann. Morde, Vermisstenfälle, Zombies und Killer-Ratten sind nur einige der Probleme, mit denen sich Elena, Clay, Jeremy und das restliche Rudel auf der Suche nach einem Weg, das Portal zu schließen, herumschlagen müssen.
Normalerweise würde sich Elena mit voller Hingabe in ihren Auftrag stürzen, gäbe es da nicht ein kleines Problem, das sie behindert: Sie ist hochschwanger.

In Kelley Armstrongs 6. Buch um die Women of the Otherworld dreht sich wieder alles um meine liebste Heldin dieser Reihe, Elena. Kein Wunder also, dass mir Broken / Blut der Wölfin ausgesprochen gut gefallen hat. Wie so oft hat die Autorin auch dieses Mal wieder einen Kriminalfall aus der Realität aufgegriffen und ihre ganz eigene Geschichte daraus gesponnen. Das Ergebnis ist nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern auch faszinierend, denn die Verschmelzung zwischen Realität bzw. Mythos und ihrer eigenen Geschichte funktioniert fabelhaft. Für schwache Nerven ist das Buch diesmal allerdings nicht. Denn die Zombies, ihre Taten und ihr Verfall werden nicht gerade zurückhaltend beschrieben.
Doch so spannend und gut umgesetzt die Geschichte auch ist, so sind doch wie gewohnt Clay und Elena das eigentliche Highlight des Buchs. Wer sie in den anderen Bänden mochte, wird sie auch hier lieben, denn sie haben nichts von ihrer ganz eigenen Art, miteinander umzugehen, verloren. Und das trotz des anstehenden Familienzuwachses. Genau der macht Broken / Blut der Wölfin natürlich zu etwas Besonderem. Noch nie gab es einen dokumentierten Fall einer schwangeren Werwölfin, was bedeutet, dass Elena und Clay keine Ahnung haben, was sie erwartet, und selbst Jeremy muss improvisieren. Diese Entwicklung bedeutet natürlich, dass Elena ein wenig anders handeln muss, als sonst und auch Clay muss sich umstellen. So entwickelt dieses Buch eine etwas andere Dynamik, die mir aber sehr gut gefallen hat.
Auch die anderen Figuren sind natürlich gut gelungen. Neben den übrigen Rudelmitgliedern, die sowieso immer Spaß machen machen, ist auch Jaime mit von der Partie und auch ein paar neue Charaktere werden vorgestellt, von denen ich hoffe in Zukunft mehr zu lesen.

Ich muss sagen, ich persönlich habe eigentlich gar nichts an Broken / Blut der Wölfin auszusetzen. Für mich ist es ein rundum gelungenes Buch. Was man ihm eventuell vorhalten könnte, ist, dass die Geschichte dieses Mal relativ einfach gestrickt ist. Es gibt einige Überraschungen, aber wirklich komplex wird die Geschichte nie, sondern läuft in relativ geregelten und verständlichen Bahnen. Ob das jetzt ein Vor- oder Nachteil ist, liegt vermutlich am Geschmack des Lesers. Mir jedenfalls hat es gut gefallen, auch wenn ich relativ früh die richtige Vermutung hatte, wer der Bösewicht sein könnte.

Deswegen kann ich eigentlich jedem Fan der Women of the Otherworld-Reihe und denen, die es werden möchten, Broken / Blut der Wölfin von Kelley Armstrong empfehlen. Die Geschichte um Jack the Rippers Brief ist nicht nur clever und spannend, sondern auch zumindest teilweise recht überraschend geraten. Die Nebengeschichte um Elenas Schwangerschaft wurde geschickt mit der Hauptgeschichte verwoben und das Gesamtergebnis hat richtig viel Spaß gemacht.

Im 7. Teil No Humans Involved / Lockruf der Toten steht nun wieder ein Perspektivenwechsel an, auf den ich mich schon lange sehr freue: Endlich bekommt Jaime ihre eigene Geschichte und ich bin mir sicher auch dort einigen der Werwölfe wieder zu begegnen.

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