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18.

Aug 2011

~nia

The Book of Lost Things / Das Buch der verlorenen Dinge

Tags: Fantasy

Der 12-jährige David lebt im Jahr 1938 in London und hat eine todkranke Mutter. Um sie am Leben zu erhalten, hat sich David eine Menge Regeln auferlegt, beispielsweise müssen alle Dinge die er tut, mindestens zweimal gemacht werden, damit alles eine gerade Anzahl hat. Mit seinem Verhalten kann er den Tod seiner Mutter dennoch nicht verhindern, was ihn furchtbar mitnimmt. Als sein Vater dann zu Kriegsbeginn eine neue Frau, Rose, mit Nachhause bringt und diese dann auch noch heiratet und er einen kleinen Halbbruder bekommt, ist es ganz aus. David lehnt sowohl Rose als auch den kleinen Georgie ab und flüchtet sich in die Welt der Bücher. Angelockt von Davids Hass und Neid schleicht sich der krumme Mann aus einer bizarren Märchen- und Parallelwelt zu ihm und lockt ihn mit der Stimme seiner toten Mutter in sein Reich. Der krumme Mann will David ein Geschäft vorschlagen, angeblich zu beider Vorteil, doch David lernt schnell, dass in dieser seltsamen Märchenwelt nichts so ist, wie in den geliebten Geschichten seiner frühen Kindheit und das mehr als ein Wesen ein gutes Ende torpediert.

John Connollys Roman The Book of Lost Things / Das Buch der verlorenen Dinge liefert eine ziemlich interessante Grundidee und eine oft bizarre und schon beängstigende Interpretation diverser Märchen. Ursprünglich hatte ich gedacht, dass Buch sei ein Jugendbuch, weil der Protagonist ein Junge ist und der Titel auch recht jugendlich klingt. Allerdings ist das Buch wohl doch kein Jugendbuch (auf der Seite des Verlags gibt es auch keine diesbezüglichen Hinweise), denn das Buch ist ziemlich grausam und blutige Szenen sind fast ständig präsent. Das ist auch mein größter Kritikpunkt: Nicht die Grausamkeit an sich, schließlich sind viele Märchen, wenn man drüber nachdenkt, oft grausam, sondern die Tatsache, dass die gute Idee über dem ganzen Gemetzel scheinbar vergessen wurde richtig ausgearbeitet zu werden. Ebenfalls hat mich gestört, dass David zu Anfang nicht unbedingt sympathisch ist. Er macht sich mit der Zeit und wird über den traumatischen Ereignissen ein besserer Mensch, aber mir bereiten Charaktere, mit denen ich nicht wirklich mitleiden oder mitfiebern kann, meist Probleme. Zum Glück gibt es in dem Buch aber eine Sequenz, relativ zu Anfang im Märchenland, die eine ganz wunderbare Adaptation der Schneewittchen-Geschichte liefert. Alleine für diese wunderbar humorvollen Seiten hat es sich doch gelohnt, dass Buch zu lesen. Sehr schade aber, dass es davon nicht mehr gab.

Insgesamt wurden die vielen guten Ansätze meines Erachtens aber leider zu keiner richtig runden Geschichte verwoben. Es fehlt ein roter Faden (dass der Protagonist einfach nur wieder Nachhause will, fand ich etwas dürftig) und die einzelnen Abschnitte von Davids Reise erschienen mal langatmig und dann wieder arg knapp. Trotz des sehr schönen Covers reicht es aus all den oben genannten Gründen nur für

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