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24.

Feb 2012

Cover Das Labyrinth der Wörter deutsch

Germain Chaze gehört nicht zu den schlauesten Menschen dieser Erde, dafür aber zu den freundlichsten und hilfsbereitesten. Er wohnt mit seiner Mutter zusammen auf einem Grundstück. Während sie das Haus für sich beansprucht, hat er einen Wohnwagen im Garten zu stehen. Germain und seine Mutter verstehen sich schon seit seiner Kindheit nicht besonders, denn sie wollte ihn nie haben und das lässt sie ihn immer wieder spüren.
Dennoch hilft er ihr, wenn es etwas im Haus zu erledigen gibt und sagt auch nichts, wenn sie sich wieder einmal Gemüse aus seinen Beeten holt.

Germains 'Freunde' machen sich einen Spaß daraus ihm seine geistigen Grenzen aufzuzeigen, doch neidisch sind sie dennoch auf ihn. Denn er hat es geschafft mit seiner liebenswürdigen Art die schöne Annette um den Finger zu wickeln.

Jeden Tag, an dem es seine vielen Tätigkeiten zulassen, geht er in den Park um dort die Tauben zu zählen. Das ist eine seiner Lieblingsbeschäftigungen. Auch hat er für jede seiner gefiederten Freunde einen Namen parat. Doch an diesem Tag ist seine gewohnte Bank bereits von einer kleinen alten Dame besetzt. Erst ist er sich nicht sicher, ob er trotzdem hingehen soll, aber er will sich auch nicht vertreiben lassen.
Und so setzt er sich zu ihr und beginnt zu zählen. Als er damit fertig ist, steht er auf und wird von der kleinen alten Dame angesprochen. Sie hat die Tauben ebenfalls gezählt und da merkt Germain, dass er und die alte Dame etwas verbindet. Nachdem sie sich eine Weile unterhalten haben, gehen sie wieder getrennte Wege, nur um sich einige Tage später wieder an der gleichen Stelle zu treffen.

Margueritte, so heißt die kleine alte Dame, erfährt durch die Gespräche, dass Germain keine Leuchte in der Schule war und auch des Lesens kaum mächtig ist. Sie hingegen liebt ihre Bücher, kann aber nicht mehr so gut lesen und weiß schon jetzt, dass sie bald gar nicht mehr sehen kann. Das findet Germain sehr traurig und als Margueritte beschließt ihm das Lesen beizubringen, tut er es auch ein Stück weit für sie.

Cover Das Labyrinth der Wörter DVD deutsch

La tête en friche / Das Labyrinth der Wörter von Marie-Sabine Roger ist mein Jahreshighlight 2011.
Ich bin eher durch Zufall zu diesem Buch gekommen, denn hier und dort habe ich davon bereits gehört und dann lag es in der Buchhandlung direkt vor mir. Ich dachte mir, probier es doch mal. Und was soll ich sagen? Es ist einfach hinreißend schön. Die Freundschaft zwischen Germain und Margueritte beginnt eher zaghaft, denn Germain weiß am Anfang nicht so genau, wie er mit der alten Dame umgehen soll. Doch diese zeigt ihm recht schnell, dass sie keineswegs so zerbrechlich ist wie sie wirkt.

Das Buch ist zurückblickend in der Ich-Erzählerform geschrieben und Germain berichtet wie er Margueritte kennengelernt hat und auch wie er sich selbst verändert hat. Die Wortwahl ist in jedem Fall etwas gewöhnungsbedürftig, macht den Erzähler aber nur noch sympathischer.

La tête en friche / Das Labyrinth der Wörter wurde 2010 als Filmvorlage gewählt und mit Gérard Depardieu und Giséle Casadesus in den Hauptrollen auf die Leinwand gebracht. Im Vergleich mit dem Buch ist der Film ziemlich gut gelungen und auch durchaus eine Empfehlung wert.

Fazit: Unbedingt lesen!

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