Buchjunkies


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15.

Jan 2012

Der 15-Jährige Jacob ist mit den wilden Geschichten seines Großvaters Abe aufgewachsenen. Geschichten über schreckliche Monster, über ein Haus, indem ein kluger, alter Vogel eine Scharr besonderer Kinder hütet, von einer Insel, auf der immer schönes Wetter ist und niemand krank wird oder stirbt. Zum Beweis zeigt er Jacob Fotos von den Kindern: etwa das mit dem schwebenden Mädchen, das mit dem Jungen ohne Kopf oder das von dem Jungen, der einen riesigen, schweren Felsbrocken stemmt.
Als Kind hat Jacob seinen Großvater glühend bewundert, für die tollen Geschichten, die er erlebt hat, dafür, dass er unglaublich viele Monster besiegt hat und insgeheim hat er sich gewünscht, diese Kinder, mit ihren besonderen Fähigkeiten einmal kennenzulernen. Über die Jahre hat Jacob allerdings begonnen, es seinem Großvater übel zu nehmen, dass er ihm so viele 'Bären' aufgebunden hat. Inzwischen ein Teenager glaubt er, wie auch der Rest seiner Familie, dass der Großvater einfach wunderlich ist und sich das Alter immer mehr bemerkbar macht.

Doch dann kommt sein Großvater auf unglaubliche und recht grausame Weise ums Leben. Die letzten Worte an seinen Enkel erscheinen sinnlos und einzig Jacob sieht das monsterhafte Wesen, dass anscheinend für Abes Tod verantwortlich ist. Von Albträumen geplagt, beginnt Jacob an seinem Verstand zu zweifeln und lässt sich im Rahmen einer Therapie überzeugen, ein posttraumatisches Stresssyndrom entwickelt zu haben. Als er dann aber ein Buch von seinem Großvater erbt, welches dessen letzten Worten einen tatsächlichen Sinn verleiht, setzt Jacob alles dran, dem Erbe und der Geschichte seines Großvaters auf die Spur zu kommen. Was er dabei erlebt, übersteigt seine kühnsten Träume und lässt sowohl Abe, sich selbst und die Welt in einem neuen Licht erscheinen...

Miss Peregrine's Home for Peculiar Children / Die Insel der besonderen Kinder ist ein besonderes und sehr gelungenes Buch. Der Autor Ransom Riggs hat vor dem Hintergrund von alten, oft fantastisch, skurril oder bedrohlich anmutenden Fotos eine ganz wunderbare Geschichte ersonnen, die einen Mix aus Fantasy, Horror, Zeitzeugnis und Abenteuer darstellt. Obwohl die Fotos auf den ersten Blick oft bedrohlich wirken, lernt man die abgebildeten Personen mit der Zeit sozusagen persönlich kennen. Und sie sind so charmant, lustig und freundlich dargestellt, dass man einfach froh ist, das Buch zu lesen und die Fotos dabeizuhaben. Die Geschichte ist extrem spannend und verknüpft eine bekannte Idee mit so vielen einzigartigen Details, dass etwas gänzlich Neues entsteht.

In der deutschen Ausgabe wurden die Fotos durch ein tolles Layout ergänzt: eine wunderschöne Verzierung umrahmt die jeweilige Seitenzahl und die Kapitel werden ebenfalls mit einem eigenen, seitenfüllenden Muster eröffnet. Beides erinnert an Elemente des Jugendstils und schafft zusammen mit der Geschichte eine ganz eigene Atmosphäre. Nachdem ich Miss Peregrine's Home for Peculiar Children / Die Insel der besonderen Kinder aufgrund des Klappentextes als Rezensionsexemplar bestellt hatte, lag es ob des etwas gruselig anmutenden Covers eine ganze Zeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Schließlich habe ich mir ein Herz gefasst und im nachhinein einzig bereut, dass Buch nicht eher gelesen zu haben. Ich hoffe sehr, dass Ransom Riggs seinen Lesern noch mehr von Jacob, Emma, Miss Peregrine, Millard, Bronwyn und Co. erzählen wird. Obwohl die Geschichte in sich rund ist, lässt das Ende dafür doch einigen Spielraum. Im Original heißt das Buch übrigens Miss Peregrine's Home for Peculiar Children. Doch egal in welcher Sprache: das Buch ist einfach empfehlenswert.

Ganz herzlich bedanke ich mich beim PAN Verlag für das Rezensionsexemplar.

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