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02.

May 2012

Die Ritter der Blauen Rose haben Jahrhunderte im tiefen Schlaf verbracht. All die Zeit, in der zwischen Gut und Böse im Universum ein Gleichgewicht herrschte. Doch nun sind die Todfeinde der Ritter, die Nilas, auf dem Vormarsch. Und so müssen die Ritter erwachen, um den Kampf für das Gute wieder aufzunehmen. Ihr Schlafplatz, ein kleiner blauer Planet am Rande der Milchstraße, der, außer von ein paar Chronisten, mehr oder weniger vergessen wurde...

Strümp, ein kleiner Stadtteil von Meerbusch, und Köln sind, neben dem Weltraum, die Schauplätze der Handlung. Hier erwachen gerade der erste Ritter Samis und zwei seiner treuen ehemaligen Kampfgefährten, die Ritterin Gwendoline und der Ritter Xamorphus. Dummerweise haben ihre frisch erwachten Alter Egos überhaupt keine Ahnung davon, wer sie sind und warum sie plötzlich Dinge können, die Menschen eigentlich nicht können sollten. Doch zum Glück gibt es noch die Schmetterlinge Lukas, Sonja und Wansul, die mit aller Macht versuchen, ihre Ritter auf den rechten Weg zu bringen. Dann sind da noch die aus dem Weltraum angereisten Mitglieder des hohen Rates. Diese gehören zwar zum Ritterorden, sind aber eher für die Logistik als den Kampf zuständig. Neben dem Missionsleiter Pharso ist da auch noch der junge Bander Garth, ein Ritteradept, der Aussieht wie ein Drache und der von den Schmetterlingen Julia und Oliver begleitet wird.

Genug geschlafen ist der erste Band der Schmetterlingsgeschichten-Chronik von Alexander Ruth. Der Autor bezeichnet die Schmetterlingsgeschichten selbst "als Abenteuer für Mädels und Jungs, die bereits heute schon wissen, dass sie mehr sind, als ihnen ihre Eltern und Lehrer erzählen". Und tatsächlich ist der erste Band ein unterhaltsamer Fantasy-Science-Fiction-Mix für Kinder und Jugendliche. Allerdings sollten es Kinder sein, die schon ein wenig Leseerfahrung haben. Denn alleine aufgrund der vielen Protagonisten, mit zwei Beinen oder mit Flügeln, muss der Leser einige Perspektivenwechsel verkraften. Ebenfalls nicht ganz einfach ist, dass wörtliche Rede und Gedanken mit denselben Anführungszeichen versehen sind, sodass man immer genau lesen sollte, ob jemand nun spricht oder denkt. Die Geschichte braucht ein wenig (etwa die Hälfte der 172 Seiten des ersten Bandes), bis sie in Schwung gekommen ist. Spätestens dann ist sie aber charmant und lustig.

Zwei Dinge haben mich dennoch gestört: Zum einen, dass der Autor recht viel Umgangssprache verwendet. Das kann ab und an ganz lustig sein, aber hier war es mir doch etwas zu viel und hat oft gar nicht so gut zur Geschichte gepasst. Zum anderen wurde der ein oder andere Grammatikfehler oder falsche Ausdruck nicht entdeckt. Das kann auch an der Veröffentlichung über Book on Demands liegen. Habe gerade mal geguckt: Nicht alle Bücher, die über diese Plattform in den Handel gelangen, werden auch lektoriert. Dafür muss ein Autor nämlich ordentlich extra bezahlen...

Insgesamt fand ich, dass Genug geschlafen von Alexander Ruth ein interessanter und oftmals auch lustiger Auftakt zur Chronik der Schmetterlingsgeschichten ist. Wer sich mit den oben genannten Kritikpunkten arrangiert, kann ein kurzweiliges Lesevergnügen erwarten.
Ganz herzlich möchte ich mich bei Alexander Ruth für das Rezensionsexemplar und den netten Kontakt bedanken.

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