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29.

Apr 2012

Cover Schattenwende deutsch

Daphne ist alleinerziehende Mutter einer fünfjährigen Tochter und mit ihren zwei Jobs völlig überfordert. Der Vater von Halie hat sie bereits während der Schwangerschaft verlassen und kann keinen Unterhalt zahlen. Daphne ist für jede Unterstützung dankbar und hat dennoch immer das Gefühl ihrer Tochter nicht genug geben zu können.
Am frühen Morgen gibt sie ihre Tochter bei ihrer Schwester Janet ab um sich auf den Weg zu ihrem Wochenendjob zu machen. Von erneuten Sorgen geplagt übersieht sie ein Stoppschild und kracht mit einem Wagen zusammen. Ihr Auto hat Totalschaden, doch immerhin ist ihr kaum etwas passiert. Der Fahrer des Geländewagens stellt sich als Reagan vor und verzichtet auf die Polizei. Die Versicherungen werden das schon regeln, doch Daphne hat ihren Beitrag nicht zahlen können und weiß nun gar nicht mehr weiter. Als sie der Abschleppdienst nach Hause bringt bricht sie im Flur zusammen.

Reagan ist sauer. Eigentlich war er auf dem Weg um sich den Ort anzuschauen, an dem letzte Nacht einer seiner Art gefunden wurde, doch durch den Zusammenstoß hat er wertvolle Zeit verloren. Bald wird die Sonne aufgehen und dann sollte er sich besser nicht mehr draußen aufhalten. Doch der Weg in sein Haus ist zu weit, so entschließt er sich der Fahrerin einen Besuch abzustatten. Wenn sie ihm schon Zeit raubt, kann sie ihn immerhin den Tag über beherbergen. Seit er ihr in die Augen geschaut hat, will er sie wieder sehen. Doch das Verlangen in ihre Nähe zu kommen bringt ihn aus dem Konzept und macht in wütend.
Er liest die Adresse auf dem Zettel, den sie ihm gegeben hat und ist schon kurze Zeit später in ihrer Nachbarschaft. Ohne großes Federlesen verschafft er sich Zugang über das Fenster und glaubt die Wohnung leer. Beinahe wäre er so über die zusammengekauerte Gestalt auf dem Boden gestolpert.
Als sie ihn bemerkt, ist er blitzschnell bei ihr um ihren Mund zu zu halten. Leise redet er auf sie ein und erklärt sein Vorhaben. Natürlich hat sie Angst, das kann er riechen, aber sie hält sich tapfer.
Aus irgendeinem Grund begehrt er sie nicht nur wegen ihres Blutes, denn Reagan ist einer der wenigen Vampire, die sich in L.A. unter die Menschen mischen, sondern hat das Bedürfnis sie zu beschützen - aber gleichzeitig auch zu besitzen.

Daphne kann es kaum glauben, dass jemand in ihre Wohnung eindringt um den Tag hier zu verbringen. Und noch weniger kann sie verstehen, warum dieser Jemand in ihre Seiten zum klingen bringt, die sie lange verstummt wusste.
Als sie am Abend im Bett zu sich kommt ist er weg, doch noch nicht lange, denn die Stelle neben ihr ist noch warm. Sie ist verwirrt. Obwohl sie Angst vor ihm hat, sehnt sie sich nach seiner Nähe. Da sie ihre Gedanken erst ordnen muss, sucht sie Zerstreuung im Fernsehprogramm. Doch nicht lange wehrt ihre Ruhe, denn wie aus dem Nichts taucht ein anderer Mann in ihrer Wohnung auf und droht ihr. Er ist auf der Suche nach dem anderen Mann und in seiner Wildheit begeht er einen Fehler - er berührt sie. Kurz darauf fluten Bilder in Daphnes Kopf, die ihr mehr als alles andere zeigen, wie gefährlich der Mann vor ihr ist. Dieser ist außer sich vor Wut und zückt einen Dolch. Er kann sich nicht erklären, wie sie seine Mauern durchbrechen konnte, doch nun weiß sie eindeutig zu viel.

Die Jungautorin Katharina Seck hat mit dem Roman Schattenwende ihren Debütroman vorgelegt. Der Auftakt zur Vampir-Saga Shadowfall bringt den Leser in das gegenwärtige Los Angeles. Hier gibt es seit Jahrhunderten Vampire und auch ihre erbitterten Jäger - die Genus Solem. Die Vereinigung der Genus Solem und die Vampire haben einen Vertrag geschlossen, dass keine Zivilisten, egal welcher Gattung, getötet werden und so bekriegen sich die Vampire der Shadowfall allein mit ihren Gegnern.
Die Idee hinter dem Buch ist eigentlich ziemlich gut. Ich hatte erst die Sorge, dass es wieder ein typischer Vampirroman wird in dem es eigentlich nur um das Miteinander der tollen männlichen Vampire mit den wunderschönen weiblichen Menschen geht. Doch dem ist nicht so. Sicherlich gibt es auch in diesem Buch Annäherungen zwischen den beiden Hauptcharakteren, aber das Hauptaugenmerk liegt auf dem Kampf der Vampire und der Bestimmung Daphnes und ihrer Art.

Was mich ein wenig genervt hat war dieses Hin und Her von Reagan. Erst will er sie unbedingt beschützen und im nächsten Augenblick ist er beinahe so kalt und abweisend wie sein Bruder Dwight. Da steckte für mich kein Sinn hinter und hat in meinen Augen die Handlung ein wenig gebremst.

Eine kleine Anmerkung der Redaktion im Buch weist auf den eventuell im Herbst diesen Jahres erscheinenden zweiten Band der Shadowfall-Reihe hin, doch bisher konnte ich noch keine Ankündigung dafür finden. Schade eigentlich, ich bin natürlich sehr neugierig wie es weiter geht.

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