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13.

Sep 2011

Anna wäre vollkommen damit zufrieden gewesen, ihr letztes Schuljahr mit ihren Freunden in ihrer Heimatstadt Atlanta zu verbringen. Doch ihr Vater hat andere Pläne für sie: Er schickt sie auf eine amerikanische Schule nach Paris. Eigentlich wäre das ja eine tolle Sache, wenn Anna nicht das Gefühl hätte, dass alles über ihren Kopf hinweg entschieden wird und sie keinerlei Mitspracherecht hat. Und dann ist da noch ihr Arbeitskollege Toph, den sie ebenfalls zurück lassen muss. Seit Ewigkeiten flirten die beiden miteinander und ausgerechnet kurz vor ihrer Abreise scheint sich daraus mehr zu entwickeln.
Kurzum, Anna ist nicht gerade glücklich, als sie in einem Land ankommt, in dem sie niemanden kennt, von dessen Sprache sie gerade mal 3 Wörter versteht und bei dem sie noch nicht weiß, wie die hygienischen Zustände sind (Anna ist ein wenig ... neurotisch). Zu allem Überfluss ist ihre Schule auch noch winzig und hat gerade mal 100 Schüler, weshalb Anna natürlich extrem auffällt.
Doch sie findet bald Freunde. Ihre Nachbarin Mer nimmt sie sofort in ihre Gruppe auf und auch das Pärchen Rashmi und Josh ist einigermaßen freundlich zu ihr. Komplettiert wird die Clique durch Étienne St. Clair. St. Clair ist der absolute Mädchenschwarm der Schule und Anna versteht auch schnell warum. Nicht nur, dass er phantastisch aussieht, er ist auch noch nett, intelligent und britisch (und amerikanisch und französisch - der Akzent lässt Annas Knie weich werden). Es gibt nur ein Problem: Seine Freundin Ellie. Also begnügt sich Anna mit der nächstbesten Option - sie werden die besten Freunde.
Je näher Anna St. Clair allerdings kennenlernt, umso mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen und daran kann auch nichts ändern, dass sie sich selbst ständig daran erinnert, dass er vergeben ist. Und auch Zuhause und mit Toph ist irgendetwas nicht in Ordnung. Langsam schwant Anna, dass ihr ein noch turbulenteres Jahr in Paris bevorsteht, als sie erwartet hat...

Wer ein nettes und leichtes (Spät-)Sommerbuch sucht, der könnte mit Anna and the French Kiss / Herzklopfen auf Französisch von Stephanie Perkins gut bedient sein.
Anna war mir von Anfang an unglaublich sympathisch. Obwohl sie mit ihrer Situation alles andere als zufrieden ist und schon das ein oder andere Mal jammert, ist sie mir nie auch nur eine Sekunde auf die Nerven gegangen. Durch sie wurde das Buch erst wirklich originell und ihre inneren Monologe haben mich mehr als einmal laut lachen lassen. Mit ihrem Ordnungsdrang und sonstigen Ticks macht es einfach Spaß, ihr bei ihrem Sprung in die Selbstständigkeit zuzusehen. Aber auch die anderen Charaktere sind auf wunderbare Weise alles andere als perfekt, allen voran St. Clair. Nicht nur ist er für den typischen Frauenschwarm etwas kurz geraten, er hat auch paar schlechte Angewohnheiten und eine etwas schwache Seite, bei der ich ihm am liebsten manchmal den Hals umgedreht hätte. Und trotzdem war er ein sympathischer und realistischer Charakter, der mir deutlich lieber war, als so manch anderer, perfekter Love Interest. Besonders als man seinen alles andere als rosigen familiären Hintergrund näher kennenlernt. Und auch Mer, Rashmi und Josh haben ihre eigenen kleinen Erzählstränge und sind definitiv keine 08/15 Charaktere.

Gemeinsam mit Anna lernt man auch die Stadt der Lichter und Liebe genauer kennen, und Paris wird fast so etwas wie der heimliche Hauptdarsteller dieses Buches. Sowohl bekannte Sehenswürdigkeiten, als auch echte kleine Juwelen werden besucht und so wird auch Leuten, die die Stadt selbst schon kennen, sicher nicht langweilig. Vor allem das Quartier Latin, in dem auch Annas Schule liegt, wird genauer unter die Lupe genommen.

Wer also leichte, originelle und romantische Unterhaltung sucht, dem kann ich Anna and the French Kiss / Herzklopfen auf Französisch von Stephanie Perkins nur wärmstens empfehlen. Der individuelle Humor und die ungewöhnliche Sicht auf Paris machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen, das aber auch hier und da einen ernsteren Ton anschlagen kann.

In den USA ist das Buch bereits seit letztem Jahr zu haben. Die deutsche Ausgabe erscheint am 12. März 2012 (kleine Anmerkung: Lasst euch nicht von dem einfallslosen Cover abschrecken!).
Am 29. September 2011 erscheint der Begleitroman Lola and the Boy next Door (Amazon-Partnerlink) in den USA, der wohl ein paar Cameo-Auftritte mit Bekannten aus Anna and the French Kiss bereit halten wird.

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Kommentare

1 - 8 von 8 Kommentaren auf der Seite.

Sabrina - blit schrieb am 13.09.2011 09:02:09:

Dem kann ich nur zustimmen, "Anna and the French kiss" ist wirklich ein tolles Buch. Ich bin schon ganz gespannt ob Lola auch so gut sein wird.

Kermit schrieb am 13.09.2011 09:25:52:

Vielen Dank für die tolle Rezi! Ich liene Bücher über Paris und das hier hört sich an, als müsste ich es unbedingt haben ;-)
Aber das deutsche Cover ist wirklich... Naja. Kann man denn das englische Original mit gutem Schulenglisch lesen?

Buchjunkies schrieb am 13.09.2011 16:43:10:

@Sabrina
Ich bin auch sehr gespannt. Vorbestellt ist es schon mal... :)

@Kermit
Ja, das deutsche Cover ist ein bisschen...schwierig ;)
Ich denke, dass sich das Buch sehr gut lesen lassen dürfte mit gutem Schulenglisch. Klar, ein paar Sachen muss man sicher nachschlagen, aber insgesamt ist es sehr gut zu verstehen denke ich, ohne viel Slang oder ähnlichem^^

Kermit schrieb am 13.09.2011 22:41:15:

Das hatte ich gehofft :-) Dann wandert das Buch wohl in der englischen (und rosa-Pünktchen-freien) Version auf meine WuLi. Dankeschön!

Buchjunkies schrieb am 14.09.2011 10:23:03:

@Kermit
Das ist ein guter Plan ;) Und außerdem habe ich die ganze Zeit überlegt, wie ich mein Lieblingszitat (oder eher Lieblingsszene) irgendwie in die Rezi einbauen kann. Jetzt verpacke ich sie einfach für dich als kleine Leseprobe ;) Ist vielleicht einer der "anspruchsvolleren" Teile, weil teilweise ein bisschen knapp, aber du wirst sehen, dass du es gut verstehen kannst:

(Anna sitzt gerade mit St. Clair in der Mensa und isst Kürbissuppe)
“Most people in Atlanta don't have an accent. It's pretty urban. A lot of people speak gangsta, though," I add jokingly.
"Fo' shiz," he replies in his polite English accent.
I spurt orangey-red soup across the table. St. Clair gives a surprised ha-HA kind of laugh, and I'm laughing too, the painful kind like abdominal crunches. He hands me a napkin to wipe my chin. "Fo'. Shiz." He repeats it solemnly.
Cough cough. "Please don't ever stop saying that. It's too-" I gasp. "Much."
"You oughtn't to have said that. Now I shall have to save it for special occasions."
"My birthday is in February." Cough choke wheeze. "Please don't forget.”
:))

the-kooks-junkie schrieb am 16.09.2011 20:25:25:

Hört sich ziemlich gut an :) Auch die kleine "Leseprobe" ;) Aber das dauert ja noch soo lang... schlimm, dass man da immer so lang drauf warten muss, bis die Bücher hier veröffentlicht werden. Denn auf Englisch lesen.. ist zwar eine Option, aber ich möchte lieber lesen, ohne etwas nachschlagen zu müssen :D

Kerstin Sommel schrieb am 05.11.2012 21:52:26:

Ich habe das mir das Buch vor längere Zeit gekauft; hab nur die ersten Seiten gelesen und es dann in die Ecke "geschmissen" :D Vor ein paar Wochen hab ich dann einfach mal angefangen zu lesen..und zu lesen. Ich kann nur sagen das es das beste buch war das ich je gelesen hab :) Diese Spannung zwischen Anna und Ètienne ist echt krass :) Ich hab mir beim halben Buch die Augen aus dem Kopf geheult :D Ihr MÜSST dieses buch lesen!!! :D

ND - Buchjunkies schrieb am 05.11.2012 21:55:06:

Dem kann ich nur zustimmen :) Du solltest auch Lola and the Boy Neyt Door lesen!

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