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19.

Feb 2011

Gemeinsam mit ihrer Mutter arbeitet die 16-Jährige Gaia Stone in ihrem Bezirk als Hebamme. Sie lebt in der ärmlichen Siedlung Wharfton, die sich am Rande einer großen, befestigten und von hohen Mauern umgebenen Stadt, der Enklave, gebildet hat. Schon von jeher müssen die Hebammen dort die ersten drei Kinder, die jeden Monat geboren werden, am großen Tor der Stadt bei einer der Schwestern abgeben. Diese Kinder werden dort von reichen Familien adoptiert, bekommen neue Namen und Identitäten und die leiblichen Angehörigen sehen sie nie wieder.
Auch in Gaias Familie ist dies schon geschehen. Sie hat zwei ältere Brüder, die beide der Enklave vorgebracht werden mussten. Dennoch hat Gaia ihre Arbeit und das ganze System, das dahinter steckt, noch nie ernsthaft hinterfragt. Zwar lebt sie in bescheidenen Verhältnissen und sie und ihre Familie müssen sich alles mühsam selbst beschaffen, während die Menschen in der Stadt im Luxus leben, aber eigentlich ist sie recht zufrieden. Sie leidet allerdings sehr unter den Narben, die seit einem Unfall ihre linke Gesichtshälfte zeichnen und sie überall herausstechen lassen.
Sie kommt gerade von ihrer ersten, komplett eigenständigen Entbindung nach Hause, als sie erfährt, dass ihre Eltern von den Wachleuten der Stadt verhaftet wurden. In ihrem Haus wartet auch schon ein junger Soldat namens Sergeant Gray auf Gaia, um sie zu verhören. Sie versteht die Welt nicht mehr, denn ihre Eltern haben sich immer an die Gesetze der Enklave gehalten. Als sie auch nach Wochen nichts von ihnen gehört hat, beschließt sie, dass sie auf eigene Faust herausfinden muss, was mit ihnen geschehen ist und stößt dabei auf die dunkelsten Geheimnisse der Enklave.

Die Idee hinter Caragh O'Briens Erstlingswerk Birthmarked / Die Stadt der verschwundenen Kinder ist nicht unbedingt neu. Man befindet sich in einer Welt, bei der einem sehr bald klar wird, dass sie einmal unsere eigene war, sich dank Klimawandel und Ausbeutung von Ressourcen aber dramatisch verändert hat. Am Anfang kommen einem die Verhältnisse in denen Gaia lebt fast schon mittelalterlich vor, vor allem im Kontrast zum modernen Wohlstadt, in dem die Bewohner der Enklave leben. All das hat man schon in anderen dystopischen Büchern gelesen.
Und trotzdem hat der Roman mich sofort in seinen Bann gezogen. Das ist zum großen Teil der Protagonistin Gaia zu verdanken, die sich nach einem eher unscheinbaren Start als eine ausgesprochen starke und bewundernswerte Heldin entpuppt. Aber auch die vielen anderen Charaktere die dem Leser begegnen wissen zu überraschen. Denn teilweise bekommt Gaia von unerwarteter Seite Hilfe und findet Freunde, mit denen sie niemals gerechnet hätte.
Auf gleichermaßen spannende wie emotionale Weise beschreibt die Autorin Gaias Kampf um ihre Eltern und gegen die Enklave und wie sie ohne es zu wollen selbst zu deren Werkzeug wird. Der perfide Plan der Enklave, der hinter dem Vorbringen der Kinder aus Wharfton steckt, ist ebenso unmoralisch wie nachvollziehbar, was auch den Leser vor die Frage stellt, wie er handeln würde, denn die Beweggründe der Enklave sind wie gesagt durchaus verständlich.
Mein einziger Kritikpunkt liegt eigentlich nur beim deutschen Cover, das zum einen rein gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat und zum anderen auch noch 1:1 von Jenna Blacks Glimmerglass (Amazon-Partnerlink) übernommen wurde.

Birthmarked / Die Stadt der verschwundenen Kinder ist der spannende, temporeiche und intelligente Auftakt einer Trilogie, der Lust auf mehr macht und mit einem dramatischen Ende aufwarten kann.

Im November 2011 erscheint der zweite Teil der Reihe in den USA Prized / Das Land der verlorenen Träume der dritte Teil Promised (Amazon-Partnerlink) folgt im Herbst 2012.
Auch in Deutschland ist mit einer Weiterveröffentlichung der Reihe zu rechnen, allerdings vermutlich nicht vor Anfang 2012.

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Kommentare

1 - 9 von 9 Kommentaren auf der Seite.

Elena2 schrieb am 19.02.2011 14:19:23:

Aufhören, aufhören, mein Wunschzettel!!!

Buchjunkies schrieb am 19.02.2011 14:31:24:

:)) Aber es lohnt sich doch immer so! :)

ND

Elena2 schrieb am 19.02.2011 15:38:52:

Wenn das so weitergeht, stehen da bald nur noch Sachen von euch drauf - schämt euch *grins*

Habe mir nämlich vorgenommen, mittelfristig nur noch maximal 100 Bücher auf meinen Zettel zu haben. Man muss ja realistisch sein und mehr als 100 Bücher im Jahr schaffe ich niemals. Nun kann man natürlich auch tausend draufpacken, aber ich habe schon den Anspruch, alles darauf nach Möglichkeit auch mal zu kaufen. Ja, Traum und Wirklichkeit, nech? *seufz*

Buchjunkies schrieb am 19.02.2011 18:57:32:

Nein, nein, wir schämen uns nicht. Außerdem kann ich mich da bei dir gleich zurück beschweren ;)

Oh Gott. Also mein Merkzettel bei Amazon dürfte momentan so bei 400 Artikeln liegen, aber die sind da teilweise schon Jahre drauf^^ Und ich bestelle eh immer aus der momentanen Stimmung raus. Das ist aber gar nicht gut, weil ich auf die Weise im Monat mindestens 3 Bestellungen abschicke :/
Aber mehr als 100 Bücher im Jahr schaffe ich auch nicht. Obwohl, wenn dieses Jahr so weiter geht, dann knack ich es heuer vielleicht doch^^
Mein armes, armes Konto...

ND

Ja-Ja schrieb am 20.02.2011 19:42:04:

Hm, von dem Buch hab ich halt noch nie was gehört. Klingt aber wirklich gut, sitzt schon auf meinem Wunschzettel :)
Aber die Art von Büchern schießen auch gerade ein bisschen aus dem Boden, oder?

Buchjunkies schrieb am 20.02.2011 20:49:51:

@Ja-Ja
Hm, kann sein. Wobei ich auch gestehen muss, dass ich bei Büchern erst recht spät mein Interesse an dieser Art Science Fiction entdeckt hab (bei Filmen mochte ich das Thema schon immer sehr), so richtig hat es eigentlich erst mit den Hunger Games angefangen. Allerdings stimmt es schon, mir kommt es auch so vor, als ob sich diese dystopischen Geschichte bei Jugendbüchern häufen.
Das ist aber mal ein Trend, über den ich mich nicht beschweren will :)

ND

Jennifer0509 schrieb am 21.02.2011 08:27:13:

Hi,
schöne Rezi. Ein wenig erinnert mich der Inhalt an Cassia und Ky. Auf jeden Fall auch ein Buch für meinen Wunschzettel.
VG

Buchjunkies schrieb am 21.02.2011 17:36:42:

Hallo Jennifer,

es gibt schon ein paar wenige Details, die bei Cassia & Ky auch eine Rolle spielen, allerdings sind das auch wieder typische Sachen, die gerne in dem Genre verwendet werden (gerade was die Formung und Kontrolle der Gesellschaft angeht).
Aber eigentlich ist es völlig anders. Ein Blick hinein lohnt sich also auf jeden Fall :)

Liebe Grüße,
ND

Mesecina schrieb am 14.03.2011 15:01:50:

Ich hab das Buch gleich bestellt und gelesen ich hab nicht lange für gebraucht nur ein paar stunden ... und ich muss sagen das es sich an manchen stellen ein bisschen gezogen hat. Die STory sleber fand ich super nur die umsetzung hätte ein ticken besser sein können vorallem das Ende das sehr aprupt abbricht und einen trotz vielleicht möglicher Fortsetzung ziemlich stehen lässt. Da wo sie vielleicht etwas zu viel reingepackt hat fehlte das am ende aber alles in einem ein schönes Buch

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