24.Aug 2026 |
~nef
Yesteryear / YesteryearTags:
Belletristik
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Natalie Heller Mills hat alles, was sich die traditionelle Hausfrau wünscht. Eine eigene kleine Farm, einen Mann der sich um alles kümmert und einen Haufen entzückender Kinder. Das zumindest verkauft sie online an ihre vielen Follower. Hinter der Fassade sieht es ganz anders aus. Denn auch wenn das 'ursprüngliche' Leben so idyllisch scheint und für viele Amerikanerinnen der Traum schlechthin ist, so steckt da eine Menge Arbeit hinter. Und diese muss sie natürlich nicht alleine stemmen, denn dafür hat sie eine ganze Scharr Angestellter. Das darf nur niemand erfahren außerhalb ihrer kleinen Ranch, denn sonst fliegt der ganze Zauber auf.
Gerade mit ihrem sechsten Kind schwanger, scheint das einzige Problem zu sein, was sie am nächsten Tag filmen kann, damit ihr Account ausreichend Klickzahlen generiert. Diese Frage stellt sich am nächsten Tag jedoch nicht mehr. Als sie die Augen aufschlägt ist sie zwar immer noch auf ihrer Ranch, hat einen Ehemann und Kinder, aber nicht wirklich ihren Ehemann und sind das wirklich ihre Kinder?
Es gibt keine Angestellten, keine Autos, kein Handy und keine moderne Lebensweise. Natalie befindet sich in einem Leben wie es sein würde, wenn man jegliches moderne streicht. Also alles das, was sie versucht ihren Followern zu verkaufen - das ursprüngliche Leben der Tradwife.
Es fällt ihr schwer in ihre Rolle zu finden und ihre Familie scheint ihr ebenfalls skeptisch gegenüber zu sein. Ist das alles nur Show? Gibt es Kameras und versteckte Mikrofone? Wie kann es sein, dass sie eben noch schwanger war und jetzt nicht mehr? Natalie setzt alles daran heraus zu finden, was hier vor sich geht und wie sie wieder in ihr altes Leben zurück kommen kann.
Yesteryear / Yesteryear geht gerade durch alle Kanäle und wird gehypt ohne Ende. Gemeinsam mit meiner lieben Freundin Martina habe ich mich dann durch das Hörbuch gekämpft. Und das ist genauso gemeinte, wie geschrieben - es war verwirrend, anstrengend und irgendwie nicht befriedigend. Ich weiß nicht ob ich es als Buch besser gefunden hätte, aber die Hörbuchsprecherin hat es eigentlich ziemlich gut vorgetragen. Daran kann es eigentlich nicht gelegen haben.
Also zu erst einmal - Natalie ist völlig unsympathisch. Sie ist die allerbeste und alle anderen sowieso unter ihrem Niveau. Das ändert sich im Verlauf der Geschichte leider auch überhaupt nicht. Dabei sollte man meinen, sie hätte ausreichend Chancen gehabt zu lernen.
Die Geschichte spielt auf 3 Zeitebenen, die nicht angekündigt werden. Das ist schon etwas anstrengend und hat mich manches Mal verwirrt. Ich wusste lange nicht wohin die Reise geht, das Ende hat mich überrascht und auch enttäuscht. Irgendwie habe ich etwas anderes, etwas versöhnlicheres erwartet. Oder eher - mir gewünscht.
Zudem hat mich das furchtbar viele Gefluche gestört. Wer mich kennt, wird sich da vielleicht wundern, aber es war mir einfach zu viel und passte nicht zu dem Bild, das sie selbst von sich malen wollte.
Alles in allem kann ich der Geschichte nicht so viel abgewinnen. Es war durchaus so, dass ich wissen wollte wie es weiter geht und auch endet, aber wenn ich das Buch nicht gelesen, oder in diesem Fall gehört hätte, wäre es auch kein Verlust gewesen.
Den Hype kann ich ehrlicher Weise nicht nachvollziehen.

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