Buchjunkies


Rezensionen Empfehlungen Autoren Reihen Tags Rezensionsarchiv

22.

May 2021

Cover Hortensiensommer

Eigentlich hat Johanna gar keine Lust sich weiter mit neuen Mietern rumzuschlagen, aber sie braucht die Einnahmen aus der Vermietung der kleinen Kellerwohnung. So steht sie an diesem Tag mit einer Handvoll Leuten im Garten und mustert sie akribisch.
Ein junges Pärchen, ob sie viel Party feiern? Ein junger Mann, will sie einen Single haben, der ständig neue Leute anschleppt? Ein älteres Pärchen, keine Party, aber wie sollen sie die Stufen schaffen?
Nach dem Desaster mit ihrer letzten Mieterin ist Johanna sehr genau, bei der Auswahl ihrer neuen Nachbarn.

Philipp braucht dringend eine Wohnung. Er ist von Berlin nach Bayern gekommen und arbeitet seit einigen Monaten als Lehrer hier. Seit seiner Ankunft sucht er eine bezahlbare Wohnung, denn auf Dauer war die Pension keine Lösung.
Die Wohnung in Sommerhausen sagte ihm zu, der Garten war fantastisch und die Vermieterin zog ihn magisch an. Dabei sollte er sich lieber auf etwas anderes konzentrieren, denn er war nicht ohne Grund nach Bayern gezogen.
Erst einmal musste er jedoch einen guten Eindruck machen und vielleicht würde sich ja dann endlich alles zum Guten wenden.

Nach reiflicher Überlegung sagt Johanna dem jungen Mann mit Hut zu. Da sie aus ihren Fehlern gelernt hat, bekommt er Gartenverbot - immerhin hatte er eine Terrasse.
Und als hätte sie es geahnt, taucht er schon sehr bald in ihrem Garten auf. Ausgerechnet neben ihrem Lilienbeet hat er es sich gemütlich gemacht. Doch als sie ihn gerade aus ihrem Garten vertreiben will ruft eine ihrer Kundinnen an. Johanna ist nämlich Gartenfee und somit für ihre Kunden nahezu immer zu erreichen, wenn es mal wieder irgendwo nicht so wächst und gedeiht, wie es das sollte.

Als Johanna bei einem neuen Kunden einen Garten planen soll, ahnt sie noch nicht, dass dieser ihr das Leben und das Herz schwer machen wird. Und auch ihr Ex-Mann Christopher taucht plötzlich wieder in ihrem Leben auf.
Zumindest mit ihrem neuen Mieter läuft es gut, bis es zu einer schicksalshaften Begegnung kommt.

Lange stand Hortensiensommer bei mir im Regal und hat auf mich gewartet. Nun endlich durfte es sich über Aufmerksamkeit freuen und ich konnte mich kaum davon lösen. Die Geschichte von Johanna ist tragisch und hat mich sehr berührt. Schon früh war klar, was ihr widerfahren ist und eigentlich arbeitet man das ganze Buch darauf hin, dass sie es endlich ausspricht. Als es dann soweit ist, habe ich Rotz und Wasser geheult.
Dazu muss man sagen, ich bin eh sehr sensibel - aber wer hier hart bleibt, hat kein Herz. Philipp tat mir weite Strecken des Buches leid. Er weiß nicht was Johanna genau passiert ist, will ihr aber so gern helfen.
Johanna lässt sich nicht mal von ihrer Familie helfen. Diese packen sie in Watte und wollen dabei so gern mit ihr zusammen das Erlebte verarbeiten.

Ich mag die Art von Ulrike Sosnitza und habe die gesamte Geschichte sehr genossen. Sie schreibt nicht kompliziert, eher einfach, aber dabei angenehm und nicht plump. Ich konnte mir Johannas Garten und auch die anderen Orte sehr gut vorstellen und wäre gern selbst durch die Straßen der Stadt gewandelt und hätte einen Blick in die Töpferei von Johannas Schwester geworden =o)

Hortensiensommer ist definitiv ein Sommerroman, der einen für Stunden an den Liegestuhl fesselt. Ich freue mich jetzt auf das nächste Buch von ihr, das bereits auf meinem Nachttisch bereit liegt und sicherlich auch bald hier vorgestellt wird.

Jetzt bei Amazon.de via Partnerlink kaufen: Deutsche Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter