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07.

Sep 2020

Cover Der Kratzer

Es handelt sich bei dem Buch um den dritten und letzten Band der Christine Lenève-Reihe und enthält Spoiler zu den ersten Teilen.

Christine ist mit Leib und Leben Journalistin und eine absolute Einzelgängerin. Dass es Albert geschafft hat sich in ihr Leben und ihr Herz zu schleichen grenzt an ein Wunder. Aber kann sie das? Schafft sie es, sich einem Menschen vollkommen zu öffnen? Natürlich kennt Albert sie und ihre Macken, aber er kennt nicht alles von ihr - niemand tut das und doch gibt es einen Menschen, der sich einbildet sie in- und auswendig zu kennen. Ein Psychopath, den sie gemeinsam mit der Kripo festgesetzt hat.
Nun braucht sie ausgerechnet seine Hilfe und dafür muss sie mit Kommissar Tobias Dom zusammenarbeiten. Noch so ein Mensch, der ihr gestohlen bleiben kann. Seit dieser ihren Partner ins Gefängnis geworfen hat hat sie eine tiefe Aversion gegen Dom.
Und doch will sie ihm helfen, ihm und seiner kleinen Tochter Emma die in Gefahr ist.

Alles fing 7 Jahre zuvor an. Eine Serie von Morden, die alle dem sogenannten 'Kratzer' zugeschrieben werden, halten die Kripo in Atem. Dann endlich der Zugriff in Polen. Wieder eine tote Frau, wieder mit einem eingeritzten Wort in den Oberschenkel gezeichnet.
Dom wusste, dass er ihn nicht einfach umlegen kann, aber heute verflucht er sich dafür, dass er es nicht getan hat.

Nicht weit von Berlin entfernt wurde Jasmin, Doms Ex-Frau, überfallen. Das gleiche Muster, die gleiche Art - wieder eine Botschaft in der Haut. Sie lebt, aber Dom weiß, sie war nur ein Meilenstein auf seinem Weg zu ihm. Denn der Kratzer will ihm persönlich an den Kragen und dafür geht er über sein Umfeld, seine Familie. Die Angst um seine kleine Tochter Emma lässt ihn das Unmögliche hoffen und er bittet Christine Lenève um Hilfe.
Es gibt einen Psychologen, der zur Mordserie ein genaues Profil des Kratzers angelegt hat und bereit ist wieder zu helfen. Jedoch sitzt er in der geschlossenen Psychatrie und hilft nur, wenn er mit Christine reden kann.
Ausgerechnet mit der Frau, die er als Gefangene gehalten hat um ihren Widerstand zu brechen. Dr. Lindfeld ist besessen von Christine und nur er hat das nötige Wissen um den Kratzer um ihn zu fassen.

Dom weiß, dass er viel erwartet und auch, dass er kein Recht hat Christine darum zu bitten. Aber es geht hier um seine Tochter und mit dem Mut eines Verzweifelten schafft er es sie ins Boot zu holen.
Die erneute Begegnung ist definitiv nichts, was Christine in ihr Album der schönsten Erinnerungen schreiben würde, aber sie hat eines gelernt - sie ist frei in Handeln und Denken, während Dr. Lindfeld hinter geschlossenen Mauern sitzt und nur noch versuchen kann seine Machtspielchen auszuüben.
Gemeinsam mit Dom kommt sie dem Kratzer immer näher, nichts ahnend, dass es nicht mehr nur um ihn  geht. Auch Christine ist in Gefahr und damit das Leben, das sie sich mit Albert aufbauen wollte um endlich ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Der dritte und letzte Teil um Christine, Dom und Albert hat es wieder ordentlich in sich. Allein der Titel Der Kratzer wirkt schaurig und das ist die Geschichte auch.
Wer die ersten beiden Teile der Reihe kennt, wird wissen, dass Oliver Ménard nichts für schwache Nerven ist. So ist es auch dieses Mal, denn sowohl Christine, und damit auch Albert, als auch Dom sind persönlich involviert und es wird von Stunde zu Stunde gefährlicher für sie. Albert ist immer an Christines Seite und versucht ihr Fels in der Brandung zu sein. Hier merkt man, dass Christine sind verändert, dass sie Nähe zulässt und auch gewillt ist Albert in ihr Seelenleben zu lassen.
So lernt auch der Leser mehr über Christines Vergangenheit und es klärt sich etwas, wieso sie so abweisend ist.

Als es dann immer spannender wurde, konnte ich das Buch beinahe nicht mehr weglegen und fand einiges furchtbar ungerecht. Aber vermutlich musste es so kommen. Das Ende konnte mich an sich aber versöhnen, denn es ist wirklich ein würdiger Abschluss für den Fall und die Reihe.

Ich bin nun gespannt ob Oliver Ménard nachlegen wird mit einem neuen Roman und einem neuen Team oder ob er sich ganz auf seinen eigentlichen Job, dem Journalismus, konzentrieren wird. Letzteres wäre für mich allerdings sehr schade.

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