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12.

Feb 2020

Cover Stableford

John Stableford, seines Zeichens Literaturprofessor, ist auf dem Weg nach Peters Head. Ein Ort, von dem er noch nie gehört hat und der allein vom Namen her kein bevorzugtes Reiseziel für ihn wäre. Dennoch ist er samt Golftasche im Gepäck im Zug unterwegs zu einem Golfturnier.
Mysteriöser Weise erhielt er von seiner Bank als langjähriger Kunde eine Einladung für ein Golfwochenende auf dem hiesigen Golfplatz.
Skeptisch war ja schon nach Erhalt des Briefe, als dann aber ein Zugticket eintraf, machte er sich neugierig auf den Weg.

Im Speisewagen setzt sich eine überaus hübsche junge Dame mit einem Kriminalroman zu ihm an den Tisch. Auch er hat eine Leidenschaft für derlei Literatur entwickelt, natürlich nur rein aus Neugier das Rätsel zu lösen, dass den Mord einleitet.
Er ahnt noch nicht, dass er dieses reizende Geschöpf bald wiedersehen würde. Zurück in seinem Abteil lernt er eine sehr schweigsame Familie kennen. Während die Tochter in ein Magazin vertieft ist, das öffentlich nicht gelesen werden sollte, ist die Mutter ein reines Nervenbündel. Offenbar fühlt sie sich unwohl und verfolgt. Der Vater dieser merkwürdigen Familie hingegen ist mürrisch und sichtlich genervt. Na das kann ja noch eine heitere Fahrt sein.
Stableford beschließt ein wenig zu dösen.

Am Endhaltebahnhof wird er erst vom Schaffner geweckt und aus dem Zug gebeten. Seine Mitfahrgelegenheit zum Peters Inn, in dem ihm ein Zimmer reserviert wurde, ist bereits abgefahren und so steht er etwas verloren im Bahnhofshäuschen. Der Bahnvorsteher ruft ihm jedoch einen Wagen, der ihn heute noch an sein Ziel bringen soll.
Ein weiterer Mann steht verloren vor dem Bahnhof, auch sein Weg sollte zum Peters Inn führen und so besteigen sie gemeinsam den Wagen.

Die Fahrt ist alles andere als angenehm, liegt Peters Head doch am entlegensten Zipfel der Küste auf einer kleinen Landzunge. Die Brücke über den Fluss ist kaum noch als solche zu betiteln und auch das nächstliegende Örtchen Peters Peter gleicht einer Geisterstadt. Einzig das Peters Inn mit angrenzendem Golfplatz scheint bewohnt zu sein. So landen Stableford und sein Begleiter Mr. Fitzpatrick im Inn und treffen auf einen Teil der anderen Teilnehmer des Turnieres.
Darunter Dr. Perceval Holmes, einem Psychoanalytiker, der vom gleichen Schlag zu sein scheint wie John. Auch die merkwürdige Familie aus dem Zug ist anwesend und außer diesen sechs noch ein weiteres Pärchen - die Dame aus dem Speisewagen und ein männlicher Begleiter. Schade.

Am nächsten Tag sollte das Golfturnier starten und die Fremden machten sich zaghaft miteinander vertraut. Es sollte in 2 Gruppen gespielt werden, damit das Turnier nicht zu lange dauert, denn ein Sturm zog bereits auf. Mit viel Glück würden sie nur ein wenig nass werden, vor Ende des Spieles.
Als Stablefords Gruppe am dritten Loch angekommen ist, erschallt ein lauter Ruf, für den Golfplatz jedoch nicht unüblich. Da hatte jemand den Ball verschlagen und signalisierte so den anderen Vorsicht walten zu lassen.
Der Ball landete mitten in der Hecke und neben William Slocum, Ms. Harriet Taylors Begleiter, hatte auch Mr. Fenshaw wenig Glück gehabt. Der Wind machte ihnen allen zu schaffen und zu allem Überfluss regnete es nun auch noch.
Als sich die Gruppenmitglieder auf die Suche nach ihren Bällen machten, gellte erneut ein Schrei. Dieses Mal von einer Frau und kurz darauf standen alle Spieler auf einer Lichtung innerhalb der großen Hecke und schauten auf den offensichtlich toten Mr. Slocum, neben ihm eine aufgelöste Ms. Taylor mit einem blutverschmierten Golfschläger in der Hand.

Auf den ersten Blick scheint Harriet die Mörderin zu sein, doch Dr. Holmes macht eine interessante Entdeckung und schon bald sind die vom Sturm Eingesperrten, Teilnehmer eines eigenen Kriminalfalles.
Da John zum Zeitpunkt des Todes von Mr. Slocum weit entfernt von der Hecke seinen Ball suchen durfte, wird er zum Ermittler auserkoren. Auf die Polizei können sie leider nicht warten, die Telefonleitung ist tot und die Wege dank des Wetters unpassierbar.
Jetzt muss Stableford beweisen, dass er in seinen Detektivromanen auch etwas gelernt hat.

Nun endlich bin ich auch mal dazu gekommen den ersten Teil der Detektiv John Stableford-Reihe zu lesen. Mein Mann hatte sich das Buch gekauft und inzwischen die Reihe komplett durch. Ich ziehe jetzt nach.
Ich hatte die Befürchtung dass Golf in Stableford total im Vordergrund steht, aber das tut es glücklicher Weise nicht. Klar, es ist Mittel zum Zweck weil es ohne diesen Sport das Turnier nicht geben würde, aber es wird nicht in einer Tour darüber gesprochen.
Das Setting ist nach bester Agatha Christie Manier gewählt. Ein Haus, abgeschnitten von der Außenwelt, alle haben etwas zu verbergen und jeder könnte der Mörder sein. Ich liebe solche Bücher!

Stableford geht sehr systematisch an die Aufklärung ran und versucht unvoreingenommen zu sein, jedem Gegenüber. Nun ja, fast jedem ;o)
Ich mochte die Art von Stableford und Holmes total gerne. Die beiden passen super zusammen als Gesprächspartner und Holmes hat auch immer einen gewissen Humor dabei. Es machte wirklich Spaß das Buch zu lesen, auch wenn es am Ende etwas übertrieben tot war. Aber das müsst ihr dann alleine lesen.

Wir haben Rob Reef auf der Buch Berlin getroffen und er ist ein sehr sympathischer Geselle. Man kann sich richtig vorstellen, wie er an seinem Schreibtisch sitzt und seine Charaktere über das virtuelle Schachbrett zieht.
Derzeit lese ich an Band vier der Reihe, den ich euch dann sicherlich nächste Woche vorstellen kann.

Ich kann die Reihe wirklich empfehlen, sie ist einfach unterhaltsam.

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