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01.

Jan 2020

Cover Die Geschichte vom traurigen Weihnachtsbaum

Weihnachten, eine Zeit der Freude und Gemütlichkeit. Kurz vor dem Fest decken sich die Menschen mit den schönsten Tannenbäumen ein, die ihnen angeboten werden.
Auch in der kleinen Stadt laufen die Familien zum Stand des alten Mannes auf dem Markt und tragen die prächtigen Bäume nach Hause.
Als Stille einkehrt und der alte Mann den Heimweg für diesen Tag antritt werden die großen Tannen munter und übertrumpften sich mit Träumen wo sie bald stehen werden. So ist die mächtige Blautanne davon überzeugt, ein Baum wie sie könne nur an einem großen zentralen Platz stehen. Zum Beispiel in einer Bank als Hingucker. Jeder würde den Baum bestaunen und sie könnte sich in der Aufmerksamkeit suhlen.
Eine andere Tanne wünscht sich ein geräumiges, kuschliges Wohnzimmer mit vielen bunten Kugeln an seinen Ästen, lachende Kinder und viele schöne Geschenke zu ihren Füßen.

Aus einer Ecke, ganz am Rand des Standes kam es piepsig - die kleine krumme Tanne wünscht sich einen schönen Engel auf der Spitze. Ganz und gar aus Zucker solle er sein, das wäre schön.
Die anderen Tannen aber lachten die kleine Tanne aus und so steht sie weiter einsam und ignoriert in ihrem Topf.
Tag für Tag werden es weniger Tannen und bald ist die kleine krumme Tanne ganz alleine. Da greiffen kräftige Hände nach ihrem Topf, denn auch die kleine Tanne sollte einen kuschligen Platz zu Weihnachten finden. Der alte Mann bringt sie nach Hause und freut sich, dass sie noch da war. Denn er wusste, diese kleine Tanne ist etwas ganz Besonderes. Ihr Wurzelwerk ist kräftig, ihre jungen Zweige werden wachsen und eines Tages wird sie die schönste aller Tannen sein.

Gerlinde Jänicke hat ein wundervolles kleines Büchlein rausgebracht, was gerade zur Weihnachtszeit noch einmal aufzeigt, wie wenig man von der äußeren Erscheinung auf die innere Stärke schließen kann.
Ich habe das Buch in der Buchhandlung liegen sehen und musste es einfach mitnehmen. Die Zeichnungen sind so liebevoll gestaltet, dass es sicherlich ein wunderbares Vorlesebuch für kleinere Kinder ist. Gerade auch, weil die Geschichte so wichtig ist.

Jetzt wo Weihnachten vorbei ist, fliegen bald wieder die Weihnachtsbäume auf die Straße zur Entsorgung und mir tut es jedes Mal wieder weh, die unnötig abgeholzten Bäume tot auf dem Gehweg liegen zu sehen. Dieses Buch zeigt auf, dass aus einem Weihnachtsbaum auch nach Weihnachten noch etwas Großes werden könnte. Und das auf sehr charmante Weise.

Auch gibt das Buch den Anstoß hinter die Fassade des Gegenüber zu schauen. Ein verschrobener Nachbar der grimmig schaut? Vielleicht ist er auch nur in Gedanken versunken und ganz konzentriert.

Ich wünsche euch für 2020 viele interessante Begegnungen, spannende Gespräche und einen liebevollen Umgang miteinander.

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