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18.

Nov 2019

Cover Das Café der kleinen Kostbarkeiten

Luise hat ein bisschen Bammel, dabei ist sie alt genug sich der Herausforderung zu stellen, die ihr nun bevorsteht.
Eigentlich sollte es ganz einfach sein ihrer Familie mitzuteilen, dass sie dieses Jahr Weihnachten in Lübeck verbringen würde - ohne den Rest.

Viele Jahre zuvor war sie einmal an einem Nachmittag zusammen mit ihrem geliebten Mann Hubert in Lübeck gewesen. Es hatte ihnen dort so gut gefallen, dass sie sich versprachen zur Weihnachtszeit zurück zu kehren. Dazu sind sie nie gekommen, immer gab es irgendetwas und sie verschoben es auf das nächste Jahr. Nun ist es zu spät. Hubert ist seit fünf Jahren nicht mehr an ihrer Seite und es wird Zeit ihren gemeinsamen Traum endlich wahr werden zu lassen.
Luise hat lange mit sich gerungen, aber ihre beste Freundin Sophia ist begeistert und hält gern als ihr Alibi her.
Wenn Luises Sohn Jochen wüsste, dass sie auch noch ganz allein fahren würde, hätte er es ihr schlichtweg verboten.

Nun war es soweit - Lübeck im Glanz der Lichter, mit Weihnachtsduft und voller Erinnerungen. Sie liebte die kleinen Gassen in der Stadt und landete durch Zufall in dem kleinen niedlichen Café, dass sie damals zusammen mit Hubert besucht hatte. Hier hatte sich nichts verändert in den letzten neun Jahren. Selbst der Besitzer ist der selbe.
Zu gern würde sie noch einmal die leckeren Pflaumentörtchen essen von damals, doch heute waren sie nicht in der Vitrine. Der sympathische Inhaber Ludwig, versprach ihr aber, sie ihr zu backen, wenn sie noch einmal wiederkommen würde. Und das würde sie.

Während die meisten sich langsam mit Weihnachten anfreunden konnten, Geschenke kauften und den köstlichen Duft nach Gebäck einsogen haderte Ludwig mit seiner Zukunft. Vor neun Jahren hatte er das kleine Café eröffnet und vom Besitzer damals einen sehr guten Preis bekommen. Nun waren dessen Erben am Zug und wollten aus dem alten Haus ein schickes Hotel machen. Die Miete konnte er sich nun nicht mehr leisten. Aber was sollte danach aus ihm werden? Er war leidenschaftlicher Bäcker und eigentlich noch zu jung für die Rente.
Als er Luise kennenlernt merkt er, dass da noch viel Leben ihn ihm steckt. Die Frau aus Frankfurt rührt etwas in ihm, das lange schlummerte. Sollte er auf seine alten Tage doch noch einmal das Glück finden?

Ich habe Das Café der kleinen Kostbarkeiten durch Zufall beim Stöbern gefunden. Nachdem meine Lieblingsbuchhandlung das Buch erhalten hatte, wanderte es recht bald in meine Tasche zur Arbeit. Es ist November, schließlich kann man sich schon mal langsam in Weihnachtsstimmung bringen und das gelingt mit diesem Buch wirklich ziemlich gut.
Ich war bereits einmal in Lübeck und habe sehr gut noch den Marzipanduft in der Nase und die kleinen Gassen vor Augen. Ich kann also Luises Begeisterung verstehen und habe nun auch das Ziel, einmal zur Weihnachtszeit nach Lübeck zu fahren - mit meinem Mann.

Das Buch ist nicht sehr umfangreich an Seitenzahlen, aber es kommt auch hier - wie überall - auf den Inhalt an. Und der hat es in sich. Luise ist kreuzunglücklich und sehr einsam nach dem Tod ihres geliebten Mannes. Zwar hat sie Sohn und Familie, aber hier fungiert sie oft nur als Aushilfe zum Babysitten oder um sich die Sorgen und Nöte von Jochen und Dagmar an zu hören. Beide berufstätig und beide chronisch im Stress.
Da wird es definitiv Zeit, das Luise mal an sich denkt. Ihre Freundin Sophia finde ich zwar ziemlich gut, aber auch gemeingefährlich für ihre Umgebung ;o)

Es hat mir sehr gefallen, wie Luise sich langsam aus ihrem eigenen Schatten schält und wieder anfängt zu leben. Zwar finde ich, dass sie etwas mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen könnte, aber vielleicht ist das einfach nicht ihre Natur.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich habe auf meinem Wunschzettel schon das nächste Buch von Jan Steinbach.

Eine klare Leseempfehlung für alle Weihnachtsliebhaber und Lebenshungrige.

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