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06.

Nov 2019

Cover Verliebt in Texas

Zehn Jahre ist es her, dass Molly das letzte Mal diesen Boden betreten hat. Zehn Jahre, in denen so viel passiert ist.

Auf einer kleinen Anhöhe auf der elterlichen Ranch hat sie die Gräber entdeckt; das Grab ihres Vaters, das ihrer Mutter und ihr eigenes. Ein seltsames Gefühl, seinen Namen auf einem Stein zu sehen und doch lebendig davor zu stehen. Nun war niemand mehr da, zu dem sie heim kehren konnte. Sie wusste nicht wo ihre Schwestern waren, aber ihr Elternhaus war zerfallen und verlassen.

Matthew Ryan ist noch nicht lange zurück auf der elterlichen Ranch um seinem Vater und seinen Brüdern mit den Rindern zu helfen. Seine Jahre als Ranger haben aus ihm einen schweigsamen Mann gemacht. Seit seiner Gefangenschaft ist er auch äußerlich verändert. Die wochenlange Folter hat ihn nicht gebrochen, aber gezeichnet.
Er weiß nicht warum er heute zur verlassenen Hart-Ranch geritten ist, doch die Ereignisse jener Nacht haben sich in sein Gedächtnis gebrannt. Der grausame Mord der Familie Hart und dann der Fund von Mollys Leiche. Noch immer macht er sich Vorwürfe sie damals allein gelassen zu haben. Dabei wollte er sie beschützen. In seiner Zeit bei den Harts ist sie ihm ans Herz gewachsen. Ihre wilde ungestüme Art - für immer vergangen.

Als die beiden auf der verlassenen Ranch aufeinander treffen, vermischen sich Vergangenheit und Gegenwart. Molly hätte nie gedacht, dass sie Matt je wieder sehen würde. Schon als Mädchen hatte der drahtige Junge es ihr angetan und jetzt, so viele Jahre später spürt sie noch immer eine intensive Verbundenheit.
Matt glaubt die fremde Frau erlaubt sich einen üblen Scherz. Wie könnte sie Molly Hart sein? Sie ist tot! Und doch weiß er, dass sie die Wahrheit spricht. Die letzten zehn Jahre waren eine Lüge, ein gewähltes Schicksal ohne Grundlage. Nur ihretwegen ist er Ranger geworden, um eines Tages ihren und den Tod ihrer Eltern rächen zu können. Nun steht sie vor ihm, in Fleisch und Blut und bringt seines gewaltig in Rage.

Zurück auf der Ryan-Ranch erfährt Molly was damals passiert ist und kann es kaum glauben. Die Hoffnung irgendwann wieder ihre Familie zu sehen, hat sie die letzten Jahre überstehen lassen. Ihre Schwestern haben die Gegend verlassen und sind zu ihrer Tante gebracht worden. Molly ist also nicht ganz allein auf der Welt. Susanna und Jonathan Ryan nehmen sie mit offenen Armen auf und bieten ihr ein neues zu Hause. Aber Molly ist rastlos. Sie will wissen wer hinter dem Überfall steckt und bringt nicht nur sich selbst damit in Gefahr.

Der erste Teil der Wings of the West-Reihe The Wren / Verliebt in Texas las sich weg wie nichts. Was habe ich es gehasst, aus dem Bus aussteigen zu müssen, wenn es doch gerade so spannend war. Ich muss zugeben The Wren / Verliebt in Texas ist mein erstes Western-Buch, aber es wird nicht das letzte sein. Ich mag den Schreibstil von Kristy McCaffrey und werde - sobald sie übersetzt sind - auch die anderen Bände der Reihe lesen.
Auch wenn ich hier gleich einen Kritikpunkt habe: Im Epilog erfährt man bereits, wie die anderen Paarkonstellationen der Reihe enden. Das finde ich doch sehr schade, schließlich möchte man die anderen Bücher erst noch lesen. Aber so weiß man gleich wie es beispielsweise Logan, Nathan und Cale ergeht. Ich frage mich warum sie das geschrieben hat. Der Epilog hätte sicher auch anders gestaltet werden können. Zwar ist es sicherlich trotzdem spannend zu erfahren, wie es den Pärchen ergangen ist um dort am Ende zu landen, dennoch nimmt es viel Lesespaß. Ob die Autorin das immer so macht?

Der zweite Kritikpunkt betrifft die Darstellung der Liebesbeziehung. Molly ist als Kind entführt worden und bei Indianern aufgewachsen. Sie hat keinerlei Erfahrung in Liebesdingen und wird quasi in der ersten gemeinsamen Nacht zur Nymphomanin - also überspitzt dargestellt. Ich weiß nicht ob ihr euch noch gut an euer erstes Erlebnis erinnern könnt - ich mich schon. Und Mollys Verhalten bzw. das Zusammenspiel wäre mir dann doch nicht eingefallen. Das ist allerdings in vielen Büchern ein Punkt, der mir immer wieder auffällt und ich frage mich ob der Autor/die Autorin hier eine Erwartungshaltung der Leser glaubt erfüllen zu müssen ober ob da der Wunsch Vater des Gedanken ist. Bei einigen Lesern könnte das doch glatt erheblichen (Erwartungs-) Druck aufbauen.

Wenn ich die zwei Punkte aber außen vorlasse - schließlich stört sich daran ja nicht jeder - war The Wren / Verliebt in Texas eine wirklich gute Geschichte, die von mir aus noch 400 Seiten weiter hätte laufen dürfen. Nun werde ich mal schauen, was es in diesem Bereich noch an Büchern gibt, die sich lohnen können.

Einen ganz lieben Dank an Jeannette Bauroth, für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch - wie immer - nicht beeinflusst.

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