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15.

Mai 2018

Cover Die Zitronenschwestern

Elettras Leben ist ziemlich trostlos. Ihre Mutter Edda liegt seit einem Jahr im Koma und es sieht im Augenblick nicht so aus, als wenn sie es ein weiteres Leben schaffen wird. Zudem ist die Bäckerei am Ende. Elettra hat wirklich versucht, nach dem Schlaganfall ihrer Mutter, die Bäckerei so weiter zu führen, wie diese es sich von ihr gewünscht hätte. Aber so einfach wie Edda geht das Backen Elettra nicht mehr von der Hand. Ihr fehlt der gewisse Zauber und das fällt vor allem den Kunden auf. Immer weniger sind zu ihr gekommen und am Ende blieben sie ganz weg. Nun ist die Bäckerei am Ende und Elettra hat kaum noch Geld um die Zutaten zu kaufen.
Sie weiß gar nicht wie sie es ihrer Mutter beibringen soll, sollte diese jemals aus dem Koma erwachen.

Esther, Elettras beste Freundin, versucht schon lange sie dazu zu bewegen eine Auszeit zu nehmen. Sie sieht, dass Elettra am Ende ihrer Kraft ist, denn mit Edda verliert ihre Freundin die einzige Familie die sie noch hat. Seit sie denken kann, versucht sie aus ihrer Mutter heraus zu bekommen, wer ihr Vater ist, aber diese schweigt beharrlich. Auch verschweigt sie ihrer Tochter alles zu ihrer Kindheit und Jugend.
Somit ist Elettra ist nicht nur auf der Suche nach sich selbst, auch nach ihrer und der Vergangenheit ihrer Mutter.
Durch Zufall findet sie ein Flugticket zur 'Isola del Titano'. Bei dem Namen klingelt was. Das Medaillon ihrer Mutter bildet die Schutzheilige der Bäcker ab - die Heilige Elisabeth. Zudem ist der Name der Insel in den Rand des Anhängers graviert worden. Was hat es wirklich damit auf sich? Ob Elettra auf der Insel endlich mehr über ihre Mutter erfährt?

Für sie steht fest, sie muss es versuchen. Natürlich ist Esther alles andere als begeistert, aber sie kann ihre Freundin auch ein Stück weit verstehen. So macht sich Elettra auf den Weg in eine ungewisse Zukunft auf der Suche nach einer längst vergessenen Vergangenheit. Auf der Insel merkt sie schnell, dass etwas merkwürdig ist. So werden hier Witwen wie Aussätzige behandelt und offenbar ist das völlig normal. Nur langsam lernt Elettra die Insel, das Kloster der Heiligen Elisabeth und die dort wohnenden Frauen kennen.
Ihre Fragen nach der Vergangenheit werden vehement geblockt, was ihre Neugier nur noch weiter anstachelt. Als dann auch noch der Künstler Adrian dazukommt, ist das Chaos perfekt. Das Kloster steht kurz vor der Enteignung und wenn das passiert, hat sie gar keine Chance mehr etwas über die Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren. Mit mehr Enthusiasmus als sie selbst empfindet krempelt sie die Ärmel hoch und versucht das Kloster zu retten. Aber auch aus den eigenen Reihen werden ihr immer wieder Steine in den Weg gelegt.

Was als schöner, mitreißender und teils auch emotionaler Roman begann, wurde mit der Zeit immer anstrengender. Elettra kommt in der Geschichte einfach nicht vorwärts und wird nicht müde auch eben dieses immer wieder zu beklagen. Zudem spricht sie immer wieder laut mit ihrer Mutter, was sehr komisch anmutet. Wieso besucht sie diese dann nicht im Krankenhaus und setzt sich an ihr Bett? Das wäre eine logische Schlussfolgerung. Aber nein, sie läuft lieber durchs Kloster, durch den Garten, am Strand lang, etc. und fragt die immer gleichen Fragen, die natürlich keine Antwort erhalten.
Ein paar Lichtblicke gab es in diesem Roman. So war Adrian sowohl sympathisch als auch authentisch. Ebenso Esther und die etwas entrückte Isabella.
Schön empfand ich es auch, dass Elettra im Kloster wieder zu sich selbst und ihrer Leidenschaft fürs Backen zurückfand. Die eingestreuten Rezepte klingen alle gut, wenn auch manchmal entscheidende Schritte fehlen.

La Ricetta Segreta per un Sogno / Die Zitronenschwestern ist der erste verlegte Roman von Valentina Cebeni und für mich sehr sicher auch der letzte. Leider, denn die Idee zur Geschichte ist gut.
Beim Lesen irritierte mich aber immer wieder der Wechsel zwischen den Charakteren. So ist die eigentlich Erlebende ja Elettra, aber Gedankengänge und Gefühle von anderen Personen werden dann auch mal in zwei Sätzen zwischendrin aus deren Sicht eingestreut.
Bis zum Schluss erfährt man nicht zu welcher Zeit der Roman eigentlich spielt, da es hier keine Angabe zur Gegenwart gibt. Meine Vermutung wären allerdings so die 80er Jahre, richtig passend scheint es mir aber auch nicht zu sein.

Alles in allem ist es ein Roman den man durchaus lesen kann und der auch ein paar wirklich gute Stellen hat. Man sollte allerdings nicht zu viel Tiefe oder schnelle Entwicklungen erwarten.

Einen lieben Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung zum Buch wurde durch die Vergabe in keiner Weise beeinflusst.

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