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08.

Apr 2018

~nef
Rezensionsexemplar

Die Wolkenfischerin

Tags: Frauen, Leben, Romantik
Cover Die Wolkenfischerin

Claire Durant hat es weit gebracht. Im berliner Gourmet-Magazin 'Genusto' tobt sich die gebürtige Französin im Bereich Lifestyle und Genuss aus und kann dabei mit ihrem französischen Charme punkten. Das ist ihrem Chef Sebastian Hellwig schon lange aufgefallen.
Als das Magazin seinen Lifestyle-Bereich einstampfen will bricht für Claire eine Welt zusammen. Doch Sebastian Hellwig hat ganz eigene Pläne mit Claire.
Es wird ein neues Magazin geben, das sich nur um ihren Tätigkeitsbereich dreht und Claire soll den Chefredakteurposten erhalten. Sie würde sich glatt freuen, wenn da nicht der Anruf aus Frankreich gewesen wäre.

Beinahe niemand in der Metropole Berlin kennt Claires wahre Herkunft. Sie hat die Menschen glauben lassen, dass sie eine waschechte Pariserin ist. Allerdings stimmt das nur auf dem Papier.
Der Anruf aus Frankreich lässt ihr keine andere Wahl, sie muss in ihre Heimat zurück: in den Fischerort Mogueriéc in der Bretagne. Ihre Mutter liegt im Krankenhaus und jemand muss sich um ihre stumme Schwester Maelys kümmern.
Natürlich ist ihr Chef kein Unmensch und hätte sie sofort fahren lassen. Wenn er doch nur wüsste, dass Claire gar nicht Claire ist und sie statt einer Familie in Paris, Mutter und Schwester in Mogueriéc hat. Ihre einzige Verbindung zu Paris ist ihre Tante Valérie, bei der sie einige Jahre gewohnt hat.

Claire muss sich dringend etwas einfallen lassen und verstrickt sich in ein Netz aus Lügen. Die Begegnung nach 19 Jahren mit ihrer Mutter ist alles andere als herzlich. Beide sind befangen und ein leiser Vorwurf ist in Yvonnes Gesicht zu lesen. Warum war ihre Tochter so lange nicht nach Hause gekommen?
Während Claire und ihre Mutter immerhin noch miteinander reden, erwartet sie in ihrem Haus mitten im Nirgendwo eine wütende Schwester. Maelys weigert sich mit Claire zu kommunizieren. Wie soll sie ihr so helfen?

Claire merkt schnell, dass ihre Schwester eigentlich keine Hilfe braucht und auch, dass sie ihre Freunde und den Ort, der mit so vielen schmerzhaften Erinnerungen an ihren Vater behaftet ist, vermisst hat. Sie hat mit ihrer Mutter einen Deal gemacht - sie bleibt im Krankenhaus, dafür kümmert Claire sich um alles daheim.
Eigentlich wäre das auch kein Problem, würde nicht plötzlich Sebastian Hellwig im beschaulichen Örtchen auftauchen um dort Urlaub zu machen. Claire fällt nur eine neue Notlüge ein und damit bringt sie eine Lawine ins Rollen, bei der sie nicht mithalten kann.

Mit Die Wolkenfischerin entführt Claudia Winter ins raue Küstenörtchen Mogueriéc in der Bretagne. Auch wenn ich noch nie in Frankreich war, konnte ich mir den Ort und die Menschen gut vorstellen.
Die ersten Kapitel sind alle in zwei Zeitzonen und zwei Charaktere unterteilt. Sobald man aber weiß wie diese zusammengehören, liest es sich sehr gut und auch spannend.
Die Wandlung, die Claire durchlebt hat um dorthin zu kommen, wo sie jetzt ist, kann man nicht anders als beeindruckend finden. Aber gerade hier passt der Titel wunderbar zu Claire - die nichts anderes als eine Wolkenfischerin ist.

Zwar war mir Claire am Anfang etwas zu sehr von sich selbst überzeugt, aber mit der Zeit bin ich mit ihr gut warm geworden. Ihren Chef Sebastian mochte ich hingegen sofort.
In dem Buch geht es in erster Linie um die Entwicklung von Claire und die Verbindung mit ihrer Schwester Maelys. Es machte mir viel Spaß die beiden zu begleiten auf ihrer Reise durch Höhen und Tiefen.
Maelys ist ein toller Charakter. Sie hat viele Facetten und ihre ganz eigene starrköpfige Art ihrer Umgebung zu zeigen, wenn ihr etwas nicht passt. Dafür braucht sie keine Worte, nicht einmal Zeichen.
Und ganz nebenbei fand ich es natürlich toll, dass hier immer wieder gebacken wurde ;o)

Im Anhang gibt es sowohl Rezepte aus auch einen Glossar zu einigen französischen Gerichten. Das ist sehr hilfreich, wenn man sich darunter nichts vorstellen kann.
Ein wenig hat mich gestört, dass hier viele französische Begriffe oder auch Sätze benutzt wurden, die leider nicht übersetzt wurden. Somit wusste ich oftmals nicht, was Claire jetzt eigentlich gesagt / gemeint hat. Ja, ich hätte sie auch googlen können, aber das ist mir dann während des Lesens doch zu mühsam und reißt mich aus dem Lesefluss.

Abschließend fand ich das Buch trotzdem toll. Bislang mein zweites der Autorin, aber eins liegt noch auf meinem Schreibtisch und wird wohl im April gelesen werden. Ich bin schon gespannt.

Einen lieben Dank für das Rezensionsexemplar an den Goldmann-Verlag. Meine Meinung zum Buch wurde durch die Bereitstellung nicht beeinflusst.

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