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25.

Aug 2016

Enthält leichte Spoiler für das 1. Buch der Off Beat Reihe.

Lincoln hat einen großen Traum: Er will auf der Bühne stehen, Musik machen und die Leute unterhalten. Daran konnten auch seine Eltern nichts ändern, als sie ihn vor Jahren aus dem Haus geworfen haben, nachdem er sich geoutet hatte. Und auch von dem Unfall, bei dem er sich vor einem Jahr eine schwere Kopfverletzung zugezogen hat, will er sich eigentlich nicht abhalten lassen. Doch genau das scheint zu passieren, denn seit diesem Unfall hat er große Probleme mit Migräneanfällen und die ausgelöst werden können durch Licht, Lärm, Stress...und selbst durch die Vibrationen seiner Gitarre. Er hat keine Ahnung, wie er jetzt noch Musik machen soll und das ist so ziemlich das Schlimmste, das er sich vorstellen kann. Langsam aber sicher weiß er nicht mehr, was er mit seinem Leben anfangen soll, vor allem wenn er seine Freunde und ehemaligen Bandkollegen sieht, die alle weiterhin ihre musikalische Karriere verfolgen.
Doch dann erscheint plötzlich ein Silberstreif am Horizont: Er lernt den schüchternen und introvertierten Emmett kennen, der in seinem Lieblingsclub Off Beat arbeitet. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und beginnen jede Menge Zeit miteinander zu verbringen. Emmetts Leben war bisher ebenfalls alles andere als ein Zuckerschlecken und es dauert nicht lange, bis Lincoln wirklich alles für ihn tun würde. Und das beruht auf Gegenseitigkeit, denn auch Emmett würde Berge versetzen, um Lincoln glücklich zu machen. Vielleicht gelingt es beiden zusammen sogar Lincoln die Musik wieder zu geben.
Doch es gibt noch eine Sache, die zwischen den beiden steht und wenn diese jemals ans Tageslicht kommt, wird zwischen Emmett und Lincoln nichts mehr so sein, wie es mal war.

Im Grunde ist Steady Stroke von A.M. Arthur eine wirklich ganz süße Geschichte. Wir lernen Lincoln an einem Tiefpunkt in seinem Leben kennen, denn bei ihm scheint momentan wirklich gar nichts rund zu laufen. Nicht nur die Musik macht ihm Sorgen, dank seiner Kopfverletzung fällt es ihm auch sehr schwer einen Job zu finden. Er wird zwar bedingungslos von den Eltern seines besten Freundes Dominic unterstützt, doch für Lincoln sind sie bessere Eltern als es seine eigenen jemals waren und er will sie auf keinen Fall ausnutzen. Allein das hat ihn mir extrem sympathisch gemacht. Er ist ein guter Kerl, der zwar am Rande der Depression steht, aber immer noch versucht weiter zu kämpfen. Auch Emmett war einfach rundum sympathisch. Über seine Vergangenheit möchte ich jetzt gar nicht viel sagen, doch auch er hat schon einiges durchgemacht und es war einfach schön zu sehen, wie er durch Lincoln und ihre aufkeimende Beziehung aufgeblüht.
Es wartet allerdings eine ganze Menge Drama auf die beiden jungen Männer und das hat nicht mal unbedingt immer etwas mit diesem einen großen Geheimnis zu tun, das noch zwischen ihnen steht. Es gibt noch eine Menge weiterer Entwicklungen, die für gehörig Drama sorgen. Glücklicherweise hat das aber ganz gut zu Steady Stroke gepasst und hat erstaunlicherweise nie wirklich die Grenze zur Übertreibung überschritten.

Ein paar Dinge gibt es aber, die mir an Steady Stroke negativ aufgefallen sind. Zum Beispiel hat mir zu viel mit dem ersten Buch der Off Beat Reihe zusammengehangen. Es heisst zwar, dass man die Bücher getrennt voneinander lesen kann und ja, man versteht auch alles problemlos, aber es gibt so viele Anspielungen und Momente in denen einfach klar ist, dass sie auf das erste Buch hindeuten. Mir wäre es lieber gewesen, wenn sich A.M. Arthur mehr auf Lincoln und Emmett konzentriert hätte und weniger intensiv auf die alten Charaktere.
Ebenfalls nicht sonderlich gelungen fand ich das zentrale Thema, das alles zusammengehalten hat: Die Musik. Laut eigener Aussage haben Lincoln und seine Band Alternative Rock gemacht; die Musik, um die es sich aber wirklich dreht, ist eher Pop. Das ist ja an sich nichts Schlimmes, allerdings finde ich es immer furchtbar, wenn "Rockbands" alles andere als Rockmusik machen und das passiert viel zu häufig in Büchern.

Trotzdem ist Steady Stroke von A.M. Arthur ein süßes und romantisches Buch, das ich gerne gelesen habe. Lincoln und Emmett sind extrem sympathisch und ich habe wirklich mit ihnen gefühlt. Doch auch wenn die negativen Punkte nicht überwogen haben, hundert prozentig ist der Funke bei mir leider trotzdem nicht übergesprungen. Daher weiß ich noch nicht, ob ich die anderen Bücher der Off Beat Reihe lesen werde.

Steady Stroke erscheint am 2. September 2016.

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