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08.

May 2016

Für Soraya hat es wie jeder andere Tag angefangen, als sie im Zug von Brooklyn zur ihrem Job bei einer Zeitungskolumnistin in Manhattan fuhr. Doch dieser Tag sollte ihr Leben verändern, denn als sie das Handy des gutaussehenden aber auch ziemlich arroganten Geschäftsmanns, der ihr gegenüber saß und den sie heimlich beobachtet hatte, findet, ist ihr noch nicht klar, dass sie dadurch dem wichtigsten Menschen in ihrem Leben begegnen wird.
Noch sieht es aber gar nicht danach aus, denn Graham Morgan, dessen Namen Soraya nach ein bisschen Schnüffelei in seinem Handy herausgefunden hat, scheint alles andere als ein netter Kerl zu sein. Deswegen hat Soraya auch überhaupt kein schlechtes gewissen Graham genau zu sagen, was sie von ihm hält.

Graham kann es nicht fassen, wie die junge Frau, die sein Handy gefunden hat mit ihm redet. Noch nie hat ihn jemand dermaßen herausgefordert und sein Verhalten in Frage gestellt. Schon bald ist er wie besessen von Soraya - und das, obwohl er noch nie ihr Gesicht gesehen hat. Doch wenn die schmutzigen Bilder, die sie auf seinem Telefon hinterlassen hat um ihn zu quälen, ein Hinweis sind, dann wird ihm das Gesamtpaket auch gefallen.

Soraya und Graham sind unterschiedlich wie Tag und Nacht - doch als sie sich nach einigen Textnachrichten endlich zum ersten Mal leibhaftig gegenüber stehen, wissen beide, dass da etwas zwischen ihnen ist. Ihre Begegnung war wie Schicksal. Doch nichts konnte die beiden darauf vorbereiten, was das Schicksal als nächstes für sie bereit hält...

Stuck-Up Suit von Vi Keeland und Penelope Ward ist ein Begleitroman zu dem ersten gemeinsamen Werk dieser beiden Autorinnen, Cocky Bastard, der mir wirklich gut gefallen hat. Merkwürdigerweise bin ich eigentlich kein sonderlich großer Fan ihrer Einzelarbeiten, aber ihre Kollaborationen sind einfach richtig gut. Denn auch Stuck-Up Suit hat mir ziemlich gut gefallen.
Besonders Soraya habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen. Sie ist frech und selbstbewusst und absolut keiner dieser High Society Hungerhaken, sondern mit Leib und Seele Brooklynite. Sie hat Kurven dank ihrer italienischen Vofahren und ihren ganz eigenen Style - inklusive zu ihrer Stimmung passender Haarfarbe. Den Spaß, den sie sich am Anfang mit Graham erlaubt, nachdem er ihr nur seine doch sehr unfreundliche Seite gezeigt hat, hat das ganze nur noch verstärkt, denn sie lässt sich nicht so einfach wie Müll behandeln und hat überhaupt kein Problem damit, Graham in seine Schranken zu weisen. Kurzum, sie ist eine starke, sympathische Heldin, mit der man sich nur zu gern identifiziert.
Und so unsympathisch Graham am Anfang der Geschichte auch war - auch er ist mir in kürzester Zeit ans Herz gewachsen. Es hat seine Gründe, wieso er so barsch ist, wie er nunmal ist, und auch wenn das keine Entschuldigung sein soll, ist es doch eine Erklärung. Er will sich aber ändern und mit Sorayas Hilfe sind auch sehr schnell Fortschritte in seinem Verhalten zu erkennen. Ich fand ihn jedenfalls sehr sympathisch und einige der Dinge, die er für Soraya tut waren einfach unglaublich süß. Er hat zwar den ein oder anderen Moment, in dem er mir ein wenig zu nah an das Stalker-Klischee kommt, aber das sind Gott sei Dank nur sehr vereinzelte Szenen, die er schnell wieder wett macht.
Natürlich kann es aber nicht so einfach und problemlos klappen zwischen Graham und Soraya. Sind sind wie gesagt unterschiedlich wie Tag und Nacht. Soraya kommt aus Brooklyn und fällt mit ihrem schrillen Stil und ihrer frechen Art definitiv auf. Und Graham verkehrt in feineren Kreisen und dinniert mit der High Society New Yorks. Trotzdem funktioniert es zwischen den beiden irgendwie – zumindest bis Grahams Vergangenheit aus der Versenkung auftaucht und sein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Graham und Soraya müssen für das kämpfen, was sie haben, auch wenn sich vor allem Soraya irgendwann nicht mehr sicher ist, ob ihre Beziehung wirklich richtig ist...Viel mehr will ich zur Handlung von Stuck-Up Suit eigentlich gar nicht sagen, denn auch wenn die Wendungen sicher nicht besonders einfallsreich sind, hat es das Buch dennoch spannend gehalten und die Geschichte ziemlich emotional gemacht.

Wie gesagt harmonieren die Schreibstile von Vi Keeland und Penelope Ward wirklich gut und im Grunde fand ich auch, dass sie ein sehr gutes Gefühl für Timing und ihre Dialoge hatten. Trotzdem gab es das ein oder andere Gespräch, dass stellenweise etwas gestelzt rüberkam - besonders wenn die Charaktere sich gegenseitig etwas Gefühlvolles oder Fundamentales vermitteln wollen. Das ist natürlich ziemlich schade, denn so kann ein Moment, der eigentlich sehr wichtig und bewegend ist, schnell mal etwas albern und abgedroschen wirken.

Trotzdem, unterm Strich fand ich Stuck-Up Suit von Vi Keeland und Penelope Ward einfach gut. Es war witzig, sympathisch und emotional und hat damit absolut genug Unterhaltung geboten, um die manchmal etwas dünne Handlung spielend über Wasser zu halten.

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