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14.

May 2016

Seit ein Unfall mit Fahrerflucht in der Silvesternacht vor drei Monaten ihren Bruder das Leben gekostet und ihr Freund Brogan zum Pflegefall gemacht hat, ist Mia nicht mehr die Alte. Die existiert nur noch, lebt aber nicht mehr. Auch ihre Familie ist am Boden zerstört und ihr Vater verfällt immer mehr dem Alkohol. Um weiterhin die Rechnungen zahlen zu können und fürs College zu sparen stürzt sich Mia in ihren neuen Job: Sie arbeitet als Nanny und Haushaltshilfe bei einer der reichsten Familien der Stadt, den Woodisons. Doch nicht nur ist der Patriarch der Familie Uriah Woodison der Erzfeind von Mias Vater, weshalb sie ihre Anstellung bei ihm geheim halten muss. Sie hat auch eine alles andere als einfache Beziehung zu Uriahs Sohn, Arrow. Denn für Arrow empfindet sie schon immer mehr, als sie es für den besten Freund ihres Freundes empfinden sollte...

Nach Brogans Unfall hat sich Arrow in Drogen und Alkohol gestürzt und einige Dummheiten angestellt. Er ist vorrübergehend von der Uni geflogen, hat seine Footballkarriere aufs Spiel gesetzt und musste einen Entzug machen. Nun hat er die nächsten sechs Monate gerichtlich angeordneten Hausarrest, den er im Haus seines Vaters absitzen soll.
Womit er allerdings nicht gerechnet hat, ist dass ausgerechnet Mia seine neue Mitbwohnerin sein wird. Er kann sich nicht entscheiden, ob es Himmel oder Hölle sein wird jeden Tag das einzige Mädchen sehen zu müssen, dass er jemals geliebt hat und dass er nie haben kann. Sie verdient etwas besseres als ihn. Und dann wäre da ja auch immer noch Brogan...Doch alte Gefühle lassen sich nicht einfach so verbergen...

Das ist jetzt allerdings wirklich nur ein winzig kleiner Abschnitt von den schieren Ausmaßen an Drama, die in Spinning Out von Lexi Ryan so stattfinden. Ich muss sagen, dass ich am Anfang eigentlich noch ganz angetan war von der Geschichte. Arrow und Mia wirkten sympathisch und interessant und es wurde schon auf den ersten Seiten klar, dass zwischen den beiden bereits viel mehr vorgefallen ist, als wir zu diesem Zeitpunkt von ihnen wissen. Und in der Tat werden nach und nach immer neue Details aufgedeckt, was zwischen den verschiedenen Charakteren in den Wochen und Monaten vor dem Unfall passiert ist. Bis hierhin also eigentlich kein schlechter Start.
Leider hat der zunächst so positive Schein allerdings getrügt, denn irgendwann ab der Hälfte hat meine anfängliche Sympathie für Mia ins Gegenteil umgeschlagen. Dass es ein ziemliches Hin und Her zwischen Brogan, Mia und Arrow gab brauche ich euch ja wahrscheinlich nicht zu sagen. Die drei haben sich da in eine ganz schwierige Situation hineinmanövriert, die sicher für niemanden einfach zu lösen ist. Keiner der drei ist unschuldig. Arrow hintergeht im Grunde seinen besten Freund, auch wenn seine Gefühle für Mia absolut ehrlich sind. Mia ist aus den völlig falschen Gründen eine Beziehung mit Brogan eingegangen. Und Brogan...tja, Brogan hatte in meinen Augen echte psychische Probleme. Er wird (vermutlich weil er mittlerweile ein Pflegefall ist) als ein ach so wundervoller junger Mann vorgestellt, dabei hat er sich so viel geleistet, was einfach gar nicht geht, z.B. . Also definitiv nicht so, wie man sich einen perfekten Freund vorstellt. Und was macht Mia? Sie nimmt ihn wieder zurück. Und wieder aus den vollkommen falschen Gründen. Ganz ehrlich, wie sie mit den Gefühlen der beiden Männer umspringt war einfach nicht in Ordnung und vor allem Arrow hat mir sehr leid getan. Außerdem ist Mia furchtbar hysterisch und hört manchmal einfach nur das, was sie hören will. Arrow könnte es ihr nicht klarer machen, was er für sie empfindet, aber aus irgendeinem Grund sagt sie jedes Mal wieder, er würde sie nicht wollen - und geht auf ein Date mit einem anderen Typen. Da hat mir einfach die Logik gefehlt.
Das Schlimmste aber war für mich, dass es nach all dem Auf und Ab und dem Chaos nicht mal eine echte Aussprache gab. Es ist so viel passiert, alle hatten ständig irgendwelche hysterischen Anfälle, aber klare und ruhige Worte findet kaum jemand.
Natürlich spielt aber auch der Unfall eine sehr große Rolle und Mia versucht herauszufinden, wer Schuld am Tod ihres Bruders trägt. Die Auflösung und den Twist, wenn man ihn überhaupt so nennen kann, kann man wirklich schon aus kilometer Entfernung sehen und hat die Geschichte nicht unbedingt besser gemacht.

Lexi Ryan hat in Spinning Out einfach zu dick aufgetragen. So viel Drama, so viele schlechte Entscheidungen und Unmengen an Selbstmitleid machen einfach keinen Spaß. Mir zumindest nicht. Die anderen Bücher der The Blackhawk Boys Reihe, die alle von einem anderen Charakter dieser Geschichte handeln, werde ich deshalb vermutlich nicht lesen.

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