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05.

Apr 2016

~ND

Worth It All

Für Paige gibt es eigentlich nur eine Sache, die wirklich wichtig ist in ihrem Leben und das ist ihre 5-jährige Tochter Casey. Deren Vater ist schon seit ihrer Zeugung nicht mehr bei ihnen und so war es immer an der jungen Mutter sich alleine um ihre Tochter zu kümmern und ihr ein besseres Leben zu bieten. Dafür ist sie auch gerne bereit zwei Jobs zu arbeiten und nebenbei noch das College zu besuchen. Casey verdient das beste Leben, dass Paige ihr bieten kann, denn das kleine Mädchen hat sowieso schon genug zu kämpfen. Sie kam mit einem missgebildeten Bein auf die Welt, dass ihr schon nach wenigen Monaten abgenommen werden musste. Seitdem trägt sie eine Prothese, die ihr allerdings immer wieder Probleme bereitet.
Ein Mann hat in Paiges Leben keinen Platz. Ihr fehlt einfach die Zeit und wenn sie ehrlich ist auch die Neigung. Ihre einzige echte Erfahrung mit einem Mann war die Nacht, in der Casey gezeugt wurde und auch wenn sie das nie bereuen würde, war der Akt an sich dennoch alles andere als etwas, das sie noch einmal erleben muss.
Doch dann taucht Jake McKinney in dem Diner auf, in dem sie arbeitet. Er ist der erste Mann, für den sie auch nur einen Funken Interesse aufbringen kann - vor allem als sie sieht, wie gut er mit Casey klarkommt. Denn Jake und Casey haben eine große Gemeinsamkeit: Beide tragen eine Beinprothese.
Als Jake, der hochmoderne Prothesen entwickelt, Paige anbietet, sich Caseys Fall anzunehmen, ist sie erst einmal nicht sicher, ob sie darauf eingehen kann. Schließlich ist sie es nicht gewohnt, die Hilfe von anderen anzunehmen. Doch Jake macht es ihr sehr schwer, nein zu ihm zu sagen...

Worth It All von Claudia Connor ist eine sehr ruhige und zaghafte Geschichte, die eigentlich relativ wenig Handlung und kaum Überraschungen bereithält. Trotzdem hatte das Buch irgendwie etwas an sich, das mir gefallen hat. Zum einen liegt das sicher daran, dass Paiges Situation sehr realistisch war. Sie hat ein hartes Los gezogen, versucht aber das Beste daraus zu machen. Dass sie dabei wenig spontan und sehr festgefahren ist, ist daher nicht verwunderlich. Ich muss zwar zugeben, dass Paige nicht unbedingt ein Charakter ist, der mir sehr lange im Kopf bleiben wird (dafür ist sie einfach ein wenig zu still und relativ einfach gestrickt) trotzdem muss man sie einfach dafür respektieren, wie sie ihr Leben meistert.
Jakes Geschichte ist ebenso tragisch. Er hat sein Bein bei einem Unfall verloren, der starke Spuren an ihm hinterlassen hat - und das bezieht sich nicht nur auf seine Amputation. Die Hintergründe des Unfalls haben es in sich und lassen ihn immer noch nicht los. Als Casey und Paige in sein Leben treten wird ihm sehr schnell klar, dass die beiden genau das sind, was ihm immer gefehlt hat. Ich fand es sehr süß und herzerwärmend, wie er, Casey und Paige sich langsam näherkommen und ein echtes Team werden.
Wie gesagt ist es keine große Überraschung, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickelt. Paige und Jake fühlen sich sofort voneinander angezogen, doch während Jake relativ bald bereit ist zu seinen Gefühlen zu stehen, ist Paige da deutlich vorsichtiger. Das ist natürlich verständlich, schließlich muss sie auch an Casey denken, allerdings hat sich die Geschichte dadurch oft seeeehr langsam und mit vielen Rückschritten entwickelt. Auf der einen Seite war das sehr natürlich und realistisch, auf der anderen Seite hat es das Lesen aber auch ab und an ein bisschen zäh gemacht.
Ziemlich spannend fand ich aber dafür Jakes Arbeitsplatz. Zusammen mit ein paar Leuten, die er damals während der Reha kennengelernt hat, hat er seine eigene Firma gegründet und entwickelt nun wie gesagt hochmoderne Prothesen. Claudia Connor hat die erstaunlichen Möglichkeiten, die Betreffende heute haben, wirklich gut dargestellt und der Geschichte dadurch Authentizität verliehen.

Worth It All ist zwar wie die anderen Bücher der The McKinney Brothers Reihe alleinstehend, dennoch spielt natürlich die McKinney Großfamilie auch hier wieder eine Rolle - und das ist ein Punkt, den ich gleichzeitig mochte und ziemlich nervig fand. Denn diese Familie ist riesig mit einer Unmenge an Kindern und Enkelkindern und es ist einfach unmöglich den Überblick zu behalten. Außerdem finde ich etwas unnötig, dass alle Paare in Claudia Connors Geschichten ein Kind nach dem anderen bekommen. In einigen Fällen passt es einfach nicht und widerspricht der eigentlichen Geschichte .

Trotzdem ist Worth It All von Claudia Connor eine sehr emotionale, einfühlsame und schöne Geschichte, ohne viel Drama und Skandalen. Perfekt ist sie nicht und auch nicht unbedingt denkwürdig, ein paar nette und gefühlvolle Lesestunden hat es mir aber dennoch beschert.

Worth It All erscheint am 19. April 2016.

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