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06.

Mär 2016

Cover Diving In Englisch

Enthält leichte Spoiler für Crossing.

Anstatt wie alle ihre Mitschüler und auch ihr Freund Andy ihr erstes Jahr im College zu genießen, hat sich Brynn dazu entschlossen zuhause zu bleiben und stattdessen das Familiengeschäft zu erlernen. Ihre Familie besitzt eine Kette von Reinigungen, die eines Tages ihr gehören werden. Sie ist allerdings heilfroh endlich eine eigene Wohnung zu haben, denn sie und ihre Eltern haben alles andere als eine gute Beziehung. Ihrem Vater steht sie ziemlich gleichgültig gegenüber, doch wenn Brynn ehrlich ist, hat sie ihre Mutter über die Jahre hassen gelernt. Sie ist kaltherzig, arrogant und nichts ist ihr wichtiger, als den Schein nach Außen zu wahren. Deswegen ist Brynns Bruder Liam auch nicht mehr wirklich Zuhause erwünscht, seit bekannt wurde, dass er sein Geld als Drag Queen verdient.
Brynn kann nicht sagen, dass sie wirklich glücklich mit ihrem Leben ist, aber sie ist auch nicht unglücklich. Es ist eben alles Durchschnitt und da sie dadurch nicht weiter auffällt, ist es genauso, wie Brynn es haben möchte. Doch dann taucht der Mensch in ihrem Laden auf, den sie seit 3 Jahren zu vergessen versucht: Ihr früherer Schwimmteamkollege Gabe. Bei einem Unfall vor 3 Jahren hat sich Gabe das Genick gebrochen und sitzt seitdem im Rollstuhl. Er hat sich aber mittlerweile mit seinem Schicksal abgefunden und blickt ziemlich positiv in die Zukunft. Er und Brynn hatten früher nie wirklich etwas miteinander zu tun, doch nun wird ziemlich schnell klar, dass die beiden sich bestens verstehen...und sich schnell mehr zwischen ihnen entwickeln könnte.
Doch das bringt Brynn ganz schnell zu einem neuen Problem: Denn sie weiß, was sich am Tag von Gabes Unfall wirklich abgespielt hat und wenn er das jemals herausfinden sollte, wird es ein herber Rückschlag für ihn werden und das kann Brynn ihm einfach nicht antun ...

Für ihre Open Door Love Story Reihe sucht sich Stacey Wallace Benefiel immer ein Thema aus, das für viele Leser vielleicht nicht ganz so leicht zu schlucken ist. In Crossing hat sich der männliche Hauptcharakter Liam z.B. wohler in Frauen- als in Männerkleidung gefühlt. In Diving In ist der Held nicht der starke, sportliche Halbgott (zumindest nicht mehr), sondern ein junger Mann, der sich an ein völlig neues Leben und einen neuen Körper gewöhnen muss. Stacey Wallace Benefiel hält sich nicht zurück mit ihren Beschreibungen, was Gabes Zustand angeht. Sie geht sehr ehrlich mit den alltäglichen Problemen um, die Menschen im Rollstuhl betreffen könnwn. Auch das Thema Sex geht sie an, ohne irgendetwas zu beschönigen.
Dass Diving In dabei nicht deprimierend wurde, lag hauptsächlich an Gabes positiver Einstellung. Er ist festentschlossen, das Beste aus seiner Situation zu machen. Er ist froh, dass er noch am Leben ist und mittlerweile weiß er, dass sein Leben nicht schlechter sein muss, nur weil er nicht mehr ganz so mobil wie früher ist. Gabe ist wirklich einer der Charaktere an denen sich jeder ein Beispiel nehmen sollte und auch wenn er kein "offensichtlicher" Held ist, habe ich ihn sofort ins Herz geschlossen.
Brynn war da schon ein wenig schwieriger. Sie ist von Natur aus kein wirklich feminines Mädchen. In Jeans und T-Shirt und ohne Make Up fühlt sie sich am wohlsten und auch ihr Mundwerk ist manchmal ein wenig burschikos. Allerdings muss ich sagen, dass ich auch sie wirklich gern mochte. Die Gespräche zwischen ihr und Gabe sind oft zum Schießen komisch, auch wenn man nicht zimperlich sein darf, wenn es um das Thema Lähmung geht, denn sie neigen beide eher zu schwarzem Galgenhumor. Später in der Geschichte stößt Brynn und ihrer Familie etwas ziemlich Schlimmes zu und auch das handhabt sie auf eine Art und Weise, die dem einen oder anderen Leser vielleicht etwas unterkühlt vorkommen mag. Ich muss allerdings sagen, dass ich sie trotz allem und auch in Hinblick auf das Geheimnis, das sie über Gabe mit sich herumträgt, immer wirklich gern mochte. Sie fällt sicher nicht immer die besten Entscheidungen, aber sie ist dennoch ein großartiger Charakter, den ich vor allem in Kombination mit Gabe wirklich gern mochte.

Das Einzige, was mir an Diving In nicht gefallen hat, war die Länge. Die Handlung zieht sich über mehrere Monate, da das Buch aber gerade mal um die 160 Seiten hat, kamen mir einige Dinge ein wenig zu kurz. Vor allem gegen Ende, als wirklich einige neue Entwicklungen entstehen, hätte ich mir mehr Details gewünscht.

Dennoch ist Diving In von Stacey Wallace Benefiel eine wirklich schöne und auch romantische Geschichte mit eher ungewöhnlichen Hauptfiguren, die ich so schnell nicht vergessen werde.

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