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29.

Nov 2015

~nef

MUC

MUC #1
Tags: Dystopie
Cover MUC

München, 2120: Nichts ist mehr so wie es einmal wahr. 100 Jahre zuvor hat ein tödlicher Virus 98% der gesamten Bevölkerung ausgerottet. Innerhalb weniger Tage starben die Menschen ohne dass sie etwas dagegen hätten machen können. Nur 2% überlebten - und die sind alle rothaarig.
Zumindest fast alle. Denn Pias Haare sind schwarz. Niemand weiß warum ausgerechnet sie überlebt hat, doch jeder geht ihr aus dem Weg. Ihre Mutter ist vor einigen Jahren gestorben, ihr Bruder hat sich auf den Weg gemacht das sagenumwobene MUC zu finden und Pia bleibt allein zurück bei ihrer Tante in einem kleinen Dorf in den Alpen.
Niemand will mit ihr befreundet sein, ihrer Tante liegt sie nur auf der Tasche und keiner der Männer im Dorf möchte sich mit ihr einlassen - allerdings legt Pia darauf auch überhaupt keinen Wert. Sie hätte wohl weiterhin vor sich hingelebt in diesem kleinen Ort hoch oben in den Bergen, wäre nicht eine Entscheidung gefällt worden, die ihr Leben auf den Kopf gestellt hätte.
Und Pia hat genug davon. In der Nacht macht sie sich auf den Weg. Ihr Großvater hat Pia viel von der alten Zeit erzählt und ihr sogar einige alte Artefakte gezeigt. So macht sie sich mitten in der Nacht mit einem Rucksack der alten Zeit auf den Weg. Sie will ihren Bruder finden und mit ihm ein besseres Leben leben - in MUC.

Pia ist eine hervorragende Kletterin und schafft es so auch allein die steilen Felswände hinab zu gelangen. Womit sie nicht gerechnet hat sind jedoch tiefe Schluchten mit allerlei ihr unbekannten Grünpflanzen, Bären und Wölfen. Auch ist das Klima im Flachland ganz anders und macht ihr zu schaffen. Als ein Sturm sie dazu bringt in einem alten Haus unterzuschlüpfen findet sie sich in einer nahezu fremden Welt wieder. In diesem Haus wurde ein liebendes Pärchen vom großen Sterben überrascht und Pia kann nicht anders als sich zu wundern wie es wohl früher war.
Im ganzen Haus findet sie alte Artefakte - darunter auch nützliches wie ein Feuerzeug und alte Konservendosen.
Ihre Suche bringt sie immer weiter voran bis sie schließlich in einen kleinen Ort auf Menschen trifft. Primitive, gewaltbereite und stark vernachlässigte Menschen die in Pia kaum mehr sehen als Beute. Am Ende ihrer Kräfte, verwundet und ängstlich droht sie diesen zum Opfer zu fallen - da erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite. Aber kann sie diesen Menschen trauen oder wollen sie ihr im Grund auch nur böses?
Pia hat kaum eine Wahl. Allein schafft sie es nicht weiter und zu ihrer großen Überraschung wollen diese Menschen auch nach MUC. Das ist ihre Chance - und so ganz nebenbei scheint Robin endlich jemand zu sein der sie so mag wie sie ist. Trotz der schwarzen Haare.
Einzig seine geringe Begeisterung über die glorreiche Stadt irritiert sie. Sollte sie sich etwa so täuschen?

Mit MUC hat Anna Mocikat ihren Debütroman hingelegt. Der düstere Roman zeigt auf, was passieren kann, wenn wir nicht besser auf uns und unsere Umwelt aufpassen. Denn vieles ist selbstgeschuldet. So zeugt die ungewöhnlich hohe Temperatur vom Klimawandel, dem man zu wenig Beachtung geschenkt hat.
Pia lernt immer wieder etwas Neues kennen, das jeder aus unserer Zeit als gegeben hinnimmt - Laptops, Autos, Feuerzeuge und auch Bücher. Zwar kenne ich mich in München nicht sonderlich aus, aber viele beschriebene Sachen kennt man eben doch und fühlt sich als würde man selbst durch die Straßen wandeln.

Der Schreibstil von Anna Mocikat liest sich flüssig und ich war nach wenigen Worten ganz mit Pia in der Wildnis unterwegs. Anfang des Monats ist der zweite Band Die verborgene Stadt (Amazon-Partnerlink) erschienen.
Das Ende des ersten Bandes ist ohne Cliffhänger und doch will ich natürlich wissen wie es weiter geht. Pia ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn ich sie in einem gewissen Abschnitte hätte schütteln mögen. Natürlich ist sie ein absoluter Held, aber irgendwie brauchte ich sowas gerade mal. Deshalb stört es mich auch nicht so. Sie macht auf alle Fälle eine starke Entwicklung durch und wird zu einer Frau der ich nicht im Dunkeln begegnen will wenn sie sauer ist.
Aber auch viele andere Charaktere habe ich ins Herz geschlossen und hoffe, dass sie die Reihe überstehen werden.

Einen lieben Dank an den Droemer Knaur-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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