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05.

Nov 2015

Cover Found at the Library

Schon seit er denken kann, liebt Tommy Bücher und Geschichten und all die Welten, die sich zwischen den Seiten verstecken. Doch er konnte sie nie genießen wie andere Leute, denn Tommy hat Legasthenie. Ihm ist es lange Zeit gelungen sich irgendwie durch die Schule zu mogeln und so wurde sein Problem viel zu spät festgestellt. Tommy kann seine Bücher zwar nicht lesen, aber zum Glück gibt es ja Hörbücher. Außerdem er hat eine andere Möglichkeit gefunden, seine Liebe zu Büchern auszudrücken: Seine Kunst. Er macht die phantastischsten Skulpturen aus Büchern und kann sich mittlerweile so sogar bequem seinen Lebensunterhalt verdienen.
Trotzdem ist seine Legasthenie immer noch etwas, über das er nicht gerne spricht. Als er daher bei einem Buchverkauf den bekannten Autoren Robert "Mac" McIntyre kennenlernt und die Funken zwischen ihnen sprühen ist Tommy sofort vorsichtig. Vor allem, als er einige der sorglosen Kommentare, die Mac über seine Kunst, die er noch nicht mal gesehen hat, und die Tatsache, dass Tommy kein großer Leser ist, hört. Zugegeben, Mac weiß nicht, das Tommy schlicht nicht lesen kann, aber es hat ihm nur klarer gemacht, dass er einem erfolgreichen Autor wie Robert McIntyre nichts bieten kann.
Doch ihre Zufallsbekanntschaft konnte keiner von beiden vergessen – selbst nach Wochen nicht. Als sie sich unerwartet wieder begegnen kann und will sich Mac dieses Mal nicht so leicht abwimmeln lassen - besonders da Tommy dank eines Schicksalsschlag gerade mehr denn je jemanden in seinem Leben braucht.

Found at the Library von Christi Snow war wirklich eine unheimlich niedliche Geschichte, die mich mitten ins Herz getroffen hat. Denn nicht nur ist es eine wirklich schöne Romanze, es ist auch eine Liebeserklärung an Bücher und die Liebe zum Lesen. Alleine die Jobs der beiden Protagonisten Mac und Tommy sorgen schon dafür, dass Bücher immer eine gewisse Rolle spielen. Außerdem hat Christi Snow einige Details eingebaut, bei denen sich jeder passionierte Leser wieder erkennen wird. ;)
Aber auch die Geschichte selbst kann sich sehen lassen. Zwar ist die Handlung nicht sonderlich überraschend und im Grunde sehr ruhig, trotzdem hat sie mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Tommy und Mac sind zwei sehr sympathische Figuren, die beide so ihre Päckchen zu tragen haben - wobei es Tommy natürlich deutlich härter getroffen hat. Legasthenie ist für niemanden einfach zu ertragen und für jemanden wie Tommy, der Bücher über alles liebt, natürlich gleich doppelt schwer. Doch er konnte sich damit arrangieren und drückt seine Leidenschaft wie gesagt anders aus. Viel schlimmer sind aber die Schicksalsschläge in seinem Leben. Erst vor ein paar Monaten hat er seine Mutter verloren, zu der er immer ein gutes Verhältnis hatte. Nun macht ihm aber auch noch sein Bruder Ryder Sorgen, der vor einigen Jahren einen schweren Unfall hatte und seitdem nicht mehr der Gleiche ist. Er hat also eigentlich genug mit seinem eigenen Leben zu tun, ohne sich jetzt auch noch auf einen arroganten Schriftsteller einzulassen, der definitiv außerhalb seiner Liga spielt. Doch Mac macht es Tommy wirklich schwer, nein zu ihm zu sagen, was zu einigen sehr niedlichen Szenen geführt hat.
Und so entwickelt sich eine wirklich herzerweichende Geschichte, die mal lustig, mal leicht, mal traurig und ja, auch mal ein bisschen kitschig ist. Trotzdem habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Denn nicht nur Mac und Tommy mit ihren komplexen Hintergründen hauchen der Geschichte Leben ein, auch die Vielzahl an farbenfrohen Nebencharakteren helfen dabei. Ich habe mich auf keiner Seite gelangweilt und auch wenn es manchmal ein wenig dramatisch zuging, wenn es eigentlich keinen Grund dazu gab, blieben alle Figuren immer sehr sympathisch.

Nicht nur deshalb bin ich sehr froh, dass ich Found at the Library von Christi Snow eine Chance gegeben habe. Ich werde daher definitiv die anderen Bücher der Found Reihe ebenfalls lesen – besonders nachdem Christi Snow am Ende dieser Geschichte einen Hinweis darauf gegeben hat, um wen sich das nächste Buch drehen wird. Damit hat sie mich nun auf jeden Fall am Haken.

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