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18.

Oct 2015

Als Jordan Elliott für ihr letztes College Jahr dank eines Sportstipendiums von Australien nach Texas kommt hat sie nur ein Ziel: Die beste Fußballspielerin zu werden, die sie sein kann. Einen Platz im College Team ist ihr bereits sicher und es dauert auch nicht lang, bis die ersten professionellen Mannschaften auf sie aufmerksam werden. Jordan steht kurz davor alle ihre Träume wahr werden zu lassen und den Lohn für ihre harte Arbeit zu ernten. Doch das geht nur, wenn sie weiterhin diszipliniert an ihrer Karriere arbeitet und sich von nichts ablenken lässt - das bedeutet vor allem keine Männer.
Bisher ist hier das auch nie besonders schwer gefallen, doch dann lernt sie durch ziemlich ungewöhnliche Umstände den Star des College Footballteams Brody Madden kennen und sie muss schon bald feststellen, dass es ihr ziemlich schwer fällt, sich von ihm und seinem Charme festzuhalten. Vor allem, wenn sie eine sanfte und verletztliche Seite an dem sonst so toughen und großmäuligen Footballer kennenlernt, mit der sie nicht gerechnet hätte.
Doch mit der Zeit müssen Brody und Jordan feststellen, dass eine Beziehung zwischen zwei professionellen Sportlern alles andere als einfach ist. Zeit ist Mangelware und der Druck auf beide ist immens - und nicht alle können damit umgehen. Jordan hat sich immer geschworen, dass ihr bei ihrem Traum nie etwas im Weg stehen wird und das hat lange auch Brody mit eingeschlossen. Doch als er sie mehr braucht als jemals zuvor müssen sich beide entscheiden, wo die Prioritäten in ihrem Leben wirklich liegen...

The End Game von Kate McCarthy war eine riesige positive Überraschung für mich. Ehrlich gesagt habe ich nichts weiter als eine kleine New Adult Romanze erwartet, die sich während dem Collge abspielt. Doch die Geschichte deckt mehrere Jahre ab und greift dadurch wesentlich tiefer, als ich ursprünglich gedacht hatte.
Aber erst einmal von vorne: Jordan steht wie gesagt kurz davor alles zu erreichen worauf sie und ihr Bruder Nicky so lange hingearbeitet haben. Die beiden kommen aus eher ärmlichen Verhältnissen und mussten sich die letzten paar Jahre alleine durchkämpfen, doch nun scheint sich alles endlich auszuzahlen. Jordan ist stark, motiviert, ehrgeizig und intelligent. Man könnte daher eigentlich meinen sie sollte steif und kühl sein - dem ist aber glücklicherweise überhaupt nicht so. Jordan ist eine wirklich sympathische starke Heldin, die ich von Anfang an sehr gern mochte. Sie ist in der Regel ehrlich mit sich selbst und anderen. Als Brody schließlich in ihr Leben tritt, weiß sie recht bald, dass er wohl die größte Ablenkung ist, die sie haben kann. Trotzdem ist sie ihm und ihren Gefühlen gegenüber offen, gleichzeitig aber keine Idiotin, die einfach alles für einen Kerl stehen und liegen lässt. Kate McCarthy hat bei Jordan ein perfektes Gleichgewicht gefunden zwischen ihren Gefühlen und ihrer Vernunft. Sie ist zwar kein perfekter Charakter, sie bleibt aber immer sympathisch und ihre Entscheidungen und ihr Verhalten nachvollziehbar.
Die Geschichte ist aber auch aus Brodys Sicht geschrieben und hier wird die Sache schon etwas kniffeliger. Er kommt aus einer wolhabenden, einflussreichen Familie, hatte aber alles andere als eine rosige Kindheit und hat auch immer noch mit den Folgen zu kämpfen. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein sorgloser Sportler, der nichts als Football im Kopf hat und auch wenn Football tatsächlich das Wichtigste in seinem Leben ist, steckt wesentlich mehr in ihm. Er ist allerdings der letzte der daran glaubt und auch Jordan kann daran nicht viel ändern, obwohl sie ihr Bestes tut. Trotzdem mochte ich auch Brody sehr gern. Er baut zwar eine Menge Mist und ist nicht immer ganz einfach, aber man konnte trotzdem immer irgendwie verstehen wieso er so handelt.
Die Geschichte zieht sich wie gesagt über einen relativ langen Zeitraum in dem entsprechend viel passiert. Schließlich ist es sowohl Brodys als auch Jordans Ziel in den Profisport einzusteigen und bei beiden stehen die Chancen sehr gut. Doch dass das nicht immer einfach ist und einem eine Menge abverlangt müssen sie ebenfalls schnell feststellen - und sich darüber klar werden, was sie wirklich wollen. Das ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs und ich möchte jetzt darüber gar nicht zu viel verraten. Nur soviel: Kate McCarthy greift hier wesentlich tiefer, als ich es erwartet habe und zeigt die Schattenseiten des College- und Profisports, was eine Menge emotionale und dramatische Momente mit sich bringt.

Es gibt eigentlich nur sehr wenig, was ich an The End Game zu bemängeln habe. Eigentlich sind es nur zwei Details:
1. fand ich das Buch ein klein wenig lang bzw. haben sich in einem gewissen Abschnitt etwas zu viele Probleme aufeinandergetürmt. Jordan und Brody hatten sehr wenig Gelegenheit ihre Beziehung wirklich in Ruhe zu genießen, so dass man als Leser irgendwann ein bisschen überfordert war. Kate McCarthy hat hier aber Gott sei Dank nochmal rechtzeitig die Kurve gekriegt.
Und 2. hat Kate McCarthy das Finale ein bisschen "gewagt" gestaltet. Es war eine gute Idee und hat auch funktioniert, hat mir aber nicht ganz die Aufklärung und Aussprache gegeben, die ich gerne gesehen hätte. Der Epilog machte aber einiges davon wieder wett.

The End Game von Kate McCarthy war wesentlich mehr als ich erwartet habe und eine wirklich angenehme Überraschung. Sympathische Haupt- und Nebencharaktere, eine starke Geschichte und jede Menge große Gefühle machen The End Game definitiv zu einem der besseren New Adult / College-Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

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