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13.

Aug 2015

Scarlet Crowley kann es gar nicht erwarten, endlich am Harkness College ihr Studium zu beginnen. Es wird der Neuanfang, auf den sie seit mittlerweile einem Jahr hinfiebert, inklusive neuer Freunde, neuer Adresse – und neuem Namen. Denn in ihrer Heimatstadt in New Hampshire ist ihre Familie momentan in aller Munde - und landesweit in allen Zeitungen - und das nicht gerade im positiven Sinne. Gegen ihren Vater, der ein bekannter ehemaliger Eishockey Spieler ist, wird wegen Kindesmissbrauch ermittelt und so wie Scarlet von allen Leute behandelt wird fühlt sie sich schon fast selbst als Täter.
Also muss sie sich neu erfinden. Das bedeutet aber auch, dass Scarlet ihr geliebtes Eishockey aufgeben muss. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass jemand die Verbindung zwischen ihr und ihrem bekannten Vater zieht. Also fliegt sie unter dem Radar und versucht möglichst unauffällig durch ihr erstes Semester zu kommen, ohne dass ihr Schwindel auffliegt.
Deswegen macht Scarlet auch kaum neue Freunde. Der einzige, der sie ein wenig aus der Reserve locken kann, ist Bridger, mit dem sie zwei Kurse hat, in denen sie sich gegenseitig Nachhilfe geben. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und auch wenn sich ihre gemeinsame Zeit auf zwei Nachmittage in der Woche beschränkt, wollen beide diese Zeit bald nicht mehr missen.
Doch Scarlet wird ziemlich bald klar, dass auch Bridger ein Geheimnis hat. Er hat nie Zeit, ist immer im Stress und sobald das Gespräch auf sein Privatleben fällt, wechselt er sofort das Thema. Das ist allerdings nur ein Grund mehr, wieso Scarlet ihm niemals ihr Geheimnis anvertrauen kann, denn Bridger scheint schon genug um die Ohren zu haben...ganz abgesehen davon, dass sich Scarlet gar nicht ausmalen will, wie er reagieren würde, sollte er jemals die Wahrheit über sie und ihre Familie erfahren...

Eigentlich handelt es sich bei The Year We Hid Away von Sarina Bowen um ein stinknormales New Adult / College Buch. Viele Elemente und Details wurden schon tausend mal verwendet und große Überraschungen gibt es eigentlich kaum. Trotzdem hat mir The Year We Hid Away besser gefallen als der Durchschnitt in diesem Genre. Zum Teil liegt das sicher an Scarlet und Bridger selbst, die ich beide sehr gern mochte. Was Scarlets Vater da vorgeworfen wird ist schon ein starkes Stück und das Schlimmste ist, dass sie nicht weiß, was sie selbst glauben soll. Schließlich hat sie kein sehr gutes Verhältnis zu ihren Eltern und ganz besonders ihrem Vater stand sie nie sonderlich nahe. Jetzt will sie aber einfach nur noch weg von ihnen und all dem Drama und von vorne anfangen. Auch Bridger hat alle Hände voll zu tun. Denn seine verantwortungslose Mutter rutscht immer weiter ab und in seinem alten Haus scheinen sehr bedenkliche Dinge vor sich zu gehen. Das Problem ist aber, dass sie eigentlich noch die Verantwortung für jemand anderen trägt...und dafür scheint sie definitiv nicht mehr im Stande zu sein. Und so kommt es, dass Bridger ein sehr niedliches, kleines, 8-jähriges Geheimnis in seinem Zimmer im Wohnheim versteckt...
Bridger und Scarlet haben also jede Menge Probleme. Nur in der wenigen Zeit, die sie zwei mal in der Woche miteinander verbringen, können sie mal abschalten und ganz normale College Stundenten sein. Ihre Beziehung hat sich langsam und geduldig, aber auch ziemlich schön entwickelt. Leider hält ihr Glück aber nicht lange an, denn vor allem Scarlets Situation lässt sich nicht so einfach kontrollieren. Ihre Eltern und deren Anwälte wollen sie für ihre Verteidigung benutzen und setzen Scarlet gehörig unter Druck - und das macht ihr langsam Angst.

Viel mehr möchte ich über die Handlung an diesem Punkt eigentlich gar nicht mehr verraten. Es entwickelt sich eine spannende Geschichte, die am Ende dann doch noch die ein oder andere kleine Überraschung bereit hält und viele emotionale Szenen geboten hat.
Es gibt allerdings eine Sache, die mir an The Year We Hid Away immer wieder negativ aufgefallen ist. Und zwar gibt es doch einige Details, die mich sehr an The Year We Fell Down, Sarina Bowens erstes Buch in der The Ivy Years Reihe, erinnert haben. Z.B. sind Bridger und Scarlet beide Eishockey Spieler, die aus diversen Gründen, nicht mehr spielen können. Auch hier ist es wieder so, dass Scarlet sehr zurück gezogen lebt und kaum Freunde hat. Außerdem gibt es gleich ein paar markante Sätze, die fast eins zu eins auch im ersten Buch vorkommen. Wenn ich es nicht direkt vor The Year We Hid Away gelesen hätte, wäre es mir vermutlich nicht aufgefallen, so aber war es leider sehr offensichtlich und unangenehm.

Trotzdem ist The Year We Hid Away eine schöne Geschichte. Sarina Bowen hat einen angenehmen, ruhigen Schreibstil, den ich einfach gern mag. Sie hat ein gutes Gefühl dafür, die Balance zwischen Romantik, Humor, Drama und der grundsätzlichen Handlung zu halten und das hat sie auch in diesem Buch wieder bewiesen.

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