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03.

Mär 2015

Cover Judith goes to Bollywood deutsch

Judith Döker ist bekannt aus Film und Fernsehen. Die meisten werden sie aus der Serie 'Weibsbilder' kennen, in der sie zusammen mit Mackie Heilmann und Sabine Menne eine von drei Mitarbeiterinnen eines Schönheitssalons spielte.
Die Serie wurde 2007 zuletzt ausgestrahlt und danach eingestellt. Was macht man nun, wenn einem die Arbeit genommen wird und sich so leicht auch nichts anderes ergibt?
Richtig, man denkt über sein Leben nach. Bin ich glücklich so wie es ist? Sollte ich etwas ändern? Liegt mein Glück vielleicht an einem anderen Ort?

All diese Fragen stellt man sich früher oder später immer und wenn die Antworten nicht befriedigend sind, sollte man etwas ändern. Das hat Judith Döker getan. Zusammen mit einem kleinen Team und dem Auftrag vom ZDF ist sie nach Indien gereist um einen Neuanfang zu wagen. Die Dokumentation über diesen gewagten Schritt soll auch anderen zeigen was alles passieren kann.
So geht es erst einmal für eine kurze Zeit nach Indien. Sie hat bereits Kontakte nach Indien geknüpft und ist voller Vorfreude. Dass das Auswandern allerdings nicht so einfach ist wie manch einer sich es vorstellt, wissen wir nicht erst seit Dokuserien im TV.

Als Judith mit ihrem kleinen Team in Indien ankommt ist sie überwältigt. Es ist alles bunt, warm und unglaublich voll. Mumbai konfrontiert sie gleich auf allen Ebenen mit der unglaublichen Vielfalt der Menschen, Gerüche und Lebensarten. Denn nirgends liegt arm und reich so nah beieinander.
Die erste Lektion die man gerade als Deutsche in Indien lernt ist - Geduld. Während wir Deutschen für unsere Pünktlichkeit berühmt und berüchtigt sind, mahlen die Mühlen in Indien langsamer. Wenn jemand mit nur 1 Stunde Verspätung eintrifft, kann man sich also wundern wieso er/sie denn schon so früh da ist.

Judith versucht als Schauspielerin in Indien Fuß zu fassen, doch als Westler hat man es da nicht leicht. Das glitzernde Bollywood bleibt lieber bei den eigenen Schauspielern. Aber gelernt hat sie eine Menge in ihrer Zeit.
Als sie dann wieder zurück nach Deutschland muss, ist sie noch voller Eindrücke und merkt, dass es ihr in Mumbai eigentlich viel besser gefallen hat. Sie will zurück - dieses Mal auch allein und dort richtig leben.
Die indische Mentalität ist eine ganz eigene und auch die Bürokratie dort ist keineswegs mit der deutschen zu vergleichen.
Doch wie es das Schicksal so will, bewahrheitet sich der Leitsatz der Inder immer wieder aufs Neue: Everything will fall into place.

Judith Döker war mir sofort bekannt, als ich die Einladung des btb-Verlages bekam um an einer Lesung teil zu nehmen. Da ich sowohl indisches (also das westliche ^^) Essen liebe als auch die Glitzerwelt Bollywoods immer wieder gern betrachte, war ich Feuer und Flamme. So sind mein Mann und ich als am 22. Januar in die 'Z-Bar' gestiefelt. Draußen war es verdammt kalt und drinnen schön kuschlig. Die Bar ist sehr urig, dunkel und mit einem kleinen Kinosaal ausgestattet.

Lesung Judith Döker Bild I

Während wir also mit die ersten waren (frühes Erscheinen sichert gute Plätze), die dort in den Kinosaal strömten, waren die Autorin und der Moderator bereits da. Es wurde bereits lustig geredet und die Leinwand erprobt.
Nachdem der Saal dann auch wirklich bis auf den letzten Platz gefüllt war, ging die Lesung los. Es gab eine kleine Vorstellung der Autorin und worum es im Groben geht und schon wurde vorgelesen.

Lesung Judith Döker Bild II

Man merkt ihr an, dass sie Schauspielerin ist - sie kann wirklich gut lesen. Der Moderator und sie haben in den Lesepausen immer wieder ihre Eindrücke vor Ort besprochen und es waren einige gute Lacher dabei =o)
Die Lesung hat wirklich Spaß gemacht und natürlich wollte sie uns nicht verraten ob denn am Ende das große Glück auf sie in Indien wartete. Dafür gab es ja dann schließlich das Buch.

Lesung Judith Döker Bild III

Am Ende der Lesung wurden indische Köstlichkeiten aufgefahren und jeder konnte sich bedienen. Sehr lecker - und sehr begehrt.
Nun hat es eine Weile gedauert, bis ich endlich dazu kam das Buch zu lesen und ich muss sagen, es hat mir wirklich Spaß gemacht. Es ist ja doch immer etwas anderes, wenn jemand über das Land berichtet, der dort war und wirklich viel verschiedenes gesehen hat, als wenn man sich eine Dokumentation anschaut, die sich genau aussucht was sie den Zuschauern zeigt.
So merkt man schon, dass die Erziehung in Indien eine sehr eigene Art ist und mit der westlichen überhaupt nichts gemein hat. Und doch funktioniert alles. Das wichtigste in Indien ist die Familie, das sollten wir vielleicht für uns auch einmal überdenken.

Warum ziehe ich einen halben Stern ab, wenn mir das Buch doch so zusagt. Nun, es kommen viele indische Begriffe vor die oftmals nicht erklärt werden. Ich hätte ein kleines Verzeichnis am Ende sehr hilfreich gefunden. Auch eine Karte von Mumbai wäre hilfreich gewesen. Ich bin nicht so bewandert in Ortskunde und konnte mir deshalb nicht so richtig vorstellen wo denn jetzt eigentlich was stattfand.

Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlich beim btb-Verlag für das Rezensionsexemplar und die Möglichkeit der Lesung bewohnen zu dürfen.

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