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18.

Nov 2014

Victor Bayne ist ein übersinnlich begabtes Medium und als solches ist er Teil von Chicagos Psi-Corps Polizei. Ein Medium hat immer einen Partner ohne paranormale Begabung (Stiff), um auch der normalen weltlichen Probleme Herr zu werden.

Vic hält sich selbst bei Ermittlung gerne im Hintergrund. Zum einen, weil ihn alle für absonderlich halten, wenn er seine paranormale Gabe anwendet und mit den Toten redet, und zum anderen, weil er Schwul ist. Er ist der Meinung, damit ein doppelter Freak zu sein.

Als sich Vics Partner in den Ruhestand verabschiedet, bandelt Vic auf der Abschlussparty mit dem gut aussehenden Jacob Marks an. Jacob ist ein Stiff und ein Vorzeigecop im Psi-Corps. Vic weiß nicht so recht, was er von der Aufmerksamkeit dieses fast perfekten Manns halten soll, erlaubt sich aber zaghaft, daran zu glauben, dass auch er mal Glück im Leben haben könnte.

Doch dann taucht ein Serienkiller auf, der zwar tote Körper aber keine toten Geister hinterlässt. Und das, obwohl die Geister von Ermordeten normalerweise gar nicht warten können, bis sie Vic endlich von ihrem Mörder erzählen können...

Nachdem ich von Meatworks von Jordan Castillo Price ziemlich begeistert war, war mir klar, dass ich mehr von der Autorin lesen wollte. Und dann habe ich gesehen, dass Jordan auf ihrem Livejournal Testleser für die deutsche Ausgabe von Among the Living / Unter den Lebenden gesucht hat. Da konnte ich nicht widerstehen. Zwar habe ich doch das Original gelesen, aber dennoch war der erste Band der PsyCop / PsyCop genauso klasse, wie ich das erwartet hatte.

Die Autorin kann nicht nur wunderbar schreiben, sondern hat auch ein Händchen für grandiose, etwas abgehalfterte Charaktere, die einen dennoch sofort in ihren Bann ziehen. Vic ist da keine Ausnahme. Er hat diese Begabung, die ihm das Leben aber schon immer zur Hölle gemacht hat. Ständig sieht er nicht nur Geister, nein die Quatschen ihn auch in einer Tour an. Und selbst wenn sie ihm ihre Story schon erzählt haben, werden sie nicht müde, das wieder und wieder zu tun.

Das Einzige, was hilft, wenn er nicht im Dienst ist, sind starke Antipsychaktiva, die seine paranormale Begabung weitestgehend ausschalten. Dummerweise sind die aber alles andere als gesund und ungefährlich. Vic interessiert das nicht. Er schluckt Auracel wie andere Leute Bonbons lutschen, um die Geister wenigstens ansatzweise in Schach zu halten. Um den Serienkiller auszuschalten braucht er aber seine Fähigkeiten. Und zwar ganz und gar, sprich ohne drogenvernebelte Einschränkungen.

Among the Living / Unter den Lebenden war spannend und besonders die paranormalen Fähigkeiten, die die Psi-Cops so haben, fand ich sehr faszinierend. Vic selbst war ein Held nach meinem Geschmack. Perfekte Protagonisten sind einfach nicht mehr so richtig mein Ding und deshalb war Jordan Castillo Prices Vic auch genau der richtige für mich - befangen, abgewrackt und doch eine starke Persönlichkeit.
Mir hat an der Story eigentlich nicht wirklich etwas gefehlt. Einzig Jacob hätte ich gerne noch besser kennengelernt. Seine Motive wurden in Among the Living / Unter den Lebenden noch nicht so deutlich. Doch hier hoffe ich auf die Folgebände. Teil 2, Criss Cross, befindet sich schon auf meinem e-Reader. Ich freue mich schon drauf.

Among the Living / Unter den Lebenden ist übrigens kein ganzes Buch, sondern eine Novelle. Die Originalausgabe umfasst ca. 90 Seiten, die deutsche Übersetzung gut 105. Die deutsche Ausgabe von Among the Living / Unter den Lebenden ist ab heute, dem 18. November 2014, erhältlich.

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