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02.

Okt 2014

Cover In the Raw Englisch

Für Ethan gibt es nur zwei Dinge, die wirklich von Bedeutung sind: Seine Schwester Claire, mit der er sich seit dem Tod ihrer Eltern gemeinsam durchschlägt, und das Kochen. Er besucht eine Kochschule, in der er einer der Besten ist. Es gibt dort eigentlich nur einen weiteren Schüler, der Ethan das Wasser reichen könnte - James Lassiter.
Jamie ist der Goldjunge der Schule. Er kommt aus einer reichen Familie, die eine erfolgreiche Restaurantkette besitzt, und jeder weiß, dass Jamie dort einmal arbeiten wird. Doch anstatt ein arroganter Mistkerl zu sein, der sich für etwas Besseres hält, ist er immer freundlich zu allen - und treibt Ethan damit in den Wahnsinn. Er weiß nicht, wieso ihm Jamie so unter die Haut geht und die meiste Zeit würde er ihn am liebsten aus dem Fenster schmeißen. Oder küssen bis beiden die Luft wegbleibt.
Doch selbst wenn Jamie ebenfalls Interesse an Ethan hätte ? was äußerst zweifelhaft ist, denn Ethan ist arm wie eine Kirchenmaus und nicht gerade für seine Freundlichkeit bekannt - konkurrieren sie auch noch um ein renommiertes Stipedium. Dem Gewinner winkt neben genug Geld für die Studiengebühren auch noch ein Semester in Paris an einer berühmten Kochschule. Ethan hat da allerdings ein Problem: Ihm will einfach das Backen nicht so recht gelingen. Er braucht dringend Nachhilfe - und der Einzige, der ihm helfen kann, ist ausgerechnet Jamie...

Natürlich laufen diese Nachhilfestunden in In the Raw von Nikka Michaels und Eileen Griffin erst einmal alles andere als glatt. Ethan ist dermaßen versessen darauf, zu beweisen, nichts und niemanden zu brauchen, dass er manchmal wirklich unausstehlich ist. Er provoziert Jamie wo er nur kann und macht es einem zu Beginn wirklich nicht einfach, ihn zu mögen. Doch da die Geschichte sowohl aus seiner, als auch Jamies Sicht geschrieben ist, können wir hinter die Fassade schauen. Irgendwo konnte ich Ethans Einstellung nämlich verstehen. Er hat genug um die Ohren und will sich eigentlich nur auf seine Ausbildung konzentrieren. Eine Ablenkung wie Jamie kann er da nicht gebrauchen. Trotzdem, manchmal macht er es einem schon ein bisschen arg schwer. Vor allem, da Jamie so ein grundauf guter Kerl ist, der seine ganz eigenen Probleme hat. Denn seine Eltern haben ganz und gar kein Verständnis für seinen Wunsch, Koch zu werden. Sie würden ihn lieber im Management ihrer Restaurantkette sehen - am besten jetzt gleich.
Doch nach einigen Rückschlägen kommen Ethan und Jamie sich natürlich doch näher und das war schön zu beobachten. Es gab einige sehr schöne und emotionale Momente zwischen den beiden und ihre Beziehung entwickelt sich natürlich und nicht überstürzt.
Der Schreibstil ist grundsätzlich eigentlich auch ganz schön. Wie gesagt nehmen sich Nikka Michaels und Eileen Griffin viel Zeit, damit sich ihre Geschichte anständig entfalten kann. Die erotischeren Szenen sind gut geschrieben und immer eher auf der romantischen Seite, anstatt auf der rein sexuellen. Allerdings wirken einige Dialoge etwas steif und gestellt. Vor allem Ethan wirkt oft zu gewollt cool und das kann schnell mal anstrengend werden. Allein die Tatsache, dass er es ewig lang nicht zustande bringt, Jamie beim Vornamen zu nennen hat sich einfach falsch angefühlt. Auch Claire, der die Autorinnen offensichtliche eine fröhliche und temperamentvolle Persönlichkeit verleihen wollten, ist manchmal etwas zu dick aufgetragen.
Was mich ebenfalls ein wenig wurmt, ist die Tatsache, dass sich einige Entwicklungen zu sehr im Sand verlaufen - vor allem, was Jamies Familie betrifft. Der Konflikt mit ihnen war lange Zeit ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, doch irgendwann wurde er einfach nicht mehr erwähnt. Für mich fühlte sich dieser Erzählstrang aber überhaupt nicht abgeschlossen an. Vor allem, weil ein früherer Mitschüler, mit dem Ethan und Jamie sowieso so ihre Probleme hatten, da ebenfalls noch seine Finger im Spiel hatte und ich doch gerne gewusst hätte, was es damit auf sich hat.

Vielleicht liegt das aber auch daran, dass es mit noch eine Fortsetzung geben wird. Das wundert mich übrigens gar nicht, denn auch wenn In the Raw in sich eigentlich recht abgeschlossen ist, ist das Ende dennoch so gestaltet, dass noch eine Menge passieren kann.
Erst mal muss aber In the Raw am 6. Oktober 2014 erscheinen. Darauf folgt In the Fire am 3. November 2014.

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