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30.

Sep 2014

Die 17-hrige Aly hat endgültig die Schnauze voll. Seit sie denken kann, ist sie immer nur die gute Freundin und der Kumpel für die Jungs in ihrer Schule. Doch bald fängt ihr letztes High School Jahr an und in all dieser Zeit kann sie gerade mal auf eine mickrige Beziehung zurückblicken, die noch nicht mal besonders lang gedauert hat.
Daran muss sich schnell etwas ändern. Und so schmiedet Aly den Plan Operation Sex Appeal:
Schritt 1: Ein Make-Over. Da es ihre Freundin Kara schon seit Jahren in den Fingern juckt Aly unter ihre Fittiche zu nehmen, dauert es auch nicht lange, bis Aly komplett umgestylt ist. Und das bringt sie zu
Schritt 2: Den Jungs klar machen, dass nicht nur "feste Freundin"-Material ist, sondern auch für ein bisschen Spaß ohne Verpflichtung zu haben ist. Dafür braucht sie aber einen gewissen Ruf.
Schritt 3: Wer wäre besser dafür geeignet, ihr endgültig zu diesen Ruf zu verhelfen, als der heißeste Typ (und größte Player) der Schule Justin? Doch um ihn erst einmal auf sich aufmerksam zu machen und so endgültig aus der "Kumpel-Zone" zu kommen, muss sie es schaffen, auch vor Justin in einem anderen Licht zu stehen und zu zeigen, dass sie nicht nur für feste Beziehungen zu haben ist.
Und da kommt Alys bester Freund Brandon ins Spiel. Er ist der zweitheißeste Junge, den ihre Schule zu bieten hat, und der perfekte Kandidat, um auf die neue und verbesserte Aly aufmerksam zu machen. Und da ihr bester Freund ihr keinen Gefallen ausschlagen kann, stimmt er Alys verrücktem Plan auch schnell zu.
Doch kann ihre Freundschaft die Nachwirkungen überleben, wenn sich ihre vorgespielte Beziehung ihrem unausweichlichen Ende neigt? Denn weder Aly noch Brandon haben mit dem Gefühlschaos gerechnet, das ihre kleine Scharade ausgelöst...

Ich glaube, es dürfte jedem Leser ziemlich klar sein, wohin die Reise für Aly und Brandon in The Fine Art of Pretending von Rachel Harris führt. Besonders einfallsreich ist die Handlung nämlich nicht wirklich. Trotzdem hat es Spaß gemacht über über die beiden in dieser friends to lovers Geschichte zu lesen.
Aly ist schon ein Charakter für sich. Sie hat großartige Freunde, eine tolle Familie und in der Schule läuft eigentlich auch alles rund. Doch sie kommt einfach nicht aus ihrer Kumpel-Rolle raus, in der sie alle Jungs sehen. Klar, der Plan, den sie schmiedet, ist alles andere als normal, aber ansonsten ist Aly überraschend bodenständig und unaufgesetzt. Mit ihrer witzigen und quirligen Art, ist sie eine tolle Heldin, mit der es nie langweilig wird. The Fine Art of Pretending ist aber nicht nur aus ihrer, sondern auch aus Brandons Sicht erzählt. Er ist eine ganze Spur erwachsener als Aly und hat in seinem Leben schon einiges durchmachen müssen. Aly war dabei immer an seiner Seite und so ist er bereit wirklich alles für seine beste Freundin zu tun. Auch wenn er eigentlich genau weiß, dass es eine Schnapsidee ist.
Im Laufe der Geschichte rangieren sich die beide von einer unmöglichen Situation in die nächste. Von einem sehr ereignisreichen Camping-Ausflug, über die Reaktion ihrer Mitschüler bis hin zum Ende ihrer gespielten Beziehung wird den beiden immer klarer, was der Leser eigentlich von Anfang an wusste: Die beiden verbindet viel mehr, als nur Freundschaft.

Bis Aly und Brandon das aber klar wird, vergeht natürlich einige Zeit. Das war leider auch mal mitunter ziemlich frustrierend. Vor allem, wenn Aly stur auf ihr Ziel - also Justin - hingearbeitet hat, ohne zu sehen, was direkt vor ihrer Nase lag. Doch auch Brandon war nicht gerade der Schnellste, wenn es darum ging seine eignen Gefühle zu erkennen. Manchmal wollte ich die beiden am liebsten schütteln, damit sie endlich zur Besinnung kommen. Ab und zu war das schon grenzwertig anstrengend. Hier hätte Rachel Harris ruhig ein wenig subtiler vorgehen können, um die Nerven des Lesers ein wenig zu schonen bzw. ihm die Chance zu geben, sich auf die sonst sehr schöne Freundschaft zwischen Aly und Brandon konzentrieren zu können.

Denn trotz der nur mäßig einfallsreichen Handlung und der sturköpfigen Hauptcharaktere, war The Fine Art of Pretending von Rachel Harris ein humorvolles, unterhaltsames und gefühlvolles Buch, das ohne große Übertreibungen oder weithergeholtes Drama auskommt. Für Fans klassischer friends to lovers Geschichten ist The Fine Art of Pretending also durchaus zu empfehlen.
Es wird übrigens noch einen Begleitroman geben, der allerdings erst im Mai 2015 erscheint.

Herzlichen Dank an Spencer Hill Contemporary via NetGalley für die Bereitstellung des Leseexemplars.

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