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09.

Okt 2014

Cover Sweet Addiction Englisch

Sweet Addiction und die Rezension sind nicht für Leser unter 18 Jahren geeignet.

Dylan hat fast alles, was sie im Leben braucht: Tolle Freunde, eine eigene Konditorei, in der sie mit ihrem besten Freund Joey arbeitet, und mehr Aufträge, als sie bewältigen kann. Nur ein Mann fehlt ihr noch, um ihr Glück komplett zu machen. Es muss nicht mal auf eine Beziehung hinauslaufen. Guter Sex würde ihr schon vollkommen reichen. Da kommt ihr die Hochzeit ihres furchtbaren Ex-Freundes Justin gerade recht. Schließlich findet sich auf einer Hochzeit immer jemand, mit dem man in eine stille Ecke verschwinden kann und wenn sie Justin dabei noch eins reinwürgen kann - umso besser.
Und tatsächlich dauert es auch gar nicht lange, bis Dylan auf der Feier dem perfekten Kandidaten sprichwörtlich in den Schoß fällt. Reese ist erfolgreich, gutaussehend und charmant und zwischen ihm und Dylan fliegen sofort die Funken. Doch schnell merken die beiden, dass ihnen das kurze Abenteuer von der Hochzeit nicht reicht und so gehen sie einen Deal ein: Unverbindlicher, aber monogamer Sex. Keine Beziehung, kein Stress, nur Sex.
Auf diese Grenze besteht Dylan, denn sie ist sich ziemlicher sicher, dass sie ohne diese Linie Reese schon nach kürzester Zeit mit Haut und Haar verfallen würde...

Ehrlich gesagt hatte ich von Sweet Addiction von J. Daniels noch nie etwas gehört, bevor ich auf Amazon darüber gestolpert bin. Doch die guten Bewertungen und der niedrige Preis (0,89 €) haben mich schnell zum Kauf überredet. Leider konnte mich das Buch aber nicht so begeistern, wie es wohl vielen anderen erging.
Zugegeben, der Schreibstil ist schon ziemlich gut. J. Daniels kann definitiv schreiben und leitet mit jeder Menge Humor durch ihre Geschichte. Doch an der Geschichte selbst ist unglücklicherweise nicht viel dran. Es passiert eigentlich gar nichts. Die Ausgangssituation ist ja schon von Haus aus nicht sonderlich einfallsreich; Geschichten über ungezwungenen Sex ohne Gefühle, bei dem aber sehr wohl bald Liebe im Spiel ist, gibt es wie Sand am Meer. Doch J. Daniels hat noch nicht mal versucht, eine echte Handlung in ihr Buch zu bringen.
Stattdessen geht es einzig und allein um Sex. Jedes einzelne Treffen von Dylan und Reese endet in der Kiste (oder unter dem Schreibtisch, oder auf dem Küchentresen, oder gegen die Badezimmertür usw.). Selbst in ihren Unterhaltungen geht es um nichts anderes und sind ein einziges Vorspiel. Deshalb konnte ich ihrer Beziehung auch nicht wirklich viel abgewinnen. Wenn man bedenkt, dass sie kein einziges wirkliches Gespräch geführt haben, war mir ihre Beziehung unterm Strich einfach zu oberflächlich und rein körperlich. Ich hätte mir da etwas mehr gewünscht.
Doch auch zwischen den anderen Charakteren sollte man keine wirklichen Konversationen erwarten. Zwischen Dylan und ihren besten Freunden Joey und Juls dreht es sich ebenfalls alles ausschließlich um Sex, wie man welchen bekommen kann oder wer gerade den Besten hatte. Natürlich ist das oftmals auch ziemlich lustig, vor allem wenn Joey (der obligatorische schwule beste Freund) mit von der Partie ist. Aber mir ist es irgendwann einfach nur noch auf die Nerven gegangen, weil es alles immer gar so gestellt und unecht wirkte.
Es ist wirklich schade, dass J. Daniels es so übertrieben hat, denn eigentlich mochte ich Dylan und Reese ganz gerne. Dylan ist keine Heldin, die sich rumschubsen lässt und die sich selbst zu helfen weiß. Sie ist schlagfertig (im wahrsten Sinne des Wortes) und hat ein gesundes Selbstbewusstsein. Auch auf sexueller Ebene. Das hat mich manchmal ein wenig überrascht, denn nach eigenen Angaben ist sie extrem unerfahren. Das ist ein weiterer Punkt, der für mich nicht so recht zusammen passen wollte. Reese Charakter ist zwar nichts Besonderes und mit der typischen Charme-Sex-Gott-Kombination eine Figur wie man sie öfter vorgesetzt bekommt, weniger sympathisch hat ihn das aber auch nicht gemacht.

Deshalb ist es auch so schade, dass bei Sweet Addiction von J. Daniels und mir der Funke nicht so recht überspringen wollte. Dafür war es mir meist einfach zu oberflächlich, übertrieben lustig und sexlastig. Irgendwann wurde das langweilig. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Fans von ebenfalls sehr humorvollen Büchern wie Seduction and Snacks / Kiss Me, Stupid!, Tangled / Wer wird denn gleich von Liebe sprechen?! oder Wallbanger / Wallbanger - Ein Nachbar zum Verlieben Spaß an Sweet Addiction haben könnten (wobei vor allem die letzten beiden meiner Meinung nach deutlich mehr zu bieten haben).
Es gibt übrigens noch eine Fortsetzung namens Sweet Possession (Amazon-Partnerlink).

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