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05.

Jul 2014

Cover Bartimäus - Das Amulett von Samarkand deutsch

Nathanael wird mit nur 6 Jahren in das Haus seines Meisters geholt. Im London der gegenwärtigen Zeit werden Zauberer nicht geboren, sie werden dazu ausgebildet. Nathanael ist so ein neuer Lehrling. Seine Eltern haben ihn abgegeben, damit er die Chance erhält einmal ein großer Zauberer zu werden - und weil es ihnen Geld bringt.
Sein neuer Vormund macht keinen sehr netten Eindruck und so fühlt sich Nathanael alles andere als Wohl in seiner Haut. Der einzige Lichtblick in seinem neuen Leben ist Mrs. Underwood, die Frau seines Meisters. Sie ist liebenswert und kümmert sich aufopfernd um den verstörten Jungen.
Viel Zeit zum Trübsal blasen bleibt ihm sowieso nicht, denn sein Lehrplan ist straff und bestimmt schon bald sein gesamtes Leben.

Ziemlich schnell merkt Nathanael, dass Mr. Underwood ein wenig mächtiger Zauberer ist. Er lehrt ihn nur einfache Dinge und behandelt ihn, als wäre er zu dumm, selbst diese zu erlernen. Im Stillen lernt Nathanael auf eigene Faust. Er liest die Bücher seines Lehrers und übt sich an kleineren Zaubern.
Als er mit 10 Jahren dann in die Gesellschaft eingeführt wird, merkt er, dass Zauberer keine mächtigen und beeindruckenden Wesen sind. Die meisten sehen nicht einmal wie Zauberer aus - eher wie Bankangestellte. Sein Meister ist kein angesehener Zauberer in der Gesellschaft, obwohl er als Minister im Parlament tätig ist, behandeln ihn die anderen von oben herab.
An diesem Abend trifft Nathanael das erste Mal auf Simon Lovelace. Ein arroganter Zauberer, der allem Anschein nach ziemlich mächtig ist und dieses auch jeden wissen lässt. Nathanael wird von ihm gedemütigt und schwört Rache.
Sein erster Versuch schlägt fehl und zieht den Zorn seines Meisters und Lovelace nach sich. Nun ist es Nathanaels Lebensaufgabe Rache zu üben. Er will Lovelace dort packen wo es ihm gehörig wehtut - an seinem Stolz.

Über 6 Monate feilt er an seinem Plan und glaubt schließlich soweit zu sein. Er beschwört einen Dschinn, aber nicht nur irgendeinen. Nein, er beschwört in der Dachkammer des Hauses den mächtigen Bartimäus und ist dabei nervös bis in die Haarspitzen. Das merkt auch Bartimäus. Es macht keinen Spaß Dschinn zu sein. Sobald ein Zauberer deinen Namen kennt, kann er dich mit den richtigen Formeln beschwören und dir eine Aufgabe geben.
Bartimäus hätte jedoch nie gedacht, dass so ein junger Kerl es schafft ihn zu beschwören. Er glaubt leichtes Spiel mit ihm zu haben um ihm mit einer List aus der Reserve zu locken. Leider ist Nathanael nicht so einfach zu überlisten und so muss er für ihn in das Haus von Simon Lovelance eindringen und ein Amulett stehlen. Das ist eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt, denn das Haus des Zauberers ist besser geschützt als Fort Knox.
Mit Übung und einer gehörigen Portion Glück schafft der Dschinn das unmögliche und er schafft es das Artefakt an sich zu bringen. Nun gilt es nur noch aus dem Haus auch wieder heraus zu kommen. Das erweist sich tatsächlich als schwieriger.
Bartimäus jedoch ist nicht so alt geworden ohne dabei einige Raffinessen zu erlernen. Zurück bei seinem Herren hofft er nun wieder in Ruhe sein Dasein fristen zu dürfen, doch Nathanael hat mehr mit ihm vor.

Die wichtigste Regel für einen Zauberer - verrate niemandem (!) deinen Namen. Jeder Zauberer hat zwei Namen, einen Geburtsnamen und einen Zauberernamen. Dieser wird ihm von seinem Meister gegeben und fortan auch so angesprochen. Sollte jemals jemand den wahren Namen eines Zauberers erfahren, sitzt dieser gewaltig in der Patsche. Dann ist er angreifbar und kann sich eigentlich gleich aus dem Geschäft zurückziehen.
Nathanael hat diesen Fehler schon viele Jahre zuvor gemacht und muss nun erleben, dass der von ihm gerufene Dschinn seinen Namen erfährt. Nun hat er keinen Vorteil mehr ihm gegenüber und muss aufpassen, was er dem Dschinn für weitere Aufgaben gibt. Aber Nathanael ist nicht blöd, es gibt eine Möglichkeit Bartimäus weiter an sich zu binden. Er ahnt nicht, dass er ihm noch mal von großem Nutzen sein wird, denn mit dem Diebstahl des Amulettes hat er sich mehr als nur einen Zauberer zum Feind gemacht. Nun ist nicht nur Lovelace hinter ihm her, auch das Parlament hält wenig vom Diebstahl magischer Artefakte.
Seine kleine persönliche Rache könnte am Ende nicht nur ihm das Leben kosten.

The Amulet Of Samarkand / Das Amulett von Samarkand ist der Auftakt zur The Bartimaeus Trilogy / Bartimäus-Reihe die eigentlich mal ein Dreiteiler werden sollte. Ich hatte mir die Bücher schon vor einiger Zeit gekauft und sollte nun im Rahmen der Ran an die Reihen! - Reihenabbau extrem-Challenge den ersten Band lesen.
Da ich bisher kaum schlechtes über diese Reihe gehört hatte, habe ich mich darauf gefreut und begonnen. Leider konnte mich das Buch nicht so richtig begeistern. Es brauchte ganze 250 Seiten, bis es endlich einmal ein wenig an Spannung zunahm.

Das Buch beginnt damit, dass Bartimäus von Nathanael beschworen wird und seinen Auftrag erhält. Danach wird im Wechsel berichtet, was bei Nathanael passiert und wie es dem Dschinn ergeht.
Die Abschnitte über Nathanael haben mich am Anfang doch etwas verwirrt. Es beginnt quasi in der Gegenwart und geht dann immer weiter zurück. Aber nicht mit einem Schwung an den Anfang, nein, immer mal ein anderer Abschnitt im Leben des jungen Zauberlehrlings.

Das Ganze Buch über wird mir Nathanael auch nicht wirklich sympathisch. Er hat was von einem kleinen eingebildeten Gör. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass er von seinem Meister enttäuscht ist und auch seine Beweggründe nicht nachvollziehen kann. Aber schon von Anfang an wird mir als Leser übermittelt, dass er sich für etwas Größeres, etwas Besseres hält. Das ging mir ein wenig auf die Nerven.

Was mich ebenfalls ein wenig genervt hat, sind die vielen Fußnoten. Ja, ich bin ein Terry Pratchett-Leser und habe schon eine gewisse Beziehung zu Fußnoten, aber das war hier einfach zu viel. Zumal die Fußnoten teilweise einfach überflüssig waren und für mich nur den Lesefluss störten. Im hinteren Teil des Buches nehmen die Fußnoten ab und ich kann nur hoffen, dass es in den nächsten Bänden ähnlich ist.
Die später aufkommende Spannung hat mich zumindest in so weit angesprochen, dass ich wohl auch die anderen Bände lesen werde. Vielleicht reißt es mich ja dann doch noch mit.

Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen. Es liest sich locker weg - wenn man die Fußnoten ignoriert - und kommt auch nicht ins Stolpern, wenn es um die Namen geht. Ich lasse mich also überraschen, wie es im nächsten Band weiter geht.

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