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22.

Jul 2014

Als Reg Moore bei der Arbeit als Barkeeper den Jeremy Jameson kennenlernt und ihm nach einer feuchtfröhlichen Nacht einen Platz auf seinem Sofa anbietet, macht er das ohne Hintergedanken. Jeremy fühlt sich spontan wohl in Regs Gesellschaft und beschließt ihm ein Angebot zu machen. Der berühmte Rockstar will Reg engagieren, seinen Partner zu spielen. Mit dieser Charade will er sich selbst davon abhalten, aus Einsamkeit eine weitere dieser leeren Beziehungen einzugehen, in denen die Frauen entweder von seinem Ruhm profitieren wollen oder aber eh nie Zeit und echte Gefühle in ihn investieren wollen. Was Jeremy nicht ahnt: Reg ist der perfekte Partner für ihn, auch wenn da diese kleine Unzulänglichkeit des männlichen Geschlechts ist...

Perfect Imperfections ist mein erstes Buch von Cardeno C. gewesen und es bleibt ganz sicher nicht das letzte. Reg und Jeremy sind zwei wunderbare Charaktere und zusammen ein großartiges Duo. Der bekennende Homosexuelle Reg ist der beste Freund, den man sich nur wünschen kann. Er macht Jeremy auch keine Avancen im eigentlichen Sinne. Es ist eher der einsame und nach Nähe hungernde Jeremy, der sich ihm nähert. Das macht er allerdings auf eine so unschuldige Art und Weise, dass es mit der Zeit doch Reg ist, der versucht, die Freundschaft auf eine andere und noch innigere Ebene zu heben. Dabei darf sich der Leser über ein paar wunderbare Szenen freuen. Mir hat ja insbesondere der Ausflug in maskierter Montur gefallen, aber auch die - ähm - gemeinsamen Selbstbefriedigungsszenen. Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten.

Diese Story vom einsamen Rockstar, der nichts so gut gebrauchen kann wie einen echten Freund, ist wirklich herzzerreißend und rührend. Und Reg hat den perfekten Charakter dafür. Er liebt Jeremy um seiner selbst willen und ist weder durch Geld noch gute oder harsche Worte von seiner Seite zu bringen. Kein Wunder also, dass Jeremy gar nicht anders kann, als sich in ihn zu verlieben. Auch wenn er das erst gar nicht registriert und ziemlich lange braucht, um sich seine Wünsche und Gefühle einzugestehen.

Die ganze Geschichte in Perfect Imperfections hatte durch das Rockstartum und die Entdeckungen, die Jeremy über sich selbst macht schon eine leicht surreale Anmutung. Das Ende hat das dann noch mal getoppt und das war mir dann tatsächlich ein wenig zu viel des Guten. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich mich über ein zu viel an Kitsch auslasse. Dabei finde ich es eigentlich wunderbar, wenn sich auch Männer ganz große Gefühle gönnen. Vielleicht liegt es daran, dass ich dennoch schnell gesättigt bin und Enden schätze, die neben Glücksseligkeit auch noch etwas anderes zu bieten haben. Sei es Humor, einen Kniff oder Abenteuer und Aktion. Ja, ein happily ever after ohne etwas Ablenkung ist meist nicht so ganz meins.

Dennoch habe ich die Geschichte von Reg und Jeremy in Perfect Imperfections in einem Rutsch gelesen. Dieses Buch aus der Hand zu legen, wenn man einmal angefangen hat, war unmöglich. Das lag an dem wunderbaren Schreibstil des Autors, Cardeno C., der einem Einsicht in die Köpfe beider Protagonisten bietet. Es lag aber auch an den beiden Charakteren. Vielleicht waren sie einen Tick zu perfekt, dennoch waren sie absolut liebenswert und man musste sie einfach von Herzen gerne haben. Auf die weiteren Bücher von Cardeno C. freue ich mich schon. Perfect Imperfections hatte ich als ersten Versuch ausgewählt, weil die Rezensionen hervorragend waren, aber auch, weil mir das Cover so unglaublich gut gefällt. Es passt darüber hinaus noch perfekt zur Story. Wer einmal prüfen will, ob ein Mann anders als die vielen Damen im M/M-Genre schreibt, sollte sein Glück einmal mit Perfect Imperfections versuchen. Viel Spaß!

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