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14.

Feb 2014

Cover The Summer I found you Englisch

Für die 17-jährige Kate läuft grade alles nicht besonders gut. Vor einem Jahr wurde bei ihr Typ 1 Diabetes diagnostiziert und seitdem hat sie damit zu kämpfen. Ständig muss sie ihren Blutzucker messen und Insulin spritzen. Sie hasst jede Sekunde davon. Am liebsten würde sie einfach so tun, als wäre das alles nie passiert, doch die Realität holt sie immer wieder ein.
Dann macht auch noch ihr Freund Shelton aus heiterem Himmel mit ihr Schluss - wegen einem anderen Mädchen. Kate weiß gar nicht wie ihr geschieht und ob sie jetzt stinksauer oder am Boden zerstört sein soll. Langsam wächst ihr ihre ganze Situation über den Kopf.
Doch dann trifft sie jemanden, der die perfekte Ablenkung von all ihren Problemen sein könnte...

Aidan dachte eigentlich er wüsste, was er mit seinem Leben anfangen soll. Vor ein paar Monaten war er noch mit seiner Einheit in einem kleinen Ort in Afghanistan stationiert und jetzt ist er Zuhause, ohne Job, lebt in einer kleinen Wohnung, die seinem Onkel gehört – und muss irgendwie damit klar kommen, dass er nur noch einen Arm hat. Das sind noch nicht mal alle Narben, die seine Zeit bei der Army bei ihm hinterlassen haben.
Aidan hat eine Liste, die er abarbeiten soll. Er muss sich z.B. um das College kümmern, regelmäßig zu einem Psychiater gehen und die Frau seines Sergeants besuchen, der bei dem Unfall, der ihn seinen Arm gekostet hat, ums Leben kam...Aidan weiß nicht, ob er das alles schafft.
Als er Kate, die beste Freundin seiner Cousine, kennenlernt, scheint er endlich jemand gefunden zu haben, bei dem er seine Probleme mal für ein paar Minuten vergessen kann...

Doch sowohl für Kate, als auch für Aidan ist diese Ablenkung keine dauerhafte Lösung, so sehr sie sich das auch wünschen. Und sie müssen sich fragen, ob sie wirklich gut füreinander sind...

In The Summer I Found You von Jolene Perry begleiten wir diese beiden sehr unterschiedlichen Jugendlichen auf dem Weg, mit ihren neuen Lebensbedingungen fertig zu werden. Denn während Aidan zwangsläufig sehr früh erwachsen werden musste, versucht Kate so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Sie hört nicht auf ihren Körper und nimmt die Diabetes nicht Ernst. Ihre Freunde und Familie machen sich große Sorgen, doch Kate tut das mit einem Augenrollen ab. Außerdem verheimlicht sie Aidan extrem lange ihre Krankheit. Kein Wunder also, dass Kate manchmal ziemlich anstrengend sein und kindisch rüberkommen kann. Genau das ist auch Aidans Problem mit ihr. Er hat genug mit sich selbst zu tun und weiß nicht, ob er sich mit kindischen High School Dramen herumschlagen will und kann. Denn obwohl auch er sehr mit seiner Situation zu kämpfen hat, nimmt er die Sache ganz anders in die Hand. Er belügt sich zwar nicht, ist aber vollkommen überfordert mit allem was er tun muss und weiß nicht, wo er anfangen soll. Insgesamt war mir Aidan deshalb eindeutig die liebere Figur.

Die Geschichte selbst plätschert ein wenig vor sich hin. Es passiert zwar nicht sonderlich viel, glücklicherweise wird The Summer I Found You dennoch nie langweilig. Das liegt in erster Linie daran, dass es recht kurz ist und dadurch kaum Zeit für langgezogene Abschnitte bleibt. Außerdem fand ich es sehr erfrischend, dass die aufkeimende Liebesgeschichte zwischen den beiden zwar sehr präsent ist, ihre persönliche Reise und Entwicklung aber trotzdem immer noch im Vordergrund steht. Diese beiden Aspekte haben in The Summer I Found You sehr gut miteinander harmoniert, gerade weil Kate und Aidan nicht ständig aufeinander hängen, sondern immer noch ihre eigenen Persönlichkeiten waren.
Jolene Perrys Schreibstil ist allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig. Sie springt gerne innerhalb der Szenen hin und her, so dass sehr viel Zeit von einer Zeile auf die nächste vergehen kann, ohne dass man es erst mal bemerkt. Außerdem neigt sie zu sehr kurzen, abgehakten Sätzen. Das hat mir zwar nicht unbedingt missfallen, aber auch das war eher ungewohnt und wird sicher nicht den Geschmack jeden Lesers treffen.

Insgesamt ist The Summer I Found You von Jolene Perry aber eine schöne Geschichte. Die beiden Hauptfiguren sind schrecklich unterschiedlich und haben doch sehr viel gemeinsam. Es hat Spaß gemacht, über die beiden zu lesen. Daran haben auch der etwas unstrukturierte und manchmal konfuse Aufbau bzw. Erzählstil nichts geändert.

Eine deutsche Veröffentlichung ist bisher noch nicht geplant.

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