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14.

Jan 2014

Cover Die seltene Gabe deutsch

Marie ist auf dem Heimweg von ihrer besten Freundin. Sie haben sich mal wieder gestritten. Wegen einem Jungen - wie immer. Jedes Mal wenn Jessica sich in einen Typen verliebt kennt sie kein anderes Thema mehr. Und jedes Mal ist Marie schnell genervt und fängt an zu stressen. Das Ende vom Lied ist eine vorübergehende Funkstille.
Eigentlich ist das nicht allzu schlimm, denn irgendwann kriegen sie sich schon wieder ein, doch irgendwie nervt es Marie im Moment mehr als sonst.

Auf dem nach Heimweg quer durch die kleine Stadt fallen ihr die vielen Polizeiwagen auf. Da scheint ja wirklich was passiert zu sein in ihrem kleinen Kaff. Marie beeilt sich nach Hause um aus dem Radio oder dem TV zu erfahren was los ist. Als ihr dann auch noch in ihrer eigenen Straße zwei bewaffnete Polizisten begegnen ist ihr sehr mulmig zu Mute. Gegen ihre sonstigen Gewohnheiten verschließt sie die Tür hinter sich.
Sehr zu ihrer Verwunderung wird weder in den Nachrichten noch sonst irgendwo von diesem Polizeiaufgebot berichtet. Naja, am nächsten Tag wird sie schon erfahren was los ist.
Um ihre Nerven zu beruhigen geht sie in die Vorratskammer um sich die angefangen Tafel Schokolade zu holen. Doch diese ist nicht mehr da. Dabei ist sich Marie sicher, dass sie dort liegen müsste. Nach und nach fallen ihr auch andere fehlende Vorräte auf. Brot, Käse, Milch und Trauben. Das kann unmöglich wahr sein. Mäuse fressen doch keine ganzen Milchpackungen!

Da beschleicht sie ein Verdacht. Es muss jemand ins Haus eingebrochen sein, denn ihre Eltern sind auf einer zweiwöchigen Kreuzfahrt, während die 17 Jährige das Haus hütet.
Marie läuft alle Fenster und Türen ab - verschlossen. Sie bewaffnet sich mit einem Dekoschürharken und sucht die Räume ab. Ob neben den Lebensmitteln auch Wertsachen fehlen?
In ihrem Zimmer ist alles wie immer und auch im Schlafzimmer ihrer Eltern fällt ihr zu nächst nichts auf. Doch als sie den Schrank kontrollieren will, purzelt ein Junge aus selbigen. Er hat es sich auf den Klamotten ihrer Mutter gemütlich gemacht um etwas zu schlafen. Marie ist geschockt. Was macht der Junge hier drin und wie ist er überhaupt hier reingekommen?

Der Junge, Armand, ist auf der Flucht und hat im Haus von Maries Eltern Unterschlupf gesucht. Er hatte gedacht das Haus würde ein paar Tage leer stehen, doch da hat er sich getäuscht. Mit Marie hätte er am allerwenigsten gerechnet.
Da fährt auf der Straße ein Wagen der Polizei vorbei und verkündet über die Lautsprecheranlage warum sie da sind. Sie sind auf der Suche nach einem Jungen - die Beschreibung passt haarklein auf Armand - der bewaffnet und gefährlich ist.
Marie bekommt es mit der Angst zu tun, doch Armand nimmt ihr schnell die Lust an einer Flucht. Denn er ist nicht mit einer normalen Waffe ausgestattet - seine Waffe ist eine natürliche Begabung und kann ihr in wenigen Sekunden das Leben nehmen.

Die seltene Gabe habe ich erst vor kurzem aus einer Kramkiste gefischt. Ich habe bereits zwei Bücher von Andreas Eschbach gelesen und war von beiden sehr begeistert. Also dachte ich mir, dieses kleine Büchlein wäre perfekt für zwischendurch. Es liest sich auch wirklich ratzfatz weg. Das Buch hat an sich keine Längen - bei knapp 200 Seiten sehr hilfreich - und kommt gleich am Anfang richtig in Fahrt.
Marie ist ein normales junges Mädchen mit den üblichen Sorgen und Nöten und alles andere als darauf vorbereitet auf einen gefährlichen Jungen zu stoßen.

Man erfährt im Laufe der Geschichte wer Armand ist und wieso er auf der Flucht ist. Das macht ihn an sich zu einem sympathischen Charakter. Lediglich sein anfängliches Auftreten ist etwas überheblich, jedoch durch seine Geschichte gut nachvollziehbar.
Bei Marie kann man vom üblichen Stockholm-Syndrom ausgehen. Sie ist gezwungen mit Armand zu gehen und eigentlich seine Geisel. Aber schon nach wenigen Stunden ist er ihr sympathisch und sie will ihm helfen. Findet ihn sogar ziemlich süß und anziehend. Das ging mir dann doch etwas gegen den Strich. In einem umfangreicheren Buch hätte ich es vielleicht verstanden, aber dieses Buch umfasst nicht einmal 24 Stunden. Vom Ende einmal abgesehen.

Dennoch ist es wirklich gut geschrieben und auch durchweg spannend. Wenn Marie und Armand mal eine Minute Ruhe haben auf ihrer Flucht passiert schon wieder das nächste. So liest man es dann halt doch in einem Rutsch durch, weil man wissen will wie es endet.

Die Geschichte ist aus Maries Sicht geschrieben. Im Prinzip berichtet sie von den Geschehnissen selbst als Art Geschichte. So kann man es sich ganz gut vorstellen. Allerdings hinterlässt das Buch einen schalen Geschmack. Mir scheint der Autor hat hier ein wenig zu dick aufgetragen. Wie bitte können zwei Jugendliche - einer davon total weltfremd - mehrere hundert Polizisten und andere Verfolger an der Nase herumführen? Deshalb kann ich das Buch nicht wirklich ernst nehmen. Schade eigentlich, aber ich weiß ja, dass Andreas Eschbach es besser kann ;)

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