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04.

Mar 2014

~nia

Fearscape

Valerian (Val) Kimble ist jung (14) und naiv. Als sie dem älteren Gavin Mecozzi, einem Einzelgänger, Schachgenie und Tutor in ihrem Kunstkurs in einer Tierhandlung begegnet, weckt sie sein Interesse. Auch Val ist von dem dunkelhaarigen und geheimnisvollen Jungen angetan. Parallel bekommt sie seltsame Nachrichten über Facebook und hat immer öfter das Gefühl, verfolgt zu werden. Val hat einen Stalker.
Als sie Gavin langsam und eher vorsichtig näher kommt, erweckt er in ihr immer öfter das Gefühl, als wäre Gavin ein Raubtier, dass auf der Lauer liegt und darauf wartet, sie als seine Beute zu erlegen. Vals Unbehagen und ihre Faszination für Gavin bekämpfen sich heftig. Doch dann macht Val eine schreckliche Entdeckung...

Fearscape hat mich über Wochen beschäftigt, weil ich mich an einer Stelle unglaublich schwer aufraffen konnte, weiterzulesen. Nicht, weil ich nicht wissen wollte, wie es ausging, sondern weil meine Vorstellungskraft an der Stelle völlig außer Rand und Band geraten ist. Kennt ihr diesen Moment in einem Buch oder Film, an dem man ganz sicher ist, dass gleich was Schlimmes passieren wird? So war es auch mit Fearscape von Nenia Campell - ich konnte nicht weiterlesen, es aber auch nicht weglegen. Am Ende war ich dann froh, Valerians Geschichte zu Ende gelesen zu haben.
Allerdings ist sie ganz sicher nicht mein Lieblingscharakter in diesem Buch gewesen. Dafür war sie mir einfach zu naiv, zu unschuldig und auch zu unbedarft. Gavin sieht zwar interessante Ansätze in ihr, aber hier hatte ich wirklich Mühe, seinen Gedankengängen zu folgen. Gut, Gavin ist der Psychopath, weshalb man seiner Logik nicht unbedingt folgen können muss. Und nein, dieser Satz ist kein grober Spoiler, denn mit seinem ersten Auftauchen (oder dem Lesen der englischen Synopse) weiß man, dass Gavin der Irre ist. Dennoch war er mit Abstand das Spannendste an Fearscape. Ich persönlich hätte mir ja auch gewünscht, dass er nicht einfach nur ein Psychopath ist, sondern da noch mehr Erklärung dahintersteckt. Val einfach nur als perfekte Partnerin, aka Beute, auszuwählen, war mir von der Idee her auch für einen Young Adult-Thriller etwas zu einfach und gewöhnlich. Hier hoffe ich wirklich, dass Gavin mich in einem der nächsten beiden Bände der Horrorscape-Reihe noch überraschen kann.

Der Schreibstil von Nenia Campell hat mir gut gefallen. Das war mir aber schon klar, weil ich den Blog der Autorin auf BookLikes verfolge und mir dort immer wieder ihr Humor und Wortwitz auffallen. Ich hoffe, davon findet sich dann noch mehr in ihren weiteren Büchern. Insgesamt war mir Fearscape nämlich zu klischeehaft. Ich vermute schwer, dass das Absicht ist, dennoch habe ich mich während der Geschichte an manchen Stellen daran aufgerieben. Beispielsweise war die Mutter überführsorglich und natürlich wurde dies noch schlimmer, als der Stalker erst mal in Aktion trat. Die beste Freundin, war gar keine so gute Freundin, weil sie plötzlich Jungs und andere Vergnügungen im Kopf hatte. Der "andere Junge" entsprach so sehr der perfekten High School-Liebe, dass man automatisch mit den Augen rollen musste. Kein Wunder also, dass unser braves Mädchen, dass eigentlich nur im Kunstunterricht und auf der Tartanbahn auftaut, von dem dunklen, geheimnisvollen, älteren Genie angezogen wird, wie die Motte vom Licht. Blöd nur, dass das Genie leider eine Schraube locker hat. Dennoch hoffe ich ja, dass Val es schafft, ihm im weiteren Verlauf der Geschichte, ebenfalls das Fürchten zu lehren. Verdient hätte Gavin es allemal.

Fazit: Unterhaltsame, aber auch sehr vorhersehbare High School-Psycho-Geschichte, deren stereotypen Charakterentwicklung ich mich dennoch nicht entziehen konnte.

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