Buchjunkies


Rezensionen Empfehlungen Autoren Reihen Tags Rezensionsarchiv


23.

Nov 2013

MacKayla Lane ist eine fröhliche junge Frau, die Spaß an Sonnenbädern, schicken Klamotten, guter Musik und Treffen mit Freunden hat. Sie wohnt in einer winzigen Kleinstadt in Georgia, USA, und jobbt dort in einer Kneipe, um zwischendurch auch mal am College ein paar Kurse zu absolvieren. Doch ihr unbeschwertes Leben ändert sich von jetzt auf gleich, als ihre ältere Schwester Alina, die ein Jahr in Dublin studieren wollte, dort ermordet aufgefunden wird. Alina hat Mac eine seltsame Botschaft auf dem Handy hinterlassen. Als die irische Polizei den Fall bald aufgrund mangelnder Hinweise zu den Akten legen will, ist Mac nicht mehr zu halten. Alina war immer ihre beste Freundin und nun soll ihr Mörder nicht mal für seine Tat büßen? Sie packt ihre Sachen und reißt gegen den Wunsch der Eltern nach Dublin.
Dort angekommen, macht sie gleich mehrere merkwürdige Entdeckungen: Sie sieht seltsam verunstaltete Wesen aller Art und auch wunderschöne Wesen, die ihr aber ebenso wenig geheuer sind. Eine alte Frau, gibt ihr mithilfe von Kopfnüssen zu verstehen, dass sie eine Gefahr für sich und andere ist. Und dann trifft sie noch den undurchsichtigen Jericho Barrons, der aus irgendeinem Grund besonders an Mac interessiert ist. Denn Mac ist eine Sidhe-Seer, also eine Frau, die die Fae (Feen) sehen kann und die darüber hinaus noch weitere Talente hat. Doch Mac ist nie wie eine Sidhe-Seer erzogen worden, deren Überleben davon abhängt, dass sie bloß keine Fae auf sich aufmerksam machen. Mac hat für Subtilitäten keine Zeit. Schließlich führen die Hinweise, die Alina ihr hinterlassen hat, direkt in die Welt der Fae. Und so taucht sie mit Herz, Leidenschaft und Regenbogenfarben ein in diese neue düstere Welt. Nicht ahnend, dass sie sich bald selbst nicht mehr wiedererkennen wird...

Sage und schreibe zwei Jahre haben die Bücher der Fever-Reihe auf meinem Reader gelegen. Ich hatte schlicht und einfach vergessen, dass ich sie hatte. Shame on me. Nach bislang zwei gelesenen Büchern kann ich schon sagen, die Reihe ist ein echter Schatz. Ganz sicher muss man sich an Mac erst mal gewöhnen. Sie ist ein richtiges Mädchen. Blond, mit super Figur und einem Hang zu bunten, möglichst pinken Klamotten. Doch als es hart auf hart kommt, zeigt sich schnell, dass eine Menge mehr in Mac steckt, als es zunächst den Anschein hat. Mac hat eine extrem schnelle Auffassungsgabe und sie hat die Fähigkeit, auch in den absurdesten und haarsträubendsten Situationen ihren Sinn für Humor nicht zu verlieren. Und selbst, wenn die Woge der Ereignisse sie zu überrollen droht, reichen meist ein paar Stunden Schlaf, etwas Gutes zu Essen oder etwas Schönes für die Sinne, um Mac wiederherzustellen. Ja, manchmal ist sie vielleicht naiv, doch gerade das macht auch ihren Charme aus.

Karen Marie Moning lässt Mac persönlich erzählen und diese Tatsache ist ein Glücksgriff. Macs Kopf ist eine Fundgrube an lustigen und abstrusen Gedankengängen. Durch ihre persönlichen Anmerkungen wird Darkfever / Im Bann des Vampirs nie zu düster und muss einfach immer wieder herzhaft lachen. Seien es ihre Kommentare zu Männern, Modesünden, Musikgeschmäcker oder Autos - selten musste ich so viel grinsen und prusten beim Lesen, obwohl die eigentliche Geschichte gar nicht zum Lachen ist. Mac ist wirklich ein Unikat.
Ihr Gegenpart, Jericho Barrons, ist und bleibt ziemlich geheimnisvoll und man lernt ihn zusammen mit Mac nur nach und nach kennen. Natürlich hofft man, dass er einer der Guten ist, schon alleine, weil es widererwarten heftig zwischen den beiden knistert, doch wirklich sicher kann man sich nach dem Genuss des ersten Bandes nicht sein. Er ist jedenfalls ein sehr interessanter Charakter, auch wenn sein Gehabe gegenüber Mac doch manchmal ganz schön unverschämt ist. Zum Glück ist die aber auch nicht ohne und weiß sich zu wehren. Ein Plus ist auch, dass die Fever-Reihe in Dublin spielt. Obwohl ich die Stadt nicht kenne, darf man sie mit Mac zusammen entdecken und das macht einfach Spaß. Dublin scheint definitiv eine Stadt zu sein, die man einmal besuchen sollte. Die Welt der Fae passt natürlich perfekt nach Dublin und Irland. Auch wenn ich nicht unbedingt persönlich in diese Welt eintauchen müsste, ist sie extrem interessant. Insbesondere von Macs Tagebucheinträgen konnte ich gar nicht genug lesen.

Manches an Darkfever / Im Bann des Vampirs fand ich ein wenig überzogen, aber vermutlich muss das bei Mac so sein. Etwas diskrepant fand ich auch die Beziehung zwischen Mac und Alina. Hier wird immer wieder betont wie wichtig Alina doch für Mac ist und umgekehrt. Doch warum zum Teufel hat Alina ihrer kleinen Schwester nicht ein wenig mehr vertraut? Und wie konnte sie nur auf diesen Mann hereinfallen? Fragen über Fragen, denen man sich gemeinsam mit Mac stellen muss und auf die man vermutlich keine endgültige Antwort bekommen wird.

Ich freue mich nach Darkfever / Im Bann des Vampirs schon sehr darauf, auch die nächsten Bände zu lesen. Karen Marie Moning hat mit Mac wirklich eine richtige alltagstaugliche Heldin geschaffen. Sie stolpert weder über ihre eignen Füße, noch ist sie bereit, sich einem Mann - egal wie schön und toll er auch ist - dauerhaft unterzuordnen, noch sieht sie ihr Heil im Abwarten und Tee trinken. Kurz, Mac ist eine richtige Kick-ass-Protagonistin und ich habe mich innerhalb kürzester Zeit in sie verknallt.

Fazit: So unterhaltsam wie die Fever Serie sollte Urban Fantasy immer sein. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Ausflug in die Welt von Mac und Barrons.

P.S.: Die deutschen Titel der Serie sind unsäglich. Besonders vor dem Hintergrund, dass es so gut wie gar nicht um Vampire geht.

Jetzt bei Amazon.de via Partnerlink kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

6 Kommentare | Facebook | Twitter