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17.

Dec 2013

Eigentlich kann Julia die Reise nach London mit ihrer Englischklasse gar nicht abwarten. Die Stadt hat große Bedeutung für sie und ihre Familie, denn dort haben ihre Eltern ihre Flitterwochen verbracht. Außerdem ist Julia großer Shakespeare-Fan und sie freut sich sehr darauf, auf seinen Spuren zu wandeln. Einziger Wehmutstropfen ist allerdings, dass keiner ihrer Freunde ebenfalls an der Reise teilnimmt. Weder ihre Schwimmteamkollegen, die einen wichtigen Wettkampf haben, noch ihre beste Freundin Phoebe, die zu einem Familientreffen muss. Und auch nicht ihr großer Schwarm Mark, den sie allerdings eher von der Ferne bewundert (sie ist sich allerdings sicher, er ist ihr MTB - meant to be).
Doch Julia ist fest entschlossen, das Beste daraus zu machen. Als allerdings ausgerechnet Jason Lippincott zu ihrem Arbeitspartner ernannt wird, sieht sie ihren schönen Londontrip schon ruiniert. Er ist der Klassenclown ihrs Juniorjahrgangs und scheint nur zwei Dinge im Kopf zu haben: Flirten und Unsinn machen. Julia kann ihn nicht ausstehen und weiß nicht, wie sie ihn die nächsten 10 Tage bändigen soll.
Und tatsächlich, schon am ersten Abend bringt Jason Julia dazu, sich aus dem Hotel zu schleichen und eine wilde Party zu besuchen - eine Premiere für Julia, die sonst stets alle Regeln befolgt. Nach einem turbulenten und feuchtfröhlichen Abend, hat Julia aber schon wieder die Nase voll von Jason. Doch dann bekommt sie plötzlich immer wieder romantische SMS von einem mysteriösen Jungen namens Chris, den sie auf der Party getroffen hat - an den sie sich aber leider nicht mehr erinnert. Ausgerechnet Jason bietet Julia seine Hilfe an, mehr über diesen Jungen herauszufinden. Und so beginnt für die beiden eine Suche quer durch London.
Doch bald schon muss sich Julia fragen, wer denn nun ihr MTB ist. Chris? Mark? Oder ist es am Ende doch jemand völlig anderes?

Es dauert nicht lang und schon ist Julia in Meant to Be von Lauren Morrill Hals über Kopf in ein Gefühlschaos verstrickt. Für Julia ist das alles andere als einfach zu bewältigen, denn sie ist nicht nur ziemlich unerfahren, sondern auch ein kleiner Kontrollfreak. Sie hält sich an Regeln, hat gute Noten und ist stets durchorganisiert. Es ist also nicht unbedingt weiter verwunderlich, dass einige ihrer Mitschüler erst einmal nicht viel mit ihr anfangen können. Denn obendrein ist sie auch noch ziemlich voreingenommen und verurteilt andere gerne vorschnell. Gerade zu Anfang des Buches hatte ich deshalb mit ihrer Einstellung manchmal etwas zu kämpfen. Erst im Laufe der Geschichte - und durch Jasons Hilfe - schafft Julia es, aus sich heraus zu kommen und die Welt mit etwas anderen Augen zu sehen. Doch auch Jason ist alles andere als perfekt. Er ist in der Tat ein echter Clown und hat nur Unfug im Sinn. Bei Frauen jeden Alters kommt er mit seinem frechen und gleichzeitig attraktiven Aussehen aber immer gut an, was ihn bei seinem Schabernack nur ein Vorteil ist. Doch auch er hat eine tiefere Seite, die immer wieder hervorblitzt und ihn zu einem interessanten Charakter gemacht hat. Allerdings hat er es manchmal wirklich übertrieben, was seine Streiche anging und hat deshalb immer wieder Sympathiepunkte eingebüßt.
Zum Glück schafft es Lauren Morrill mit einem wunderbar witzigen und frechen Schreibstil aber immer, die Figuren am Ende doch sehr sympathisch darzustellen. Gerade Julia kommt oft in die absurdesten Situationen, die zwar vielleicht nicht sonderlich realistisch sind, dem Leser aber sicherlich mehr als einmal zum Grinsen bringen werden.

Für die Handlung selbst benötigt man ein wenig Geduld und Nachsicht. Denn nicht immer ist alles was passiert wirklich logisch. Es kommt zu jeder Menge Verwechslungen und Zufällen, die der Leser wahrscheinlich sehr schnell durchschauen dürfte, bei denen Julia aber lange im Dunkeln tappt. Das war zwar nicht unbedingt störend, aber doch irgendwie ein wenig arg naiv. Bis die Geschichte zu einem Ende kommt, hat sich ein riesen Kuddelmuddel gebildet, das Julia erst mal entwirren muss. Es wurden viele Fragen aufgeworfen und Streits geführt im Laufe des Buchs. Leider ist die Auflösung aber sehr knapp und für meinen Geschmack ein wenig flach und unbefriedigend ausgefallen. Nur auf den letzten 5 bis 6 Seiten wird wirklich über das gesprochen, was auf den restlichen 285 passiert ist und viele Fragen bzw. Streitpunkte bleiben unbeantwortet.

Deshalb ist Meant to Be von Lauren Morrill zwar alles in allem ein sehr witziges, leichtes und schönes Jugendbuch mit einem wirklich unterhaltsamen Schreibstil, aber eben leider auch nicht mehr. Am Ende fehlt der Geschichte ein wenig Tiefgang und das gewisse Etwas. Wenn man allerdings Lust auf leichte Unterhaltung hat, dann ist Meant to Be allerdings dennoch sicher einen Versuch wert. Auch Fans von Anna and the French Kiss / Herzklopfen auf Französisch könnte dieses Buch gefallen, auch wenn Meant to Be nicht ganz an den Charme von Stephanie Perkins Roman herankommen kann.

Über eine deutsche Veröffentlichung ist mir bisher noch nichts bekannt.

Außerdem ein herzliches Dankeschön an nef, die mir dieses Buch zum Geburtstag geschenkt hat. ;)

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