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08.

Feb 2014

Enthält Spoiler für die ersten drei Bücher der Bloodlines-Reihe.

Ihr ganzes Leben hat Sydney Sage nach dem Kodex der Alchemisten gelebt. Sie hat ihre Regeln befolgt und an das geglaubt, was ihr beigebracht wurde. Lange Zeit hat dazu auch gehört, alles Vampirische zu verachten und es als etwas Unnatürliches anzusehen. Doch durch ihren neuen Auftrag in Palm Springs, die Schwester der Moroi-Königin zu schützen, haben sich ihre Ansichten nach und nach geändert. Viele ihrer besten Freunde sind nun Moroi und Dhampire.
Jetzt hat sie allerdings noch den letzten und vermutlich waghalsigsten Schritt getan: Sie hat eine Beziehung mit einem Moroi begonnen. Doch Sydney und Adrian sind füreinander bestimmt und sie haben aufgegeben, sich dagegen zu wehren. Noch müssen sie ihre Beziehung aber geheim halten, denn wenn die Alchemisten davon erfahren würden, hätte das schlimme Konsequenzen für Sydney.
Das ist allerdings alles andere als einfach, denn gerade erst ist Sydneys Schwester Zoe zur Gruppe gestoßen. Und sie folgt den Regeln und Moralvorstellungen der Alchemisten bis ins kleinste Detail. Ausgerechnet ihre Schwester ist also die größte Gefahr, die Sydneys Doppelleben auffliegen lassen könnte. Doch das muss sie in Kauf nehmen - nicht nur für Adrian, sondern auch für ihre eigenen Überzeugungen. Sie steht kurz vor einem Durchbruch, mit dem sie Marcus und seiner Rebellengruppe große Dienste erweisen könnte und das will sich Sydney auf keinen Fall nehmen lassen. Selbst wenn sie dafür die schlimmste Strafe riskiert, die sie sich vorstellen kann: Die Umerziehungsanstalt der Alchemisten...

Und wie in The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz von Richelle Mead bald klar wird, gibt es kaum etwas Schlimmeres, als diese Umerziehung (engl. re-education). Man merkt sehr schnell, wie viel Angst Sydney vor diesem Schicksal hat - und das zu Recht, denn von den Alchemisten, die sich dieser 'Therapie' unterziehen mussten, bleibt nicht viel mehr, als eine leere Hülle übrig. Durch Sydneys Schwester Zoe wird alles nur noch schlimmer. Nichts ist ihr wichtiger, als ihren gefühlskalten Vater zu imponieren - auch nicht ihre eigene Schwester. Doch obwohl Sydney die Risiken absolut bewusst sind, kann sie ihre Vorhaben nicht aufgeben. Sie arbeitet an einer Möglichkeit die Wirkung des Tattoos, das den Gehorsam der Alchemisten sichern soll, aufzuheben. Außerdem führt Sydney zum ersten Mal ein Leben, in dem ihre eigenen Wünsche eine Rolle spielen. Sie hat endlich die akademische Freiheit, die sie immer wollte. Sie hat echte Freunde und es ist ihr ganz egal, dass sie Vampire sind. Sie hat in der Magie ihre eigentliche Berufung gefunden. Und sie hat Adrian. Ich hatte am Anfang der Bloodlines-Reihe ja so meine Zweifel, was Sydney und Adrian anging, aber mittlerweile haben sie mich absolut auf ihre Seite gezogen. So unlogisch es auch scheinen mag, dass ausgerechnet der Partyboy mit einem Hang zu Exzessen und die brave, propere Alchemistin zueinander finden, sind sie am Ende doch wie gemacht füreinander.
Ihre Liebesgeschichte nimmt dementsprechend viel Raum in der Handlung von The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz ein. Insgesamt fand ich das eigentlich sehr schön, besonders wenn man bedenkt, wie langsam sich ihre Beziehung bisher entwickelt hat. Trotzdem waren mir die ständigen Liebesschwüre doch irgendwann mal etwas zu viel. An meiner Meinung zu den beiden hat das zwar nichts geändert, dennoch schrammelten die beiden manchmal haarscharf am Kitsch vorbei.

Wirklich besonders macht The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz aber die zweigeteilte Perspektive. Denn dieses Mal wird die Geschichte abwechselnd aus Sydneys, aber auch Adrians Sicht erzählt. Wir wussten ja bereits ziemlich viel über ihn, seine Stimmungsschwankungen und den Einfluss, den Spirit auf ihn hat. Trotzdem ist dieser Einblick in sein Innerstes natürlich noch einmal etwas völlig anderes. Ich habe erst jetzt wirklich das Gefühl, ihn zu kennen. Auch über seine Ansichten zu seinen Kräften, Jill, Sydney und nicht zuletzt Rose erfahren wir eine Menge und bis zu diesem Zeitpunkt habe ich gar nicht gemerkt, wie sehr mir dieser Teil der Geschichte eigentlich gefehlt hat. Zwar sind seine Launen und teils sehr emotionalen Überlegungen manchmal ein wenig anstrengend, allerdings erfährt Adrian in The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz etwas über sich selbst, dass einiges über ihn und sein ganzes Wesen erklärt.

The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz von Richelle Mead ist eigentlich alles, was ich mir von diesem Buch erhofft hatte: Eine spannende Geschichte, viele neue Erkenntnisse bzw. Einblicke und natürlich eine große Portion Romantik. Sydney und Adrian machen große Fortschritte - sowohl persönliche, als auch in ihrer Forschung - und könnten damit vielleicht die Welt verändern...doch das wird ihnen natürlich alles andere als einfach gemacht.
Nach dem Ende von The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz kann Silver Shadows / Bloodlines: Silberschatten nun gar nicht schnell genug erscheinen. Auf Englisch erscheint der am 29. Juli 2014. Einen festen deutschen Erscheinungstermin scheint es bisher noch nicht zu geben. Vorher muss allerdings sowieso erst Bloodlines: Feuriges Herz am 3. April 2014 bei uns erscheinen.

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