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Cover The Glimpse englisch

London in nicht allzu ferner Zukunft. Ariana (Ana) Barber wird demnächst 18. An sich ein Grund zur Freude, doch für Ana entscheidet sich mit diesem Tag ihr weiteres Schicksal. Kommt bis zu ihrem Geburtstag die Verbindung mit dem ihr versprochenen Jasper Tarell zustande, kann sie weiter als sogenannte Pure leben. Andernfalls muss sie in die City umziehen und unter den sogenannten Crazies leben - für Ana bislang eine schreckliche Vorstellung. Selbst ihr Vater, der einflussreiche Nobelpreisträger Ashby Barber, könnte ihr dann nicht mehr helfen. Dabei ist Ashby einer derjenige, der an der Entwicklung des sogenannte Pure-Tests überhaupt erst beteiligt war: Ein Test, der zeigt, ob jemand frei von geistigen Krankheiten ist (Pure) oder aber eine von vielen mentalen Krankheiten in seinen Genen trägt (Crazy). Dummerweise ist genau das bei Ana der Fall. Ihre Mutter hatte Depressionen und somit gilt Ana als sogenannter Sleeper. Nach Meinung des Boards (der Aufsichtsbehörde der Pure) ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie sich in eine Active verwandelt.
Am Abend nach der offiziellen Bekanntmachung von Anas und Jaspers Verbindung, wird Jasper entführt. Kurz zuvor hat er Ana gegenüber Andeutungen gemacht, dass er in Gefahr sei. Schnell merkt Ana, dass an Jaspers Verschwinden nicht alles so ist, wie es zu sein scheint. Ana macht sie sich auf, Jasper zu suchen. Dabei führt ihr Weg geradewegs in die City und unter die Crazies...

Doch das Leben in der City ist überhaupt nicht so wie die Nachrichtenkanäle des Boards es Ana und den übrigen Pure weiß machen wollen: Die Crazies sind zwar teilweise krank, schlecht versorgt oder suchen Vergessen mithilfe von Drogen, doch niemand bedroht Ana, raubt sie aus oder wird ihr sonst wie gefährlich. Die wenigen Hinweise, lassen sie nach einem Gewissen Cole Winter suchen. Schließlich landet sie auf dem Hausboot seiner Familie und muss erfahren, dass Cole Winter gerade in Haft sitzt, aufgrund des Verdachts, Jasper Tarell entführt zu haben. Ehe Ana sich versieht, gerät sie in einen Strudel von Ereignissen und muss sich körperlicher und geistiger Gefahren erwehren...

Mit The Glimpse ist Claire Merle ein ziemlich beeindruckendes dystopisches Debüt gelungen. Allein die Tatsache, dass ihr futuristisches London sich in die wohlhabenden und mächtigen gesunden Pure und die armen, unterdrückten kranken Crazies unterteilt, macht das Setting des Buches ungewöhnlich. Natürlich gibt es inzwischen Jugendbuch-Dystopien und damit unterdrückende Regime wie Sand am Meer, aber mich hat das ganze Konstrukt sofort fasziniert. Hinzu kommt, dass Ana eine ungewöhnliche Heldin ist. Eigentlich privilegiert und reich, muss sie schon seit Jahren mit dem Makel zurecht kommen, dass sie ein Sleeper ist. Aus diesem Grund wird sie ständig vom Board befragt und - selbst wenn sie einmal ihre Ruhe hat - von ihrem Vater gedrillt: keine Gefühle und nur wenig Mimik zeigen, immer gewisse Antworten parat haben und niemals aus sich herausgehen. Einzig die Musik erlaubt es ihr, sich den ganzen Regeln auch mal zu entziehen und in der geistigen Wachsamkeit nachlassen zu dürfen. All das hat Ana bewusst gemacht, wie eingeschränkt ihr Leben eigentlich ist und so offenbart sich ihr dort, wo sie überhaupt nicht damit rechnet - unter den Crazies - zum ersten Mal ein Hauch von Freiheit. Als sie dann auf den, mit einer Vision geplagten Musiker Cole trifft, nimmt ihr Schicksal für immer einen anderen Lauf...

The Glimpse ist der erste Band eines Zweiteilers. Der Cliffhanger am Ende ist aber so, dass das Buch auch recht gut für sich alleine stehen kann. Trotzdem hätte ich am Liebsten gleich weitergelesen, wie es mit Ana, Cole, Jasper, Lila und Tamsin weitergeht, doch der zweite, noch unbenannte Band erscheint nicht vor dem Sommer 2013.
Kritisieren möchte ich allerdings, dass man die Anziehungskraft und Faszination zwischen Ana und Cole nicht so recht nachvollziehen kann. Sie verbringen nur wenig Zeit miteinander, davon kaum innige geistige Momente, sodass ich die Tiefe der Gefühle doch etwas überzogen fand. Aber Claire Merle konnte mich mit ihrer Art zu schreiben, insbesondere mit den Perspektivenwechseln, und ihrer oft sehr spannenden Story (ich sage nur Three Mills) wirklich fesseln. Obwohl das Buch nicht nur gute Kritiken bekommen hat, freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung.

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Cover Pakt der Hexen deutsch

Enthält Spoiler für #1 Bitten / Die Nacht der Wölfin, #2 Stolen / Rückkehr der Wölfin und #3 Dime Store Magic / Nacht der Hexen.

Vier Monate sind vergangen, seit es Paige und Lucas gelungen ist, Savannah aus den Fängen des Nast Cabal zu befreien. Seitdem leben sie gemeinsam in Portland. Lucas übernimmt weiterhin kleinere Aufträge, um anderen übernatürlichen Wesen ohne die nötigen finanziellen Mitteln zu helfen; Savannah besucht dort die Schule; und Paige versucht sich währenddessen ihren eigenen Hexenzirkel aufzubauen, nachdem sie von ihren eigenen Schwestern verstoßen wurde ? allerdings ohne Erfolg. Paige ist mehr als frustriert.
Und dann bekommt sie auch noch unerwarteten Besuch: Benicio Cortez steht vor ihrer Tür. Er ist das Oberhaupt des Cortez Cabal, so ziemlich der einflussreichste Mann in der übernatürlichen Welt ? und Lucas Vater. Paige weiß genau, dass sie nichts von dem glauben darf, was Benicio ihr erzählt, denn er will nichts anderes als Lucas im Familienunternehmen sehen. Dass dieser jetzt auch noch ausgerechnet eine Hexe zur Freundin hat, ist seinem Vater ein zusätzlicher Dorn im Auge. Doch was Benicio Paige zu berichten hat, lässt sie dann doch innehalten: Ein bisher unbekannter Täter hat mehrere Teenager brutal getötete und es fehlt immer noch jede Spur von ihm.
Paige und Lucas wissen genau, dass sie manipuliert werden, um näher mit den Cabal zusammen arbeiten zu müssen, doch in diesem Fall sind sie bereit, das über sich ergehen zu lassen. Denn der Täter ist noch lange nicht am Ende seiner Mordserie angelangt...

Vermutlich lässt sich die Geschichte von Industrial Magic / Pakt der Hexen, dem vierten Band der Women of the Otherworld-Reihe von Kelley Armstrong, dieses mal am besten als Mystery bezeichnen. Denn auch wenn es natürlich einen riesigen Fantasy-Anteil gibt, so nimmt die Geschichte um den kaum einzuschätzenden sowie offensichtlich übernatürlichen Mörder doch den größten Platz ein und sorgt dadurch natürlich mächtig für Spannung. Gleichzeitig bekommen wir viele Einblicke in die Otherworld und langsam aber sicher kann man sich sowohl von den Regeln und Gesetzen, als auch den Reaktionen der verschiedenen Rassen darauf,ein ziemlich gutes Bild machen.

Cover Industrial Magic englisch

Leider dauert es aber eine ganze Weile, bis die Geschichte in Fahrt kommt und erst einmal gilt es, eine Menge Kleinigkeiten und Sackgassen aus dem Weg zu räumen. Das war teilweise leider etwas ermüdend und hätte definitiv nicht so ausführlich behandelt werden müssen. Da das Buch mit knapp 600 Seiten sowieso schon das bisher längste der Reihe ist, hätten ein paar Kürzungen zu Beginn sicher für ein wenig mehr Spannung gesorgt.

Doch wenn der etwas schleppende Anfang erst einmal geschafft ist, wird man mit einem für die Reihe gewohnt wunderbaren Buch belohnt. Auch diese Mal lernt man wieder einige neue Charaktere kennen und lieben und - was für mich und vermutliche viele andere das Beste am Buch ist - es gibt ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten. Es macht riesigen Spaß all die verschiedenen Charaktere auf einem Haufen zu erleben. Außerdem werden dadurch einige schon fast vergessene Details wieder ins Gedächtnis gerufen, die man für den weiteren Verlauf der Reihe gut gebrauchen kann.

Insgesamt weiß also auch Industrial Magic / Pakt der Hexen nach einem etwas schwachen Start zu überzeugen. Kelley Armstrong schafft es spielend, den Leser mit ihrer Geschichte bei Laune zu halten und so wird die Welt um die Women of the Otherworld auch nie langweilig. Nicht zuletzt durch den humorvollen und flüssigen Schreibstil und die vielen neuen Ideen, die deutlich machen, dass der Autorin noch lange nicht die Ideen ausgehen, freue ich mich bereits auf die weiteren Bücher der Reihe. Und ich darf jetzt schon verraten, dass im nächsten Band Haunted / Nacht der Geister wieder ein recht überraschender Perspektivenwechsel ansteht.

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Cover Clash englisch

Enthält Spoiler für den ersten Teil, CRASH.

Lucy und Jude haben es geschafft. Egal, was alle von ihnen dachten und was sich ihnen in den Weg gestellt hat, sie haben zusammengehalten. Jetzt studieren beide im Staat New York (Jude in Syracuse und Lucy an der Juilliard). Sie sehen sich zwar nur am Wochenende, doch es funktioniert für sie. Doch das bedeutet nicht, dass es für die beiden einfach ist. Sowohl Jude als auch Lucy haben zu viel Temperament und so ist es unvermeidlich, dass es ab und zu zwischen den beiden kracht. Es ist eine Achterbahn der Gefühle.
Und so kommt es, dass sich bei Lucy langsam Zweifel einschleichen. Sie weiß, sie liebt ihn über alles und das wird sich nie ändern, aber sie fragt sich, ob sie gut füreinander sind. Ob Liebe so sein soll, dass man sich entweder euphorisch oder absolut erbärmlich fühlt. Als dann auch noch eine der Cheerleaderinnen von Judes Footballteam mehr als eindeutig ihr Interesse an Jude klarmacht, fährt Lucy die Krallen aus ? und treibt damit ihre Zweifel immer tiefer.

Nachdem ich CRASH zwar mit gemischten Gefühlen gelesen habe, insgesamt aber doch recht unterhaltsam fand, wollte ich mir natürlich auch nicht die Fortsetzung CLASH von Nicole Williams entgehen lassen. Und tatsächlich bleiben sich die Figuren sehr treu und man erkennt sie sofort wieder. Auch Lucys und Judes Geschichte entwickelt sich auf eine Weise, die sich natürlich und logisch anfühlt. Die Probleme, die sich ihnen in den Weg stellen, wirken ebenfalls sehr real und nachvollziehbar. Lucy und natürlich vor allem aber Jude haben ja beide eine schwere Vergangenheit hinter sich und sind deshalb nicht gerade die einfachsten Charaktere. Das ist es aber natürlich gerade was sie ausmacht. Es ist völlig natürlich, dass sie ihre Macken und Neurosen haben und genau davon lebt die Geschichte.
Leider hatte ich aber diesmal wieder ähnliche Probleme, wie mit CRASH. Zwar ist CLASH nicht ganz so übertrieben geraten, wie sein Vorgänger, allerdings gibt es auch diesmal wieder ein paar Dinge die ziemlich over the top sind. Diesmal handelt es sich dabei zum Großteil allerdings eher um Kleinigkeiten, die nicht ganz so auf Leben und Tod basieren. Allerdings geht?s schon mal sehr wild zu, wenn Jude und Lucy z.B. anfangen im Auto rumzuknutschen. Während es noch fährt. Und sie auf seinem Schoß sitzt. Es gibt noch einige weitere Beispiele, bei denen ein wenig mehr Bezug zur Realität schön gewesen wäre. So wie z.B. Judes Football Talent. Er spielt seit noch nicht einmal einem Jahr, ist aber jetzt schon der Held des Teams, hat Tausende von Fans (College-Football ist eine Riesensache in den USA) und muss nicht mal groß trainieren. Ähm ja.
Über die Übertreibungen hätte ich allerdings locker hinwegsehen können. Was mich viel mehr gestört hat, war ein Problem, dass ich ebenfalls schon im ersten Buch hatte: Lucy. Sie ist eine schreckliche Drama Queen. Zu Beginn war es noch in Ordnung und auch ihre Eifersucht gegenüber besagter Cheerleaderin war absolut gerechtfertigt. Doch als es mit der Zeit an die echten Probleme zwischen ihr und Jude ging, hat sie sich selbst das Leben schon sehr schwer gemacht, wo es nicht hätte sein müssen. Versteht mich nicht falsch, die Beziehung zwischen den beiden ist tatsächlich alles andere als perfekt und es richtig, dass sie daran arbeiten müssen. Doch Lucy tut nichts anderes als jammern, oder wegrennen. Oder streiten und wenn das passiert, wird sie richtig biestig und benimmt sich wie ein kleines Kind. Das hat auf die Dauer mächtig genervt. Doch auch Jude ist definitiv nicht ohne Makel. Er hat nach wie vor große Probleme mit seinem Temperament und der Verbindung seines Vaters mit Lucys Familie. Was das angeht benimmt er sich oft völlig irrational und ich kann da einfach seinen Standpunkt nicht begreifen. Eine angenehme Überraschung dagegen waren allerdings Lucys Eltern, die eine große Entwicklung durchgemacht haben und über die ich gerne mehr gehört hätte. Auch einige der anderen Nebencharaktere haben mir sehr gut gefallen, so z.B. einige von Judes Teamkollegen oder Lucys Mitbewohnerin, die manchmal die einzigen waren, die wirklich Sinn ergeben haben.

So schlecht war CLASH von Nicole Williams aber auch nicht. Gerade die erste Hälfte fand ich ziemlich gut und geradlinig erzählt und hatte einige sehr emotional geladene Szenen. Später neigt die Autorin zwar wie im ersten Buch CRASH schon wieder zur Übertreibung, sowohl was den Inhalt der Geschichte als auch die Hauptcharaktere angeht, unterhaltsam bleibt die Geschichte aber.

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Cover Abends um 10 deutsch

Frankie Parsons ist 12 Jahre alt und der Jüngste in einer eher seltsamen neuseeländischen Familie. Seine Mutter backt wunderbare Kuchen und Torten, verlässt aber nie das Haus. Sein Vater wird von allen - Familienmitglied oder nicht - nur Onkel George genannt. Seine Schwester Gordana ist ein besessener Fashion-Victim mit Kreischstimme und so gut wie nie Zuhause, da sie entweder arbeitet oder bei ihrem Freund Ben ist. Frankies älterer Bruder Louie ist Kurierfahrer einer Papierschredderfirma, hat ständig neue gewinnträchtige Geschäftsideen und kennt in der gesamten Stadt eigentlich Jeden. Die dicken Tanten Alma, Teen und Nellie kommen jeden Dienstag und Donnerstag zum Abendessen vorbei. Die Katze der Familie heißt Fettkontrolle.
Frankie selbst folgt einem geregelten Tagesablauf: Morgens stürmt er mit seinem Freund Gigs den Hügel hinunter - immer denselben Ritualen folgend: Nachmittags nach der Schule kümmert er sich darum, dass die notwendigen Lebensmittel im Haus landen, nebenbei zeichnet er alles, was ihm in seinem Leben so begegnet, insbesondere Vögel. Darüber hinaus führt Frankie Listen. Listen über alles, Blumensorten, Hunderassen, Edelsteine, Cricketschlagarten... das jedoch meist, um sich von seiner hartnäckigen 'Nagestimme' zu befreien. Das ist die Stimme, die Frankie Sorgen und Ängste einflüstert und die ihn regelmäßig abends um 10 zu seiner Ma ins Schlafzimmer treibt.

Doch dann kommt Syndey an seine Schule. Ein Mädchen, dass schon in mehr Ländern war, als sie zählen kann. Die zusammen mit ihren kleinen Schwestern, der lebenslustigen Mutter und ihren jeweiligen Männern und Launen folgt. Frankie und Sydney sind so verschieden wie man nur sein kann, dennoch verstehen sie sich einfach großartig. Doch über kurz oder lang muss Frankie sich eingestehen, dass nicht nur Syndey und ihre Familie so ihre Probleme haben - auch in seiner eigenen Familie liegt etwas schwer im Argen. Und nach und nach beginnt Frankie, Fragen zu stellen und dem Problemen auf den Grund zu gehen. Dass es noch mal schwieriger ist, sich mit den Antworten auf seine Fragen auseinander zu setzen, muss Frankie dann am eigenen Leib erfahren...

Cover The 10 PM Question englisch

Kate de Goldi hat mit The 10 PM Question / Abends um 10 einen bemerkenswerten leichten Jugendroman zum Thema Angststörungen geschrieben. Der nervös-spleenige Frankie, der seine Ma so innig liebt und dabei doch schwer daran zu kämpfen hat, da er ihr ähnlich zu sein scheint. Die barsche Gordana, die das Herz insgeheim aber doch am rechten Fleck hat, der keinem Flirt abgeneigte Louie, der arbeitswütige Onkel George, der, seine Geschwister verfluchende Gigs, die witzigen pokernden Tanten und die unkonventionelle Syndey mit ihrem großen glupschenden Augen - sie alle machen einem The 10 PM Question / Abends um 10 zu einem feinen und unverwechselbaren Lesevergnügen.
Doch die Tatsache, dass Frankies Ticks arg ausgebreitet werden, macht das Lesen auch immer wieder anstrengend. Er schweift bei seinen tagebuchartig erzählten Episoden immer wieder ab und verliert sich in Vogelbetrachtungen und ähnlichem. Hier fing ich beim Lesen an, öfter mal abzuschweifen oder mir zu wünschen, dass er doch mal zum Punkt kommen solle. Zum Glück waren diese Stellen nie zu lang, aber eben doch zahlreich vorhanden.
Fazit: Ein herzerwärmendes Buch, dem man die ein oder andere Abschweifung nicht krumm nehmen sollte.

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Cover Die zehn besten Tage meines Lebens deutsch

Alexandra Joan Dorenfield, kurz Alex, ist jung, erfolgreich - und tot. Sie wurde gerade von einem Auto überfahren, als sie mit ihrem Hund Gassi ging. Und als wenn das noch nicht ausreichend deprimierend genug wäre, ist es auch noch ein Mini Cooper, der ihr die Lichter auslöscht.

Kurz darauf befindet sie sich, samt ihrem geliebten Vierbeiner Peaches, im Himmel wieder und steht mit vielen anderen Verstorbenen in einer langen Warteschlange. Um sich die Zeit zu verkürzen beginnt sie mit den Mitwartenden Gespräche und erfährt so, wie die einzelnen Menschen gestorben waren. Da entdeckt sie weiter hinten in der Schlange einen unglaublich gut aussehenden Mann. Obwohl sie einige Menschen trennen, beginnen sie einen kleinen Flirt und ehe Alex sich versieht, hat sie sich in Adam, so heißt der süße Typ, verknallt.
Doch es gibt wichtigeres im Moment als den Traummann an der Himmelspforte. Nachdem sie den Check-In hinter sich hat, glaubt sie ziemlich einsam hier oben zu sein - doch weit gefehlt. Hinter der nächsten Tür warten schon ihre heißgeliebte Grandma und ihr Grandpa auf sie, dicht gefolgt von ihrem Onkel Morris. Sie ist überglücklich und glaubt sich im siebten Himmel. Wie recht sie damit hat, erfährt sie erst als sie ihr neues Domizil betritt.
Wer nach seinem Ableben hier oben ankommt, bekommt jeden Wunsch umgehend erfüllt. So ist es nicht verwunderlich, dass Alex zukünftig in ihrem Traumhaus mit zwei Schlafzimmern, einem begehbaren Kleiderschrank voller Designerklamotten und einem Whirlpool mit sagenhaften neun Düsen residieren wird. Um ihr Glück perfekt zu machen, ist man im Himmel immer frisch gestylt, hat keine gesundheitlichen Einschränkungen, kann essen was man will ohne davon dick zu werden und das Beste - alles ist selbstreinigend.
Als dann auch noch Adam im Haus nebenan einzieht scheint sie vor Freude zu platzen. Doch wie alles im Leben, gibt es auch im Tod nichts umsonst. Am nächsten Tag sitzt in ihrer Küche ihr Schutzengel Deborah, die sie ihr ganzes Leben lang vor Gefahren geschützt hat. Nur am Tag ihres Ablebens war sie damit nicht sehr erfolgreich. Sie erklärt der verdutzten Alex, dass es in ihrem Lebenslauf einige Unklarheiten gibt im Bezug auf ihre getroffenen Entscheidungen und das sie 14 Tage Zeit hat um einen Aufsatz zu schreiben, in dem sie die zehn besten Tage ihres Lebens niederschreibt und erklärt, wieso es dazu gekommen ist.

Alex ist außer sich vor Angst. Wenn ihr Aufsatz nicht gut genug erklärt, wieso sie reagiert und entschieden hat, wie sie es nun einmal getan hat, wird sie eventuell in einen anderen Himmel degradiert. Dort müsste sie in einer Wohnung in einem Wohnblock leben, sich ihr Essen selber zubereiten und sich auch sonst um alles selbstkümmern. Ihre heiß und innig geliebten Klamotten würden gegen ältere Saisonware ausgetauscht werden und auch Adam und Peaches würde sie dort unten nicht um sich haben. Denn Hunde landen immer im siebten Himmel und Adam müsste sich dann eine neue Frau an seiner Seite suchen. Nachdem alles jammern nichts bringt setzt sich Alex hin und beginnt mit ihrem Aufsatz. Sie beginnt sich mit ihrem, wenn auch kurzen, Leben auseinander zu setzen und lernt dabei verblüffende Sachen über sich. Aber wird es reichen? War ihr Leben erfüllend genug?

Cover The Ten best Days of my Life englisch

Adena Halpern hat eine sehr angenehme und leichte Art zu Schreiben. Man findet sich schnell in die junge Alex hinein und kann viele ihrer Gefühle gut nachvollziehen. Das Buch ist amüsant geschrieben und somit etwas, was sich gut in einem Rutsch durchlesen lässt. Man erlebt durch die 10 Tage Alex Leben mit und lernt sie und ihre Mitmenschen dadurch besser kennen. Ich habe das Gefühl, dass dieses Buch dem Leser vermitteln möchte, dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen sollte und sich nicht an das zu halten, was andere von einem Verlangen. Schlussendlich muss man schließlich selbst mit sich im Reinen sein. Ich kann das natürlich nur als Vermutung aufstellen, aber ich denke, dem einen oder anderen Leser wird es hier ebenso ergehen.

Nun ist natürlich die Frage, warum habe ich dem Buch nur 4 Sterne gegeben?
Mich haben ehrlich gesagt die vielen Wiederholungen genervt. Es wird mir am Anfang eindeutig zu oft darauf hingewiesen was sie jetzt trägt, von wem welches Kleid designt wurde, wer jene Tasche entworfen hat und wie sich das Geschirr jetzt schimpft. Das sind Sachen, die einem sicherlich gut veranschaulichen wie materiell Alex eingestellt ist, aber für mich war es für die Handlung völlig überflüssig. Und auch die Betitelung ihrer Person, während sie über ihr Leben berichtet. Ich will jetzt nicht verraten welche dies ist, denn das nimmt einiges vorweg, aber ich glaube, es wird einem schnell klar, wenn man das Buch dann selbst liest.

Ich danke an dieser Stelle einer lieben Kollegin dafür, dass sie mir dieses Buch geliehen hat.
Du hattest Recht, es entspricht nicht meinem Hauptbeuteschema, aber es hat mich gut unterhalten und war für Zwischendurch ein sehr netter Lesespaß.

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