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Cover Novemberschokolade

Lea Winter steht kurz vor dem Aus. Ihre geliebte Chocolaterie wirft nicht genug Gewinn ab um die Miete für den Laden, ihre Wohnung darüber und ihre beiden Angestellten zu bezahlen. Langsam gehen ihr die Vorräte aus und von der Bank bekommt sie ebenfalls keinen Cent mehr.
Sie liebt es Pralinen zu kreieren, in der Schokolade zu rühren und mit geschickter Hand Trüffel zu verzieren. Die Buchhaltung und Planung für einen eigenen Laden allerdings nicht.
So kurz vor Weihnachten hofft sie, dass ihre Vermieterin Frau Obermüller noch einmal nachgibt und ihr Aufschub gewährt, aber diese bleibt hart. Lea hat eine Woche Zeit um aus der Wohnung auszuziehen und sollte sie die Miete für den Laden nicht bald bezahlen, wird es schon bald einen weiteren Lieferdienst in Würzburg geben. Ihr Nachbar, der Italiener Fiurelli, wollte schon lange sein Angebot erweitern und wittert seine Chance.

Abgekämpft und fertig mit der Welt trifft sie auf Alessandro. Sie ahnt nicht, wer er wirklich ist und verliebt sich beinahe augenblicklich in seinen Duft: Orange, Basilikum und ein Hauch Rauch. Sie würde ihn am liebsten sofort in eine Praline verpacken, aber dazu fehlt ihr im Moment der Kopf.
Beim Entsorgen des Altpapieres fällt ein Flyer auf den Boden: Die Schwanenhotels suchen eine Praline für ihre Gäste. Etwas ganz besonders soll es sein und in einem Wettbewerb entschieden werden.
Lea war dieser Flyer gar nicht aufgefallen, aber Alessandro hielt ihr ihn wie eine Trophäe unter die Nase. Als Preis erhält der Gewinner 5.000 Euro. Damit könnte sie gut einen Teil ihrer Schulden bezahlen!
Vielleicht muss sie ihren Traum von der eigenen Chocolaterie doch noch nicht begraben.

Lea, die bei ihren Großeltern aufgewachsen ist, nachdem ihr Vater ums Leben kam, sehnt sich seit frühester Kindheit nach ihrer Mutter. Inzwischen ist es mehr ein leichtes Ziehen im Herzen, doch nach so vielen Jahren hat sie die Hoffnung beinahe aufgegeben. Sie würde zu gerne wissen, warum sie damals einfach abgehauen ist und sie nie besucht hat.
Bei der Suche nach Inspirationen für die Schwanenpraline landet sie auf der Seite einer TV-Show mit einem Spezial zu Hochzeitstorten mit Schwänen. Bingo!
Als sie jedoch das Bild des Teams hinter der TV-Show sieht, stockt ihr der Atem. Neben dem weltberühmten Chocolatier Sébastian Malineau steht die Frau nach der sie schon so lange sucht: ihre Mutter. Sie hatte sie wirklich gefunden.
Ob sie jetzt endlich Antworten auf ihre vielen Fragen finden würde? Lea will sie unbedingt treffen und ausgerechnet Alessandro kann ihr dabei helfen, denn er ist mehr als nur der Sohn des Italieners von nebenan.

Novemberschokolade ist der Debütroman von Ulrike Sosnitza und macht allein optisch schon einiges her. Ich liebe ja diese Haptik bei den gerillten Buchcovern.
Also Schokoladenjunkie musste ich natürlich zu diesem Buch greifen und ich war sehr gespannt wie es wohl sein würde.

Lea ist eine Person, die sich schlecht einschätzen lässt. Sie ist eine spezielle Frau, die ich kaum beschreiben kann. Auf der einen Seite ist sie kämpferisch und lebensbejahend, auf der anderen Seite nicht standhaft genug und schnell verschreckt. Die Liebe zur Schokolade hat sie von ihrem Vater geerbt, den sie bereits im Kleinkindalter verloren hat. Ihre Pralinen sind echte Handwerkskunst und ihr bisheriger Fixpunkt im Leben.
Die Sehnsucht nach ihrer Mutter scheint sie jedoch auszubremsen, was sehr schade ist.

Alessandro will ihr dabei helfen ihr Potenzial zu erkennen und auch einzusetzen, stößt dabei aber immer wieder an seine Grenzen. Bis auf seinen Duft, bleibt er charmant, aber etwas farblos.
Ich mochte am meisten Herlind. Vom Charakter her ist sie bodenständig und eine echte Bereicherung für Lea. Sie packt mit an, wenn es nötig ist, bedrängt aber niemanden.

Über das gesamte Buch ziehen sich immer wieder verführerische Pralinenbeschreibungen die es einem wirklich schwer machen nicht in den nächsten Laden zu rennen und einmal das gesamte Sortiment zu kaufen.
Wer ein kleines bisschen Spaß an Ofen und Herd hat, wird sich hier von ganz alleine Gedanken machen, wie man bestimmte Pralinen herstellen könnte. Die Beschreibungen der einzelnen Schritte sind detailliert genug um Lust darauf zu bekommen und ich renne seither mit einem Zettel durch die Gegend, auf dem ich mir verschiedene Variationen notiere.
Die Geschichte entwickelt sich über verschiedene Stadien und, Gott sei Dank, auch Lea. Sie bleibt sympathisch, findet aber immer mehr zu sich selbst. Das hat mir gut gefallen.

Die Thematik des Buches - Mutter verlässt ihr Kind - ist sehr schwierig. Und auch wenn ich am Ende ungefähr weiß warum Leas Mutter so reagiert hat, kann ich es doch aus menschlicher Sicht überhaupt nicht nachvollziehen. Das Buch regt in jedem Fall das Gedankenkarussell an.

Ich durfte Ulrike Sosnitza auf der lit.Love kennenlernen und finde sie sehr sympathisch. Eine Frau die Schokolade liebt - besser geht es wohl kaum! Ich bin schon sehr gespannt auf ihr nächstes Buch, das im neuen Jahr erscheint.

Einen lieben Dank an den Heyne-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung natürlich in keinster Weise beeinflusst.

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Cover Katie Fforde - Sommer der Liebe

Sian und ihr kleiner Sohn Rory sind aus London in den kleinen Vorort gezogen und richten sich gerade häuslich ein, als eine ältere Dame vor dem Gartentor steht. Fiona wohnt am Ende der Straße und wollte die neuen Nachbarn willkommen heißen und sich vorstellen. Sian ist gerührt und Fiona ist ihr sofort sympathisch. Selbst Rory, der eher schüchtern ist, fasst gleich Vertrauen und so ziehen die beiden gemeinsam durch den Garten während Sian sich um den Tee zum Kuchen kümmert.
Das kleine verwinkelte Haus gleicht einem Schlachtfeld, aber solange es draußen so schön ist, kümmert sich Sian lieber um den wundervollen Garten. Sie plant Obst und Gemüse anzubauen, damit Rory und sie viel selbst nutzen können und sie die alltäglichen Kosten gering halten kann. Sie hofft auch hier Fuß fassen zu können und für Kunden Möbel verschiedenster Art bemalen zu dürfen.

Fiona bewohnt ein großes Haus mit weitläufigem Garten und fühlt sich ziemlich einsam. Nachdem ihre erste große Liebe gestorben war, hat sie sich - auch wegen der Kinder - in eine neue Ehe gestürzt, die sie nicht nur Nerven gekostet hat. Nun ist sie jedoch schon lange allein, die Kinder sind ausgezogen und das große Haus ziemlich leer.
Auf einer Internetplattform versucht sie nun eine neue Bekanntschaft zu machen - das darf aber niemand wissen! So vertraut sich Fiona der neuen Nachbarin an und bittet sie um Rückendeckung, falls beim ersten Date etwas schief geht. Sian hilft natürlich gern und ist schon gespannt darauf, was Fiona von ihrem Date mit Robert berichten wird.
Der Tag ist gekommen, Fiona auf dem Weg zum Café und schon nach kurzem enttäuscht. Robert ist gut aussehend, charmant und freundlich, aber irgendwie reizt er Fiona gar nicht. Auch findet sie manche seiner Fragen etwas unangebracht. Trotzdem kommt es dazu, dass sie ihn zu ihrer Dinnerparty einlädt.

Sian hilft Fiona bei den Vorbereitungen zur Party, bevor sie sich umziehen geht. Das Essen ist fertig, die Dekoration auch und als die Gäste eintreffen, merkt sie schnell, dass sie hier in anderen Kreisen verkehrt als normal. Trotz allem fühlt sie sich wohl, bis von draußen Motorengeheul zu hören ist und kurz darauf ein Mann den Wintergarten betritt. Sian ist wie vor den Kopf geschlagen, als dieser Mann Fiona mit dem Wort 'Mutter' anspricht. Ihr entgleisen alle Gesichtszüge als Angus sie erblickt. Sie kennen sich, viel zu gut.
Vor ihr steht der Vater ihres Sohnes Rory, von dessen Existenz er überhaupt nichts weiß. Wie schon damals übt er eine ungeheure Anziehungskraft auf sie aus und auch seine Augen funkeln. Wie kommt sie da nur wieder raus?

Fiona merkt sofort das etwas nicht stimmt, aber ihr Instinkt sagt ihr, dass jetzt dafür nicht die richtige Zeit ist. Sie muss viel mehr sehen, dass sie Robert wieder los wird, der scheinbar Besitzansprüche auf sie erhebt. Während James, der reizende Inhaber eines kleinen Buchladens, ganz Gentleman die Weinauswahl des Dinners übernimmt. Vielleicht war die Sache mit dem Online-Dating doch keine so gute Idee. Ihr Bauchgefühl sagt ihr, dass Robert nicht zwingend an ihr als Person interessiert ist.
Manchmal liegt das Gute so nah, dass man es leicht übersehen könnte.

Summer of Love / Sommer der Liebe habe ich mir vor Jahren aus einer Kramkiste gefischt und dann durch Zufall noch mal als Hörbuch in der Bibliothek eingefangen. Kurzerhand habe ich es lieber gehört als gelesen und bin ganz begeistert. Die Sprecherin macht ihren Job wirklich gut und die Geschichte ist so richtig nett. Ich mochte die wichtigen Personen und die doofen Leute fand ich auch gleich entsprechend unsympathisch ;o) Man merkt ziemlich schnell worauf es am Ende hinausläuft, aber ich glaube es geht in diesen Büchern auch nicht um nervenzerfetzende Wendungen. Somit konnte ich mit Sian und Fiona mit fiebern und hatte am Ende ein Wohlfühlbuch.
Fiona mochte ich besonders gern. Sie hat eine wundervolle Art an sich und ein großes Herz. Dass sie auch im fortgeschrittenen Alter noch mal nach der Liebe des Lebens sucht finde ich großartig und auch die Art ist charmant.
Mein zweitliebster Charakter war James. Der ruhige Mann macht es einem leicht ihn zu mögen und wer will nicht auch eine Buchhandlung sein Eigen nennen?

Was mich beim Hörbuch etwas irritiert hat, war die Melodie am Ende einer CD. Der letzte Track wurde mit Musikuntermalung abgeblendet und es war teilweise schwer noch die Sprecherin zu verstehen. Da es keine weiteren Bücher von ihr vertont gibt, kann ich nun gar nicht herausfinden ob es bei anderen auch so wäre.

Dies war nun also mein erstes Buch von Katie Fforde, vielleicht läuft mir ja mal wieder eins über den Weg.

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Cover Manuela Inusa - Weihnachten in Cinnamon Falls

Cloe Jenkins und ihre Schwester Julie haben immer zusammengehalten, doch vor 4 Jahren hat Julie sie einfach verlassen. Cloe blieb allein mit ihrer krebskranken Mutter in New York zurück, während Julie dem Mann ihrer Träume in ein kleines Nest namens 'Cinnamon Falls' folgte. Cloe kann es ihr nicht verzeihen. Sie hätte so sehr jemanden gebraucht der ihr zur Seite steht und sie auch mal in den Arm nimmt, wenn es ihr alles zu viel wird. Seit sechs Jahren kämpfte ihre Mutter gegen den Krebs - erfolglos. Nun ist sie tot und Cloe ganz allein.
Der letzte Wunsch ihrer Mutter: sie soll Julie verzeihen. Aber kann sie das nach so langer Zeit?

Nachdem sie sich bereits um alles für die Beerdigung gekümmert hat, bleibt nur eins zu tun - Julie anrufen. Es ist komisch ihre Stimme zu hören und doch irgendwie schön. Vielleicht kann sie Julie verzeihen, aber Michael nicht. Dieser Mann hatte ihr ihre Schwester genommen, deshalb verbittet sie Julie ihren Mann mit nach New York zu bringen zur Beerdigung. Sie weiß im Grunde, dass es falsch und grausam ist, aber Cloe kann nicht mehr klar denken. Sie trauert und hat alles im Leben verloren. Was für einen Sinn hat ihr Leben jetzt noch?
Zu allem Überfluss stand Weihnachten kurz bevor und Cloe würde allein daheimsitzen. Sie hatte schon lange keine Freunde mehr und durch die Vollzeitpflege ihrer Mutter auch keinen Job, durch den sie Menschen hätte kennenlernen können.

Als Julie und Cloe gemeinsam die Asche ihrer Mutter in den Hudson River streuen, fühlt es sich fast an wie früher. Aber eben nur fast. Um das Andenken ihrer Mutter zu feiern, besuchen sie ihren Lieblingsitaliener und reden nach langer Zeit mal wieder Klartext. Natürlich hatte Julie nichts falsch gemacht - wie auch? Sie war ihrem Herzen gefolgt und Cloe hätte es vielleicht auch getan, wenn sie die Chance gehabt hätte.
Bevor Julie sich wieder auf den Heimweg macht, lädt sie ihre Schwester nach Cinnamon Falls ein, um gemeinsam Weihnachten zu verbringen. Natürlich hatte sie nicht vor die Einladung anzunehmen. Was sollte sie zwischen all den Menschen?

Aber einen Tag vor Heiligabend steht sie in tiefer Trauer und Verzweiflung mit einem Baumkuchen vor der Tür ihrer Nachbarin. Dass es nicht üblich ist Muslimen ein Weihnachtsgeschenk zu machen fällt ihr zu spät ein. Ihr Kreislauf versagt, sie kann sich kaum daran erinnern, wann sie das letzte Mal etwas gegessen hatte, und findet sich auf ihrer Couch wieder. Ihre Nachbarin hatte ihr einen Tee gekocht und kümmert sich liebevoll um sie. Da brechen alle Dämme und sie schüttet der armen Frau ihr Herz aus. Diese hat jedoch nur einen Rat und eigentlich kennt Cloe die Antwort auf ihr dringendstes Problem schon.
Bevor sie es sich anders überlegen kann macht sie sich auf den Weg - zu Julie.

Cloe hat ein wenig Angst wie die Familie reagieren wird. Schließlich hat sie sich in den letzten 4 Jahren gegen jeden Kontakt gewehrt. Was müssen die Leute nur von ihr denken? Aber nun war es zu spät. Je näher sie Cinnamon Falls kam, desto nervöser wurde sie. Mit dem was sie dort erwartet, hätte sie jedoch im Leben nicht gerechnet.

Weihnachten in Cinnamon Falls ist mein erster Weihnachtsroman in diesem Jahr und ich kann das Zimtaroma förmlich riechen. Nachdem es draußen langsam kalt wird, war dieser Kurzroman der richtige Einstieg und ich habe den kurzen Ausflug sehr genossen. Ein wenig musste ich mich an den Schreibstil gewöhnen, aber das ging recht schnell. Mit seinen knapp 120 Seiten ist das Buch etwas für zwischendurch.
Cloe ist kein Charakter den man sofort liebt, was auch mit an ihrer Einstellung ihrer Schwester gegenüber liegt. Julie hingegen mochte ich sofort und auch ihre Mutter Liz.
Eigentlich konnte ich mich mit allen Figuren anfreunden, bei Cloe hat es nur etwas gedauert.

Das Buch beginnt sehr traurig und wer sensibel ist, sollte es vielleicht nicht in der Öffentlichkeit lesen. Ich musste doch sehr mit mir kämpfen. Aber es geht bergauf und immer weiter in die richtige Richtung. Durch die Seitenzahl sind der Geschichte natürlich Grenzen gesetzt und so entwickelt sich einiges sehr schnell. Vielleicht zu schnell.
Am Ende wollte ich gerne wissen wie es denn nun eigentlich weitergeht, aber die Reihe besteht aus 6 Bänden und ich hoffe. dass man in den anderen Büchern noch etwas über die Figuren aus den vorherigen erfährt.

Mein erstes Buch der Autorin, aber sicher nicht mein letztes.

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Hotline of Love

06.11.2017
Cover Mia Brown - Hotline of Love

Louisa Silverman hat es endlich geschafft: sie ist geschieden. Nach nur wenigen Jahren Ehe mit dem erfolgreichen Unternehmer Bob Silverman steht sie vor dem Nichts. Bob hat um alles gefeilscht und Louisa am Ende kaum etwas gelassen. Was sie nun als erstes braucht ist eine eigene Wohnung. Aber wie soll sie die finanzieren? Ihren Model-Job hat sie nach der Hochzeit aufgegeben und ob ihr Körper noch für den Laufsteg oder wenigstens für Fotos taugt? Ja, sie hatte ein Kind bekommen und Taylor ist ihr ganzer Stolz, aber eigentlich hat sich ihre Figur kaum verändert.
Ein Anruf bei ihrem ehemaligen Agenten Kurt Logan sollte ihr Klarheit verschaffen. Nach ihrem Ausstieg damals hat er Gift und Galle gespuckt, sie war schließlich sein bestes Pferd im Stall. Ob er ihr verziehen hat nach so vielen Jahren?
Nach dem Telefonat war sie sich sicher - er hatte ihr verziehen. Wenn er es sie auch nie vergessen lassen würde, wie sehr sie ihn enttäuscht hatte. Trotzdem bekam sie beinahe umgehend eine Einladung von ihm zu einer neuen Show und wenn sie alles richtig machte, sollte das ihr Wiedereinstieg ins Geschäft werden.

Nur wenige Stunden später wusste sie eins - Männer verziehen nie! Kurt hatte sie nicht nur beschimpft, nein er wollte sie zu etwas zwingen, was sie nie tun würde.
Völlig aufgelöst strandet sie in ihrer neuen Wohnung - ihre beste Freundin Hanna McCourt hatte sie beinahe bekniet bei ihr einzuziehen und Louisa musste zugeben, etwas Besseres hätte ihr nicht passieren können. Hanna ist ihr Netz, denn immer wenn es ihr schlecht geht, weiß sie genau, ihre Freundin ist immer für sie da.
Die rothaarige und quirlige Hanna tröstet ihr Freundin und versucht ihr einen Schubs in die richtige Richtung zu geben. Seit 2 Wochen hat sie den perfekten Job, der auch für Louisa ein Klacks sein sollte. Was es genau ist rückt sie nicht heraus, macht Louisa aber so neugierig, dass sie schon am nächsten Tag mit Hannas altersschwachem Wagen durch die Gluthitze fährt und sich in der Agentur 'Love to go' vorstellen möchte. Hätte sie nur geahnt worum es sich dabei handelt!

Mrs. Sunshine, eine sympathische Afroamerikanerin nimmt Louisa als erstes die Scheu und direkt danach den Glauben an ihre Freundin Hanna. Eine Telefonsexagentur? Wirklich? Louisa ist empört. Mrs. Sunshine kann es ihr kaum verübeln, hofft aber, dass Louisa sich doch für die Agentur entscheidet. Sie wäre definitiv gut in ihrem Job.
Den Heimweg verbrachte Louisa brodelnd bis daheim dann die Bombe platzt und sie den ersten richtigen Streit mit Hanna hat. Diese hatte es nur gut gemeint, doch Louisa fühlt sich betrogen. Wie konnte ihr Hanna das nur antun? Erst Bob, dann Kurt und nun auch noch sie?

Einen Tag und viele Stunden des Nachdenkens später hat Louisa eingesehen wie falsch sie reagiert hat. Hanna wollte ihr nur helfen. Und was ist schon dabei? Es ist ja nur am Telefon. Aber ob sie das könnte?
2 Wochen später unterschreibt Louisa tatsächlich einen Vertrag bei Mrs. Sunshine und ist schon total aufgeregt - wie ihr erster Tag wohl sein wird?
Und dann ist es soweit. Ihr erster Kunde ist Brad und obwohl Lou alles andere als erfahren ist in Liebesdingen lügt sie dem einsamen Mann am anderen Ende der Leitung das Blaue vom Himmel herunter. Aber nicht nur er kommt auf seine Kosten, Louisa vibriert vor sexueller Lust und das liegt sicher nicht nur an ihrer eigenen Fantasie. Brad hat eine unglaubliche Stimme und ihr 'erstes Mal' wird so zu etwas ganz Besonderem. Dumm nur, dass nicht alle so sind wie er.
In den kommenden Wochen hat sie allerhand verschiedene Typen in der Leitung, aber sie merkt, dass sie immer mehr Kribbeln im Bauch verspürt, sobald sie seine Stimme hört. Was soll sie nur machen? Sie kriegt ihn einfach nicht aus dem Kopf - sehr zur Besorgnis ihrer Freundin Hanna. Sie und die anderen Frauen der 'Love to go'-Agentur wissen sehr genau, dass es dort draußen genug irre Menschen gibt. Aber Brad ist anders, oder?

Hotline of Love ist das zweite Buch von Mia Brown und es verspricht sowohl spannende als auch erotische Unterhaltung. Louisa ist unbedarft, naiv und ein wenig weltfremd. Sie geht immer vom Guten im Menschen aus - was an sich nichts Schlechtes ist, ihr aber so manches Mal eine böse Überraschung beschert. Im Laufe des Buches lernt sie dazu, aber so richtig gepackt hat sie mich nicht.
Dafür hat es mir Hanna angetan. Die quirlige Rothaarige ist einfach nur süß und steht mit beiden Beinen voll im Leben. Sie lässt sich nicht einschüchtern und geht ihren Weg. Davon sollte Louisa dringend lernen.

Am Anfang des Buches lernt man viel aus Louisas Leben, bevor es dann richtig mit der Geschichte losgeht. Sie sträubt sich erst ziemlich gegen die Hotline of Love, dabei ist das für sie die perfekte Lösung: Zeit für ihren Sohn und ein gutes Einkommen.
Die anderen Frauen der Agentur haben ebenfalls eine Geschichte zu erzählen und so bekommt der Roman eine gewisse Tiefe.

Mich konnte Hotline of Love begeistern und ich habe mich immer wieder auf meine Busfahrt gefreut, während der ich weiterlesen konnte =o) Der Schluss hat mich ein wenig überrascht, aber irgendwie passte es trotzdem.
Ich würde mir fast wünschen von den anderen Frauen noch mehr zu lesen. Na, Mia, wie wäre es? =o)

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Cover Marlenes Geheimnis

Nach dem Tod von Eva Auberlin machen sich ihre jüngste Tochter Viktoria und ihre Enkelin Christiane auf den Weg zum Bodensee. Der kleine Ort am Bodensee weckt viele Erinnerungen in Nane, die sich immer wieder Vorwürfe macht zu selten ihre Großmutter besucht zu haben. Nun ist es zu spät. Alles was ihr noch bleibt ist die Erinnerung und ihr Vermächtnis.
Eva hat ihrer Enkeltochter ihre Geschichte hinterlassen. In einem kleinen roten Büchlein hat sie fein säuberlich notiert, wie sie einst in Reichenbach aufgewachsen ist, wie ihr Vater, eigentlich Apotheker, nebenbei das Brennen beherrschte und wie ihre Mutter, einst die große Sängerin, ihre Trauer um das Karriereende im Alkohol ertrank.
Doch nicht nur das Leben von Eva breitet sich vor Nane aus. Sie erfährt viel über die Menschen von damals und muss einmal mehr erkennen, dass ihre Großmutter ein ganz besonders wunderbarer Mensch war. Nicht nur für ihre Familie, auch für andere.

Im Ort begegnet Nane ihrem Jugendfreund Simon. Sein Großvater, ein verschlossener und furchteinflößender Mann, ist nur kurz vor Eva verstorben und auch seine Kinder sind dabei sein Erbe zu sichten und zu ordnen.
Mit den Dokumenten und der endlosen Masse an Erinnerungen überfordert, bittet er schließlich Nane ihm zu helfen. Widerwillig lässt sich Nane für die Arbeit einspannen, doch Simon hat einen Köder. Denn im Nachlass von Hermann Bentele finden sich Ohrringe, die dieser einst für eine Frau angefertigt hat - für Eva Auberlin.

Nane, mit ihrem eigenen Leben völlig überfordert hat nun gleich mehrere Probleme: da wäre die kleine Hündin, die sie auf dem Weg am Straßenrand aufgelesen hat und der ihr Herz nun gehört; dann der ewige Streit zwischen ihrer Mutter Viktoria und deren Schwester Marlene; Evas Aufzeichnungen über ihr Leben und nun auch noch die Notizen von Hermann Bentele, die in Sütterlin geschrieben und somit für sie kaum lesbar sind. Der einzige Lichtblick ist Dr. Rossi. Der charmante Tierarzt hat Nanes Herz im Sturm erobert, auch wenn dies weder die richtige Zeit noch der richtige Ort war um sich über Männer in ihrem Leben Gedanken zu machen. Und eigentlich ist Dr. Rossi doch schwul, oder?

Während sie immer weiter in der Vergangenheit abtaucht und Evas Leben begleitet, scheint ihr eigenes Leben endlich ruhiger zu werden. Die Zeit bei Marlene tut gut und auch die kleine Hündin scheint alles daran zu setzen, dass Nane für einen Augenblick ihren Stress und ihre Sorgen vergisst.
Ob sie sich eines Tages trauen wird über ihr Versagen zu sprechen? Wann wäre der Zeitpunkt besser als jetzt? Doch Nane hat Angst. Angst vor Marlenes Reaktion und ihrer eigenen Courage. Was sie dann in Evas Aufzeichnungen entdeckt macht es ihr beinahe unmöglich ihrer Tante gegenüber normal zu bleiben. Darf sie Marlene auf ihre Vergangenheit ansprechen?

Der neue Roman von Brigitte Riebe fesselt den Leser auf zwei Zeitschienen. Wir beginnen im Hier und Jetzt mit Nane, die auf dem Weg zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva auch zum Teil vor sich selbst wegläuft.
Die zweite Zeitschiene beginnt 1938, kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges und erzählt Evas Leben. Beide Erzählstränge wechseln sich ab, was trotz des häufigen Wechsels nie verwirrend ist.

Eva ist ein starker Charakter, der schon früh lernen muss auf sich selbst und ihre Familie aufzupassen. Natürlich hatten wir alle Geschichtsunterricht und kennen zu einem Teil die Vergangenheit, aber durch Evas Geschichte wird es erst lebendig. Viele, die damals schon gelebt haben, wollen darüber heute nicht mehr sprechen. Zu grausam waren Krieg und Elend. So hat auch Eva erst nach ihrem Tod ihre Vergangenheit preis gegeben.
Christiane erfährt von den Strapazen der Nachkriegszeit, von Verlust und Trauer nur durch Evas Aufzeichnungen und lernt so auch ein Stück von sich selbst. Das hilft ihr, auf ihr eigenes Leben zu blicken und könnte ihr so helfen wieder Fuß zu fassen.

Auch und gerade über Marlene lernt der Leser viel. So einfach wie es am Anfang schien ist es nicht und das große Geheimnis um Marlene liegt in Evas Aufzeichnungen. Was sie mir am Anfang übrigens nicht sympathischer machte. Die ewige Anzickerei mit ihrer Schwester habe ich bis zum Schluss nicht verstanden
Christiane ist sympathisch, ein wenig grau, aber mit großem Potenzial. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist gut und nachvollziehbar. So macht es Spaß sich auf beide Hauptcharaktere einzulassen.

Das Buch fesselt und ziemlich schnell sind eine ganze Handvoll Seiten weggelesen, während man wissen will wie der nächste Abschnitt enden wird.
Sicherlich ist Marlenes Geheimnis ein Buch das zum Nachdenken anregt und vielleicht so manchen dazu bringt in sich zu gehen und zu entscheiden, was wirklich wichtig ist im Leben.

Einen lieben Dank an den Diana-Verlag für die Übersendung des Rezensionsexemplars.

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