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Cover Schmitz Häuschen

Auch Ralf Schmitz will endlich mal in die eigenen vier Wände. Nachdem er sich intensiv mit dem Immobilienmarkt beschäftigt hat steht fest - so geht das nicht.
Da kommt er unerwartet zu einem Häuschen. Seine Tante hat ihm ihr kleines, verwinkeltes Hexenhäuschen samt Abenteuergrundstück vermacht.
Um hier sein Glück als Eigenheimbesitzer zu finden, muss dringend etwas gemacht werden an diesem Schmuckstück.
Und damit geht der ganze Stress dann los ...

Ich selbst habe weder ein Haus gebaut noch eines umbauen bzw. renovieren lassen. Aber schon allein die Anmeldegenehmigung der Bauaufsichtsbehörde ist eine beinahe typische Odyssee durch den deutschen Bürokratendschungel.
Der Vergleich mit einem bekannten Zeichentrickfilm und 12 denkbar unlösbaren Aufgaben ist hier natürlich reiner Zufall ;o)

Bei ihm geht während der Renovierung wirklich alles schief was schiefgehen kann. Spätestens im Bad glaubte ich dann in einer ganz schlechten Episode von 'Versteckte Kamera' zu sein.
Irgendwie schafft Ralf Schmitz es trotzdem seinen Humor zu behalten und wer es bis zum Ende durchhält wird auch noch überrascht.
Für zukünftige Häuslebauer sollte dieses Buch eine Gute-Nacht-Geschichte sein. Es ist immer gut zu wissen was passieren könnte und die Eisberge gleich zu Umschiffen.

Ich habe mich köstlich amüsiert und war nur in einem Abschnitt sehr genervt. Gelesen wäre es vielleicht gegangen, aber im Hörbuch ausgepiepste Begriffe hören zu müssen und das ganze 6 Minuten lang grenzte knapp an Körperverletzung.
Wer Ralf Schmitz mag und sich mit dem Thema Hausbau, Hausumbau oder einfach nur mit einer nötigen Reparatur rumschlagen muss, sollte die Zeit für dieses Buch investieren. Am Ende macht man es vielleicht doch lieber selbst?

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Das Gut in der Toskana

Tags: Leben, Romantik
20.04.2017
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Das Gut in der Toskana

Allegras Leben hat eine Wendung genommen, die so eigentlich nicht gedacht und schon gar nicht gewünscht war. Statt die Welt zu bereisen und ferne Länder kennen zu lernen, hockt sie im tristen Deutschland und bearbeitet den Bürokram im Bestattungsunternehmen ihrer Eltern.
An ihrem 27 Geburtstag ändert sich das allerdings schlagartig. Ihr Großvater väterlicherseits hatte einen Schlaganfall. Da ihr Vater stark in das Familienunternehmen eingebunden ist, macht sich Allegra auf die Reise in die sonnige Toskana um ihrem Großvater zu helfen. Schon viel zu lange íst es her, dass sie ihn gesehen hat und so freut sie sich besonders.
Ihre Freude wird allerdings getrübt, als ihr Großvater alles andere als herzlich auf ihr Erscheinen reagiert. Was war nur aus dem warmherzigen und immer fröhlichen Mann geworden, der immer ein Lächeln in auf den Lippen trug?

Massimo brauchte dringend eine Pause von seinem aufreibenden Leben als Architekt. Im Moment hilft er seinem Onkel auf dem Gut aus, dass für Touristen ein Zufluchtsort für Entspannung, Lebensfreude und Kreativität ist. Er spielt den Fremdenführer und kümmert sich ein wenig um anfallende Arbeiten.
Als er versucht eines der kreativen Ergüsse eines ehemaligen Gastes wieder in seiner Verankerung zu fixieren, trifft er auf eine erneute Dame, die ihm am Wasser auflauert. Massimo weiß, dass er ganz gut aussieht und sein Charme bringt ihm nicht wenig Komplimente ein, aber nach Feierabend will er einfach nur seine Ruhe haben. Da fehlt es ihm noch, dass eine weitere liebeshungrige Touristin im Halbdunkeln über das Anwesen schleicht.
Aber anders als die anderen Damen seiner Reisegruppen, ist diese ziemlich kratzbürstig und ihm sofort unsympathisch.

Allegra kann es nicht fassen. Was bildet sich der Touristenschreck eigentlich ein? Sie des Grundstücks verweisen wollen, das ist ja wohl die Höhe. Und seine schnippischen Antworten kann er sich auch an den Hut stecken.
Ihr Großvater arbeitet schon ewig als Gärtner auf dem Gut und hat durch seine langjährige Freundschaft zum Besitzer des Anwesens ein lebenslanges Wohnrecht. Dies hatte er gehofft mit seiner geliebten Frau noch lange ausnutzen zu können, aber das Schicksal hatte anderes mit ihr vor.
Und nun muss er sich damit abfinden, dass er sich selbst nicht einmal mehr richtig anziehen kann, weil sein Körper ihm nicht mehr gehorcht. Das wurmt ihn und seine schlechte Laune lässt er vor allem an seiner Enkeltochter aus.
Allegra hat von ihrem Vater aber nicht nur das feurige Aussehen geerbt, nein auch ihr Temperament kann es mit jeder waschechten Italienerin aufnehmen und das muss nun auch ihr Großvater kennenlernen.

Massimo ist der Sohn, den sein Onkel Lorenzo nie kriegen konnte. Seine Frau ist schwer krank und nach dem Tod von Massimos Eltern haben sie ihn bei sich aufgenommen und ihn wie einen Sohn behandelt. Dass aus ihm ein erfolgreicher Architekt geworden ist macht beide sehr stolz. Nur seine Verlobte passt irgendwie so gar nicht zu ihm. Und das musste Massimo nun auch schmerzlich feststellen. Auf dem Gut will er den Kopf frei kriegen, aber so richtig gelingen will ihm das nicht. Ständig läuft ihm diese Kratzbürste über den Weg und ehe er sich versieht, ist sein Jagdtrieb erwacht.
Ob sie im Bett auch so wild ist? Er ist gewillt das heraus zu finden.
Aber erst muss er herausfinden, warum im Haus seines Onkels immer mehr Antiquitäten verschwinden.

Mit Das Gut in der Toskana brachte mich Margot S. Baumann aus dem frischen Deutschland in den sonnigen Süden. Auch wenn ich noch nie in Italien war, konnte ich es mir beim Lesen wunderbar vorstellen. Die ganzen Plätze, Bauten und selbst die Landschaft tauchten förmlich vor meinem inneren Auge auf. Es war wie ein Urlaub.

Allegra und Massimo könnten unterschiedlicher nicht sein und doch ziehen sie sich magisch an. Wenn die beiden aufeinander treffen fliegen die Fetzen und die Wortgefechte sind ziemlich unterhaltsam. Ich mochte beide Charaktere ziemlich gern, auch wenn ich Massimos Einstellung zu Allegra anfangs zweifelhaft fand. Aber irgendwie war klar, dass er das eigentlich nicht so meint. Deshalb war ich hier dann doch versöhnlich mit ihm.
Neben der spritzigen Liebesgeschichte gibt es eine Familiengeschichte um Massimos Onkel Lorenzo, die ziemlich spannend ist. Männer machen viel für die Liebe ihres Lebens und oftmals werden sie von ihrer Liebsten dann auch noch überrascht. Das fand ich so süß.
Grundsätzlich hat mir dieses Buch von vorn bis hinten Spaß bereitet beim Lesen. Das Setting ist toll, die Geschichte sowohl unterhaltsam als auch spannend und das Buch damit ein echtes Lesehighlight.

Bei manchen Büchern fällt einem gar nicht so richtig ein, warum es einem jetzt direkt gefallen hat - es ist einfach so.
Einen ganz lieben Dank an die Autorin für das Leseexemplar. Nun habe ich Feuer gefangen und muss unbedingt mal in die Toskana - nur nicht im Sommer ;o)

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Cover Das Erbe von Carreg Cottage

Lilian Gray kann es kaum glauben. Ausgerechnet ihr vermacht jemand ein kleines Pilgercottage auf der nordwalisischen Halbinsel Llyn. Das ziemlich vernachlässigte Cottage dient Pilgern zum Aufenthalt, auf ihrem Weg zur Insel Bardsey. Nicht immer ist ein Übersetzen über die tückischen Ströme möglich und manche Pilger müssen mehrere Tage ausharren, bis sie weiter reisen können.
Lilian ist eine gottesfürchtige Frau und fragt sich schon, warum sie Erbin des Cottages ist und vor allem - wer es ihr vermacht hat. Der etwas steife aber durchaus freundliche Notar Stanley Edwards hat den Auftrag Lilian bei der Abwicklung zu helfen und auch die nötigen Gelder fließen zu lassen um das denkmalgeschützte Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen. Den großzügigen Geber darf er allerdings nicht verraten und das wurmt Lilian.
Nach ihrem bislang rastlosen Leben an unzähligen Orten scheint es so, als wenn sie an diesem Ende der Welt zur Ruhe kommen könnte. Das Meer hat sie seit jeher gerufen und obwohl sie hier noch nie war, fühlt sie sich seltsam heimisch.

Viele der Dorfbewohner sind ihr gegenüber offen und freundlich - allen voran Collen Thomas, ein im Ort lebender Historiker. Seine ruhige und doch charmante Art machen es Lilian beinahe leicht sich bei ihm wohl zu fühlen.
Für die Arbeiten am Cottage braucht Lilian einen erfahrenen Handwerke und obwohl ihr beinahe jeder zum größten ortsansässigen Unternehmen rät, entscheidet sie sich für eine Empfehlung von Collen - Marcus Tegg. Der gutaussehende Tischler lässt Lilians Herz höher schlagen und macht aus dem Cottage nach und nach eine bewohnbare Behausung.

Doch nicht alle Menschen mögen die etwas ruppige Fremde in ihrer Mitte. Wie lässt es sich sonst erklären, dass in das Cottage jahrelang niemand einen Fuß setzt und als Lilian dort einzieht unerlaubt darin herumschnüffelt? Auch wird die tote Dohle nicht so ohne weiteres auf ihrer Türschwelle gelandet sein. Je mehr sich Lilian mit der Geschichte des Cottage befasst, desto mehr lernt sie über die teils dunkle Vergangenheit und auch über ihre eigene Herkunft.
Zusammen mit Collen, Marcus und ihrem Vierbeiner Fizz versucht sie Licht ins Dunkel zu bringen und begibt sich dabei auf gefährliches Terrain.
Wird sie das Rätsel um das Cottage lüften? Und kann sie ihren neuen Freunden überhaupt trauen?

Nach Ein Sommer in Wales und Sturm über dem Meer geht es mit Das Erbe von Carreg Cottage wieder an die raue Küste Wales. Lilian Gray ist kein spontaner Sympathieträger. Sie hat einen Dickschädel, ist sehr eigenbrötlerisch und vertraut in erster Linie sich selbst. Was ja an sich nicht schlecht ist. Ihre Kindheit war nicht einfach und ihre Eltern sehr streng. Schon früh hat sie sich von daheim losgesagt und ist in der Weltgeschichte herumgereist. Nie lange an einem Ort, um bloß nicht zu viel Bindung auf zu bauen. So macht sie es den neuen Menschen in ihrem Leben nicht gerade leicht an sich heran zu kommen.
Aber solch eine Figur ist auch mal erfrischend anders und irgendwie mochte ich Lilian dann doch ganz gern. Ihren kleinen Wadenbeißer Fizz übrigens ebenfalls.

Die Geschichte spielt zunächst in zwei Zeitzonen, aber in drei Perspektiven. Das ist am Anfang sehr verwirrend und hat mich so manches Mal in die Verzweiflung getrieben. Nach einer Weile verbinden sich zwei Stränge der Geschichte, so dass es nur noch das Heute und das Damals gibt.
Mir persönlich spielte dieses Buch zu Beginn zu viel in der Vergangenheit, ich wollte mich erst einmal mit der Gegenwart und Lilian anfreunden, bevor ich dann in der Vergangenheit einen im Glauben zweifelnden Mönch und eine einsame Kräuterkundige kennenlerne. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran dann aber doch.

Zu Beginn des Buches befindet sich ein Namensregister, was ich unsagbar praktisch finde, da Namen bei mir Schall und Rauch sind. So konnte ich immer mal wieder nach vorne blättern und schauen wer denn da jetzt mit wem eigentlich zu Gange ist.
Eine Karte der Gegend wäre zudem noch schön gewesen und irgendwie war ich da von den vorherigen Büchern verwöhnt ;o)

Dieses Buch verbindet stark den Glauben der Christen und den Glauben an die Muttergöttin. Wer sich mit beidem also nicht wenigstens ein bisschen anfreunden kann, könnte hier so seine Probleme haben. Mir selbst war es teilweise einfach zu viel 'Esoterik'. Aber das ist Geschmacksache und kam bei wiederum anderen Leser/innen sehr gut an.
Alles in allem war die Geschichte spannend erzählt und lässt am Ende ein paar Punkte offen. Hier wird es aber ein weiteres Buch geben, in dem diese Fragen dann sicherlich beantwortet werden. Da müssen wir uns aber noch etwas gedulden.

Einen lieben Dank an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar und das Team von www.leserunden.de für die Autorenbegleitete Leserunde.

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