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28.11.2016 ~ Mein Bericht zur lit.Love 2016 in München

Es ist endlich geschafft!

Der Bericht in zwei Abschnitten zum am 12.-13.11.2016 in München stattgefundenen lit.Love-Literaturfestival ist online. Es hat ein wenig gedauert, aber nun könnt ihr lesen, was mir so auf der lit.Love passiert ist =o)

Hier geht es zu den Berichten:

Tag 1 der 'lit.Love 2016' in München am 12.11.2016

Tag 2 der 'lit.Love 2016' in München am 13.11.2016

Viel Spaß beim Lesen =o)

Liebesromanverrückte Grüße,
euer Buchjunkie nef

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Cover Wrapped Together

Für jemanden wie Hollis ist Weihnachten nicht gerade die schönste Zeit des Jahres - zu viele Menschen, zu viel Trubel und zu viel Kitsch, den er soweit wie möglich von seinem edlen Schreibwarenladen in Portland fernhalten will. Dazu kommt, dass er vor drei Jahren im Dezember seine Eltern verloren hat und dass ihm deshalb der Sinn alles andere als nach Weihnachten steht, ist daher nur allzu verständlich.
Doch manche Leute sind der Meinung, dass Hollis nun genug getrauert hat, unter anderem seine eigene Schwester - und Sawyer, der ebenfalls einen Laden in Hollis Nachbarschaft hat und den er bereits sein Kindertagen kennt.
Nun scheint Sawyer festentschlossen zu sein, Hollis in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Hollis schwant Böses, denn wenn Sawayer sich erst mal etwas in den Kopf gesetzt hat, bekommt man ihn nur schwer wieder los. Und wenn es etwas gibt, worauf Hollis keine Lust hat, ist es auf Biegen und Brechen mit Weihnachtsstimmung bombadiert zu werden, auch wenn das bedeutet von allen Grinch oder Scrooge genannt wird.
Außerdem erträgt es Hollis nicht, so viel Zeit mit Sawyer zu verbringen, der mit seiner lauten und geselligen Art das genaue Gegenteil von ihm ist. Wenn er ehrlich mit sich ist, hat das aber wenig mit ihren gegensätzlichen Charakteren zu tun, sondern mehr mit der Tatsache, dass er seit der Schulzeit eine Schwäche für Sawyer hat. Doch Hollis weiß, dass die beiden niemals eine Zukunft hätten...

Wrapped Together von Annabeth Albert war die erste Weihnachtsgeschichte, die ich dieses Jahr gelesen habe und sie versetzt einen wirklich gleich in die richtige Stimmung. Sawyer schleppt Hollis zu so ziemlich jeder weihnachtlichen Attraktion, die Portland zu bieten hat, und so bekommt man auch als Leser jede Menge weihnachtlicher Atmosphäre ab, wenn die beiden sich zum Beispiel die Lichtershow im Zoo oder die Gingerbread-Stadt im Benson Hotel anschauen.
Doch das ist erst der Anfang von Sawyers Plänen für Hollis. Die beiden sind zusammen aufgewachsen und ob Hollis es gefällt oder nicht, Sawyer kennt ihn und weiß genau, wie er ihn motivieren kann. Es ist außerdem ein offenes Geheimnis zwischen den beiden, dass es bereits seit geraumer Zeit zwischen ihnen knistert. Doch Hollis weiß, dass Sawyer nie lange bei einem Mann bleibt (dafür hat er zu viele davon über die Jahre kommen und gehen gesehen) und dass so gut wie nichts seine Aufmerksamkeit lange halten kann. Das Letzte was er will, ist ein weiteres abgelegtes Hobby für Sawyer zu werden. Allerdings gelingt es Hollis nicht sehr lange, seinem Charme zu widerstehen – was verständlich ist, denn Sawyer bemüht sich dermaßen niedlich und ehrlich um ihn, dass man ihm nur die Daumen drücken möchte.
Dadurch, dass sich die beiden schon seit Jahren kennen, ergibt sich eine sehr schöne Dynamik und Stimmung zwischen ihnen und obwohl das Buch mit 112 Seiten sehr kurz ist, bekommt man keine Sekunde das Gefühl, dass sich die Dinge hier zu schnell oder unrealistisch entwickeln. Sowohl Sawyer, aber vor allem natürlich Hollis arbeiten eine Menge Dinge aus ihrer Vergangenheit auf, nicht nur miteinander, sondern allgemein was ihr Leben angeht. Das verhindert, dass Wrapped Together allzusehr in weihnachtlichen Kitsch verfällt.
Dafür sorgen außerdem noch die doch recht häufigen Sexszenen, in der Hollis und Sawyer zum ersten Mal ihre (sehr harmlosen) Kinks (also etwas ungewöhnlichere sexuelle Vorlieben) ausleben können. Von der Menge her hätten es meinetwegen ruhig ein paar Sexszenen weniger sein können; vom Inhalt her sind sie aber sehr geschmackvoll und heiß gelungen und haben immer einen emotionalen Unterton oder eine Bedeutung, was mir sehr gut gefallen hat, denn auch die Handlung selbst hat dadurch etwas dazugewonnen.

Deshalb ist Wrapped Together von Annabeth Albert eine wirklich gelungene kleine, weihnachtliche Liebesgeschichte, die Lust auf mehr macht und die einen in echte Weihnachtsstimmung versetzt.

Wrapped Together erscheint am 6. Dezember 2016.

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Cover Nora und die Novemberrosen

Nora lebt mit ihrer kleinen Tochter Fanny in einem 4 Parteienhaus in Berlin und arbeitet in einem Baumarkt in der Blumenabteilung. Arbeitete, sollte man wohl sagen, denn ihr war fristlos gekündigt worden, weil sie bei einem eher befremdlichen Beratungsgespräch nicht das gewünschte Ergebnis lieferte. Aber Nora konnte mit diesen Banausen einfach nichts anfangen. Wer kommt denn bitte auf die Idee im Frühling einen Herbstblüher in die Balkonkästen pflanzen zu wollen? Da musste ihre Gärtnerseele rebellieren. Dumm nur, dass ihre Kundin nicht einfach irgendjemand war, sondern vom Chef auf sie angesetzt.
Da steht Nora nun, arbeitslos, alleinerziehend und vom Leben enttäuscht. Aber sie hat immerhin noch ihre guten Freunde und Nachbarn Udo, Margarete und Ellie. Allesamt bilden sie eine Gemeinschaft im Mehrgenerationenhaus, die vor allem der kleinen Fanny zu Gute kommt.

Nora traut sich kaum ihren Freunden von ihrer plötzlichen Arbeitslosigkeit zu erzählen, als auch noch ein Brief vom Hauseigentümer im Kasten landet. Er kündigt umfangreiche Veränderungen an und einige Einschränkungen. Schon gehen die Überlegungen los, was er wohl wollen könnte. Der erwähnte Ansprechpartner lässt auf einen Investor schließen, der alte Häuser aufkauft, abreißen lässt und auf dem vorhandenen Grund neue Luxusobjekte hoch zieht.
Verliert Nora jetzt etwa nicht nur ihren Job, sondern auch noch ihre Wohnung samt ihrer geliebten Freunde?

Um ein wenig abzuschalten und einfach mal raus zu kommen, schlägt Ellie ein Picknick in Brandenburg vor. Also machen sie sich zu fünft in Udos Auto auf den Weg. Durch Zufall landen sie in einem kleinen Ort und finden ein verwildertes Grundstück, dass es ihnen sofort angetan hat. Fanny allen voran nutzt ihren Entdeckergeist und findet im hinteren Eckchen eine kleine Höhle, in der sie fortan zu finden ist. Während Nora sich vor allem die Pflanzen und Beete anschaut, fangen die anderen schon einmal an die Terrasse nutzbar zu machen und Udo lässt es sich nicht nehmen und beschaut sich Haus und Nebengebäude.
Nora ist fasziniert. Sie stehen hier in den Resten einer alten Gärtnerei. Wem diese wohl mal gehört hat?
Fanny hat es sich zur Aufgabe gemacht verschiedene Dinge zu sammeln und findet einen Fetzen Papier mit einem Namen und einigen Zahlen darauf. Finden sie so vielleicht heraus wem die Gärtnerei gehört?
Die Liegenschaftsverwaltung soll ihnen helfen und dank Udo bekommen sie aus der Bearbeiterin auch einiges heraus.

Allen ist klar, das verlassene Grundstück könnte ihr kleines Stück Urlaub vom Stress der Stadt sein und vielleicht sogar eine Zukunft für die Gemeinschaft. Aber wird ihnen das Grundstück auch bleiben? Oder wird das Land Brandenburg jetzt seinen Finger drauf legen?

Nora und die Novemberrosen ist eigentlich eher ein Buch für den Frühling wie ich finde. Nora weckt mit ihrem Wissen über einfach jede Pflanze den Gärtnerwunsch auf dem kleinsten Balkon. Zwar kann ich mit den ganzen Namen nichts anfangen, aber es klingt schon toll.
Ihre Leidenschaft ist ansteckend. Leider hat sie die bei der Jobsuche nicht. Da scheint sie wie eine Blockade zu haben. Das liegt wohl auch mit am Grundstück. Alles was sie immer gesucht hat ist dort - und bald auch noch viel mehr.

Ihre Freunde haben jeder für sich eine eigene kleine Geschichte. Udo hat seine Frau an den Krebs verloren, Ellie vermisst ihren Stiefsohn, der sich nicht bei ihr meldet und Margarete ... Margarete ist eine Frau für sich. Sie fühlt sich eigentlich wohl wie sie ist. Sie braucht Strukturen, aber bald merkt auch sie, ohne geht es auch.
So nach und nach erblüht jeder der Freunde ein Stück mehr und mit ihnen der vergessene Garten in der Mark Brandenburg.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ich konnte mich prima einfinden und habe mit allen für sich mitgefiebert. Am liebsten hatte ich natürlich Fanny, sie ist einfach Zucker.
Mit ihrer Neugier bringt sie Leben in die Gemeinschaft und hält sie auch zusammen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die mystischen Elemente. Die habe ich einfach nicht erwartet und so haben sie mich etwas dabei gestört der Geschichte zu folgen. Zwar verbinden sie Dinge und Gegebenheiten, aber das war mir dann doch etwas zu viel.

Ich möchte mich ganz herzlich beim Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

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Cover Illuminae

Auf dem winzigen Eis-Planeten Kerenza irgendwo in einem entlegenen Winkel des Alls hat der Megakonzern WUC eine illegale Mine, in dem er einen seltenen Rohstoff bergt. In der Kolonie, die dort aufgebaut wurde, leben mittlerweile tausende von Menschen. Es gibt Schulen, ein U-Bahn-Sytstem und viele verschiedene Geschäfte. Hier wachsen Kady und Ezra auf, die gerade ihr letztes Schuljahr abschließen und überlegen, wie es nach der Schule für sie weitergehen soll. Die beiden waren das letzte Jahr über ein glückliches Paar– doch heute morgen haben sie sich nach einem Streit getrennt.
Ansonsten hat der Tag angefangen wie jeder andere auch - zumindest bis die Kolonie von mehreren Raumschiffen angegriffen wird. Als die Leute langsam begreifen, was hier passiert, können sie nicht glauben, was sie da vor sich geht: Der rivalisierende Konzern BeiTech scheint die illegalen Minen übernehmen zu wollen und schreckt nicht davor zurück alles und jeden dem Erdboden gleich zu machen, um das durchzusetzen.
Einigen wenigen Glücklichen gelingt die Flucht zu drei Raumschiffen, die ein paar tausend Menschen exakuieren können und sich auf den Weg durchs All machen, um zumindest diese Leute zu retten und dem UTA (United Terran Authority - die Aufsichtsbehörde der Erdregierung) zu berichten, was BeiTech da gewagt hat. Doch BeiTech hat noch nicht aufgegeben und schickt ein Raumschiff hinterher, um auch die letzten Zeugen und Überlebenden zu beseitigen, so dass keine Spuren von der feindlichen Übernahme bleiben.
Ezra und Kady gehören zu den wenigen Überlebenden und befinden sich momentan auf zwei verschiedenen Schiffen. Je mehr sie allerdings über das Leben an Bord und die waren Zustände auf den Raumschiffen herausfinden, umso klarer wird ihnen, dass sie einander brauchen, um heil aus der Sache raus zu kommen und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Denn die sieht alles andere als rosig aus: Ein furchtbarer Virus hat sich entwickelt, der zu einem großen Problem in diesen engen Lebensverhältnissen werden kann. Und dass die künstliche Intelligenz AIDAN, die das Hauptschiff Alexander leitet, nicht mehr so unter der menschlichen Kontrolle steht, wie sie eigentlich sein sollte, bedeutet noch ganz andere Gefahren...

Das waren jetzt jede Menge Informationen zu einer Geschichte, die man eigentlich gar nicht in Worte fassen kann. Illuminae von Amie Kaufman und Jay Kristoff ist ein Buch, wie ich es noch nie zuvor gelesen habe, allein schon, was das Format angeht. Nach allem, was mit und auf den Raumschiffen passiert ist, hat sich jemand die Arbeit gemacht, das gesamte Geschehen anhand von Bordberichten zu entschlüsseln und in Reihenfolge zu bringen und als eine große Akte zusammen zu stellen. Also lesen wir das gesamte Buch in Form von Berichten, Mitschriften, gehackten Chats, belauschten Telefonaten usw. Die Kreation dieses Buchs muss eine riesige Menge Arbeit gewesen sein, denn jede Seite ist anders; nicht nur von der Art und Weise der Berichterstattung, sondern auch ganz allgemein vom Seiten-Design. Die beiden Autoren haben hier wirklich einen riesigen Aufwand betrieben, der sich gelohnt hat (siehe z.B. Foto unten rechts).
Ich muss allerdings zugeben, dass ich am Anfang etwas besorgt war, ob bei dieser Vorgehensweise die persönliche Ebene nicht ein wenig zu sehr auf der Strecke bleiben könnte, falls das alles trockene Berichte sein würden - aber meine Sorge war glücklicherweise vollkommen unbegründet. Amie Kaufman und Jay Kristoff haben diese Geschichte auf geniale Weise erzählt und auch auf emotionaler Ebene hat mir Illuminae richtig gut gefallen. Viele verschiedene Leute kommen hier auf die ein oder andere Art zu Wort und so springt der Stil zwischen nüchtern und sachlich, normalen Dialogen und fast schon poetischen Passagen hin und her, was zu einer einzigartigen Mischung geführt hat.
Auschnitt Illuminae Die Geschichte folgt allerdings hauptsächlich Ezra und vor allem Kady, die ihr Talent am Computer and als Hackerin bereits schon auf Kerenza unter Beweis gestellt hat und was ihr auch an Bord des Raumschiffs immer wieder gute Dienste erweist. Die beiden Autoren haben es wirklich sehr geschickt angestellt, dass man ihre Figuren ins Herz schließt, obwohl es kein klassischer Roman ist, bei dem man stets über die Gefühle der Figuren Bescheid weiß. Und trotzdem habe ich einige Tränen vergossen im Laufe dieses Buchs.
Ebenfalls phantastisch sind die Twists und Wendungen. Es gibt da eine spezielle Szene, bei der ich einfach nicht fassen konnte, was mir das Autoren-Duo da gerade angetan hat. Aber es war so ein genialer Schachzug, dass ich ab diesem Moment das Buch nicht mehr zur Seite legen konnte. In diesem Buch kann alles passieren und das haben Amie Kaufman und Jay Kristoff voll ausgenutzt.

Die Art und Weise wie diese beiden Autoren ihre Geschichte aufgebaut und umgesetzt haben kann man wirklich kaum beschreiben, man muss es einfach selbst lesen. Amie Kaufman und Jay Kristoff haben mit Illuminae ein geniales Buch erschaffen, das ich niemals vergessen werde und das sich selbst in meine All-Time-Top-10 katapultiert hat. Ich kann gar nicht oft genug sagen, dass dies ein Buch ist, das man selbst erleben muss. Wenn euch also die Geschichte auch nur ein kleines bisschen interessiert kann ich euch nur raten: Greift zu!
Ganz ist die Geschichte aber noch nicht vorbei. Auch wenn Illuminae im Grunde keinen Cliffhanger hat gibt es doch noch eine Menge Dinge, die zu klären wären - und einiges davon wird in Gemina (keine Rezension), dem zweiten Teil der The Illuminae Files Reihe, aufgegriffen. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten dieses Buch in Händen zu halten.

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