Buchjunkies


Rezensionen Empfehlungen Autoren Reihen Tags Rezensionsarchiv


Rezensionen

956 - 960 von 1385 Rezensionen auf der Seite.

Cover Libellenprinzessin Deutsch

Taoshira, von ihren Freunden Tashi genannt, ist eine von den vier Prinzessinnen der Inseln der Blauen Sichel, einem Land, das bekannt für seine merkwürdigen Traditionen, aber auch eine starke Schiffsmacht ist. Wie Tashis Land ist auch das Königreich Gerfalien unter ständiger Gefahr, von Brigadien und seinem mächtigen Tyrannen Fergox angegriffen zu werden. Deshalb soll ein Bündnis zwischen Gerfalien und den Inseln der Blauen Sichel entstehen und durch eine Hochzeit gestärkt werden. Ramil, der Prinz von Gerfalien, und Tashi sollen sich das Ja-Wort geben. Es gibt nur ein Problem: Sie hassen sich auf Anhieb. Ramil ist für Tashi nichts weiter als ein ungehobelter Wüstling. Und für Ramil ist die Prinzessin ein emotionsloses, unterkühltes Weibsstück.
Doch bevor Tashi und Ram ihre Verlobung endgültig wieder lösen können, werden sie entführt und zu niemand anderem gebracht, als Fergox höchstpersönlich. Geschlagen, erniedrigt und allein müssen sie sich ihrem Feind stellen. Und der hatte vor allem in Tashis Geschichte schon viel länger die Finger im Spiel, als sie dachte.

Auf ihrem Weg durch das fremde, feindliche Land, bei verschiedenen Fluchtversuchen und im Kampf gegen Fergox lernen Ram und Tashi viele neue Gefährten kennen, u. a. den stärksten Mann der Welt, die beste Kämpferin, die sie je gesehen haben und einen Meisterspion der etwas anderen Art. Außerdem stellen sie fest, dass sie sich vielleicht ineinander doch mehr getäuscht haben, als sie sich eingestehen wollen.

Vor allem die vielen bunten Charaktere und die sich nur langsam anbahnende Freundschaft zwischen Ramil und Tashi waren, was mir an Dragonfly / Libellenprinzessin von Julia Golding besonders gut gefallen hat. Die beiden haben allen Grund sich am Anfang nicht ausstehen zu können. Tashi ist vor lauter Riten und Pflichten, die sie für ihre Göttin zu erfüllen hat, tatsächlich alles andere als emotional und herzlich. Ebenso zeigt Ramil sich nicht von seiner besten Seite. Ihm schmeckt es gar nicht, dass er gegen seinen Willen verheiratet werden soll und beleidigt Tashi und ihre Herkunft, wo er nur kann. Umso schöner ist es dann, wenn sie hinter die Fassade des jeweils anderen schauen.
Trotzdem ist die Liebesgeschichte relativ nebensächlich in diesem Buch. Vielmehr liest es sich wie eine klassische High Fantasy Geschichte - und das obwohl es weder Zauberei, noch magische Wesen gibt. Dafür sind die verschiedenen Kulturen und die unterschiedlichen Figuren und Abenteuer aber so phantastisch geraten, dass es sich nun einmal wie Fantasy anfühlt. Es gibt waghalsige Fluchten, mutige Pläne und die ungewöhnlichsten Spione und Verbündeten. Die Bösewichte sind nicht nur machthungrig, sondern auch religiöse Fanatiker, was der Geschichte zusätzlich einen besonderen Anstrich verleiht. An Spannung und Tempo fehlt es in Dragonfly / Libellenprinzessin also nie.

Cover Dragonfly Englisch

Womit ich mich allerdings nicht wirklich anfreunden konnte, war der Schreibstil. Der ist für meinen Geschmack zu einfach und schlicht gehalten. Zwar lässt sich Dragonfly / Libellenprinzessin dadurch sehr leicht und flüssig lesen, gleichzeitig wirkt es aber auch fast schon kindlich, was ganz und gar nicht zu der Geschichte passt. Das liegt neben dem simplen und recht knappen Stil auch daran, dass es viele Situationen gibt, die sehr einfach gehandhabt werden. Die Helden schmieden z.B. Pläne und die klappen meistens auf Anhieb einwandfrei, was manchmal einfach unrealistisch wirkt.
Die Geschichte ist aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Grundsätzlich ist das eine gute Sache, denn so begleitet man sowohl Ram als auch Tashi, die nicht immer gemeinsam unterwegs sind. Auch, dass man dadurch auf dem Laufenden gehalten wird, was an den Heimatfronten passiert, ist nicht schlecht. Störend fand ich allerdings, dass die Perspektiven auch innerhalb eines Kapitels oder sogar eines Abschnitts wechseln. Das war teilweise etwas verwirrend und hat Charaktere mit einbezogen, deren Perspektive einfach unnötig war.

Insgesamt ist Dragonfly / Libellenprinzessin von Julia Golding eine unterhaltsame Schnelle Lektüre für Fantasy Fans, die kein Fantasy mögen. Es ist eine phantastische Geschichte, die ohne Zauberei auskommt. Die Charaktere sind sympathisch und die Liebesgeschichte ist mal etwas anders gestaltet. Der Schreibstil ist für meinen Geschmack zwar etwas zu einfach geraten, ist dafür aber sehr flüssig zu lesen.
Übrigens gibt mit The Glass Swallow (keine Rezension) einen Begleitroman, der aber direkt nichts mit Tashis und Rams Geschichte zu tun hat.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

10 Kommentare | Facebook | Twitter

Cover For Darkness Shows the Stars englisch

For Darkness Shows the Stars spielt in einer Zukunft, in der Technik auf das Notwendigste beschränkt ist. Seitdem vor einigen Generationen genetische Experimente an Menschen schrecklich schief gingen, wird die Gesellschaft von den adeligen Luddite regiert. Die Luddite halten Technik für gefährlich und haben sie deshalb zum größten Teil unter Strafe gestellt (Luddite = Technikfeinde). Alle Menschen, die an den Experimenten teilgenommen hatten, sind damals zu sogenannten Reduced geworden. Diese Menschen sind geistig zurückgeblieben und meist nur zu elementarsten Dingen fähig. Doch mit den Generationen erholt sich die Erbsubstanz der Reduced und immer mehr bringen normale Kinder zu Welt. Sie werden Posts (Post-Reduced) genannt und mit ihrer steigenden Zahl stellen sie die Feudalherrschaft der Luddite immer häufiger infrage.

Elliots North lebt als jüngste Tochter eines Luddite-Barons im Norden des Landes. Vor 4 Jahren hat sie ihre Jugendliebe, den Post Kai, zuletzt gesehen. Damals wollte Kai sie mitnehmen in eine unbekannte aber freie Zukunft. Doch Elliot hat Kai alleine ziehen lassen, sieht sie sich seit dem Tod ihrer Mutter doch in der Verantwortung für den Besitz der Norths. Ihr wankelmütiger Vater folgt einzig seinen Launen und ihre Schwester ist sich für mehr als repräsentative Aufgaben zu schade. Und so kümmert sich Elliot um all die armen Posts und Reduced, die der Willkür des North-Barons ausgesetzt sind. Nur ihr ist es zu verdanken, dass während der harten Winterzeit niemand mehr Hungern muss. Doch Elliot ist nie über den Verlust von Kai hinweggekommen. Als eine Gruppe unabhängiger Posts, die Schiffsbauer sind und sich Cloud Feet nennen, die Hafenanlagen von Elliots Großvater mieten, weiß sie noch nicht, dass hinter Malakai Wentforth niemand anderer als ihr Kai steckt. Doch Kai scheint sich Elliot in keiner Weise mehr verbunden zu fühlen. Es sieht vielmehr so aus, als hasst er sie...

For Darkness Shows the Stars von Diana Peterfreund ist ein postapokalyptisches Jugendbuch der besonderen Sorte. Es handelt sich nämlich um einen abgeschlossenen Roman, der zudem durch den Roman Persuasion / Überredung (keine Rezension) von Jane Austen inspiriert wurde. Und obwohl der Roman in der Zukunft spielt, kommt man sich von der Atmosphäre her oft vor, als befände man sich im England des 18. Jahrhunderts. Dies tut dem Lesefluss aber keinen Abbruch. Sobald man sich an die etwas antiquierte Sprache gewöhnt hat, macht For Darkness Shows the Stars einfach nur Spaß. Die wenigen modernen Aspekte sind geschickt in die Handlung eingeflochten und wie es schon bei Jane Austen üblich war, darf man sich auch bei Diana Peterfreund auf ein glückliches Ende freuen. Doch bis es soweit ist, begleitet der Leser Elliot bei allerlei Irrungen und Wirrungen. Dabei ist die Protagonistin aber so sympathisch geraten, dass man ihr von Anfang an einfach das Beste wünscht.
Leichte Punktabzüge gibt es nur für den anfangs doch extrem biestig geratenen Kai und das etwas kitschige Ende. Obwohl ich mich sehr für Elliot gefreut habe, kam mir persönlich die Auflösung aller Probleme doch etwas zu plötzlich. Trotzdem kann ich For Darkness Shows the Stars nur empfehlen. Der Stil der Autorin ist eine Wonne und diese Liebesgeschichte weiß nicht nur zu unterhalten, sondern zaubert einem unbewusst ein Lächeln ins Gesicht.

Leider ist For Darkness Shows the Stars bislang nur auf Englisch erschienen und zu einer deutschen Übersetzung ist mir nichts bekannt.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

7 Kommentare | Facebook | Twitter

Cover Je süßer das Leben Deutsch

Julia Evart kommt mit ihrer Tochter Gracie vom Kindergarten heim und findet auf dem Tisch auf der Veranda einen Teller mit einigen Scheiben süßen Brotes. Daneben findet sie einen Gefrierbeutel mit einer klebrigen Masse darin, einem Rezept und einem kleinen Zettel - auf dem Zettel stehen fünf schlichte Worte: Ich hoffe, es schmeckt Ihnen.
Gracie ist begeistert und trägt den Teller ins Haus, während Julia sich noch nicht sicher ist, ob sie das Brot nicht lieber wegwerfen soll. Da sie es allerdings noch immer nicht geschafft hat einkaufen zu gehen und sie beide ziemlichen Hunger haben, versuchen sie das Brot dann doch. Und sie sind begeistert - es schmeckt einfach köstlich. Gracie möchte die letzte Scheibe für ihren Papa Mark aufheben, der erst später von der Arbeit heim kommt. Julia stimmt zu und stellt den Teller beiseite. Doch dann kann sie nicht widerstehen und isst auch die letzte Scheibe Brot. Gracie ist empört. Da Julia allerdings noch den Beutel mit dem Teig und sogar das dazugehörige Rezept hat, verspricht sie ihrer Tochter für Mark ein ganz neues Brot zu backen, sobald der Teig fertig ist. Das wird aber erst in 10 Tagen sein und nach den Angaben auf dem Rezept hat sie dann genug Teig um drei Beutel an Freunde zu verteilen.
Obwohl Julia seit fünf Jahren jegliches Interesse an Dingen verloren hat und sich lieber in ihrem Schneckenhaus verkriecht, beschließt sie die Anleitung zu befolgen. Sie hat zwar keine Freunde in der Stadt mehr, aber sie verteilt die neuen Beutel erfolgreich an ihre Nachbarn und fühlt sich gut dabei.
Und so gelangt 'Das Freundschaftsbrot der Amish' von Einem zum Nächsten. Das Julia damit nicht nur ihr Leben verändert hat, ahnt jedoch noch keiner.

Hannah de Brisay steht vor den Scherben ihrer Ehe. Ihr Mann Phillipe und sie haben sich vor kurzem ein Haus in Avalon gekauft. Es sollte ihr Rückzugsort sein, doch Hannah empfindet es als Abstellgleis. Seit sie wegen ihrer Rückenschmerzen keine Auftritte mehr hat, spielt sie lediglich daheim ein wenig Chello, während ihr Mann durch die Welt reist und Auftritte hat. Doch nun scheint er sich zu sehr an das Leben ohne sie gewöhnt zu haben - denn er möchte die Trennung. Hannah weiß nicht, was sie noch tun kann um ihn zurück nach Hause zu bekommen und ist verzweifelt.
Ihr Mann schickt derweil ein Umzugsunternehmen um seine Sachen aus dem Haus zu holen, doch Hannah will nicht, dass fremde Leute in ihren Sachen wühlen. Kurzerhand sucht sie seine Habseligkeiten zusammen und stellt die Kartons vor die Tür. Nachdem sie auch noch das Schloss hat auswechseln lassen, hält sie es daheim nicht mehr aus und macht sich auf den Weg durch die Straßen. Schließlich landet sie im Teesalon und macht die Bekanntschaft von Madeline und Julia.

Madeline Davis hat es eher zufällig nach Avalon verschlagen. Auf einer langen Reise wollte sie sich nur mal eben die Beine vertreten und irgendwie ging ihre Reise danach nicht mehr weiter. Sie hat ein kleines Bed & Breakfast gekauft und daraus einen Teesalon gemacht. Doch so richtig gut läuft der Laden nicht. Sie wünschte sich, dass es nicht nur die Touristen in ihren Salon treiben würde.
Dann steht mit einem Mal eine junge Frau in ihrem Laden und erkundigt sich nach einer Kleinigkeit zum Mitnehmen. Sie wirkt gehetzt und unruhig. Madeline schafft es sie zum Bleiben zu überreden, was schlussendlich auch an der zweiten jungen Frau liegt, die sehr traurig am Tisch sitzt und einen Umzugswagen beobachtet. So sitzen sie bald zu dritt zusammen und unterhalten sich. Madeline ahnt, dass die beiden Frauen eine schwere Zeit durch machen, doch sie will sie nicht bedrängen oder gar mit Ratschlägen vergraulen.
Doch durch ihre liebenswerte und mütterliche Art tauen Hannah und Julia dann erstaunlich schnell auf und schon bald wissen sie um die Tragödien der anderen und schließen zarte Bände der Freundschaft.

Mark Evart erkennt seine Frau nicht mehr wieder. Seit der Tragödie vor fünf Jahren ist sie verschlossen und ergreift bei der kleinsten Andeutung von Nähe die Flucht. Doch nun sieht er sie sogar lächeln und er schöpft neue Hoffnung, dass es einmal wieder so werden könnte wie früher. Mark muss jedoch erkennen, dass nicht er der Auslöser für Julias Wandlung ist - es ist ein klebriger, gärender und unangenehm aussehender Teig, der seit einigen Wochen seine Heimat in ihrem Haus gefunden hat. Was hat es nur damit auf sich?

Cover Friendship Bread englisch

Friendship Bread / Je süßer das Leben von Darien Gee ist ein wunderbares Buch über das Leben im Allgemeinen und die Freundschaft im Speziellen. Zu allererst lernt man die verschieden Charaktere der kleinen Stadt Avalon kennen und erahnt Schicksalsschläge unterschiedlicher Größenordnungen - dann beginnen sich die Leben der Figuren miteinander zu verweben und es ergibt sich eine wundervolle Geschichte über die Heilkraft der Freundschaft.
Ich konnte das Buch beinahe nicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte wie es mit Hannah, Julia und Madeline weitergeht. Man fiebert mit jeder einzelnen Figur mit, überlegt wie man selbst handeln würde und kann es kaum erwarten umzublättern um zu lesen wie sie sich entschieden hat.
Ich weiß nicht ob die Autorin eine bestimmte Aussage mit diesem Buch treffen wollte, jedoch kam bei mir folgendes an: Wenn du etwas wirklich willst, dann schaffst du es! Am Besten mit der Unterstützung von Familie und Freunden, aber du musst an dich glauben.
Denn so ergeht es den verschiedenen Figuren in der Geschichte und es ist wirklich einfach schön zu lesen, wie sie einander helfen. Ob es in der heutigen Gesellschaft noch so etwas gibt - ich weiß es ehrlich gesagt nicht, aber ich hoffe es von ganzem Herzen.
Von mir gibt es zu diesem Buch eine klare Leseempfehlung!

Darien Gee hat bereits unter dem Namen Mia King Bücher veröffentlicht. Leider wurde nur eins der drei Romane übersetzt, aber dass hält mich nicht davon ab diese Bücher trotzdem zu lesen. Denn Darien Gee hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Die Worte lesen sich flüssig weg und es werden weder zu lange noch zu kurze Sätze benutzt, das kann einem ja sonst schon mal den Lesespaß verderben.

Die Autorin schreibt wohl gerade an einem Folgeroman, der den Titel Sternenstaub und Sonnenküsse tragen soll. Leider ist dazu noch nichts weiter bekannt.

Ein ganz herzliches Dankeschön geht an den Blanvalet-Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

2 Kommentare | Facebook | Twitter

Cover The Devil's Metal Englisch

Dawn Emerson hat einen großen Traum: Sie möchte Musikjournalistin werden. Doch es gibt jede Menge Konkurrenz und als Frau hat es die 21jährige im Jahr 1974 zusätzlich besonders schwer, sich gegen ihre männlichen Kollegen durchzusetzen. Abgesehen von ein paar Artikeln in kleineren, lokalen Zeitungen, hat sie bisher kaum Stücke veröffentlichen können.
Wenigstens bleibt ihr so aber genug Zeit, sich um ihre Familie zu kümmern. Seit Dawns Mutter sich vor Jahren das Leben genommen hat, ist ihr Vater schwerer Alkoholiker und hat dadurch seine Farm zugrunde gerichtet. Außerdem leidet Dawns kleiner Bruder Eric an einer Form von Tourette. Zwar sind seine Attacken relativ harmlos, reichen aber aus, um ihm das Leben in seiner kleinen, ländlichen Heimatstadt zur Hölle zu machen. Dawn hat alle Hände voll zu tun, ihre Familie einigermaßen zusammen zu halten.
Doch dann bekommt sie einen Anruf von niemand anderem als dem Chef-Editor des Creem Magazine , das neben dem Rolling Stone das einflussreichste Musik-Blatt der USA ist. Sie soll als Journalistin die Tour von Hybrid, einer der erfolgreichsten Bands ihrer Zeit, begleiten. Dawn hat keine Ahnung, wieso ausgerechnet sie dafür ausgewählt wurde, will ihr Glück aber nicht hinterfragen oder die Chance auf ihren großen Durchbruch riskieren.
Doch schon nach wenigen Tagen mit ihren Idolen auf Tour muss Dawn feststellen, dass der Ausdruck Sex, Drugs and Rock'n'Roll nicht nur ein Klischee ist und ist erst einmal sehr ernüchtert. Schnell wird ihr aber auch klar, dass mit Hybrid und vor allem dem schwarzen Schaf der Band Graham, sowie dem stillen und geheimnisvollen Sage, der die kreative Kraft hinter der Gruppe ist, etwas ganz und gar nicht stimmt. Schon bald sind psychopathische Groupies und infernalische Träume Dawns kleinste Probleme...

Wenn es einen Song gab, der Karina Halle zu ihrem neuesten Buch The Devil's Metal inspiriert hat, dann war das mit ziemlicher Sicherheit Sympathy for the Devil von den Rolling Stones. Im Vorfeld fand ich diese Vorstellung ein bisschen klischeehaft, das hat sich aber schnell geändert, sobald ich erst einmal angefangen habe, das Buch zu lesen.
Zwar wird relativ früh klar, in welche Richtung die Geschichte gehen wird, ausgemacht hat das aber gar nichts. Dafür war allein schon die Grundprämisse viel zu spannend. Karina Halle ist bekannt dafür, ein großer Musik-Fan (tatsächlich war sie lange Zeit selbst Musikjournalistin) zu sein und das konnte sie in The Devil's Metal in vollsten Zügen auskosten. Ein großer Teil des Buches ist der Musik der 70er und dem Leben auf Tour gewidmet, mit allen schönen, aber auch schmutzigen Seiten. Alleine das hätte schon für ein sehr unterhaltsames Buch ausgereicht und dürfte jedem Fan von Filmen oder Büchern wie Almost Famous gefallen.
Doch natürlich ist das nicht alles, was die Autorin zu bieten hat. Denn bei Hybrid geht es tatsächlich nicht mit rechten Dingen zu und Dawn hat mit ziemlich finsteren Kreaturen zu kämpfen. Wie schon in der Experiment in Terror-Reihe, wird es auch in The Devil's Metal stellenweise ziemlich gruselig und ist nichts für schwache Nerven (bei einer bestimmten Szene musste ich sogar das Licht in meiner Wohnung anmachen ;). Apropos Experiment in Terror: Beide Reihen spielen in der gleichen Welt und auch wenn dieses Buch nichts mit Perrys Geschichte an sich zu tun hat, so gibt es doch eine bestimmte Figur, über die wir zumindest indirekt einiges erfahren.
Am allerbesten haben mir aber - wie immer bei Karina Halle - die Figuren gefallen. Dawn ist eine sympathische junge Frau, die ihre Fehler hat und sich diesen durchaus bewusst ist. Sie wird als naives Mädchen vom Land in die Welt der Rockstars geworfen und reagiert erst mal so, wie es jeder von uns tun würde: Sie ist überwältigt und das Fan-Girl in ihr kommt zum Vorschein. Doch schon nach kürzester Zeit sieht sie hinter die Fassade. Einige der Band-Mitglieder sind wirklich kaputte Charaktere. Drogen, Alkohol und Sex sind an der Tagesordnung. Auch als Leser war ich zu Beginn dadurch etwas abgestoßen. Doch gerade diese Figuren wachsen einem mit der Zeit ans Herz. Ganz besonders gilt das für den Sänger Robbie, der kein Groupie auslässt und den eiskalt kalkulierenden Manager der Band Jacob. Und für Sage, hinter dem sich zwar ein dunkles Geheimnis versteckt, der dafür aber sehr glaubhaft geraten ist und nicht nur Dawn unter die Haut geht.

Einzig wegen dem Showdown muss ich einen halben Stern abziehen. Der ist mir etwas zu übertrieben geraten. Vielleicht liegt es daran, dass ich mittlerweile nur noch Reihen gewohnt bin, in denen es manchmal 3 Bücher dauert bis man bestimmte Details erfährt, aber in The Devil's Metal sind mir manche Dinge zu einfach bzw. zu problemlos erklärt worden. Gerade am Ende wirkt das dann wie gesagt etwas dick aufgetragen.

Trotzdem ist es Karina Halle mit The Devil's Metal gelungen, ein ausgesprochen unterhaltsames Buch zu schaffen. Nicht nur Fantasy- bzw. Horrorfans werden Spaß an diesem Buch haben, Musik-Freunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Die Geschichte ist spannend, die Charaktere schräg und das Setting in den 70er Jahren, sowie die Band und ihre Tour sind einfach mal was anderes.
Grundsätzlich ist The Devil's Metal in sich abgeschlossen, es wird jedoch ein Sequel mit dem Titel The Devil's Reprise geben, das im Frühjahr 2013 erscheinen wird. Das ist auch bitter nötig, denn nicht nur sind einige wichtige Details offen gelassen, sondern auch die Geschichte selbst gibt noch jede Menge her.

A big fat huge thank you to Karina Halle for providing me with an eARC.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

2 Kommentare | Facebook | Twitter

Cover Sam Cruz Englisch

Ally weiß, dass sie ein kleiner Klugscheißer ist. Sie ist aber auch witzig und schlau und weiß, wer sie ist. Zumindest bis ihr Freund Jeremy völlig überraschend mit ihr Schluss macht. An ihrem Geburtstag. Wegen einem anderen Mädchen. Doch statt Trübsal zu blasen (naja, zumindest statt lange Trübsal zu blasen) nimmt eine Idee in ihrem Kopf Form an. Wieso sollte es nur für Männer so einfach sein, Spaß zu haben? Und wieso soll sie sich nicht auch einfach das nehmen, was sie will und dann am nächsten Morgen verschwunden sein?
Und da kommt Sam ins Spiel. Er ist der Player und Womanizer schlechthin, hat nie Probleme neue Mädchen zu finden und hält absolut gar nichts von Liebe und Beziehungen. Außerdem ist er seit die beiden denken können Allys bester Freund. Wer wäre also besser geeignet als Sam, wenn es darum geht Ally in eine weibliche Version von sich selbst zu verwandeln? Eben. Niemand. Vor allem nicht mit Sam Cruz's Infallible Guide to Getting Girls (Sam Cruzs unfehlbarer Ratgeber Mädchen aufzureißen).
Und tatsächlich hat Ally nach ihrem Umstyling (denn ihre unförmigen Flower-Power-Kleider und die Hippie Brille mussten weg) mehr Erfolg bei den Männern, als sie sich je erträumt hätte. Doch ist Ally wirklich der Typ für bedeutungslose Bettgeschichten? Und warum kann Sam ausgerechnet jetzt seine beste Freundin nicht mehr aus dem Kopf bekommen? Er hat ein Monster erschaffen und keine Ahnung, wie er es jetzt wieder loswerden soll...

Obwohl Sam Cruz's Infallible Guide to Getting Girls von Tellulah Darling bisher sehr gemischte Kritiken bekommen hat, fand ich doch allein vom Klappentext her, dass die grundsätzliche Geschichte ein gewisses Potenzial hat. Und tatsächlich wurde ich angenehm überrascht, denn Sam Cruz's Infallible Guide to Getting Girls ist ein wirklich amüsantes Buch für reife Jugendliche. Die Geschichte wird abwechselnd aus Allys und Sams Perspektive erzählt, wodurch man beide sehr schnell kennen lernt. Besonders interessant ist das, wenn es um Allys Verwandlung und die Reaktionen beider darauf geht. Ally ist einfach kein normales Mädchen; sie nimmt kein Blatt vor den Mund und schon gar nicht, wenn es um Sam geht. Überhaupt ist das, was mir am allerbesten gefallen hat: Die Freundschaft zwischen Sam und Ally. Selten wurden mir beste Freunde so glaubhaft vermittelt, wie in diesem Buch, denn die beiden haben jede Menge Insider und Riten, die nicht nur brüllend komisch, sondern auch einfach nur süß sind.
Leider hört das auf, sobald die Beiden tiefere Gefühle füreinander entwickeln und das war wiederum das Enttäuschendste an diesem Buch. Denn genau dieser Teil hat auf mich ziemlich eilig und lieblos dahingeklatscht gewirkt und ich konnte die Veränderung einfach nicht wirklich spüren. Dazu kam, dass Ally im Gegensatz zu Sam ab einem gewissen Punkt ihre Freundschaft nicht mehr so zu würdigen wusste, wie ich mir das gewünscht hätte.
Ein großer Kritikpunkt in anderen Rezensionen, die ich gelesen habe, war die Sprache. Und ich gebe zu, ich sehe das Problem. Es dreht sich unglaublich viel um Sex bei diesen Charakteren (sie sind übrigens alle zwischen 17 und 19) und dementsprechend grob ist auch manchmal ihr Umgangston. Außerdem reiht sich ein Witz und dummer Spruch an den anderen. Manchen war das zu viel, ich für meinen Teil fand es allerdings ziemlich witzig. Die Dialoge waren schlagfertig und amüsant und haben den Charakteren ihre ganz eigenen Stimmen verliehen. Von Gesprächen über Sex und dem eher lockeren Umgang damit darf man sich also nicht stören lassen. Da lag nämlich noch ein weiteres Problem einiger Kritiker: Ihnen wurde mit dem Thema Sex zu leger und damit verantwortungslos umgegangen. Doch vermutlich ist auch das etwas, das jeder Leser für sich selbst entscheiden muss, denn mich z.B. hat das überhaupt nicht gestört.

All denjenigen, die einfach ein paar witzige Lesestunden ohne große Überraschungen, dafür aber mit einer etwas anderen Freundschaft und viel Humor verbringen wollen, sei Sam Cruz's Infallible Guide to Getting Girls von Tellulah Darling ans Herz gelegt. Mir persönlich hat das Buch großen Spaß gemacht und ich konnte dadurch getrost über ein paar inhaltliche Schwächen hinwegsehen.

Den amüsanten und äußerst passenden Buchtrailer sollte man sich übrigens auch nicht entgehen lassen! :)

In den USA erscheint Sam Cruz's Infallible Guide to Getting Girls als Taschenbuch am 17. Oktober 2012, die Kindle-Version ist bereits zu haben. Über eine deutsche Veröffentlichung ist mir bisher nichts bekannt.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

« Zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 | Weiter »