Buchjunkies


Rezensionen Empfehlungen Autoren Reihen Tags Rezensionsarchiv


Rezensionen

76 - 80 von 1392 Rezensionen auf der Seite.

Cover Red Rising Tag der Entscheidung

Enthält Spoiler für die ersten beiden Bücher der Red Rising Trilogie Reihe.

Mittlerweile ist es Monate her, seit Darrow alles verloren hat, was er sich erkämpft hatte: Mustang hat ihn verlassen, als sie erfuhr, was und wer er wirklich ist. Es gibt Spannungen zwischen ihm und einigen seiner Gefährten, denn die Meinungen über das Vorgehen der Revolution und Sons of Ares gehen auseinander. Und am Tage seines Triumphs, an dem seine großen Leistungen geehrt werden, wird Darrow von jemandem, den er für einen Freund gehalten hat, bitterlich verraten.
Nun ist er schon so lange in Gefangenschaft des Jackals, dass Darrow gar nicht mehr weiß, wie viel Zeit vergangen ist. Gefoltert und in ein dunkles Loch gesteckt fühlt er sich mehr tot als lebendig und ist nur noch ein Schatten seiner selbst, der versucht an seinem Verstand festzuhalten. Er hat keine Ahnung, was mit seinen Freunden und Verbündeten passiert ist und ob sie überhaupt noch am Leben sind.
Doch die Söhne von Ares waren in Darrows Abwesendheit nicht untätig und ihr Aufstand ist noch lange nicht vorbei. Jetzt ist es an der Zeit entgültig die Unterdrückung und Arroganz der Goldenen Oberhäupter ihrer Gesellschaft zu zerschlagen. Doch der Jackal ist gewieft und scheint immer genau zu wissen, was der nächste Schritt seiner Feinde sein wird.
Eines ist allerdings allen klar - es wird Opfer auf beiden Seiten geben...

Ich will sonst gar nicht mehr über den Inhalt von Morning Star / Tag Der Entscheidung von Pierce Brown verraten. Alles, was man von der Handlung her über das letzte Buch der Red Rising Trilogie Reihe zusätzlich erzählt ist fast schon zu viel verraten, denn schon von Anfang hat wartet der Autor hier mit einer Überraschung nach der nächsten auf und diese Erfahrung will ich niemandem nehmen. Ich hatte große Angst vor dem Finale dieser Reiher, einfach weil ich WUSSTE, dass es ein schwieriges Buch sein würde. Doch ich hatte keine Ahnung, wie hart die Reise wirklich wird, auf die uns Pierce Brown hier schickt. Es ist allerdings jede einzelne niederschmetternde und beeindruckende Seite wert.
Deshalb werde ich mich eher an die Charaktere und die Stimmung halten, die dieses Buch vermittelt. Angefangen natürlich mit Darrow: Ich mochte Darrow schon immer. Er hatte schwere Entscheidungen zu treffen und ich war nicht immer mit seinem Verhalten einverstanden, aber es war trotz allem immer nachvollziehbar. Dennoch mochte ich ihn in keinem der anderen Bücher so sehr, wie in diesem. Er ist menschlicher als je zuvor - selbst als er noch ein normaler Mensch war und in den Minen des Mars gelebt hat. Er macht sich große Sorgen über die Zukunft seines Volkes, egal welcher Farbe, und ist sich seiner Fehler und Schwächen komplett bewusst. Diese Verletzlichkeit hat mir lange Zeit ein wenig in ihm gefehlt, macht ihn aber jetzt nur umso sympathischer. Doch natürlich sind auch die anderen Charaktere wieder mit von der Party, wovon mir viele sehr ans Herz gewachsen sind. Vor allem Sevro, Victra und Ragnar sind wundervolle Figuren, die eine wichtige Rolle in dieser Geschichte gespielt haben und über die ich jedes mal wieder gerne gelesen habe.
Vor allem Sevro hat eine gehörige Portion (ziemlich derben) Humor mit in die Geschichte gebracht, der aber auch nötig war, denn Morning Star / Tag Der Entscheidung ist über weite Teile des Buchs eine ziemlich bittere Erfahrung – allerdings im besten Sinne. Es gibt so viele Wendungen und schlichtweg geniale Pläne und Ideen, dass man sich nie wirklich sicher sein konnte, wo man denn jetzt eigentlich genau steht. Selbst wenn man Vermutungen hat, kann man sich fast sicher sein, dass Pierce Brown noch mindestens zwei Schritte weiter geht, als wir es uns ausmalen konnten.
Der Autor hält sich außerdem mit nichts zurück: Er schreckt weder vor brutalen Szenen, noch vor Vorrat zurück...und er scheut sich auch nicht, geliebte Charaktere zu opfern, sollte es die Geschichte so verlangen...

Cover Morning Star

Dementsprechend getroffen haben mich viele Szenen in diesem Buch. Ich musste es mehrere Male zur Seite legen und das eben Geschehene erst einmal auf mich wirken lassen und verdauen, bevor ich weiterlesen konnte. Zwei konkrete Momente gab es außerdem, an denen ich mir sogar die Augen aus dem Kopf geheult habe. Doch dann geschieht wieder etwas so Brillantes und Unfassbares, dass man erneut Hoffnung schöpft. Irgendwann hatte mich Pierce Brown sogar soweit, dass ich mit den Tränen in den Augen leicht hysterisch gekichert habe (kein Witz).

Deshalb ist Morning Star / Tag Der Entscheidung von Pierce Brown zwar sicher kein leichtes Buch, aber es ist schlichtweg der perfekte Abschluss dieser Reihe. Es ist dramatisch und schrecklich und manchmal fragt man sich, ob die Sache wohl jemals gut für die Menscheit ausgehen kann. Aber es war auch ein hoffnungsvolles und actiongeladenes Buch, voller genialer Einfälle. Einige der Schlachten und Pläne, die Darrow und seine Freunde arrangieren, waren wirklich bombastisch und trotz der oftmals verheerenden Auswirkungen eine Freude zu lesen, einfach weil Pierce Brown eine so komplexen Welt geschaffen hat.
Ich hätte mir kein passenderes und (für diese ungewöhnliche Science Fiction Geschichte) realistischeres Ende vorstellen können.

Pierce Brown ist aber noch nicht ganz fertig mit dieser Welt, denn es ist bereits eine Spin-Off Reihe namens Iron Gold geplant, die allerdings von anderen Figuren handeln und erst 2017 erscheinen wird.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

2 Kommentare | Facebook | Twitter

Cover Befreite Lust deutsch

Enthält Spoiler zu den ersten beiden Teilen der Fifty Shades / Shades of Grey-Reihe. Dieses Buch enthält mehrere explizite Sexszenen und ist für Leser ab 18 Jahren geeignet.

Anastasia und Christian haben es geschafft: sie sind verheiratet. Wer hätte noch ein paar Monate zuvor gedacht, dass es je so weit kommen wird? Gemeinsam verbringen sie die Flitterwochen auf einer Yacht und besuchen verschiedene Orte in Europa. Sie sehen sie die verschiedenen Städte an und gehen ganz auf in ihrer neuen Rolle.
Da kommt es zu einem erneuten Vorfall. Jemand ist in die Firma eingebrochen und Anastasia erkennt auf den Überwachsungsbildern Jack Hyde, ihren ehemaligen Chef. Nachdem der sich ihr unsittlich genähert hat und sie ihn hat abblitzen lassen, musste er seine Sachen packen. Nun treibt er sich in den Räumen von Grey Enterprises rum. Was wollte er dort? Anastasia ist nicht wohl bei der ganzen Sache. Zumal Jack nicht auffindbar ist.

Nach 3 Wochen süßer Zweisamkeit wird es Zeit wieder nach Hause zu fahren und in die Firma zu gehen. Anastasia will nicht, dass jeder vor ihr kuscht, nur weil sie die Frau des Chefs ist und beschließt ihren Mädchennamen auf Arbeit zu behalten. Das macht Christian fuchsteufelswild. Er will das alle Welt weiß, dass sie zu ihm gehört und macht ihr ordentlich die Hölle heiß. Schließlich knickt sie ein.
Wie immer, wenn Christian etwas möchte, gibt sie nach. Doch als er für einen Termin verreisen muss, hat sie ein Date mit ihrer Freundin Kate geplant. Endlich wieder Mädelsabend. Sie wollen in einen Club gehen und einen Cocktail trinken, das passt Christian natürlich überhaupt nicht. Er gibt ihr die Order nach Hause zu fahren und sich dort mit Kate zu treffen. Aber Anastasia will auch endlich mal wieder raus. Jack hat sie dabei beinahe vergessen und auch, wie wütend ihr Mann werden kann. Sie widersetzt sich seinen Anweisungen und obwohl Saywer, ihr Securitymitarbeiter, ihr gern widersprechen würde, setzt sich Anastasia durch und sie und Kate landen in einer Bar. Nach einigen Cocktails und vielen Gesprächen wird es Zeit Heim zu fahren.

Als sie mit Sawyer zusammen im Fahrstuhl steht beschleicht sie ein komisches Gefühl. Als sie auf ihrer Etage ankommen, bestätigt sich ihre Angst. Ein weiterer Mitarbeiter von Christian steht leicht lädiert über einem Mann. Eine Waffe liegt auf dem Boden. Es ist Jack. Wenig später finden sie seinen Wagen, in dem es genug Beweise dafür gibt, dass er Anastasia entführen wollte. Sie ist völlig fertig, und Christian außer sich vor Wut. Ihr hätte sonst was passieren können, aber was er nicht bedacht hat - sie war nicht da. Wäre sie daheim gewesen, hätte Jack bekommen was er wollte.
Nun ist es vorbei, Jack wird der Polizei übergeben und alles ist gut. Oder? Irgendwie musste Jack ja aber immer noch in die Firma gelangt sein? Und auch ins Gebäude. Hatte er etwa Hilfe? Wer könnte ihr und Christian schaden wollen? Die Sicherheitsvorkehrungen werden verschärft, aber wird das reichen?

Der dritte und letzte Band der Fifty Shades / Shades of Grey-Reihe Fifty Shades Freed / Befreite Lust sollte nun in meiner Lesestatistik nicht fehlen. Aber ich habe mich wirklich schwer getan. Der erste Band war noch etwas Neues, Erfrischendes. Der zweite Band ganz okay, aber der letzte maßlos in die Länge gezogen. Man kann schon sagen, dass sich die Charaktere entwickeln, aber in meinen Augen macht Anastasia eindeutig Rückschritte. Sie spielt die taffe Frau und knickt jedes Mal, wirklich jedes Mal ein, nur weil ihr heiß geliebter Christian sie wütend anschaut. Dann kommt sie angerannt und bettelt, er möge ihr verzeihen. Das soll eine charakterstarke Frau sein? Himmel, was ist dann mit den wirklichen Frauen da draußen?
Christian entwickelt sich ganz klar weiter. Zwar schleppend langsam, aber man muss bedenken, dass er viele Jahre sehr gut gefahren ist mit seiner Lebensweise und diese nicht von heute auf morgen geändert werden kann.

Die ersten 200 Seiten bestehen eigentlich ausschließlich aus Beischlaf. Entweder aktiv oder in Rückblicken. Das ist ermüdend! Dazwischen himmeln sich die beiden an und beteuern sich in einer Tour, das sie sich ja so lieben und das sie einander nie verlassen werden. Das mag ja in einen solchen Roman, an diese Stelle gehören, aber bitte nicht auf jeder verdammten Seite.
Hätte man jetzt das Angehimmel, das Betteln, den Sex und das 'Oh, mein armer Christian' mal eben gekürzt, wären wohl von über 600 Seiten vielleicht noch 250 - 300 übrig aus denen man eine gute Geschichte machen könnte.

So ab Seite 400 wird es dann doch noch spannend. Es kommt ein wenig Action auf, die allerdings nach 10 Seiten auch durch ist. Dieses Buch schließt die Reihe auf alle Fälle ab, konnte mich aber überhaupt nicht überzeugen. Wenn man bei einem Erotikroman die Sexszenen nur noch überfliegt, ist irgendwas falsch gelaufen.

Ich bin froh, dass ich das nun hinter mir habe und die Reihe damit beendet ist. Einen Stern gebe ich für die Entwicklung von Christian und weil ich Kate immer noch total putzig finde und auch einige andere Charaktere sehr gerne gelesen habe und einen Stern bekommt die Nebenstory um Jack. Mehr ist einfach nicht drin.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover Ein Gefühl wie warmer Sommerregen

Alis Rivers hat einen Job und eine Berufung. Sie arbeitet bei ihrer Tante Carol im Buchladen mit, verbringt aber die meiste Freizeit in der Seenotrettung in Tenby.
An diesem Tag ist sie zusammen mit anderen Freiwilligen draußen um einen Mann zu retten, der samt Schaf von einer Klippe gestürzt ist. Das es sich dabei ausgerechnet um ihre spezielle Klippe handelt, macht da ganze Manöver nicht einfacher. Wie kann man denn so dumm sein und ein Schaf retten wollen und sich dann samt Tier in die Fluten stürzen? Alis ist leicht genervt. Immer wieder müssen sie Unglücksraben aus den Fluten retten und riskieren dabei selbst oft genug ihr Leben.

Die Rettung hat es in sich. Die erste Bergung geht schief und bald sind beide nicht mehr zu sehen. Als Alis den Mann entdeckt hat, hechtet sie ins Wasser um ihn zu bergen. Der Mann ist ziemlich groß und schaut gar nicht mal schlecht aus. Leider scheint er nicht der cleverste Mensch zu sein. Kaum hat er die Augen offen fragt er nach dem Schaf. Na das ist vielleicht ein komischer Kauz.
Zum Glück geht alles gut. Sowohl Mann als auch Schaf werden gerettet und außer einer Unterkühlung scheint ihm nichts zu fehlen.

Ein paar Tage später läuft ihr ausgerechnet der Mann wieder über den Weg. Dabei ist sie gerade auf dem Sprung um sich mit ihrem Freund Matthew zu treffen. Das passt ihr gar nicht. Zumal sie mit Menschen nicht so wirklich gut umgehen kann und sie gerade eine Begegnung mit trauernden Eltern hatte, deren Sohn erst kurz zuvor nur tot aus den Fluten geborgen werden konnte - von ihr.
Evan, so heißt der lebensmüde Tierarzt, möchte sich gern für die Rettung bedanken. Aber je mehr er sich mit ihr unterhält, desto abweisender wird Alis. Bis sie die Flucht nach vorn antritt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Matthew ist ebenfalls in der Rettung tätig und es kommt nicht selten vor, dass er mit dem Team des Rettungshubschraubers zu ihren Einsätzen dazu geordert wird. Sie sind jetzt seit 10 Jahren ein Paar. Zwar ist es keine glühendheiße Liebe, wie bei ihrer besten Freundin Nina und ihrem Mann Dave, aber Matthew gibt ihr alles was sie braucht und das ist vor allem ein sicherer Halt.
Als sie am Treffpunkt endlich ankommt, sieht sie ihn im Gespräch mit einer anderen Frau. Sie wirken beide sehr vertraut miteinander. Kennt er sie? Wer ist das? Aber weiter kommt sie nicht. Der Abend endet in ihrem Lieblingsrestaurant und zu allem Überfluss macht ihr Matthew auch noch einen Heiratsantrag. Warum nur? Es lief doch so gut zwischen ihnen. Und was soll das eigentlich heißen, sie wollen beide keine Kinder? Ein Notruf rettet sie vor der Antwort.
Aber Alis weiß, irgendwie muss sie sich entscheiden. Und sie will noch immer wissen wer die Frau ist. Als sie Matthew damit konfrontiert ist klar, für beide gibt es keine Zukunft. Er hat eine Affäre und sie verliert so ihren besten Freund. Und als wenn das alles noch nicht reichen würde, ruft ihre Mutter bei ihr an um sie um Hilfe zu bitten.

Alis sträubt sich immer davor mit ihrer Mutter Kontakt zu halten. Zu schwer ist die Trauer, zu groß der Schmerz über den Verlust ihres Vaters. Die Vorwürfe, die ihr aus den Augen ihrer Mutter Joan und dem Stallmeister Rhys entgegen starren hält sie kaum aus. Und doch fährt sie zur Farm. Die Rivers unterhalten seit vielen Jahren eine Pferdestallung. Früher wurde hier sogar gezüchtet, aber mit Alis Vater starb auch die Zucht. Doch Alis hat nicht nur ihren Vater und zum Teil auch ihre Mutter verloren - selbst ihr Bruder ist fort. Alis fühlt sich allein und jetzt ohne Matthew hat sie niemanden an den sie sich lehnen kann.

Da steht schon wieder dieser Evan vor ihr. Was will der denn immer? Ihr Abgang ist ihr noch lebhaft im Gedächtnis und so schämt sie sich beinahe ihm gegenüber zu treten.
Evan kümmert sich schon länger um die Rivers Pferde und ist ganz erstaunt, hier nun auf Alis zu treffen. Er hatte sie hier noch nie gesehen. Und so wie sie aussieht, scheint sie sich alles andere als wohl zu fühlen.
Der scharfe Ton zwischen ihr und dem Stallmeister Rhys ist ihm bereits aufgefallen und durch die Nachbarsleute weiß er auch, welche Last auf ihren Schultern liegt. Aber weiß er das wirklich? Niemand war damals dabei, als Seth in die Tiefe stürzte. Wollte Alis sich an dem Tag wirklich umbringen? Was bringt eine 16 Jährige dazu sich von den Klippen zu werfen?
Evan ist neugierig und findet gefallen an Alis. Mit seiner charmanten Art versucht er ihr näher zu kommen, aber wer hätte gedacht, dass er so auf sie reagieren würde?

Ein Gefühl wie warmer Sommerregen ist das erste Buch, das Sabrina Qunaj unter dem Pseudonym Ella Simon veröffentlicht hat. Als Sabrina Qunaj hat sie bereits erfolgreich Bücher im Fantasy- und Historie-Genre geschrieben. Nun wurde es Zeit sich der Liebe zu widmen.
Auch hier verschlägt es die Autorin wieder in ihr geliebtes Wales, von dem sie nicht so einfach loskommt. Zurecht, wie ich finde.
Durch Zufall ist sie auf ein Video über das Tenby Lifeboat gestoßen und war fasziniert. Das sollte die Berufung ihres Hauptprotagonisten sein. Es war klar - Mann arbeitet bei der Rettung, fischt Frau aus dem Wasser, die Romantik kann beginnen. Aber warum ist immer nur der Mann der Held? So dreht sie den Spieß um und es entstand ihre Protagonistin Alis.

Alis hat eine ziemlich unschöne Kindheit gehabt und kaum ein Außenstehender kann ihre Abneigung gegen die Farm verstehen. Alle sehen immer nur das große Familienglück - samt dem etwas missratenen Sohn. Aber hinter der Fassade sah es anders aus und das prägt Alis. Sie knabbert sehr an ihrer Vergangenheit und hat auch 15 Jahre später keine Ruhe gefunden. Immer wieder wählt sie in verfänglichen Situationen die einfachste Lösung - die Flucht. Aber in Evan hat sie einen hartnäckigen Gegenpart. Er will sie unbedingt näher kennenlernen, dabei ist er selbst kein ungebranntes Kind. Während sich die beiden also umschleichen, lernt der Leser immer mehr die Vergangenheit kennen und kann Alis Abweisung verstehen.
Liebestechnisch geht es natürlich auch hin und her, das hat so ein Buch nun mal an sich. Es wäre auch traurig wenn alles sofort glatt laufen würde.

Die Kulisse, die Ella Simon beschreibt ist wunderschön, lieblich und auch sehr rau. Quasi emotionsgeladen. In der vielfältigen Landschaft spielt sich das Gefühlsleben der Protagonisten wieder. Das passt wunderbar und gibt genau die richtige Stimmung wieder.
Wie auch die anderen Bücher der Autorin liest es sich weg wie nichts. Ist man einmal drin, bleibt man auch eine ganze Weile und will gar nicht mehr weg.
Dennoch haben mich vor allem am Ende einige Sachen gestört. Die Art wie Charaktere reagieren, wie schnell die Gefühle umschwenken, das war nicht so meins. Natürlich gibt es für Gefühle kein rationelles Abwickeln, aber wenn man den Zeitraum des Romans beachtet, ist es mir einfach zu übereilt gewesen.

Die Autorin hat in einer Leserunde bereits erzählt, dass es einen Folgeband geben wird, der sich einem anderen, ebenfalls speziellem, Charakter widmen wird. Da bin ich dann doch sehr gespannt.

Einen ganz lieben Dank an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar und an das Team von www.leserunden.de für den Austausch.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover Blind Spot Englisch

Als Shelby in ihrem letzten College Jahr endlich in ihre erste eigene Wohnung zieht fühlt sie sich ihrem großen Ziel ein ganzes Stück näher: Komplett selbstständig und von niemandem abhängig zu sein. Dafür muss sie allerdings erst einmal ihr Studium erfolgreich abschließen. Das schaut auch eigentlich alles recht vielversprechend aus...wäre da nicht ihre Französischnote, die sie ganz dringend aufpolieren muss.
Für Männer bleibt in ihrem stressigen Alltag zwischen Uni und den beiden Jobs, die sie stemmen muss, keine Zeit. Erst recht nicht für jemanden wie ihren neuen Nachbarn Tate. Tate ist der verwöhnte Sohn eines reichen Politikers und ist es gewohnt alles zu bekommen, was er will. Und er macht es mehr als klar, dass er Shelby will. Die muss zwar zugeben, dass er sehr charmant und gutaussehend ist, ist aber dennoch nicht bereit mehr Zeit mit ihm zu verbringen als strickt nötig.
Bald aber schon wird das mehr als Shelby lieb ist, denn sie braucht dringend einen Tutor für ihren Französischkurs und Tate, der Klassenbester ist, stürzt sich auf diese Chance. Shelby muss zugeben, dass sie an dem arroganten Tate mit der Zeit eine ganz andere Seite entdeckt und anfängt ihn wirklich zu mögen. Doch sie kennt sich selbst und weiß genau, dass sie sich nicht auf ihn einlassen kann. Dafür trägt sie zu viele Geheimnisse mit sich herum und das wäre nicht fair Tate - oder ihr selbst - gegenüber. Nun muss es ihr nur noch gelingen, sich selbst davon zu überzeugen...

Nachdem ihr diese kurze Zusammenfassung von Blind Spot von Katana Collins gelesen habt findet ihr, dass die Geschichte nicht besonders einfallsreich klingt? Jepp, da kann ich euch nur zustimmen. Ich habe das Gefühl, dass ich diese Geschichte schon in zig-facher Ausführung gelesen habe, mal in etwas besserer, mal in schlechterer Umsetzung, aber im Grunde doch immer gleich. Blind Spot liegt dabei qualitativ irgendwo in der oberen Mitte, denn obwohl der Stoff wirklich alles andere als frisch ist, ist es doch irgendwo ein ganz unterhaltsames Buch gewesen, auch wenn ich die Charaktere nur bedingt mochte.
Shelby ist wie gesagt eine unabhängige junge Frau, die schon eine Menge in ihrem Leben durchgemacht hat. Der Tod ihrer Mutter, der gerade mal ein paar Monate zurückliegt, nagt zum Beispiel noch sehr stark an ihr. Sie war ihre einzige echte Familie und entsprechend allein steht sie jetzt da. Dazu kommen noch die Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit. Ich weiß, man sollte eigentlich eher Mitgefühl für Shelbys Situation zeigen, aber sie hat mich stellenweise einfach so genervt, dass sich meine Sympathie für sie doch sehr in Grenzen hielt, vor allem wenn es um Tate ging. Ich verstehe, dass sie ihm sehr skeptisch gegenübersteht –ich fand es sogar sehr gut an ihr, dass sie seinem Charme wie alle anderen nicht sofort erliegt. Aber nach einer Weile beweist Tate immer und immer wieder, dass er es ehrlich mit ihr meint und ein guter Kerl ist - nur um von Shelby wieder weggestossen zu werden. Auch hier: Ich weiß ich sollte Mitgefühl für sie zeigen, aber irgendwie ist es Katana Collins nie gelungen mich das wirklich fühlen zu lassen. Tate selbst war dagegen ein recht angenehmer Charakter, den ich sehr sympathisch fand, auch wenn er etwas zweidimensional geworden ist.
Leider gibt Blind Spot wie gesagt auch von der Handlung nicht sonderlich viel her. Die meisten "Wendungen" sieht man aus meilenweiter Entfernung kommen, so dass ich am Ende nicht mal sicher war, ob sie überhaupt wirklich eine Überraschung sein sollten. Dementsprechend lang hingezogen hat sich die Geschichte stellenweise auch.
Ich muss leider außerdem sagen, dass viele Reaktionen unserer Hauptcharaktere sehr übertrieben und an den Haaren herbeigezogen waren - offensichtlich einfach um mehr Drama und Spannung zu erzeugen. Leider hat das aber nur dazu gefühlt, dass sie die Charaktere und Dialoge gesteltzt und die Handlung unrealistisch angefühlt hat. Vor allem gegen Ende übertreiben es die Figuren mit ihren Reaktionen in meinen Augen ein wenig.

Das war jetzt relativ viel Gemotze, dafür dass ich das Buch am Ende doch mittelmäßig bewertet habe. Das liegt einfach daran, dass sie Blind Spot trotz allem recht angenehm und flüssig liest. Katana Collins hat definitiv einen gute Schreibstil, der auch die ein oder andere clevere oder lustige Stelle hervorbringt. Leider war aber eben nun mal der Rest der Geschichte relativ flach und unglaubwürdig, so dass sie das nur durch den Schreibstil nicht wett machen konnte. Schade.

Blind Spot erscheint am 8. August 2016.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Der Wildbach Toni

Tags: Reisen
06.08.2016
Cover Der Wildbach Toni deutsch

In den Alpen geht es beschaulich zu. Jeder geht seiner Tätigkeit nach und lebt seine Rolle in der Gemeinschaft. So auch Toni. Er ist der hiesige Bergführer und hält verschiedene Seminare ab. Heute treffen 4 Leute aus verschiedenen Städten ein um mit ihm den Weg zum Berg zu gehen und ihre Sorgen und Nöte hinter sich zu lassen. Darunter sind ein Pärchen aus Berlin, ein älterer Herr und ein Mann mit Kinnbart. Alle machen nicht den hellsten Eindruck auf Toni, aber es ist sein Job und so begrüßt er sie mit der ihm angeborenen Herzlichkeit.

Gerade als er seine Kursteilnehmer in Schlemmerwirt. Der Gasthof ist Dreh- und Angelpunkt des Ortes und gerade als er ihnen das Essen, die gute Luft und die Freundlichkeit näherbringen will, fetzen sich zwei Männer ohne Gnade. Na das macht ja jetzt nicht den besten Eindruck.
Bis zum nächsten Morgen, so hoffte Toni, hätten seine Touris das wieder vergessen und er macht sich auf den Weg in sein Häuschen. Wie immer, in letzter Zeit, denkt er über das Zacherl nach. Das Zacherl ist eine Fahne, die es schon beinahe immer gegeben hat und die den Dorffrieden sichern soll. Doch ausgerechnet diese Fahne ist weg. Seit beinahe einem Jahr ist sie spurlos verschwunden und die kleinen Feindseligkeiten im Dorf nehmen rapide zu. Jetzt, wo es auf die Kirchweih zugeht, noch mehr, denn es ist Tradition das Zacherl am Tag zuvor an den Mast auf dem Dorfplatz zu hängen. Was sollte er nur tun? Der einzige Verdächtige hat ein Hieb- und Stichfestes Alibi.

Während Toni sich um die Kursteilnehmer kümmert, wird es im Dorf immer schlimmer. Die Dorfbewohner keifen sich an, streiten und streuen Missgunst. Ein Lichtblick ist Shanti. Der indische Verkäufer ist Tonis guter Freund und hat immer in offenes Ohr für seine Nöte. So gibt er ihm den entscheidenden Hinweis, im Berg nach jemandem zu suchen. Aber ob diese Begegnung ihm wirklich dem Zacherl näher bringt?

Die vier Touristen merken in der Zwischenzeit wie schön es in den Bergen ist. Wie sie ihre Sorgen vergessen und langsam wieder zur inneren Ruhe finden. Die Sorgen ihres Bergführers nehmen sie trotzdem war - allen voran der Alte. Er hat ein ungemütliches Interesse an der Geschichte des verlorenen Zacherls, aber eigentlich geht es ihn gar nichts an. Und doch ... er ist Toni sympathisch. Aber woher kommt er? Was macht er? Und braucht er eigentlich solch ein Seminar? Er wirkt nicht wie die anderen Teilnehmer und gibt zudem nichts von sich Preis. Das macht Toni stutzig.

Der Wildbach Toni ist vom Klapptext her ziemlich ansprechend. Man erwartet eine unterhaltsame Geschichte rund um Toni und die Suche nach dem Fähnchen. Was man bekommt, ist jedoch eine langatmige Geschichte um Toni, seine heile Bergwelt und viele bayrische Aussprüche. Die ersten Seiten haben mich erst einmal verwirrt, denn bis die eigentliche Geschichte anfängt, erzählt der Autor als Toni etwas vom Landleben und wie das alles so abläuft. Dann beginnt die Geschichte mit den Touristen, der Tour und einem kleinen anmerken, dass der Dorffrieden gestört wurde.
Bis man sich jetzt aber der eigentlichen Suche nach dieser Fahne widmet, gibt es allerhand Irrelevantes zu lesen. Gern wird sich auch wiederholt.

Die meisten bayrischen Ausdrücke und Sätze sind mit einer Fußnote versehen, damit man auch als Nicht-Bayer weiß, was gemeint ist. Bei vielen der Worte war es für mich überflüssig, da es gebräuchliche Worte wie 'Servus', 'Freilich' und 'fesch' waren. Braucht man dafür eine Fußnote? Traurig, wenn ja.

Was mich zudem gestört hat war die Art wie die Alpiner dargestellt werden. Statt traditionell, gesellig und friedliebend werden sie naiv, hinterwäldlerisch und zänkisch vorgeführt. Das wird den Menschen dort definitiv nicht gerecht.
Man muss sich durch viele Erzählungen, Erinnerungen und Nebengeschichten lesen, bis der Autor zum eigentlichen Problem zurück kehrt - der Suche nach dem Zacherl. Als die dann endlich an Fahrt aufnahm, hat mich das Buch tatsächlich auch noch begeistern können.

Bei einer Lesung in Berlin habe ich den Autor kennengelernt und nun frage ich mich - wie viel Moses Wolff steckt im Wildbach Toni - und anders herum? Er ist definitiv sympathisch und so habe ich mich von den ersten Kapiteln nicht abschrecken lassen. Wer also eine seichte Lektüre mit nicht wirklich ernst zu nehmenden Problemen mag, wird hier glücklich. Wer allerdings nicht gottesfürchtig ist, könnte bald von den vielen enthaltenen Lobpreisungen genervt sein.

Trotz allem einen lieben Dank an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

« Zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 | Weiter »