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Cover The Magpie Lord englisch

Zwanzig Jahre hat Lucien Vaudrey als schwarzes Schaf der Familie Crane in China verbracht. Dort hat er sich als Schmuggler aus den Slums hochgearbeitet, und war am Ende ein hochgeschätzter, aber gefährlicher Geschäftspartner. Doch all das hat jetzt ein Ende, weil Lucien nun der Erbe des Magpie (Elster) Geschlechts ist. Innerhalb von kurzer Zeit sind Luciens verhasster Vater und sein ebenso verhasster Bruder gestorben. Seltsamer weise haben sie sich beide umgebracht. Kaum ist Lucien mit seinem treuen Diener und langjährigem Weggefährten, Merrick, in London angekommen, wird deutlich, dass es die Feinde seiner Familie auch auf ihn abgesehen habe. Immer öfter verspürt auch Lucien den aufgezwungenen Drang, sich umzubringen. Da er schon in China Kontakt mit Magiern hatte, weiß er, dass er Hilfe braucht. Er engagiert den unscheinbar aussehenden Stephen Day, der aber schnell zeigt, dass er einiges von seinem Handwerk versteht. Was Lucien nicht weiß, auch Stephen Day hat mit den Magpies eine offene Rechnung zu begleichen...

The Magpie Lord von KJ Charles ist wieder mal eine Genremischung: Es ist eine paranormale Geschichte, die im England des 19 Jahrhunderts spielt. Außerdem ist es ein Buch über eine Beziehung zwischen Männern, bei der Dominanz und Unterwerfung eine gewisse Rolle spielen. Insgesamt habe ich The Magpie Lord sehr gerne gelesen, allerdings hat mich das Buch aus mehreren Gründen nicht vollständig umhauen.
Doch zunächst das Positive: Besonders gefallen hat mir der paranormale Aspekt der Geschichte. Stephen war ein sehr interessanter Charakter und seine Art der Magie hat da gehörig zu beigetragen. Überhaupt waren die Unterschiede zwischen Magiern und Warlocks ziemlich interessant und seine Erläuterungen dazu, beispielsweise gegenüber Lucien, waren extrem unterhaltsam. Auch der Schreibstil, aus mehr als einer Perspektive erzählt, war nach meinem Geschmack. Passend zur historischen Zeit kam er ein wenig verschroben und antiquiert daher - genauso wie es bei einem historischen Buch sein sollte.

Weniger gut gefallen hat mir dafür die Romanze beziehungsweise die Beziehung zwischen Lucien und Stephen. Dass Lucien eher dominant ist und Stephen, der so viel Verantwortung bei seiner Arbeit als Magier trägt, sich lieber unterwirft, war für mich jetzt kein Problem, doch kam mir die Innigkeit der Beziehung zwischen den beiden doch arg plötzlich zustande. Vielleicht lag es daran, dass mir Lucien als Charakter insgesamt nicht so zugesagt hat. Er war ziemlich harsch und hat als Lord Crane eine Arroganz ausgestrahlt, die meiner Meinung nach nur wenig zu seiner Vorgeschichte gepasst hat. Beispielsweise hat er sich immer wieder gedanklich über Stephens unpassende oder schlecht sitzende Klamotten ausgelassen. Er hat wohl in den Slums von Hong Kong auch nicht immer wie aus dem Ei gepellt ausgesehen und wenn er dort auch alle Leute nur nach dem Äußeren beurteilt hat, ist es ein Wunder, dass er in China so lange überlebt hat. Irgendwann kriegt er sich dann ein und sieht, was für ein klasse Mann Stephen eigentlich ist, aber da war Sympathiezug schon fast abgefahren. Die Interaktion zwischen den beiden konnte mich jedenfalls nicht immer begeistern. Insbesondere eine sexuelle Szene (die in der Bibliothek) ist mir dabei unangenehm aufgefallen. Die Charaktere fanden sie zwar anregend, für mich galt das aber leider gar nicht. Zum Glück hat sich das später dann gegeben.

Ich gebe es gerne zu. In diesem Buch konnte mich hauptsächlich der kleine, zarte Stephen mit dem Herz eines Löwen überzeugen. Respekt, wie er sich einmal alleine gegen viele gestellt hat, genau wissend, dass er keine Chance hat. Oder wie er die grauselige Vergangenheit mit den verstorbenen Magpies hinter sich lässt und Lucien nach und nach als eigene Person sieht. Das hätte auch nicht jeder geschafft. Eindeutig war Stephen mein Favorit in The Magpie Lord. Sonst konnte mich noch Luciens Diener, Merrick, von sich überzeugen. Ein auf seine Art sehr charmanter Charakter, der für seinen Herrn durchs Feuer gehen würde, und die Geschichte darüber hinaus mit einem gewissen trockenen Humor gewürzt hat.

Trotz der genannten Kritik will ich wissen, wie es Stephen und Lucien weiter geht. Ich werde also A Case of Possession, den zweiten Band der A Charm of Magpies-Reihe, in jedem Fall lesen und schauen, ob auch Lucien noch ein paar Sympathiepunkte einheimsen kann. Sollte sich aber jemand mal mit diesem Genremix von paranormaler historischer Männerromanze befassen wollen, würde ich doch eher die Reihe um Whyborne & Griffin empfehlen.

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Cover Der Sommer der Blaubeeren deutsch

Ellen Branford ist in das kleine Küstenstädtchen Beacon gereist um den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Großmutter zu erfüllen.
Diese hat in jungen Jahren in diesem Ort gelebt und wohl einen Mann gekannt, der ihr etwas bedeutet hat. Denn Ellen soll an einen gewissen Chet Cummings einen Brief ihrer Großmutter überbringen.
Ellen hat den Brief gelesen, kann mit dem Inhalt allerdings nicht viel anfangen. Ihre Großmutter entschuldigt sich darin bei diesem Mann für ihren plötzlichen Weggang viele Jahre zuvor und bittet ihn um Verzeihung.

Ellen hat sich für diese Aufgabe ein paar Tage freigenommen und wollte nach 2 Nächten wieder in ihren Wagen steigen um zurück nach Manhattan und ihrem Verlobten Hayden zu fahren.
Doch es kommt alles ganz anders.

Ellen war schon als kleines Mädchen begeisterte Hobbyfotografin und hat ihre neue Kamera natürlich auch auf dieser Reise mit dabei. So steht sie auf einem maroden Steg und versucht eine Statue zu fotografieren, als das Holz unter ihr bricht.
Mit einem Aufschrei versinkt Ellen samt Kamera in den Fluten und wird von der Strömung erfasst. Immer weiter treibt sie aufs Meer hinaus, obwohl sie krampfhaft dagegen anschwimmt. Eigentlich ist Ellen eine gute Schwimmerin, doch das kalte Wasser lähmt ihre Muskeln. Auch die Kamera hilft nicht gerade dabei über Wasser zu bleiben und so trennt sie sich schweren Herzens von Haydens teurem Geschenk.

Ellen hat Glück im Unglück. Ihr Unfall ist nicht unbemerkt geblieben und so kommt schon nach kurzer Zeit ein Mann mit kräftigen Zügen auf sie zu geschwommen. Er gibt ihr Anweisungen, die sie mit etwas Widerstreben ausführt. Denn um von ihrem Retter sicher an Land gebracht werden zu können, muss sich sie an ihn klammern und das Muskelspiel des kräftigen Schwimmers arbeitet an ihrem Körper.
Als Ellen endlich wieder Boden unter den Füßen hat brennt bei ihr eine Sicherung durch. Erst tanzt sie aus Freude über ihre Rettung und dann fällt sie ihrem Retter um den Hals und küsst ihn.
Das schockiert nicht nur Ellen selbst. Doch Roy weiß offensichtlich wie man mit einer durch geknallten Frau umgehen muss, denn kurz darauf sitzen sie in seinem Wagen und er bringt sie zu ihrer Pension.

Völlig durchweicht und von ihrem Unfall geschockt schleppt sich Ellen auf ihr Zimmer. Was hat sie sich nur dabei gedacht diesen Mann zu küssen?
Nun ja, wahrscheinlich eine einfache Überreaktion nach dem Unfall. Nichts worüber sie sich Gedanken machen müsste.
Gleich am nächsten Tag besucht sie diesen Chet Cummings, überbringt Grans Brief und macht sich auf den Weg nach Hause.

Doch so leicht kommt sie nicht davon. Als sie am nächsten Morgen durch den Ort tingelt auf der Suche nach einem Café zum Frühstück, landet sie in einer kleinen gemütlichen Gastronomie. Die Spezialität des Hauses - Cider Küchlein. Obwohl Ellen streng auf ihre Figur achtet - wobei wohl eher Hayden auf ihr Essverhalten achtet - probiert sie diese keinen süßen Gebäckteilchen und ist hin und weg.
Ihre Glückseligkeit hält genau so lange, bis der Wirt sie erkennt. Sie sei doch die Schwimmerin. Bitte was?
Und dann entdeckt Ellen eine Zeitung. Sie und ihr Retter auf dem Titelbild, während sie an seinem Hals hängt. Mein Gott!
Sofort denkt sie an Flucht, doch erst müssen die Zeitungen verschwinden. Sie kauft jedes Exemplar dieser Zeitung, damit sie bloß nicht weiter verbreitet wird. Doch im kleinen Ort Beacon weiß inzwischen sowieso jeder Bescheid.

Jetzt gilt es schnell zu Handeln. Ellen checkt aus der kleinen Pension aus und beschließt Nägel mit Köpfen zu machen. Erst zu Chet Cummings und danach Richtung Heimat.
Doch als sie am Häuschen des vermeidlichen Briefempfängers ankommt, öffnet keiner die Tür.
Nun gut, ein paar Stunden Zeit hat sie ja noch. Also beschließt sie im Grundbuchamt nach dem Haus zu forschen in dem ihre Großmutter früher einmal gelebt hat.
Auch nach Stunden kann sie jedoch keinen Eintrag finden und macht sich so erneut auf den Weg zu Chet Cumming.
/ Wieder trifft sie ihn nicht an, dafür wird sie neugierig von einer Nachbarin beobachtet.
Das Schicksal hat es offensichtlich nicht gut mit ihr gemeint und nach einigem Zaudern überlegt Ellen den Brief einfach von daheim aus mit der Post zu schicken.

Ellen macht sich auf den Weg nach Hause und genießt die schöne Landschaft. An einer kleinen Tankstelle rüstet sie sich für die lange Fahrt nach Manhattan und trifft überraschend auf die Dame aus dem Grundbuchamt. Sie hat eine Überraschung für Ellen - sie hat das Haus ihrer Großmutter gefunden. Ellen ist Feuer und Flamme, denn das Anwesen ist nicht weit von dort.
Ellen hat mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass sie zumindest noch das Haus finden würde, in dem ihre Großmutter aufgewachsen ist. Die jetzigen Eigentümer sind liebe Menschen und die Dame des Hauses, Susan Porter, führt Ellen herum. Doch Enttäuschung macht sich breit. Ellen hatte gehofft hier etwas zu spüren was sie mit ihrer Großmutter verbinden kann. Obwohl das Haus noch immer den alten Charme besitzt ist Grans Spur lange verwischt.
Aber Susan hat noch einen Ass im Ärmel. Auf dem Dachboden findet Ellen dann endlich eine Spur aus Grans Vergangenheit. Und was für eine!

Cover The Irresistible Blueberry Bakeshop and Cafe englisch

Als ich dieses Buch bei den Neuerscheinungen des Blanvalet-Verlages entdeckte, wanderte es sofort auf meine Wunschliste. Allein das Cover sprach mich schon an, doch auch die Geschichte klang unterhaltsam.
Einige Wochen später hatte ich dann durch Zufall das englische Original in der Hand und hatte überlegt es zu kaufen. Ich konnte mich beherrschen - der SuB ist hoch genug - und wartete so das Erscheinen des deutschen Bandes ab.

Dann war es soweit - die Erscheinung stand kurz bevor und der Verlag war so lieb mit ein Rezensionsexemplar zu schicken. Natürlich habe ich sofort mit dem Lesen begonnen und erst danach festgestellt, dass ich es nicht vor dem Erscheinungstag rezensieren darf.
Manchmal ist so etwas schon echt fies ^^
Also folgten andere Bücher, während mich dieses eine immer wieder aus dem Regal heraus anlachte. Die ersten 150 gelesenen Seiten sind wie im Flug vergangen und ich wollte unbedingt wieder zurück nach Beacon um zu erleben wie Ellen sich als Großstandpflanze im rauen Klima des Küstenstädtchens schlägt.

Der Schreibstil von Mary Simses ist wunderbar flüssig und charmant. Das Buch liest sich wirklich weg wie nichts und man kann beinahe das salzige Meer riechen, während man mit der Nase im Buch klebt.
Ellen ist eine typische Frau. Sie plant etwas und denkt überhaupt nicht daran, dass ihr Plan schief laufen könnte. Und wie es das Leben immer so spielt, geht natürlich alles schief. Das fängt bei ihrem unfreiwilligen Bad im Meer an und endet noch lange nicht bei ihrem Versuch mehr über ihre Großmutter heraus zu finden.

Der männliche Gegenpart, Roy, ist hingegen einfach gestrickt. Er liebt sein Leben, er liebt seine Heimat und er genießt es Ellen durch einander zu bringen.
Das sie einen Verlobten hat, erfährt er allerdings erst als es schon zu spät ist.
Während Ellen sich immer wieder kratzbürstig gibt, scheint es ihm Spaß zu machen sie zu necken. So freut man sich als Leser natürlich immer auf die nächste Begegenung.
Nach und nach findet Ellen dann auch immer mehr über ihre Großmutter heraus, was sie völlig aus der Bahn wirft, als hätte sie diese Frau nie wirklich gekannt.

Im dem Buch wird immer wieder von Blaubeerfarmen, großen Blaubeerfeldern und einem Café mit den besten Blaubeermuffins überhaupt berichtet.
Sehr zu meiner Freude befindet sich im Umschlag das Rezept für Blaubeermuffins, welches ich natürlich ausprobiert habe ^^
Das Rezept könnt ihr euch auf meinem Backblog Nefs Naschwerkstatt - Blaubeermuffins anschauen.

Mir hat das Buch wirklich super gefallen und ich kann es jedem empfehlen, der auf Geschichten mit Familiengeheimnissen in Verbindung mit Liebesroman steht.

Einen ganz lieben Dank an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Cover Bridget Jones - Verrückt nach ihm deutsch

Es empfiehlt sich erst die zwei ersten Bände um Bridget Jones / Bridget Jones zu lesen.

Bridget ist Ü50, Witwe und Mutter zweier quirliger Kinder. Nebenbei Drehbuchautorin, aktive Sexualpartnerin eines 29 Jährigen und völlig überfordertes Familienoberhaupt.
Nach den Jahren der Trauer hat sie sich - dank ihrer Freunde - wieder ins Leben gestürzt und es geschafft ihren Garfield-Körper in eine Gazelle zu wandeln. Das alles geht natürlich nicht reibungslos und bei jemandem wie Bridget Jones auch nicht ohne mind. 1.000 Fettnäpfen.

Aber sie hat es geschafft. Selbst ihre Freunde sind verblüfft. War sie eben noch die pure Verzweiflung vor dem Kabelsalat des TV-Gerätes, treibt sie jetzt ihr Unwesen bei Twitter und entert Online Dating-Portale.
Hier hat sie auch ihren jungen 'Toyboy' kennengelernt. Roxster ist charmant, lustig und zudem auch noch ein echter Augenschmaus. Aber schon bald wird der Altersunterschied ein Problem und Bridget fällt in alte Gewohnheiten zurück. Was soll so ein junger Kerl auch mit so einer alten Schachtel?

Eigentlich kann man gar nicht wirklich etwas über den Inhalt sagen - es ist halt einfach Bridget Jones.
Seit Bridget Jones's Diary / Schokolade zum Frühstück (keine Rezension) haben wir Frauen endlich jemanden mit dem wir lachen und leiden können. Nur allzu lebhaft und anschaulich beschreibt die Autorin Helen Fielding den Wahn des Singlelebens und spricht dabei Millionen von Menschen aus der Seele.
Die Gleichnamige Verfilmung mit Renée Sellweger in der Hauptrolle war das Tüpfelchen auf dem 'i' und alles schrie nach einer Fortsetzung.

Mit Bridget Jones: The Edge of Reason / Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns (keine Rezension) kam Helen Fielding dem Wunsch nach. Für mich leider kein würdiger Nachfolger des ersten Bandes, da der Humor stark nachgelassen hatte und auch der Schauplatz nicht mehr meinen Erwartungen entsprach. Dennoch wurde auch die zweite Verfilmung ein Film für unterhaltsame Stunden.

Schon seit Jahren kursierten die Gerüchte, die Autorin würde an einem dritten Band schreiben und damit Bridget Jones und Mark Darcy wieder zurück bringen. Nun ist es soweit und viele sind enttäuscht.
Das Buch dreht sich in erster Linie um Bridgets Leben als Witwe und wie sie versucht wieder auf die Beine zu kommen. Auch ihre beiden Kinder spielen eine große Rolle und vielen fehlt einfach DER Mann an ihrer Seite.

Auch ich war sehr skeptisch als ich das Buch in die Finger nahm. Die vielen sehr unterschiedlichen Meinungen haben es mir aber auch nicht leicht gemacht, mich auf die Geschichte einzulassen.
Jetzt bin ich am Ende angelangt und muss sagen - so schlimm ist es doch gar nicht!

Nach wie vor kann sich der Leser über Tagebucheinträge aller 'Alkoholeinheiten: 7 (schlecht!)' freuen und miterleben wie Bridget ein weiteres Mal 'erwachsen' wird. Die altbekannten Freunde samt ihrer Probleme sind wieder mit von der Partie und auch ihre Mutter treibt erneut ihr Unwesen. Es ist wie das Heimkommen nach einem langen Urlaub.

Viele haben sich von dem Buch etwas völlig anderes erhofft, aber Helen Fielding hatte eigene Vorstellungen. Dazu muss man sagen, das zwischen Band I und Band III ganze 17 Jahre liegen.
Wer keine Kinder mag, wird mit diesem Buch wohl nicht glücklich werden, da sich Bridgets Leben in erster Linie um ihre Kinder dreht. Bei einer alleinerziehenden Mutter aber nichts Ungewöhnliches.
Direkt danach kommt ihr Liebesleben. Das kennen wir allerdings schon von den beiden Vorgängern und ganz ehrlich - wir haben es doch erwartet, oder nicht?

Die ersten 100 Seiten waren ein wenig schleppend, aber so nach und nach habe ich mich auf das Buch eingelassen und mich am Ende gut unterhalten gefühlt. Es ist lustig, traurig, fröhlich und auch deprimierend. Rundherum eigentlich ein Buch für jede Stimmung.

Was mir gefehlt hat war eine Rückblende. Was ist zwischen Band II und III passiert? So ein wenig mehr aus ihrer Vergangenheit wäre sicher nett gewesen.
Hier erfährt der Leser aber nur kleine Bruchstücke zur rechten Zeit.

Ich kann nicht sagen, dass das Buch der absolute Knüller ist, aber ich kann auch nicht behaupten, dass es unglaublich schlecht ist. Mir hat es ganz gut gefallen und durch die vielen kurzen und charmant betitelten Kapitel liest es sich auch recht schnell weg.

Nun müsst ihr selbst entscheiden ob ihr ein weiteres Kapitel in Bridget Jones Leben lesen wollt oder ob ihr sie lieber so in Erinnerung behaltet, wie sie sich euch am Ende zu Bridget Jones: The Edge of Reason / Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns (keine Rezension) präsentiert hat.

Ich danke an dieser Stelle herzlich dem Goldmann-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Cover Panic englisch

Panic. Ist ein Spiel. Eines, in dem sich eine gefährliche Mutprobe an die andere reiht. Ein Spiel, an dem nur die ehemaligen Schüler der Abschlussklasse teilnehmen dürfen. Eines, für das sie alle über ein Jahr in einen Gewinner-Pott eingezahlt haben. Ein Spiel, in dem um es um viel Geld geht. Eines, das tödlich oder mit bleibenden Schäden enden kann.
Heather. Sie lebt mit ihrer Mutter, deren Freund und ihrer kleinen Schwester in einem Wohnwagen. Dort ist es eng, laut und verraucht. Denn Heathers Mutter hat weniger ihre Kinder als ihren Spaß, etwa durch den Konsum von Drogen, im Kopf. Als Heathers Freund Matt ihr zum Beginn des Sommers und zu Beginn von Panic den Laufpass wegen eines anderen Mädchens gibt, beschließt Heather spontan in das Spiel einzusteigen.
Dodge. Er muss Panic gewinnen. Nicht für das Geld und auch nicht für den Ruhm. Nein, Dodge will sich rächen. Seitdem seine Schwester Dayna vor zwei Jahren in der letzten Runde des Spiels in einem manipulierten Auto verunglückt ist, sitzt sie im Rollstuhl. Der kleine Bruder des damaligen Gewinners spielt dieses Jahr mit. Und Dodge hat beschlossen, dass der für die Taten seines Bruders büßen muss. Dafür muss es Dodge bis in die letzte Runde von Panic schaffen, bis zum Autorennen.

Panic / Panic - Wer Angst hat, ist raus! behandelt ein schwieriges Thema und ist insgesamt auch ein schwieriges Buch. Eine fiktive Kleinstadt im Bundesstaat New York, irgendwo zwischen der Metropole und Albany und in unmittelbarer Nähe zum Highway 87, steckt fest im Griff dieses jährlichen Spiels. Niemand von den Schülern spricht vor Erwachsenen darüber, wenn ihm nach einem beschwerdefreien Leben ist. Niemand weiß, wer die jährlich wechselnde Jury darstellt und alle, die verzweifelt genug sind, Geld brauchen oder nach Ruhm streben, spielen mit. Einmal mehr wagt sich Lauren Oliver an ein schwieriges Thema. Wieder konnte mich ihr plastischer Schreibstil vollständig in die Geschichte ziehen. Dennoch bekommt Panic / Panic - Wer Angst hat, ist raus! von mir nur eine mittelgute Bewertung. Dafür gibt es zwei Gründe:

Das Buch ist harter Stoff, der weder durch besonders sympathische Charaktere noch durch Humor oder irgendeine Art von Leichtigkeit aufgelockert wird. Panic / Panic - Wer Angst hat, ist raus! ist hart, rau und gnadenlos. Zum Ende hin mündet das Buch dann überraschender Weise in einem glücklichen Ende, was bei Lauren Oliver nicht unbedingt selbstverständlich ist. Obwohl vielen gerade das Ende nicht gefallen hat, war es für mich einer der Pluspunkte der Geschichte. Wäre Panic / Panic - Wer Angst hat, ist raus! auch noch schlecht ausgegangen, wäre ich vermutlich Gefahr gelaufen, Depressionen zu bekommen. Trotz des für mich gelungenen Endes wirkte die Geschichte insgesamt aber doch zu gewollt und unrealistisch.

Außerdem war die Idee von einer Kleinstadt, in der so viele junge Menschen - aus dem einen oder anderen Grund - dazu gezwungen sind, an Panic teilzunehmen, extrem beklemmend. Dodge hat und Heather bekommt einen guten Grund, dass Spiel unbedingt bis zum Ende durchstehen zu wollen. Was sie dafür auf sich nehmen, ist extrem krass. Dass solche Dinge in einer kleinen amerikanischen Stadt vielleicht wirklich möglich wären, ist ein schrecklicher Gedanke. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber in dieser Stadt versagen die Erwachsenen auf breiter Front. Die wenigen, die sich aktiv gegen das Spiel einsetzen, haben entweder keine Chance oder aber auch persönliche Gründe. Altruismus scheint nicht nur buchstäblich, sondern auch im übertragenen Sinne ein Fremdwort zu sein. Zumindest für die Menschen in dieser Kleinstadt.

Auch wenn mich Panic / Panic - Wer Angst hat, ist raus! ordentlich zum Nachdenken gebracht hat, wird es ganz sicher nicht mein Lieblingsbuch von Lauren Oliver werden. Dass liegt nicht an dem, wie immer, hervorragenden Schreibstil, sondern an dem unangenehmen Nachgeschmack, den das Buch in meinem Kopf hinterlassen hat. Genauso wie beispielsweise dem Film, ... denn sie wissen nicht was sie tun (Rebel without a cause), kann man sich auch dem Sog von Panic / Panic - Wer Angst hat, ist raus! nicht entziehen. Man will wissen, was mit Heather und Dogde passiert und wie sie die, immer schwerer und schrecklicher werdenden Aufgaben meistern. Und, auch wenn es schwer fällt, es sich einzugestehen, will man wissen, wie das Spiel ausgeht. Das Ende hat mich für den schrecklichen Ritt versöhnt, wobei insbesondere das mittlere Drittel schwer zu ertragen war. Doch zum Glück findet sich dann ja doch noch alles irgendwie. Insbesondere Heather und ihre realistischen Einsichten zum Ende hin fand ich - trotz aller Schwierigkeiten bis dahin - sehr gelungen.

Fazit: Panic / Panic - Wer Angst hat, ist raus! ist sicher nicht Lauren Oliver bestes Buch. Dennoch hat es mich fesseln und auch aufregen können. Ein Buch über Verzweiflung, Angst, Mutlosigkeit, Feinde, Freunde, Liebe, Hoffnung und den Mut, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

Die deutsche Übersetzung erscheint im November 2014 bei Carlsen.

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Cover The Scars of Us Englisch

Kaiya ist Mitte zwanzig, hat einen langweiligen aber sicheren Bürojob und wohnt mit ihrem Bruder Kamden in einem netten Apartment. Nach Außen hin sieht ihr Leben ganz normal aus. Doch Kaiya hat Dämonen, die sie schon ihr ganzes Leben lang verfolgen. Sie wurde jahrelang missbraucht - von einem Menschen, dem sie eigentlich mehr als jedem anderen vertrauen können sollte.
Deshalb kann sie es heute kaum ertragen berührt zu werden. Sex und Intimität kann sie nur unter ganz bestimmten Bedingungen zulassen und an eine Beziehung ist gar nicht zu denken. Bisher hat sie allerdings auch noch niemanden gefunden, der sie wirklich gereizt hätte.
Zumindest bis sie zu einem neuen Fitnessstudio wechselt und dort einen Selbstverteidigungskurs besucht. Als sie zum ersten Mal ihren Trainer Ryker sieht, sprühen sofort die Funken. Obwohl er riesig, tätowiert und dominant ist, fühlt sich Kaiya auf Anhieb wohl mit ihm - und das ist ihr noch nie passiert. Doch sie weiß, dass sie sich von Ryker fernhalten sollte. Sie selbst ist absolut nicht in der emotionalen Verfassung, sich auf jemanden einzulassen. Abgesehen davon, ist Ryker außerdem der größte Weiberheld, den die Stadt zu bieten hat. Doch je mehr Zeit die beiden inner- und außerhalb des Trainings miteinander verbringen, umso mehr freunden sie sich an. Und es dauert nicht lange, bis Kaiya feststelle muss, dass Ryker das Wort 'aufgeben' nicht kennt. Doch wird er sie auch noch wollen, wenn er die ganze Wahrheit über sie erfährt?

Ich muss euch gleich von Anfang an vorwarnen: Diese Rezension wird nicht nett und ohne einen kleinen Spoiler werde ich auch nicht auskommen. Denn obwohl es immer wieder Ansätze in The Scars of Us von Nikki Narvaez gibt, die mir richtig gut gefallen haben, so schafft es das Buch gleichzeitig aber auch, jede Menge Kleinigkeiten in sich zu vereinen, die mich in Büchern oft furchtbar ärgern. Vermutlich genau weil die Geschichte eigentlich Potential hat, haben mich diese Details besonders aufgeregt.
Fangen wir bei den Charakteren an: Sowohl Ryker als auch Kaiya sind mir ziemlich unsympathisch. Ryker ist das typische Alphamännchen. Er ist durch eine schlimme Erfahrung in der Vergangenheit gebrandmarkt, die ihn gleichzeitig verletzlich, aber auch beziehungsunfähig (oder eher -unwillig) gemacht hat. Er ist tätowiert, muskelbepackt, unglaublich gutaussehend - und eben absolut nichts Neues. Dazu kommt, dass er kaum ein normales Gespräch mit einem anderen Mann führen kann, ohne dass es in einem testosterongeladenen Faustkampf endet.
Kaiya ist zwar nicht wirklich besser, aber sie ist wesentlich komplexer. Ihre Ausgangssituation ist eigentlich sehr interessant. Sie wurde als Jugendliche lange Zeit missbraucht, hatte aber eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Angreifer, denn - und hier kommt der oben erwähnte kleine Spoiler ins Spiel - der Mann, der sie misshandelt hat, war ihr eigener Bruder Kaleb (das kommt ca. nach 20% in der Geschichte raus, ist aber eigentlich vorher schon klar). Und es hat schon früh angefangen. Kaiya kannte lange Zeit nichts anderes und dachte daher, das Verhalten ihres Bruders sei normal - und verspürte sogar einem gewisse Lust dabei. Zumindest bis alles eskaliert. All das ist zwar harter Tobak, bietet aber auch eine spannende Grundlage. Leider geht es von hier aus aber bergab. Viele gute Ansätze, wie z.B. der Standpunkt der Mutter oder die Situation mit Kaiyas Bettgeschichte Bryce werden ziemlich banal und unbefriedigend abgehandelt. Auch Kaiya selbst ist einfach ein schrecklicher Charakter. Sie ist zickig, anstrengend, verliert sich ständig in Selbstmitleid und ein großer Feigling. Sie geht jeder Konfrontation aus dem Weg und anstatt etwas auszudiskutieren, ignoriert sie die Menschen und versteckt sich vor ihren Problemen.
Doch das ist nur der Anfang. Kaiya und Kamden haben eine sehr innige Beziehung. Ich musste mich allerdings fragen, ob das so realistisch ist. Denn nicht nur leben sie zusammen, wenn es Kaiya schlecht geht, schläft sie auch in seinem Bett - in seinen Armen. Nach allem, was ihr anderer Bruder ihr angetan hat, machte mich das von Anfang an etwas stutzig. Würde sie das wirklich zulassen? Ebenfalls nicht sonderlich glaubwürdig ist Rykers Verhalten in seiner Selbstverteidigungsklasse. Es ist offensichtlich, dass Kaiya schlimme Erfahrungen gemacht hat und trotzdem presst er seine Erektion bei jeder Gelegenheit an ihren Hintern - und ihr gefällt es. Sie befinden sich in einer Situation, die Kaiyas schlimmstes und prägendstes Erlebnis imitiert und die beide nutzen das Training als ihre persönliche Vorspielwiese. Auch sonst tun die Charaktere so ziemlich alles, was mich in einem Buch so stören kann: Ständig wird getrunken bzw. sich betrunken, um sich danach schön hinters Steuer zu setzen. Außerdem kommt es relativ spontan zum ersten Sex zwischen den beiden. Natürlich ohne Verhütung - die gute, alte und immer zuverlässig "Raus-zieh-Variante" macht's möglich (von Krankheiten will ich gar nicht sprechen). Und das sind nur ein paar Beispiele.

Wenigstens der Schreibstil war eigentlich ganz annehmbar. Nikki Narvaez hat sich viel Mühe gegeben, eine abwechslungsreiche Wortwahl zu bieten. Allerdings ist sie manchmal ein bisschen über's Ziel hinaus geschossen. Denn anstatt einfach mal etwas zu sagen, murmeln, kontern, kommentieren und kichern sich ihre Figuren durch die Geschichte. Weniger wäre hier mehr gewesen, vor allem da die Autorin sowieso ein bisschen zur übertriebenen Anwendung von Adverbien und Adjektiven neigt.

In gewisser Hinsicht ist es wirklich schade um The Scars of Us von Nikki Narvaez. Eine ziemlich interessante Grundprämisse wurde durch Klischees und Übertreibungen kaputt gemacht. Wäre die Autorin etwas sensibler und bedachter mit ihrer Handlung und den Figuren umgegangen, hätte dieses Buch eine ziemlich gute Geschichte werden können. So war sie im Großen und Ganzen leider eine riesige Enttäuschung für mich.

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