Buchjunkies


Rezensionen Empfehlungen Autoren Reihen Tags Rezensionsarchiv


Rezensionen

531 - 535 von 1380 Rezensionen auf der Seite.

Cover The Deep End of the Sea englisch

Seit fast zweitausend Jahren sitzt Medusa verflucht auf Gorgon in der Ägäis fest. Geschlagen mit einem Schlangenkörper ab der Hüfte, Schlangen als Haaren und einem Blick, der tötet. Alles nur, weil sie sich als Athenes Tempeldienerin vom Meergott Poseidon becircen lassen hat. Er hat ihr damals zwar süße Worte geschenkt, sich seinen Lohn dann aber ohne Medusas Einverständnis geholt. Noch heute hasst Medusa Poseidon und ist gleichzeitig vor Angst gelähmt, wenn sie nur an ihn denkt. Medusas einzige Freunde sind ein alter blinder Seefahrer und Hermes, Sohn des Zeus und Schwester der Athene.
Jahrhunderte hat Hermes gebraucht, bis Medusa ihm ihr Vertrauen geschenkt hat. Inzwischen weiß sie, dass Hermes kein bisschen so ist wie seine Schwester oder sein elendiger Onkel. Hermes würde ihr nie etwas zu leide tun. Nahe kommen darf er ihr aber trotzdem nicht. Sie könnte es sich nie verzeihen, wenn ihre Augen ihn – wie so viele – das Leben kosten würde. Doch Hermes hat Pläne. Er möchte Medusas Fall als Petition vor das Göttergericht bringen. Schließlich kann er sie überreden und die Petition gelingt. Medusas Fluch soll rückgängig gemacht werden und Hermes besorgt ihr eine Wohngelegenheit im Olymp. Doch mit Medusas zweiter Chance geht der Ärger erst richtig los...

Geschichten mit griechischer Mythologie kann ich nur sehr schwer widerstehen. Da macht The Deep End of the Sea keine Ausnahme. Und besonders Medusas Blickwinkel und die erste Hälfte des Buches waren sehr schön zu lesen. Trotz des Fluches hat sich Medusas nämlich einen ganz wunderbaren Blick auf die Welt bewahrt. Sie hat sich mit ihrem Schicksal arrangiert und ist eine witzige Kombination aus junger, begeisterungsfähiger Frau und ca. zweitausend Jahre alter leidgeplagter Seele. Diese erste Hälfte war wirklich charmant und bezaubernd. Leider wurde das Buch danach aber viel zu kitschig für meinen Geschmack. Sobald Medusa ihr Herzblatt gefunden hatte, ging es meiner Meinung nach mit The Deep End of the Sea deutlich bergab. Es war immer noch nett zu lesen. Doch von dem 'das wird ein Highlight'-Gefühl war bei mir dann doch bald nur noch wenig zu spüren. Dafür waren mir einige der Verwicklungen zwischen den Göttern zu vorhersehbar und die Enthüllungen über Medusa zum Ende hin einfach zu viel des Guten.

Der Schreibstil von Heather Lyons war humorvoll und charmant. Nach dem Part auf Gorgon und dem Olymp gab es leider nur noch wenige spannende Erläuterungen zu der Welt der Götter, was ich etwas schade fand. Schließlich war Medusa auch danach in einem Gewissen Kontakt mit dieser übernatürlichen Welt. Und dass dann am Ende keine Rede mehr von ihren neu geschlossenen Freundschaften ist, fand ich schade und hat das Buch zum Schluss etwas arg einfach wirken lassen. Ja, auch ein Young Adult Buch darf seine Leser ein wenig fordern.
Zudem waren mir am Schluss die Enthüllungen über Medusas Familie einfach zu perfekt. Da war mir mehr nach Augen rollen als nach Freudenstürmen zu mute. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn alles nicht ganz so sonnig ausgegangen wäre. Mir kann auch keiner erzählen, dass Götter, die zweitausend Jahre lang einen Groll oder eine Leidenschaft hegen, diese einstellen, weil es ihnen gesagt wird. Doch mehr will ich an dieser Stelle wirklich nicht verraten.

Insgesamt ein charmantes und oft auch witziges Buch mit einer schönen Idee um die griechische Mythologie. Mir war die Romanze zu süßlich, aber wer so etwas mag, wird mit The Deep End of the Sea sicher zufriedener sein als ich. Alles in allem solide Unterhaltung.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

2 Kommentare | Facebook | Twitter

Cover Days of Blood and Starlight Englisch

Enthält Spoiler für Daughter of Smoke and Bone.

Karou wollte immer wissen, wer sie wirklich ist - und jetzt wünschte sie sich, sie hätte es nie erfahren. Denn Karou ist in Wirklichkeit Madrigal. In einem anderen Leben wurde sie als Chimäre wegen Hochverrat zum Tode verurteilt, dann aber von Brimstone in einem neuen Körper wieder zum Leben erweckt. Alles nur, weil sie sich in einen Engel verliebt und von einer besseren Zukunft geträumt hat. Und Akiva hat sie tatsächlich wieder gefunden - in einem anderen Körper und in einer fremden Welt.
Doch Karou kann ihm nicht verzeihen, was er getan hat. Es ist seine Schuld, dass Brimstone und die anderen gestorben sind und die Chimären den Krieg verloren haben. Karou plagen tiefe Schuldgefühle und sie schämt sich für ihren Verrat. Wie konnte sie nur einem Engel vertrauen? In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an die letzte Person, die sich je wieder sehen wollte: Thiago, der Weiße Wolf, der damals Madrigal hinrichten ließ. Er und einige wenige seiner Soldaten haben den letzten Angriff der Seraphim überlebt und wollen nun zurück schlagen. Und dafür brauchen sie ausgerechnet Karou, denn sie ist nach Brimstones Tod nun die Einzige, die die gefallen Chimären wieder auferstehen lassen kann...

Am Anfang sah es so aus, als würde es mir mit Days of Blood and Starlight genauso gehen wie mit Daughter of Smoke and Bone, dem ersten Teil von Laini Taylors gleichnamiger Reihe. Denn nach einem turbulenten Start, in dem wir erfahren, wie es unseren Figuren in der Zwischenzeit ergangen ist, wird die Geschichte wie schon im ersten Buch über lange Strecken hinweg ziemlich zäh. Days of Blood and Starlight ist mit (je nach Ausgabe) über 500 Seiten kein kurzes Buch. Es gibt mindestens sieben Perspektiven aus denen Days of Blood and Starlight geschrieben ist und gleich mehrere davon halte ich für zu ausgeprägt oder sogar schlicht überflüssig. Laini Taylor hat einen Hang dazu, ihre Geschichte auszuschmücken, was an sich nichts Schlechtes ist. Sie ist eine talentierte Schriftstellerin mit einer sehr interessanten, individuellen Stimme, aber meiner Meinung nach hätte dem Buch hier und da etwas mehr Pepp weniger Blumigkeit gut getan.

Doch dann kommen die letzten 200 Seiten - und die machen alles wieder wett. Denn in diesem letzten Drittel ist Days of Blood and Starlight schlicht genial. Eine Wendung jagt die nächste und dem Leser bleibt kaum noch Zeit zum Luft holen. Die Geschichte entwickelt sich in eine ganz andere Richtung, als ich zunächst angenommen habe. Laini Taylor sind wirklich einige großartige Überraschungen gelungen.
Ihren Figuren bleibt sie dabei weitgehend treu. Im Fall von Karou ist das allerdings erst mal nicht wirklich offensichtlich. Sie ist nur ein Schatten ihrer selbst und weiß nicht so recht, was sie in ihrer neuen Situation tun soll. Wie kann sie ihren Verrat nur wieder gut machen? Wie kann sie dafür Buße tun, auf den Feind reingefallen zu sein? Deswegen ist es eigentlich nicht überraschend, dass sie alles tut, was Thiago von ihr will. Er ist schließlich der Letzte, der für die Chimären kämpft. Sie traut ihm zwar nicht über den Weg, dennoch kann er im Grunde von ihr verlangen, was er will. Es dauert sehr lange, bis die alte Karou unter all der Scham, Trauer und Wut wieder zum Vorschein kommt. Ehrlich gesagt habe ich mich sehr oft über sie geärgert, eben weil sie vor lauter Scham nicht auf ihre innere Stimme hört. Und natürlich bleibt das nicht ungesühnt...
Allzu viel Romantik sollte man sich von Days of Blood and Starlight deshalb natürlich nicht erwarten. Für Karou ist an Liebe momentan gar nicht zu denken. Und Akiva? Er leidet. Das Letzte, was er wollte, war Karou zu verletzen. Er weiß, dass er jede Chance auf eine Versöhnung mit ihr verspielt hat, doch so ganz hat er die Hoffnung nicht aufgegeben - zumindest nicht die, ihr und allen Bewohnern von Eretz ein besseres Leben zu ermöglichen. Er hat sich seine ganz eigenen Aufgaben vorgenommen, die ihm alles abverlangen und obwohl Karous Anschuldigungen nicht ganz unbegründet sind, konnte ich es ihm einfach nicht vorwerfen.

Cover Days of Blood and Starlight Deutsch

Neben Karou und Akiva findet man noch eine ganze Reihe neuer und alter Bekannter in Days of Blood and Starlight. Karous Freunde Zuzana und Mik sind mit von der Partie, genauso wie Akivas Geschwister Liraz und Hazael. Doch durch Thiagos Gruppe lernt Karou auch noch eine ganze Reihe weiterer Chimären kennen, allen voran Ziri. Er ist zu meinem heimlichen Lieblingscharakter in diesen Büchern geworden. Ziri ist der letzte Kirin (Karous Chimären-Stamm), der noch in seinem eigenen Körper lebt und er kennt Karou noch aus Madrigals Leben. Alleine dadurch bringt er viel frischen Wind in die Geschichte.

Perfekt war Days of Blood and Starlight von Laini Taylor für mich nicht. Gut die Hälfte des Buches war zu langgezogen und von zu vielen Perspektiven durchlöchert. Auch Karou konnte mich stellenweise zur Weißglut bringen. Und dennoch ist dieser zweite Teil der Daughter of Smoke and Bone / Zwischen den Welten-Reihe ein wunderbares Buch. Die Welt, die Laini Taylor geschaffen hat, ist genauso schrecklich wie faszinierend. Unseren Helden bleibt nichts erspart und auch wenn der Tod in diesem Fall nicht immer zwangsläufig das Ende bedeutet, hat Days of Blood and Starlight mich doch einige Tränen vergießen lassen.
Ich bin sehr gespannt, was der letzte Teil Dreams of Gods and Monsters zu bieten hat.

Übrigens gibt es zwischen dem zweiten und dritten Buch noch die Kurzgeschichte Night of Cake and Puppets (keine Rezension). Die erzählt die Geschichte von Zuzanna und Mik und ist als E-Book erhältlich.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover Let it Ride Englisch

Bridge Sullivan hat eigentlich ein sehr gutes Leben. Der Cowboy geht seinem Traumjob als Rancher und Pickup Man (Cowboy, der beim Rodeo dafür sorgt, dass die Bullen-/Wildpferdereiter unverletzt aus der Arena kommen), hat die besten Freunde, die man sich wünschen kann, und eine phantastische Familie, die ihn bedingungslos liebt. Bridge dachte immer er würde auf Frauen stehen. Abgesehen von einem kurzen Experiment im College hatte er bisher nur Freundinnen. Zumindest bis jetzt. Denn seit er letzte Saison den Rettungssanitäter Eric kennengerlernt hat, bekommt Bridge ihn nicht mehr aus dem Kopf.
Eric ist zunächst etwas verwundert, als er bemerkt, dass Bridge mit ihm flirtet. Schließlich weiß er aus zuverlässiger Quelle, dass Bridge hetero ist. Doch je mehr sich Bridge ins Zeug legt, um sich ihm anzunähern, umso mehr gerät Eric in Versuchung. Er weiß allerdings, dass nichts ewig halten kann. Keine seiner Beziehungen hat länger als ein Jahr gedauert und am Ende wurde er immer verlassen - von seiner Familie, seinen Freunden, seinen Partnern. Wieso sollte es bei Bridge, der offensichtlich nur eine Neugier befriedigen will, also anders sein?

Sowohl Bridge als auch Erich haben wir bereits im ersten Band der Pickup Men-Reihe, Pickup Men kennengelernt und schon dort konnte man erste Anzeichen dafür sehen, dass Bridge etwas an Eric liegt. In Let it Ride, das fast ein Jahr später spielt, merkt man deshalb recht schnell, wie sehr Eric ihm unter die Haut geht. Deswegen hält sich L.C. Chase auch gar nicht mit langen Einleitungen auf, sondern stürzt sich sofort ins Geschehen.
Ich glaube, es ist fast unmöglich Bridge nicht zu mögen. Er ist ein durch und durch guter Kerl, dem jegliche Vorurteile fremd sind. Wenn er jemanden attraktiv findet, ist es ihm völlig egal, welches Geschlecht dieser Mensch hat. Er hat auch keine Scheu, den Leuten, die er liebt, seine Gefühle zu zeigen. All diese Eigenschaften hat er vor allem seiner Familie zu verdanken. Sie sind die herzlichsten Menschen, die man sich vorstellen kann und wollen nur das Beste für ihre Kinder.
So sehr ich Bridge und seine Familie auch mochte, war allerdings genau das zu übertrieben. Bridge ist einfach zu gut. Ich kann nicht glauben, dass jemand, der zwischen Cowboys groß geworden ist und bei Rodeos sein Geld verdient dermaßen liberal ist und absolut keine Angst oder Sorgen zeigt. In Let it Ride konnte man ja bereits sehen, wie schlecht diese Gemeinschaft teilweise mit dem Thema Homosexualität umgehen kann. Bei seiner Familie ist es das gleiche. Sie erfahren, dass ihr Sohn, den sie immer nur mit Mädchen gesehen haben, mit 28 plötzlich einen Mann will und sie zeigen absolut keine Reaktion. Akzeptanz ist ja schön und gut, aber sie fragen nicht einmal vorsichtig nach, woher der plötzliche Sinneswandel kommt. Das ist mir alles zu perfekt und dadurch unrealistisch vereinfacht.
Auch die Geschichte selbst ist eigentlich ziemlich simpel gestrickt. Alles steht und fällt mit Eric, der nach allem, was er in seinem Leben bereits verloren hat, sein Herz nicht aufs Spiel setzen will. Er wurde schon zu oft verletzt, um sich jetzt auf so etwas einzulassen. Insofern gibt die Geschichte relativ wenig her. Schlimmer noch, dadurch, dass Eric die einzige Quelle ist, die Konflikt bietet, ging er mir öfter mal auf die Nerven und das ist bei einem Hauptcharakter natürlich fatal.

Ganz unterhaltsam ist Let it Ride aber dennoch. L.C. Chase hat einen recht schönen flüssigen Schreibstil und die Dialoge sind nachvollziehbar und clever. Auch die meisten der Charaktere sind eigentlich ganz sympathisch geraten. Grundsätzlich finde ich auch das Setting mit den Cowboys ziemlich schön (Cowboyromantik hat schon was für sich ;), allerdings hätte ich mir hier etwas Markanteres und wie gesagt mehr Konflikt gewünscht. Alles in allem aber dennoch ein süßes Buch.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover Daughter of Smoke and Bone Deutsch

An Karou ist etwas anders. Das weiß jeder, der die 17-jährige kennt. Doch die meisten halten die blauhaarige Kunststudentin einfach nur für ein wenig exzentrisch. Sie füllt ein Skizzenbuch nach dem anderen mit den fantastischsten Kreaturen und verschwindet immer wieder plötzlich, um mysteriösen Erledigungen und Aufträge nach zu gehen.
Und Karou ist tatsächlich kein normales Mädchen. Sie hat noch ein geheimes zweites Leben. Denn Karou ist im Laden von Brimstone, einem Chimära-Zauberer, aufgewachsen und hat dort allerlei merkwürdige Dinge gesehen. Überall auf der Welt gibt es Türen, die in diesen Laden führen, denn Brimstone hat ein sehr lukratives Geschäft: Er erfüllt Wünsche. Jedoch nicht, ohne einen Preis zu verlangen - er will Zähne dafür. Seit sie denken kann, versucht Karou hinter Brimstones Geheimnisse - Was macht er mit den Zähnen? Was verbirgt sich hinter der verbotenen Tür in seinem Laden? Woher kommen die Chimären? Und woher kommt Karou selbst eigentlich? - zu kommen. Bisher leider ohne Erfolg.
Doch diese Fragen lasten ihr schwer auf der Seele, denn sie fühlt sich, als ob irgendetwas in ihr fehlt. Dann begegnet ihr Akiva. Der mysteriöse junge Mann mit den zwei Schwertern ruft etwas in ihr hervor, das Karou nicht erklären kann. Durch ihn erfährt sie, dass sich die Chimären seit hunderten von Jahren in einem Krieg befinden - und dass auch Karou etwas damit zu tun hat. Mehr denn je quält sie nun die Frage: Wer ist Karou eigentlich?

Daughter of Smoke and Bone von Laini Taylor ist so ein vielschichtiges Buch, dass ich gar nicht wirklich weiß, womit ich anfangen soll. Am besten wohl erst einmal mit Karou: Laini Taylor gibt dem Leser sehr viel Zeit, sich in ihrer Welt zu recht zu finden. Wir erleben Karou in ihrem Alltag - sowohl dem menschlichen, als Studentin einer Prager Kunstschule, als auch dem eher ungewöhnlichen, als Botengängerin für Brimstone. Von Anfang an habe ich Karou ins Herz geschlossen. Sie ist in der Tat ein wenig exzentrisch, dabei aber auch wunderbar sympathisch und erfrischend. Sie ist kunstbegeistert und zeichnet alles, was sie irgendwie bewegt. Sehr oft sind das Brimstone und die wenigen anderen Chimären die sie kennt, was ihre Freunde natürlich nur als blühende Fantasie abtun.
Doch es dauert nicht lange, bis wir uns genauso wie Karou fragen, was es mit ihrer mysteriösen Herkunft wohl auf sich hat. Bis wir darauf eine Antwort bekommen dauert es allerdings eine ganze Weile. Erst als der geheimnisvolle Akiva auftaucht, wird langsam Licht ins Dunkel gebracht. Auch Akiva fand ich von Anfang an interessant. Die beiden verbindet eine sehr merkwürdige Bande, die in beiden sehr widersprüchliche Reaktionen hervorrufen, sobald sie sich das erste Mal sehen - sind sie Feinde? Freunde? Mehr? Die Dynamik zwischen den beiden hat mir sehr gut gefallen, auch wenn sich die Gefühle zwischen ihnen für meinen Geschmack ein wenig zu schnell entwickelt haben. Zugegeben, dafür gibt es eine Erklärung, dennoch wirkte es stellenweise etwas überstürzt.

Cover Daughter of Smoke and Bone English

Laini Taylor hat eine wunderbare Welt geschaffen. Sehr fantasievoll und farbenfroh, aber auch tragisch geht es hier zu. Die Autorin hat sich wirklich mal etwas Neues einfallen lassen mit Daughter of Smoke and Bone. Die Magie und der Aufbau der Welt sowie der Geschichte selbst sind ziemlich ungewöhnlich und haben mehr zu bieten, als viele andere Urban Fantasy Reihen. Allein schon, weil Karou in zwei so unterschiedlichen Welten lebt. Der Schreibstil ist blumig und fast poetisch, aber glücklicherweise nicht zu übertrieben (ich bin da gerne mal etwas empfindlich).
Einzig das Timing hat mir hin und wieder missfallen. Denn manchmal ist Laini Taylor fast schon ein wenig chaotisch in ihrem Aufbau. Es gibt viele Zeit- und Perspektivensprünge, teilweise von einer Zeile auf die nächste, was schnell verwirrend werde konnte. Außerdem gibt es gegen Ende eine Art Geschichte in der Geschichte, die fast hundert Seiten umfasst und mir etwas zu ausführlich und plump eingebaut wurde. Der Inhalt ist zwar wichtig und durchaus lesenswert, insgesamt habe ich mich aber fast ein bisschen gelangweilt in diesem Teil und wollte ihn nur schnell hinter mich bringen, um zu erfahren, was im Hier und Jetzt geschieht.

Deshalb musste ich Daughter of Smoke and Bone von Laini Taylor leider eineinhalb Sterne abziehen. Dennoch hat es mich sehr neugierig auf die restlichen Bücher der Daughter of Smoke and Bone / Zwischen den Welten-Reihe gemacht. Zwar gibt es keinen unerträglichen Cliffhanger in diesem ersten Teil, Laini Taylor lässt uns aber doch ganz schön in der Luft hängen. Es wird also sicher nicht lange dauern, bis ich den zweiten Teil Days of Blood and Starlight auch lesen werde.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover High and Tight Englisch

Vor 12 Jahren hat Adam seinen Traum wahr gemacht und ist Pilot bei der Navy geworden. Allerdings hat er dafür seine große Liebe zurückgelassen - Harris. Es ist schon schwer genug sich zu outen, aber in der Navy war es für Adam undenkbar. Also wurde aus Harris Adams schmutziges, kleines Geheimnis. Wenn er Urlaub hatte oder in den USA war, haben sie sich getroffen. Aber immer im Geheimen. Zumindest bis vor 3 Jahren alles endgültig vorbei war.
Jetzt hat Adam sich entschieden: Er will die Navy verlassen und endlich Harris zurückgewinnen. Doch als er an Weihnachten zurück in seine Heimatstadt kommt muss er feststellen, dass hier das Leben ohne ihn weitergegangen ist. Denn Harris hat mittlerweile eine neue Beziehung und die scheint ernst zu sein. Noch ist Adam allerdings nicht bereit aufzugeben...

Adam ist wirklich zu allem bereit, um in der c.a. 90 seitigen Novelle High and Tight von Vanessa North Harris davon zu überzeugen, dass es ihm wirklich ernst ist. Er würde die Navy aufgeben, sich outen, im Endeffekt alles, was Harris sich nur wünschen könnte. Der ist dennoch nicht überzeugt. Das ist auch kein Wunder, denn Adam hat ihm wirklich mehr als einmal das Herz gebrochen.
Die Dynamik zwischen Harris und Adam hat mir sehr gut gefallen. Adam ist ein stattlicher Navy-Offizier, muskulös und respekteinflößend. Harris ist ein zierlicher, hübscher und leicht femininer Hair-Artist. Die Rollen sollten hier klar verteilt sein, oder? Nein, ganz und gar nicht. Denn in der Tat ist eindeutig Harris der dominante Part in dieser Beziehung. Adam hat nichts lieber, als die Kontrolle an Harris abgeben zu können. Und gerade diese Abweichung von der Norm hat mir besonders gefallen.
Emotional sind die beiden aber auf demselben Niveau. Es ist zwar Harris, der hier überzeugt werden will, dass sie sich gegenseitig lieben steht aber außer Frage. Ihre Beziehung ist sehr schön und glaubhaft dargestellt - die positiven und die negativen Seiten. Denn auch Adams Bedenken was die Navy angeht, sowie die Männer, mit denen Harris in der Zwischenzeit Beziehungen eingegangen ist, sind sehr logisch und flüssig eingebaut.
Warum dann die etwas niedriger ausfallende Bewertung? Das liegt leider an der Auflösung. Denn die kommt so dermaßen leicht und enttäuschend daher, dass der ganze vorherige Aufbau irgendwie im Sande verläuft. Da hat das gewisse Etwas und etwas mehr Glaubwürdigkeit gefehlt.

Trotzdem ist die Novelle High and Tight von Vanessa North nette Unterhaltung, wenn man mal ein, zwei romantische Lesestündchen haben möchte.
High and Tight erscheint am 19. Mai 2014.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

« Zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 | Weiter »